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Full text of "Der Eunuchus des Terenz : uebersetzt von Hans Neidhart 1486"

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t  305  SIE  PUBLIC ATION 

DES 

LITTERAHISCHEN  VEREINS  IN  STUJTGAIIT 

(TÜBINGEN), 

(62sten  Jahrgangs,  1914/1915,  4te  publication), 

enthaltend 

TEKENZ'  EMÜCHUS  VON  HANS  NEIDHAKT. 


Die  mitglieder  werden  ersucht,  von  Teränderungeu  ihres  Wohnorts  dem 
mit  der  Versendung  der  Schriften  beauftragten  kassier  (herrn  rechnungs- 
rat  Rück  in  Tübingen)  anzeige  zu  machen.  Unkosten,  die  sonst  aus 
irriger  Versendung  erwüchsen,  könnte  die  vereinskasse  nicht  übernehmen. 


Der  sitz  der  verwaltang  des  litterarischen  Vereins  ist  seit  1849  in 

Tübingen. 

Tübingen,  31.  Mai  1915. 

ui  ^nn  Fischer. 


Statuten  des  litterarischen  Vereins. 

1.  Der  litterarische  verein  in  Stuttgart  zu  herausgäbe  älterer  drucke  und  hand- 
schriften  und  ausschließlicher  Verteilung  derselben  an  die  Vereinsmitglieder,  gegrün- 
det 1839  unter  dem  Protektorate  Seiner  Majestät  des  Königs  von  Württemberg  hat 
den  zweck,  die  jährlich  von  den  mitgliedern  zu  leistenden  beitrage  auf  die  heraus- 
gäbe wertvoller,  sei  es  handschriftlicher,  sei  es  älterer  schon  gedruckter,  aber 
bereits  aus  dem  buchhandel  verschwundener  und  sehr  selten  gewordener  werke  zu 
verwenden,  und  zwar  solcher,  die  dem  germanischen  oder  romanischen  Sprachgebiete 
angehören  und  ein  allgemeineres  Interesse  darbieten  wie  vorzugsweise  Schriften 
geschichtlichen  oder  poetischen  Inhaltes. 

2.  Der  eintritt  in  den  verein  erfolgt  durch  anmeldung  bei  dem  Präsidenten  oder 
einem  andern  mitgliede  der  Verwaltung. 

3.  Jedes  mitglied  hat  zu  anfang  jedes  Jahres  einen  beitrag  von  20  mark  zu 
entrichten  und  erhält  dafür  ein  exemplar  der  im  laufe  des  jahres  von  dem  verein 
herausgegebenen  werke.  Mehrere  actien  berechtigen  zu  mehreren  exemplaren.  Sollte 
in  einem  jähre  keine  publication  erscheinen,  so  gelten  die  einlagen  zugleich  für 
das  folgende  jähr.     In  diesem  falle  bilden  zwei  kalenderjahre  ein  verwaltungsjahr. 

d.  Wer  für  1  actie  260  mark  einzahlt,  wird  lebenslängliches  mitglied  und  erhält 
von  da  an  ohne  weitere  Jahresbeiträge  1  exemplar  der  Vereins  Schriften,  so  lange  er  lebt. 
Eine  lebenslängliche  actie  ist  persönlich  und  kann  nicht  an  andere  abgegeben  werden. 

5.  Alle  beitrage  müssen  pränumeriert  werden.  Später  einzahlende  können  bei 
der  Verteilung  der  bücher  nur  soweit  berücksichtigung  erwarten,  als  der  vorrat 
der  exemplare  reicht. 

6.  Der  austritt  aus  dem  vereine  ist  dem  Präsidenten  anzuzeigen.  Erfolgt  die 
anzeige  nicht  vor  dem  1.  Februar  des  neuen  verwaltungsjahres,  so  kann  der  austritt  erst 
mit  dem  folgenden  geschehen  und  ist  der  beitrag  für  das  laufende  noch  zu  entrichten. 

7.  Die  Zusendung  der  beitrage  wird  je  im  Januar  durch  posteinzahlung  er- 
beten. Erfolgt  die  Zahlung  nicht  vor  dem  1.  Februar,  so  wird  angenommen,  dass 
der  einzug  durch  postnachnahme  gewünscht  werde. 

8.  Bei  Zusendung  in  papiergeld  wird  der  etwaige  überschuss  dem  übersender 
für  den  nächsten  Jahrgang  gutgeschrieben. 

9.  Auf  besonderes  verlangen  sendet  der  kassier  eine  Quittung. 

10.  Die  Zusendung  der  publicationen  erfolgt  im  umkreise  des  deutschen  reiches 
frei  durch  die  post,  und  zwar  unter  eiazug  des  Jahresbeitrags  mittels  postnachnahme, 
wenn  derselbe  nicht  schon  voraus  dem  kassier  übersendet  worden  ist.  Auswärtige 
mitglieder  werden  ersucht,  dem  kassier  den  weg  zu  bezeichnen,  auf  dem  sie 
die  publicationen  zu  erhalten  wünschen. 

11.  Die  mitglieder  werden  ersucht,  von  Veränderungen  ihres  Wohnorts  dem  mit 
der  Versendung  der  Schriften  beauftragten  kassier  anzeige  zu  machen.  Unkosten, 
die  sonst  aus  irriger  Versendung  erwüchsen,  könnte  die  vereinskasse  nicht  übernehmen. 

12.  Die  Schriften  des  litterarischen  Vereins  werden  nicht  in  den  buchhandel  ge- 
geben.    Die  zahl  der  veranstalteten  abdrücke  richtet  sich  nach  der  zahl  der  mitglieder. 

13.  Frühere  publicationen  werden  jahrgangweise  nur  an  neu  eintretende  mit- 
glieder gegen  Vorausbezahlung  von  20  mark  für  den  Jahrgang  abgegeben;  diese- 
preis  bleibt  derselbe,  auch  wenn  nicht  mehr  alle  zu  dem  Jahrgang  gehörige  bände 
geliefert  werden  können. 

14.  Eine  einzelne  publication  kostet  20  mark.  Die  zusenduag  erfolgt  portofrei 
aber  nur  gegen  direkte  frankierte  vorauseinsendung  des  betrags. 

15.  Die  geschäfte  des  litterarischen  Vereins  werden  von  einem  Präsidenten  und 
einem  kassier  geleitet.     Der  kassier  legt  einmal  jährlich  öffentlich  rechnung  ab. 

16.  Der  präsident  wird  vom  ausschusse  bestellt  und  abberufen.  Der  Präsident 
bestellt  und  entlässt  die  beamten  des  Vereins. 

17.  Einer  der  ersten  publicationen  jedes  Jahrgangs  wird  ein  rechenschaftsbericht 
beigegeben. 

18.  Wünsche  und  vorschlage  über  abzudruckende  Schriften  sind  an  den  Präsi- 
denten zu  richten. 

19.  Über  die  wähl  der  abzudruckenden  schriften  entscheidet  auf  den  antrag  der 
Verwaltung  ein  ausschuss    von  12  Vereinsmitgliedern. 

20.  Der  ausschuss  wird  jährlich  neu  gewählt. 

21.  Jedes  mitglied,  das  sich  an  der  wähl  beteiligen  will,  hat  zu  diesem  zwecke 
vor  dem  1,  Januar  einen  Stimmzettel  portofrei  an  den  Präsidenten    zu  senden. 

22.  Der  eintritt  neugewählter  mitglieder  in  den  ausschuss  unterliegt  der  bo- 
stätigung  des  Präsidenten  und  des  ausschus&es. 


DES 


LITTERARISCHEN   VEREINS 


IN  STUTTGART, 


CCLXY. 


TUBINGEN. 

SEDEUOKT  AUF  KOSTEN   DES   LITTERABISCHEN   VBRBINS. 

1915. 


TrzwS 


PROTECTOR 
DES  LITTERARISCHEN  VEREINS  IN  STUTTGART 
SEINE  MAJESTÄT  DER  KÖNIG. 

* 

VERWALTUNG: 

Präsident: 
Dr.  H.  Fischer,  professor  an  der  Universität  Tübingen. 

Kassier: 
Rechnungsrat  Rück  in  Tübingen. 

* 

GESELLSCHAFTSAUSSCHUSS : 

Dr.  Bohnen  berger,  professor  in  Tübingen. 

Dr.  Bolte,  professor  in  Berlin. 

Dr.  Haas,  professor  in  Tübingen. 

Dr.  Hartmann,  oherstudienrat  in  Stuttgart. 

Dr.  G.  Meyer  von  Knonau,  professor  an  der  Universität  Zürich, 

Dr.  H.  Paul,  professor  an  der  Universität  München. 

Dr.  Sievers,  professor  an  der  Universität  Leipzig. 

Dr.  Steinmeyer,  professor  an  der  Universität  Erlangen. 

Dr.  Strauch,  professor  an  der  Universität  Halle. 

Dr.  Vollmöller,  professor  in  Dresden. 

Dr.  Voretzsch,  professor  an  der  Universität  Halle  a.  S. 


DER 


EUNUCHUS 


DES 


TERENZ 

ÜEBERSETZT  VON  HANS  NEIDHART 

1486. 


HERAUSGEGEBEN 


VON 


HERMANN  FISCHER. 


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«EDKUCKT  FÜR  DEN  LITTERARISCHEN  VEREIN  IN  STUTTGART 
TÜBINGEN  1915. 


ALLE  EECHTE  VORBEHALTEN. 


DRUCK  VON  H.  LAUPP  JR  IN  TÜBINGEN, 


Einleitung. 

üeber  das  werk,  dessen  neudruck  hier  gegeben  wird, 
bat  zuerst  1893  Hermann  Wunderlich  gehandelt  in  den 
„Studien  zur  Litteraturgeschichte,  Michael  Bernays  gewidmet", 
S.  201 — 216:  „Der  erste  deutsche  Terenz".  Er  plante  da- 
mals den  neudruck  für  unsern  verein,  hat  dann  aber,  mit 
meinem  einverständnis,  ihn  für  Sauers  „Bibliothek  älterer 
deutscher  Uebersetzungen"  bestimmt.  Nachdem  dieser  plan 
nicht  zu  stände  gekommen,  habe  ich  es  mit  Wunderlichs  Zu- 
stimmung übernommen,  den  alten  plan  ins  werk  zu  setzen. 
Anlaß  dazu  gab  eine  abschrift,  die  mein  schüler  cand.  phil. 
Karl  Flad  von  dem  Stuttgarter  exemplar  genommen  und  mir 
zur  Verfügung  gestellt  hat.  Ich  habe  das  Stuttgarter  und  das 
Göttinger  exemplar  hier  in  Tübingen  vergleichen  dürfen  und 
sage  den  beiden  bibliotheken  dafür  geziemenden  dank.  Wenn 
in  meinem  abdruck  eine  mehrzahl  von  freilich  zumeist  unbe- 
deutenden fehlem  stehen  geblieben  ist,  so  bitte  ich  es  zu 
entschuldigen;  eine  erneute  collationierung  unter  günstigeren 
umständen  hat  es  mir  möglich  gemacht,  das  Verzeichnis  von 
drackfehlern  und  kleinen  ergänzungen  des  kritischen  apparats 
am  Schlüsse  dieser  einleitung  zu  geben. 


Der  erste  deutsche  Terenz-übersetzer,  von  dem  wir  wis- 
sen, ist  kein  ganz  unbekannter  *.  Die  Neidhart  sind  ein  altes 
Ulmer  geschlecht,  von  dem  Felix  Fabri  De    civitate  Ulmensi** 

*  Das  folgende,  wo  nicht  anders  angegeben,  zumeist  nach  Wunder- 
lichs aufsatz. 

**  Publication  186  des  Litterarischen  Vereins. 


—    VI    — 

s.  93  ff.,  redet.  Unser  Hans  Neidhart  war  ein  angesehener 
mann;  1478  und  1489  muß  er  bürgermeister  gewesen  sein, 
wird  auch  mehrmals  als  richter  und  rat  genannt.  Ulm  stand 
damals  auf  der  höhe  seiner  bltite  und  war  noch  nicht  durch 
Augsburg  an  die  zweite  stelle  unter  den  schwäbischen  reichs- 
städten  gedrängt;  für  das  Wahrzeichen  jener  blute,  das  münster, 
hat  damals  Matthäus  Böblinger  den  plan  zur  Vollendung  des 
turms  entworfen,  der  vierhundert  jähre  später  Wirklichkeit 
geworden  ist.  Auch  der  humanismus  war  in  Ulm  wie  in 
audern  schwäbischen  städten  gepflegt*;  einer  seiner  haupt- 
vertreter  in  der  deutschen  litteratur,  Heinrich  Steinböwel,  hat 
1450  bis  1477  oder  1478  dort  gelebt.  Neidharts  anteil  an 
der  neuen  bildung  wird  durch  Fabri  bezeugt;  er  nennt  ihn 
,secularem  quidem  et  sine  gradu  scholaris  eminentiae,  sed  lit- 
teratum  historiographum ,  oratorum  et  poetarum  volumina 
revolventem,  bucolica  et  comoedias  .  .  .  legentem'**.  Daß  er 
die  Terenz-übersetzung  veranstaltet  hat,  bezeugt  ihre  schluß- 
bemerkung :  ,Dise  Comedia  hat  Hans  Nythart  zu  Ulm  lassen 
trucken'  usw. ;  daß  er  etwa  die  Übersetzung  durch  einen  andern 
hätte  anfertigen  lassen,  ist  nicht  bekannt,  also  auch  bis  auf 
weiteres  nicht  anzunehmen  ***. 

Wie  er  dabei  verfahren  ist,  darüber  sind  genauere  Unter- 
suchungen abzuwarten;  an  diesem  orte  will  ich  nur  das  nö- 
tigste geben.  Er  hat  von  den  sechs  comödien  des  Terenz  nur 
den  Eunuchus,  eine  der  von  anfang  an  geschätztesten,  ausge- 
wählt. Ob  er  eine  handscbrift  des  Terenz  oder  einen  der  seit 
1472  vorhandenen  drucke  benutzt  hat,  kann  vielleicht,  aber 
nur  vielleicht,    eine    genauere    Untersuchung  ergeben  f.     Dem 


*  Paal  Joachimsohn,  Frühhumanismus  in  Schwaben,  Württ.  Vier- 
teljahrshefte, Neue  Folge  5,  63  ff.  257  ff. 

**  Civ.  Ulm.   95. 

***  Wunderlich  204  f.  Die  Urheber  des  Straßburger  Terenz  von 
1499  wollen  wissen,  man  habe  dem  N.  dieses  werk  „übel  angelegt". 
Wenn  Wunderlich  daraus  schließen  will,  sie  hätten  ihre  notiz  über  N. 
als  Übersetzer  nicht  bloß  aus  der  Schlußangabe  gezogen,  so  halte  ich 
diesen  Schluß  nicht  für  bündig.  Aber  ohne  beweis  des  gegenteils  wird 
N.  füglich  als  Übersetzer  gelten  müssen. 

t  Ich  habe  verglichen:  den  wenig  späteren  Venezianer  druck  per 


—    YII     - 

text  getien  mehrere  einleitungen  voraus,  die  teils  auf  lateini- 
scher vorläge  beruhen  (unten  s.  5  f.  9 — 11),  teils  selbständig 
sind.  Der  metrische  prolog  ist  weggelassen.  Der  text  des 
Stücks  ist  in  prosa  wiedergegeben.  Manche  unarten  damaliger 
Übersetzer  gelten  von  ihm  nicht.  Neidhart  strebt  nicht,  wie 
Niclas  von  Wyle  programmatisch  tut,  eine  latinisierende  dic- 
tion  als  vermeintliche  Verbesserung  des  deutschen  stils  an ; 
seine  fehler  sind  mehr  negativer  als  positiver  art.  Unter 
dem  text  steht,  mit  ausnähme  weniger  selten,  die  „glosse", 
die  gegen  den  schluß  hin  recht  mager  wird,  um  ganz  zuletzt 
wieder  etwas  voller  zu  werden;  von  vornherein  übertrifft  sie 
den  text  an  umfang  nicht  wenig.  Sie  ist  den  sog.  Donat- 
scholien  entnommen,  die  in  den  alten  ausgaben  (,Terentius 
cum  Donato')  mit  abgedruckt  sind.  Dabei  ist  aber  sehr  frei 
verfahren.  Ganz  wörtlich  ist  nur  weniges  aus  den  schollen 
übersetzt,  manches  recht  frei,  auch  wohl  mißverständlich ; 
nicht  weniges  ist  ausgelassen,  so  besonders  fast  alle  citate 
aus  andern  antiken  dichtem ;  anderes  selbständig  hinzu  getan, 
besonders  wo  antikes  in  der  sache  oder  im  ausdruck  mit  sol- 
chem aus  der  eigenen  zeit  und  dem  eigenen  land  zu  vergleichen 
war.  Die  ganze  haltung  ist  weit  mehr  populär,  nicht  wie  die 
alten  scholien  auf  philologische  leser  berechnet;  dem  ver- 
danken wir  besonders  auch  eine  anzahl  sehr  willkommener 
proverbieller  Wendungen  udgl.,  z.  t.  gereimter.  Die  spräche 
verrät  sich  leicht  als  gut  schwäbisch*. 

Mein  glossar  am  Schluß  des  bandes  wird  von  diesen  dingen 
einen  kleinen  begriff  zu  geben  suchen. 


Philippum  Pinzium  Mantuanum  1493  und  die  ausgäbe  von  Stallbaum, 
vol.  2,  1830.  Die  lateinischen  originale  für  die  im  glossar  meines  neu- 
drucks  zusammengestellten  deutschen  ausdrücke  sind  da  eingesetzt, 
wo  mir  der  Wortlaut  von   Neidharts  original  sicher  schien. 

*  Das  schwäbische  Wörterbuch  des  alten  Schmid  hat  den  druck 
etliche  male  benutzt;  ich  freue  mich,  in  dem  meinigen  das  von  jetzt 
an  mehr  tun  zu  können.  Ob  es  (Wunderlich  215  f.)  möglich  sein  wird, 
die  spräche  zeitlich  genauer  festzulegen,  muß  ich  vorerst  dahin  stellen; 
wir  sind  so  weit  noch  nicht,  und  ob  wir  es  einmal  sein  werden,  weiß 
ich  nicht.  Daher  kann  ich  auch  darüber ,  ob  die  Übersetzung  nach 
1470  oder  nach  1480  entstanden  ist,  nichts  vermuten. 


VIII    — 


Ueber  das  fortleben  des  werks  ist  nur  bekannt ,  daß  die 
Straßburger  Übersetzer  des  ganzen  Terenz  1499  Neidharts  text 
fast  unverändert  aufgenommen  haben*. 


Der  drucker,  Conrad  Dinckmüt  **,  hat  viel  auf  die  aus- 
gäbe verwandt,  die  man  die  beste  leistung  seiner  officin  nennen 
kann.  Er  begnügt  sich  nicht  mit  stattlichem  format  und 
großen  lettern,  sondern  fügt  zu  anfang  der  einzelnen  scenen 
nicht  weniger  als  28  holzschnitte  mit  darstellungen  aus  dem 
stück  ein.  Ob  ihr  kunst  wert  groß  ist ,  weiß  ich  nicht ;  die 
architekturen,  die  mit  der  kleidertracht  zusammen  ein  interes- 
santes Zeitbild  geben,  sind  schematisch  angedeutet,  die  fenster, 
falls  nicht  eine  person  darin  liegt,  nur  durch  starke  senk- 
rechte linien.  Aber  keiner  der  holzschnitte  ist  dem  andern 
gleich  ,  auch  die  architektur,  fast  immer  straßenbilder,  ist 
auf  jedem  blatt  wieder  anders***.  Ueber  der  haustür  des 
bildes  fol.  45  v°  (unten  s.  108)  ist  ein  wappen,  das  ich 
nicht  habe  bestimmen  können.  Das  der  Neidhart  ist  es 
nicht. 

Der  band  besteht  aus  15  lagen  von  ungleich  vielen  dop- 
pelblättern.  Die  lagen  a,  b,  d,  e,  g,  h,  n  haben  4  doppel- 
blätter  mit  signatur  i  bis  iiij,  die  lagen  c,  f,  i,  k,  1,  m,  o,  p 
3  mit  Signatur  i  bis  iij ;  von  a  fehlt  im  Stuttgarter  exemplar 
das  leere  erste  blatt,  von  p  im  Göttinger  die  leeren  blätter 
5  und  6,  im  Stuttgarter  das  blatt  6.  Der  text  (einschl.  glosse 
und  holzschnitte)  steht  auf  b  1  ff.  und  ist,  außer  der  signatur 
der   lagen   und   wohl   wegen    deren    Ungleichheit,    auch    noch 


*  WunderUch  205. 

**  Ueber  ihn  Hassler,  Die  Buchdrucker-Greschicbte  Ulms,    119  ff. 

***  Muther,  Die  deutsche  Bücherillustration  1,  46  führt  die  holz- 
schnitte an,  ohne  einen  verfertiger  zu  nennen;  nur  gibt  er  fälschlich 
30  statt  28  bilder  an,  und  seinem  lob  wäre  entgegenzusetzen,  daß  das 
größenverhältnis  zwischen  der  architektur  und  den  figuren  keineswegs 
realistisch  getreu  ist,  auch  die  bewegungen  der  letzteren  öfters  recht 
conventionell  ausgefallen  sind.  Vgl.  Paul  Kristeller,  Kupferstich  und 
Holzschnitt  in  vier  Jahrhunderten,  2.  Aufl.  1911,  S.  41  f. 


~    IX    — 

foliiert.  Die  läge  a  ist,  wie  die  (unten  9 — 11)  angegebenen 
fol.  für  den  beginn  der  einzelnen  akte  zeigen,  erst  nach  den 
andern  gedruckt;  es  hat  auch  den  anschein,  als  ob  der  satz 
dieser  ersten  läge  etwas  künstlich  weit  auseinander  gezogen 
sei,  um  gleich  zu  anfang  einen  ganzen  quaternio  zu  geben, 
wobei  doch  noch  das  erste  blatt  und  die  letzte  seite  leer  ge- 
blieben sind.  Die  Ungleichheit  der  lagen,  auch  des  weiteren 
und  engeren  drucks,  hängt  gewiß  damit  zusammen,  daß 
mehrere  setzer  neben  einander  gesetzt  haben :  läge  g  fängt  mit 
dem  text  von  act  3,  scene  3  an  (bild  vorher) ;  ebenso  i  mit 
dem  von  4,  4;  m  mit  dem  von  5,  2 ;  k  mit  dem  bild  vor  4,  6; 
n  mit  dem  vor  5,  4 ;  o  mit  dem  vor  5,  8 ;  p  mit  dem  vor  5,  11. 
Custoden  sind  nicht  vorhanden. 

Format  und  druck  sind  opulent:  blatthöhe  290,  breite 
200  mm ;  bedruckter  räum,  wo  ganz  herüber  gedruckt  ist  (s.  u.), 
119  — 120  breit,  sonst  122 — 125.  Wo  eine  seite,  wie  zumeist, 
text  und  glosse  enthält,  steht  der  text  links  von  oben  an 
(nicht  immer  ganz  gleich)  in  einer  breite  von  72 ,  daneben 
rechts  die  glosse  in  einer  von  44  mm ;  geht,  was  meistens  der 
fall  ist,  die  glosse  über  den  text  herunter,  so  ist  sie  unterhalb 
desselben  in  der  ganzen  breite  von  122 — 125  mm  durch  ge- 
druckt. Ganz  herüber  gedruckt  sind  läge  a  und  die  inhalts- 
angaben  über  den  bildern.  Die  Schlußangabe  (unten  203) 
steht  in  der  mitte  der  breite.  Bildbreite  123  mm  ,  Bildhöhe 
189 — 195,  beides  einschließlich  des  schmalen  rahmens.  Die 
höhe  des  bedruckten  raumes  wechselt  sehr.  Wo,  wie  beson- 
ders gegen  das  ende,  die  Seiten  sehr  wenig  voll  sind,  ist  der 
text  mit  größerem,  oft  recht  beträchtlichem  durchschuß  ge- 
druckt. 

Der  text  und  die  anfangsbemerkung  aij  r^  (unten  3) 
haben  eine  schöne  rundliche  schrift  von  3  72  mm  der  kleinen, 
6  der  überhöhten  lettern;  alles  andere  eine  ähnliche  von  2 
und  4  mm  höhe. 

Weniger  zu  rühmen  ist  die  Sorgfalt  des  druckes.  Nicht 
nur  sind  die  phonetischen  zeichen,  s.  u.,  im  text  nicht  ganz 
dieselben  wie  sonst,  so  daß  dort  offenbar  die  anschafiung  ge- 
wisser   lettern    gescheut    wurde ;    es    kommen    auch    mehrere 


—    X    — 

formen  derselben  raajuskeln  vor  *.  Es  fehlt  nicht  an  druck- 
fehlern  und  verkehrten  lettern. 

Außer  den  lettern  sind  verwandt :  §  vor  den  lemmata  der 
glosse;  an  interpunktionen  punkt,  komma  (/,  von  mir  „,"  ge- 
geben), fragezeichen,  parenthese.  Die  parenthese  ist  selten, 
aber  richtig  verwendet ;  das  fragezeichen  oft,  aber  auch  falsch 
gesetzt  und  oft  durch  punkt  ersetzt.  Zwischen  punkt  und 
komma  läßt  sich  gar  kein  konsequenter  unterschied  finden ; 
ebenso  zwischen  setzung  und  nichtsetzung  des  punkts;  trotz 
der  erläuterung  in  den  Vorbemerkungen  (unten  s.  14).  Das 
oberste  gesetz  für  den  setzer  war,  wie  in  den  alten  drucken 
so  oft,  nur  die  füllung  der  zeile ;  so  ist  das  absetzungszeichen 
zwar  nie  falsch  gesetzt,  aber  in  gleichen  fällen  bald  gesetzt 
bald  weggelassen.  Absetzungen  wie  sch|ickt  (unten  s.  79), 
kne|cht  (91)  sind  häufig. 

Orthographie :  ü  und  u  sind  in  der  glosse  geschieden,  im 
text  nur  u.  Ebenso  scheinen  ü  und  ü  geschieden  zu  sein, 
aber  oft  ist  die  lesung  unsicher.  Im  anlaut  v  (text  U),  In- 
halt u  =  u  und  =  V  (f);  statt  j  immer  i.  Abkürzungen  die 
gewöhnlichen :  '  =  er ;  e  =  en,  em,  ä  =  an,  am  usw. ;  vm ^umb 
(auch  darüb),  vn  =  und,  ftim  =  ftimm  usw. ;  dz  =  das  (aus- 
gedruckt nur  das),  wz  =  was;  lateinisch:  2C  (ac,  2C|)  etcetera, 
I  =  is  (unten  s.  68). 


Der  alte  druck  scheint  selten.  Goedeke  ^  1 ,  444  kennt 
ihn  in  Berlin,  Göttingen,  Hannover,  ich  auch  in  der  Stutt- 
garter landesbibliothek.  Ich  habe  das  Stuttgarter  und  das 
Göttinger  exemplar  verglichen;  Stuttgart  im  fach  der  incu- 
nabeln,  Hain  15436  :  im  wesentlichen  recht  gut  erhalten. 
Originalband  mit  neuem  rücken;  Göttingen  4.  Auct.  lat.  I, 
4  202  :  vielfach  wurmstichig,  wohl  deshalb  in  modernem  ein- 
band. Die  beiden  exemplare  stimmen  ganz  genau  überein; 
mitunter  sind  im  Gott,  buchstaben  nicht  gekommen,  die  im 
Stuttg.  deutlich  oder  doch  sicher  sind,  umgekehrt  nur  einmal 
(unten  s.  138). 

*  So  T,  was  in  einer  form  an  C  erinnern  kann,  wo  freilicli  immer 
sicher  T  gemeint  ist;  ebenso  mehrere  G,    eins  mit  B   zu   verwechseln. 


—    XI    — 

In  meinem  neudruck  habe  ich  Seitengleichheit  mit  dem 
original  beobachtet.  Die  glosse  ist  immer  erst  unter  den  text 
gestellt;  von  wo  an  sie  im  original  untergesetzt  ist,  ist  durch 
I  bezeichnet.  Garmond  gibt  die  größere,  petit  die  kleinere 
Schrift  wieder ;  größere  Schriften  hätten  mehrmals  den  rahmen 
einer  seite  gesprengt.  Da  die  alinea  (meist  in  der  glosse)  im 
original  sehr  willkürlich,  oft  gar  nicht  sicher  als  beabsich- 
tigt zu  erkennen  sind,  so  habe  ich  sie  unberücksichtigt  ge- 
lassen. Wo  dagegen  ein  teil  der  glosse  erst  nach  kleinerem 
oder  größerem  Zwischenraum  folgt,  ist  das  im  abdruck  ange- 
deutet. 

Die  u  und  v,  i  und  j  habe  ich  dem  lautwert  nach  gesetzt. 
Die  abkürzungen  sind  aufgelöst.  Das  war  zu  allermeist  mit 
voller  Sicherheit  möglich.  Wo  zweifelhaft,  habe  ich  zwar 
aufgelöst,  aber  in  anmerkung  gegeben,  was  der  druck  hat. 
Zwischen  widergabe  eines  sicher  falschen  wortes  und  ein- 
setzung  der  vermutlichen  richtigen  form,  beides  nebst  angäbe 
in  anmerkung,  war  öfters  nicht  leicht  zu  entscheiden;  Un- 
gleichheiten mögen  mir  da  passiert  sein.  Aber  ich  habe  wohl 
im  apparat  alles  gegeben,  was  nötig  war;  wo  ich  dessen  an- 
fangs zu  wenig  getan  hatte,  habe  ich  es  in  dem  Verzeichnis 
auf  s.  XII  nachgetragen.  Die  Interpunktion,  so  mangelhaft 
und  willkürlich  sie  ist,  habe  ich  beibehalten,  da  besonders  in 
der  glosse  eine  ganz  gesicherte  oft  nicht  möglich  schien. 

Tübingen,  April  1915. 

Hermann  Fischer. 


XII 


Berichtigungen  und  nachtrage. 

(In  Seitenzahlen  dieses  neudrucks ;  gl.  =  Zeilenzahl  der  glosse.) 
3,  5  aigenschafFt         5,  12  zeit  7  anm.  statcs  19  gl.  5  zweif- 

Inng  19  gl.  15  ainem  20,  9  unfinnen.  21,  1  geftillen,  21,  7 
minfte  klaine  21  gl.  2  v.  n.  hagel  (ohne  punkt)         25  gl.  1  Als]  s 

verkehrt  25  gl.  7  verfwigen  25  gl.  15  waiß  das  26  gl.  5  ver- 
dient 27  gl.  5  kauffhuß.  28  gl.  5  ich  dich  29,  3  f.  dem  saitten- 
fpil         29,  5  fie  30  gl.  11  etc  30  gl.  17  fie  30  gl.  20  gauch. 

31,4  nit?  Phe.  31  gl.  4  gefchlachts  31  gl.  9  züge  31  gl.  le  fo 
lang  34  gl.  1  u.  7  zewegen  34  gl.  17  darumb  37  gl.  9  Dise. 

40,  12  gab.  45, 1  het.  46  gl.  5  zeneren  46  gl.  7  rat.  Das  47,  9 
fprach         48,  7  kaufft         48  gl.  12  tünd  49  gl.  3  v.  u.  ariftoteles  * 

epicurns  50,5  umb  treiben  51  gl.  8  etc.  51  gl.  11  wirt.  ie  mer 
wirt  57  gl.  5  unerkante  57  gl.  2  v.  u.  Trincken  60  gl.  6  dreierlai 
62  gl.  7  V.  u.  fürfich  63  gl.  2  vö  63  gl.  13  die  63  gl.  u  hinweg 
65  gl.  7  f.  fchnoder.  68  gl.  7  de  allen  73  gl.  8  v.  u.  aine  76  gl.  5 
V.  u.  fiaidig  77,  2  meren  78  gl.  14  feiner  weißhait  78  gl.  1  v.  u. 
finn  80  über  dem  text  auf  besonderer  linie:  Thais  81  gl.  6  hoflicher 
83  gl.  20  Thaidi]  2tes  i  verkehrt  84  gl.  4  lunder  84  gl.  6  v.  u.  ab 
legt  87, 10  fleiflich  89  gl.  2  v.  u.  feins  90,  8  frage  90  gl.  3  v.  u. 
frage  91,7  wider  kommeft.  92  gl.  6  wil  96,3  mennfch  97  gl.  5 
wann  vor  |  alten  98,  5  du  101,  7  gefchenkt  101,  9  junhkfrawen 
101  gl.  2  frage  103  gl.  2  dar  von  105,  6  befchiht  106  gl.  3  jung- 
ling 109  gl.  10  f.  iederman  109  gl.  17  doch  HO  gl.  12  als  ob  in 
Thais  110  gl.  16  gezogne  111,  2  auß  Thais  hauß  112  gl.  g  v.  u. 
Hunhun  115  g1.  4  v.  u.  wiewol  117  gl.  4  v.  u.  ab  irer  118,  3  ge- 
thon  118  gl.  vcrfchniten  122,  10  kainn  123,  4  feheft  124  gl.  1 
das  fi  recht  habe  das  125  gl.  4    grivig  125    gl.  4  v.   u.    flütiger 

132  gl.  1  deß  korns  132  gl.  2  deß  weinß.  133,  3  volck  134  gl.  6 
V.  u.  wann  134,  4  v.  u.  hat.  185  gl.  6  f i  136  gl.  7  v.  u.  kunt- 

zaichen  136  gl.  6  v.  u.  fie  138  gl.  3  Merk  141  gl.  6  v.  u.  ift  ain 
klains         141  gl.  1  v.  u.  fürtüch.  142,  1  tregftu  142  gl.  6  ein  ge- 

flochten 143  gl.  2  deß  riters  144,  3  thais.  144  gl.  7  v.  u.  frageftu 
du  waift        145,  7  übelredeft         146,  4  fein         148,  2  fi  152,  3  fein 

152  gl.  1  reden.  155   gl.  3    fiarach   (ftatt  -p    umgekehrtes  i  und  e) 

156,  3  gaffen  157,  7  fliehen  158,  10  bedunkt  164  gl.  4  v.  u.  wann 
fie  168,  4  wider-|auß  175,  7  ainn  176,  10  kommen  179,  5 

parmeno.  179  gl.  4  f.  zübetrübnuß  180  gl.  1  znng  .  .  .  erfchrocken 
181  gl.  9  allt  182  gl.  1  anders  186  gl.  2  v.  u.  wes  188,  8  der 

188  gl.  1  vnaddelft.  191  gl.  8  wolt  191  gl.  i4  volk  192  gl.  3 

Ritter        192  gl.  4  thet 


[a  j  lesr] 


T  e  r  e  n  z. 


ijv^  Hernach  volget  ain  Maifterliche  und  Avolgefetzte  Comedia 

zelefen  und  zehoren  lüftig  und  kurtzwylig.  Die  der  Hoch  ge- 
lert  und  groß  Maifter  und  Poet  Therencius  gar  fubtill,  mit 
groffer  kunnft  und  hochem  fljß  gefetzt  hat.  Darinn  man 
lernet  die  gemüet,  aigenfchaft  und  fitten  der  menfchen  des 
gemainen  volcks  erkennen  Darumb  ain  jeder  fo  durchlefen 
oder  hören  deß  wiffen  empfachet.  fich  defterbas  vor  aller  be- 
trügnuß  der  bofen  menfchen  mag  hütten  und  wiffen  zebewaren. 


Argumentum. 

Das  ift  ain  entdeckung.  oder  lautere  erklarung  in  der  vorred  ainer 
yeden  Comedi.  wie  man  die  verftan  foll  und  mag.  Und  vacht  da» 
argument  difer  Comedi  allfo  an. 


—     4     — 

§  Ain  bülerin  fchloß  auß  den  Jüngling  in  deß  wechffel  liebe  fi 
gehalten  was.  Und  im  wider  rüfften.  fagt  fi  urfachh  deß  aoß  schlief- 
fens.  Sein  junger  brüder  ward  in  liebe  der  Jungkfrauwen.  die  ain 
Ritter  der  bülerin  het  zu  haus  gefendet.  entzündet,  die  er  auch  für 
ainen  hemling  in  der  bülerin  hauß  gefürt,  fchwechet.  Da  die  ding 
offenbar  wurden,  und  der  bülerin  die  fchmachait  wee  thet.  ward  fi 
mit  dem  selben  Jüngling  verfonet.  Und  durch  beikomen  irs  brüders. 
nam  er  fi  erkannte  burgerin  von  Athenis  zeweib.  Und  der  Ritter 
ward  genomen  in  ainen  tail  der  bülerin  liebe  und  verfpottet. 


Argumentum 

§  Es  ift  zemercken  ain  ander  argument  das  noch  lüttrer  und  verftent- 
licher  ist. 

§  Und  als  in  ainer  yeden  Comedi  gewonlich  ain  Prologus  gefetzt, 
allfo  wirt  in  difer  Comedi  das  argument  für  ainen  prologum  zu  noch 
aigentlicher  erklerung  beschriben.  darinn  man  den  grund  difer  Comedi 
findet. 

§  Es  mag  auch  das  buch  dar  durch  von  afang  bis  zu  end  defterbas 
verftanden  werden. 


—     5     — 

Ain  Edle  Jangkfraw  mit  namen  Pamphilia  aus  Athenis  geraubet 
ward  gen  Rodis  gefürt,  allda  von  den  raubern  verkauift.  und  ge- 
fchenckt  ainer  bulerin  von  irem  liebhaber.  Die  felb  ertzocb  fi  mit 
irer  aignen  tocbter  genannt  Thais,  in  aller  weiß  als  ob  fi  derfelben 
fchwefter  were.  bis  auff  die  manbern  iar.  Da  verließ  Thais  ir  mutter 
zu  Rodis,  und  ward  von  irem  bülen  gen  Athenis  gefürt,  der  allda  in 
kürtz  geftorben  ift.  Und  ward  Thais  alles  von  ihm  verl äffen  gütz 
nach  feinem  tod  erb  gefetzt.  Zehand  ward  fie  über  lieb  gehebt  von 
ainem  Ritter  gehaiffen  Trafo,  der  in  kürtz  darnach  gen  Rodis  kam 
Und  ungef'arlich  die  felben  Pamphiliam  fach  an  offnem  marckt  zu  failem 
kauft'  gestellet  sein,  von  den  erben  der  mutter  Thaidis  die  auff  die 
Celben  Zeit  geftorben  was.  Allfo  thet  Ritter  Trafo  die  felben  Pamphi- 
liam von  fchone  der  geftalt  und  irer  kunft  wegen  die  fi  kund  auf  der 
harpffen,  unwiffend  fiift  aller  ding  wer  fie  was.  kauffen.  zefchencken 
feinem  bülen  Thaidi.  Aber  als  er  wider  gen  Athenis  komender.  fände 
ainen  mitbauwer  feines  wyers.  nämlich  Phedria  ainen  fun  ains  Edeln 
Burgers  dafelbs  der  hießLaches.  den  die  Thais  in  abwefen  des  Ritters 
gehaimfet  und  angenomen  hett.  Aber  der  Ritter  überfreüntlich  ver- 
fonung  befeftiget  fein  gemüet.  das  er  ir  die  Jangkfrawen  Pamphiliam 
vor  nit  fchencken  wolte.  bis  das  fi  den  züknecht  von  ir  vertrib.  wie 
wol  nun  Thais  Phedriam  lieb  hett.  doch  als  fi  Pamphiliam  erkannt, 
umb  befunder  begird  fi  iren  freunden  zu  Athenis.  dannen  fi  ver- 
ftolen.  und  das  fi  von  kinds  wefen  ir  fchwefter  gehaiffen.  und  allfo 
ertzogen  ward,  wider  zegeben.  fchlos  fi  von  ir  Phedriam.  davon 
Phedria  am  erften  erizürnet.  Aber  als  er  die  urfach  feins  aus  fchlifens 
vernam  von  Thaidi.  ward  fein  zorn  gelindert.  Allfo.  das  er  mit 
willen  dem  Ritter  wychen.  und  in  fein  dorff  zwen  tag  ziehen  wolt. 
doch  das  er  von  feinem  mitnager  von  gab  wegen  aus  gemainem  wyer 
nit  gar  vertriben  wurde,  ließ  er  kauffen  ain  diern  von  Morenland. 
und  ainen  verfchnitnen  knecht  die  man  da  zemal  hieß  hemling.  und 
gebot  feinem  knecht  genannt  Parmeno  abfchaident  das  er  die  zwai 
menfchen  der 


~     6     — 

Thais  (umb  fein  zu  gedencken)  haim  füret.  Aber  ainer  mit  namen 
Cherea  des  Phedrie  brüder  ain  junger  fprüßling  als  er  Pamphiliam  des- 
Ritter *  gab  erft  anfache,  ward  in  irer  liebe  fo  inbrünftigklich  ent- 
zündet, das  er  von  dem  knecht  Parmeno  wolt  in  geftalt  deß  ver- 
fchniten  knechts  gefürt,  und  Thaidi  gefchenckt  werden,  umb  das  er 
mit  vnd  bei  der  Jungkfrauwen  wefen  vnd  wonen  mochte.  Aus  der  ur- 
lach  ward  fi  gewaltigklich  von  im  gefchwechet.  Und  darnach  zehand 
ain  Edle  Bürgerin  von  Athenis  erfunden,  und  dem  benannten  Cherea 
zu  ainem  weib  gegeben.  Und  wurden  Phedria  und  der  ergeüdig  Ritter 
durch  ainen  knecht  den  groften  zütüttler  genannt  Gnato  verainet. 
Allfo  wie  off't  ir  yedem  not  were.  das  er  on  des  andern  mißfallen  oder 
yffern  feinen  getzeüg  in  gemainem  weier  fencken  mochte. 


—     7     — 

§  So  nun  diß  buch  im  anfang  ain  Comedia  genannt  wirt  fo  ift 
gar  ain  groffe  notturfFt  das  man  wiß  und  verftan  müge  was  Comedia 
zeteütfch  gefprochen  feie.     Wie  fi  auch  getailt  und  aus  gelegt  werde 

§  Darumb  fo  wirt  das  aigentlich  und  mit  gutem  fleiß  erftlich  erklärt 
was  Comedia  zeteütfch  feie.  Und  nachfolgend  wie  fi  getailt  und 
aus  gelegt  werde. 


§  Comedia  ift  ain  gedieht  aus  mengerlai  das  gemüt  und  anfechtung 
mitler  perfon  inhaltende.  Dar  aus  man  lernet  was  gut  ift  züge- 
brauchen  und  das  boß  zemeiden.  Und  fpricht  Cicero  das  Comedia 
menfchlichs  wefens  ain  fpiegel  feie,  und  ain  pildung  der  warhait. 
Und  wirt  Comedia  darvon  gehaiffen  das  fi  offenlich  vor  allem  volck 
des  mitlen  ftates*  oder  wefens  verkündt  ward.  Wann  Camos  bedeüt 
die  wonung  deffelben  volcks.  es  feien  Stet  marckt  oder  dorffer.  wann 
Comedia  der  nam  ift  genomen  aus  den  kriechifchen  worttern  camos 
und  oda.  das  ift  gefang  oder  gedieht  von  den  mitlen  perfonen.  Es 
kan  noch  mag  fi  auch  nimand  recht  noch  wol  verfton  er  künde  dann 
fein  geberd  und  ftimm  auff  hoch  und  nider  fittlich  und  fchnell  nach 
wegung  des  gemüts  verkern.  Darumb  es  billich  Comedia  wirt  ge- 
haiffen. 


iVI 


stases]  sie 


—     8     — 

§  Es    ift   zemercken    das   ain   yetlich   Comedi   mag   underfchaidenlich    aiii 
getailt  werden,     in  vier  tail.     Und  wie  ain  yeder  tail  genennt  wirt. 


§  Der  erft  tail  ift  ain  vorred.     Und   wird   genennt  Methaplafmus. 


§  Der  ander  tail  ift  ain  anfang  und  ain  zettel  der  nachgenden 
materien.  Und  macht  das  volck  begirig  das  nachfolgend  zehoren.  und 
wirt  genannt  Prothefis. 


§  Der  dritt  tail  ift  ain  merung  der  materien  und  betrübnuß  aller  per- 
fönen,     fo  dar  ein  getzogen  werden.   Und  wirt  genannt  Epenthesis. 


§  Der  vierd  tail  ift  ain  verkorung  aller  betrübnuß  zu  frolichem  auß- 
gang.  darinn  die  gantz  Comedi  wirt  geleütert.  Und  ift  genannt  Para- 
goge. 


§  Furo  ift  dife  Comedi  in  latin  Enuchus  (daz  ift  in  teütfch  hemling) 
genannt.  Umb  das  ain  Jüngling  fich  in  weife  ains  verfchnittnen 
knechts  ainer  bülerin  fchencl^en  lieffe. 


—     9     — 

§  Mer  ift  zemercken  das~  ain  yetlicli  Coniedia  wirt  in  fünff  under- 
fchaid  oder  gefchichten  getailet. 

§  Aber  dife  Comedi  hat  Therencius  von  mengerlai  fchoner  leren, 
klüghait  und  fprüchh  wegen  aUfo  vermifcht  das  die  (als  die  andern) 
nit  mag  so  lauter,  doch  fo  werden  die  fünff  underfchaid  und  ge- 
fchichten difer  Comedi  allfo  getailt  wie  hernach  volget. 


§  Die  erft  gefchicht  vacht  an  dem  .j.  blat  an.  Was  thun  ich  nun'^ 
etc.  Darinn  wirt  Phedria  von  Thaidi  aus  gefehloffen  der  fein 
vngefell  erklagt,  erftlich  mit  im  felber.  darnach  gegen  Parmenoni. 
Zeletst  m  gegenwürtigkait  Thaidis.  Doch  fo  wirt  er  von  ir  allfo  er- 
waicht  vnd  gefünet.  das  er  fich  gütlich  verwilligt  zwen  tag  von  ir 
in  fein  dorft  zereiten.  und  dem  ritter  die  zeit  den  beffern  tail  an  ir 
zel äffen. 


—     10     — 

§  Die  ander  gefchicht  vacht  an  dem  .xj.  blat  an.  Tu  allfo  als 
ich  dich  gehaiffen  hon  etc.  Und  halt  in  ir  das  abfchaiden  Phedrie. 
und  empfelchnuß  Parmenoni  die  diernen  und  den  verfchnitnen  knecht 
(der  mit  namen  hieß  Dorus)  Thaidi  haim  zefüren.  Und  mer  den  zü- 
tüttler  Gnatonem  redenden  mit  im  felbs.  als  er  die  Jungkfrauwen 
Pamphiliam  von  dem  ritter  Trafo  Thaidi  wolt  fchencken.  über  das 
wie  Cherea  die  Jungkfrauwen  erfach.  und  mit  Parmenoni  zerat  ward. 
das  er  in  geftalt  deß  verfchnitnen  Thaidi  gefchenckt.  und  dar  durch 
der  Jungkfrauwen  zu  gefüget  wurde. 


§  Die  drit  gefchicht  vacht  am  .xxvij.  blat  an.  Freilich  Thais 
fagt  mir  groffen  danck  etc.  Und  weifet  des  ritters  wefen.  und  des 
zütüttlers  fchimpflich  fpott  wort  gegen  im.  Und  mer  wie  der  ritter  die 
thais  zu  dem  nachtmal  komen  ließ.  Auch  wie  cherea  in  gestalt 
des  verfchnitnen.  mit  der  diernen  von  Morenland  thaidi  von  parmenone 
zu  gefürt,  und  in  namen  feines  herren  Phedrie  ward  gefchenckt. 
Fürbas  wie  der  Jungkfrauwen  brüder  Cremes  redt  mit  thaidi  in  des 
ritters  hanß.  Mer  wie  cherea  nach  dem  fchwechen  der  Jungkfrauwen 
mit  feinem  gefellen  Antiphoni  redet,  wie  er  fi  mit  liften  überkommen 
bette. 


—    11    — 

§  Die  vierd  gefchicht  vacht  an  dem  .  xlvj .  blat  an.  Al\fo  haben 
mich  die  gott  wol  lieb  etc.  Und  wirt  ain  magt  genannt  Dorias  dar 
ein  getzogen  wie  fi  von  dem  ritter,  thaide.  und  der  Jungkfrauwen 
redet,  wie  Phedria  widerumb  keret  von  dem  dorff.  und  nit  mocbt 
auß  beleiben.  Wie  ain  andere  magt  hieß  pithias  phedrie  klaget  das 
die  pamphilia  von  feinem  verfchnittnen  (den  fein  knecht  parmeno  ge- 
fchenckt  het)  gefchwechet  were.  Wie  der  Jungkfrauwen  brüder  Cre- 
mes ertzürnet  ward.     Wie  thais  ungeftümglich  wider  den   ritter.     und 

er  wider  fi    reden   wurden,     wie   fich    der    ritter    mit    etlichen    feinen 

knechten  nämlich  Sa  nga.  Simalio.  Siriftus.  Dorax.  zefechten  ruftet  und 

fpotlich  abließ. 


§  Die  fünfft  gefchicht  vacht  an  dem  .  Ixvij .  blat  an.  0  du  bofs- 
hafi'tige  etc.  Und  hat  inn  thais  klag  der  gefchwechten  Junkfrawen 
mit  pitliia.  darnach  mit  cherea.  Und  wie  cremes  der  Jungkfrauwen 
brüder  mit  der  fogamen  genannt  fophronia.  die  fi  gefogt  het  dar  zu 
käme.  Auch  wie  parmeno  durch  pithiam  liftiglich  durch  trübet.  Und 
wie  der  alt  Laches  phedrie  und  cheree  vatter  von  parmenone  dar  zu 
berüfft.  und  durch  in  die  hochtzeit  beftetiget  ward.  Und  zeletft  wie 
der  ritter  durch  den  zütüttler  von  phedria  begnadet  ward  das  er  in 
ließ  mit  würken  in  feinem  wyer.  Das  doch  nit  on  ritter  fchoblins 
groffen  koften  mocht  gefchechen. 


l 

-     12     -  ( 

§    Fürbas   ward   geraerckt    wie    vil    perfonen   in   difer    Comedi    einge-     [avjji 
zogen,     und  wie  fi  mit  namen  genennt  werden. 


§  Auch  wie  man  verftan  l'oll  welche  perfon  in  ainer  yeden  ge- 
fchicht  rede.  Es  feie  das  ir  lützel  oder  vil  darinn  mit  ainander  reden. 
Oder  es  rede  ain  perfon  mit  ir  felb. 


§  In  difer  Comedi  werdent  eingetzogen  neüntzehen  perfonen.. 


§  Ein  Erber  Edler  tagter  Burger  zu  Athenis  mit  namen  Laches. 
Und  zwen  feiner  fün  junger  gefeilen.  Die  mit  bü'fchafft  umb  giengen. 
Nämlich  Phedria  und  Cherea.  Auch  ain  knecht  genannt  Parmeno  der 
den  zwaien  jungen  gefellen  zu  irem  gewerb  dienete. 


§  Mer  ain  Ergeüdiger  bülender  torochter  Ritter  mit  namen  Trafo. 
Und  fünff  feiner  knecht.  Nämlich  Gnato  der  zütüttler.  Sanga  der 
koch.  Simalio.     Siriftus.  und  Dorax  feine  diener. 


§  Mer  ain  liftige  vilwiffende  bülerin  mit  namen  Thais,  mit  zwaien 
megten.  Nämlich  Pithias  und  Dorias.  Auch  ainer  harpffenfpllerin 
genannt  Pamphilia.  Die  ir  der  ritter  Trafo  fchencket.  Und  ain  diern 
aus  Morenland  mit  ainem  verfchnitnen  knecht  der  hieß  Dorus  die  ir 
der  Phedria  fchencket*. 


—     13     — 

§  Mer  ain  Jüngling  der  Pamphilia  brüder  ain  Edler  burger  zu  Athenia 
mit  namen  Cremes. 

§  Mer  ain  Athenifcher  Jüngling  ain  bülgefell  Cheree.   genannt  Antipho. 

§  Mer  ain  alt  weib  die  zu  Athenis  Pamphiliam  gefogt  hett.    mit  namen 
Sophronia. 


§  Und  weliche  perfon  in  difer  Comedi  reden  würdet,  der  felben  perfon 
namen  wirt  mit  zwai  oder  dreien  der  eiften  büchftaben  von  kürtze 
wegen  deß  worttes.     der  felben  rede  für  gefetzt. 

§  Ällfo  wenn  Ladies  redt  fo  wirtt  gefetzt  La. 


Phedria 

Phe. 

Cherea 

Che. 

Parmeno 

Par. 

Trafo 

Tra. 

Gnato 

Gna. 

Sanga 

San. 

Thais 

Tha. 

Pithias* 

Pith 

Dorias 

Dori. 

Dorus 

Dor. 

Cremes 

Cre. 

Antipho 

An. 

Sophronia 

So. 

Allfo  mag  man  fich  darnach  in  difem  buch  zerichten  wiffen. 


8  verkehrt 


—     14     — 


8  Du  vindeft    auch    ain    yede  perfon  in   ainer   jeden   figur.     wa    fi  m     [aij]^, 
difem    buch    gebraucht   wirt.     glych  ain  mal    als    das     annder.     Und  j 

an  ainem  end  als  an  dem  anndern.  mit  gewand  und  geftalt.  da  mit 
ain  yede  perfon  underfchaidenlich  aus  den  anndern  erkennt  mag 
werden. 


&  Dife  Comedi  wirt  auch  mit  virgeln  und  punckten  underfchaiden- 
lich nach  fitt  ^nd  gewonhait  der  Poetry  oder  Poetifchen  gedieht  ge- 
fchriben. 

§  Darumb  ift  zemercken  auff  viererlei  virgel  und  punckten.  Auff  dife 
form/*  .?  (  ) 

§  Die  erft  virgel  allso  ftende  /*  bedeütunderfchaid  ainer  red  oder  oratz 
on  volkomenhait  des  gantzen  finns. 

§  Der  ander  punckt  allfo  gefetzt,  bedeüt  volkomen  befchlieffung  der 
felben  red  oder  oratz. 

§  Der  dritt  punckt  allfo  ftende?  bedeüt  das  fo  darvor  gefetzt  ift  in 
fragweis  verftanden  werden  foU. 

S  Zum  vierden  die  zwen  krummen  ftrich  allfo  ftende  (  )  bedeuten 
äas  fo  darvor  und  darnach  ftat.  gelefen  werden  mag.  on  ver  etzung 
volkomes  **  finnß.  und  das  fo  zwifchen  den  zwaien  ftnchen  gefetzt  ift 
mag  dannocht  auch  hin  zu  (als  ain  zwifchen  fetzung)  gelefen  werden. 
Und  wirt  genennt  Interpofitio  oder  Parenthefis. 


*  ./«  ist.  soweit  überhaupt  vorkommend,  in  diesem  abdruck  durch 
ersetzt,  so  auch  schon  oben. 


—     15     — 

§  Es  ift  auch  fürnemlich  zemercken  wellicli  text  in  difer  Comeda 
ain  gloß  und  apparat  hat.  das  dann  die  felben  wort  des  textes  in  der 
gloß  zenechft  by  dem  Paragrapho  anfenglich  gefetzt  werden.  Und 
dann  darnach  die  gloß  über  den  felben  text  biß  ain  anderer  Paragra- 
phus  kunibt.  So  vindeftu  andere  wort  deß  textes.  und  dann  aber 
die  gloß  darüber.     Und  allfo  für  und  für. 

§  Die  wyl  nun  das  wort  Paragraphus  genennt  wirt.  So  ift  nott 
das  man  wiß  und  erkennen  müg.  wie  in  difem  buch  Paragraphus* 
in  der  Gloß  werdt  gefetzt.     Der  ftat  allfo  § 

§  Du  vindeft  an  ainem  jeden  blat  text  und  gloß  Auff  der  gling- 
ken  fytten  den  text  in  der  groffern  gefchrifft.  Und  auff  der  gerechten 
fytten  die  gloß  in  der  klainern  gefchrifft. 

§  Und  an  ainem  yedem  blat  vindeft  du  der  gloß  weder  minder  noch 
mer.     dann    fo  vil  als  dem  text  an  dem  felben  blat  zu  gehört. 


Sequitur  principium.     Quid  igitur  faciam  ? 
Hernach  volgt  der  anfang.     Was  tun  ich  nun? 


*  Paragraphus! 


[a  V  iij  \^  leer] 


[bj  yo  leer] 


Teren; 


—     18     — 

Der    erft   tail   deß   erften  underfchaids.     Redt   der   Jüngling   und    der    [b 
knecht  mit  einander.     Und  Thais  gat  uß  dem  huß. 


Bild: 

Straße.     Vorn   links    Phedria^  von   recMs   Parmeno.     Hinten   links 
tritt  Thais  aus  einem  haus. 


\ 


—     19     — 

Phe. 
[W]As  **  thiin  ich  nun?  wird  ich  auch  noch  nit  gan. 
fo  ich  unbegerend  bin  berieffet?  oder  will  ich  mich  allfo 
ftellen  das  ich  der  bulerin  fchmachait  nit  verdulde?  Sie  hat 
mich  aus  gefchloffen  Sie  beriefft  mich  wider,  wird  ich  wi- 
der umb  hingan?  Nain,  ob  fie  mich  flechnete.  Par.  Bei 
hercle  fo  ift  nuntz  fordrer  noch  fterckers  ob  du  das  thun 
macht,  aber  wirdeft  du  das  anfachen  unnd  nit  weiflich  vol- 
bringen  fo  du  es  nit  mer  erleiden  macht  in  ungemachtem 
fride  wirdest  unberieffet  zu  ir  kummen,  erzaigende  fie  lieb 
haben,  und  dein  abwefen  nit  mügen  erleid enn. 


[I]N***  difem  erften  tail  Prothefis  wirt  gezaigt  wie  gar  verirret  und  ayges 
willen  ungewaltig  ain  yeglich  menfch  in  bülfchaft  verwickelt  ilt.  und 
wie  wyß  der  fich  dar  vor  bewaret.  §  Was  thün  ich  nun.  Magft  du 
wol  dar  aus  mercken  das  der  Jüngling  mengerlai  gedacht  hat  ee  das 
er  in  dife  traurige  wort  gefallen  ift  in  zweiflung.  §  Wird  ich  noch 
nicht  gan  ift  der  fin.  das  er  zweifelet  ob  er  fich  durch  ir  entfchul- 
digen  und  genüg  tun  verfonen  woll  oder  fie  gantz  nicht  mehr  füchen. 
befunder  ir  entfchlahen.  §  Der  bulerin  fmacheit  Klagt  von  allen 
und  ift  doch  nun  über  aine  erzürnet.  §  Außgefloffen.  Macht  es 
groffer  wann  fie  fios  in  nit  auß.  Aber  fie  wolt  in  nit  ein  1  äffen  die 
weil  der  ritter  bei  ir  was.  §  Beriefft  mich  wider  j  f  ift  aber  mer  wann 
fprech  er  fie  begeret  mein.  §  Nain  ob  fie  mich  flechnete.  Ob  er 
fprache.  weder  von  gebet  noch  von  berüffes  wegen  noch  von  flohen, 
das  groffer  ift  wird  ich  zu  ir  komen.  §  Hercle.  Er  fchwort  als  fo 
wir  fprechen  by  got.  §  Vordrer.  Loblicher  §  Sterckers.  Wann  einem 
mannß  gemüt  zu  gehöret  das  er  unordenlicher  lieby  müge  krefftigk- 
lichen  widerfton. 


*  Von  jetzt  (bij)  an  foliierung 
**  [W]  lücke  durch  drei  zeilen 
***  [IJ  fehlt  ohne  lücke 

t  I  in  der  glosse   zeigt  an,   daß  von  da  an  die   glosse  unter   dem 
text,  ganz  herüber,  fortgeht 


2* 


—     20     — 

Dann  ift  es  befcheben  du  bift  verdorbenn,  fie  wirt  dich  ver-  1  v^ 
achten,  wann  fie  dich  uberwunden  ficht.  Phe.  Darumb  folt 
du  aber  und  aber  gedencken  die  weil  die  zeit  ift  Par.  Herr 
welche  ding  nit  rat  noch  maß  in  in  haben  die  macht  du 
durch  rat  nit  regiren.  In  der  liebe  find  dife  lafter  alle, 
fchantwort.  argwon.  veintfchaft.  fridfatz.  krieg,  dann  wider 
frid  wiltu  die  ungwiffen  ding  durch  vernunfft  gewis  machen 
fo  wirftu  nit  mer  thun  wann  das  du  fleiffig  feift  wie  du  mit 
vernunfft  mügeft  unfinnen,  und  du  nun  zorniger  mit  dir  selbs 
betrachteft.  folt  ich  die?  die  den?  die  mich?  die  nit? 
laß  nun.  Ich  wolt  lieber  fterben.  Sie  mus  enpfinden  was 
manns  ich  fye.  Bei  hercle  dife  wort  alle  wirt  ain  falfches 
zeherlin  das  fie  die  äugen  reibende  kaum  mit  gewalt  her  aus 


§  Dann  ift  es  befchehen.    Als  ob  er  fprache.    denn  hal't  du  das  recht 
verloren  und  müft  underligen  und  leiden  alle  fmachait 


§  Feintfchafft.  Der  mitbauwer.  §  Fridfatz.  Etlich  tag.  §  Wider 
frid.  Setzt  er  zeletft  das  der  iüngling  nit  gar  ontroft  fie.  §  Solt  ich 
die.  das  find  alle  gebrechhafiffc  reden  als  die  zornigen  mit  halben 
Worten  gewonlich  vertzucken.  und  werden  allfo  erfüllet.  §  Solt  ich 
die.  libhaben.  §  Die  den.  ritter  zu  ir  enpfangen  hat.  §  Die  mich, 
hat  auß  gefchloffen.  §  Die  nit.  auff  wolt  tun  §  Zeherlin,  Zemeren 
der  frauwen  lift  gegen  irem  bulen.  fpricht.  §  Zeherlin.  Nit  zeher. 
§  Falfch.  Nit  von  hertzen  wainent.  funder  die  äugen  reibende.  §  Mit 
gewalt.  Nit  liederlich  als  die  frauwen  gewonlich.  §  Herauß  truckt. 
Floffen  nit  felber. 


—     21     — 

trucket,  geftillen,  und  wirdeft  dann  dich  felber  fchuldigen  und 
zu  büß  erbieten  Phe.  0  unverfchultes  übel,  nun  merck  ich 
das  fie  bof fetig  ift  und  ich  eilend  und  verdruft  mich,  und 
brinn  doch  in  der  liebe,  und  vergang  mit  vernunfft.  wiffend. 
fehend  und  lebend,  und  wais  nit  was  ich  tun  foll.  Par. 
was  du  tun  folt?  nuntz  wann  das  du  dich  gefangnen  ledi- 
geft  fo  mit  minften  du  magst  und  ob  du  das  mit  klainem 
nit  vermügeft.  wie  du  macht,  nun  das  du  dich  felber  nit  ke- 
ftigeft.  Phe.  Ratft  aber  allfo?  Par.  Ob  du  witzig  bift, 
das  du  dir  nit  befwerde  zulegeft  über  die,  die  lieby  felber 
hat.  und  die  fie  hat  folt  du  recht  tragen,  aber  fich  fie  gat 
her  aus  unfers  ackers  hagel.  wann  das  wir  nemen  folten 
das  wirt  uns  von  ir  entzogen. 


§  Würdeft  dich  felber  fchuldigen.  Ich  bekenn  mich  ich  hon  un- 
recht, leb  mit  mir  wie  du  wilt.  fetz  mir  büß.  Ich  will  dichs  er- 
getzen.  ach  liebe  laß  ab.  ich  ergib  mich  gantz  in  deine  ftraff.  und 
deß  gleichen.  §  Nun.  als  ob  er  fprach  fo  fpat  wird  ich  innen  was  die 
lieby  auff  ir  tregt.  §  Vergang  mit  vernunfft.  Als  ob  er  Iprach  Ich 
kenn  waiß  und  fich  mit  gefundem  leben  das  mich  diefe  lieby  totten 
will  und  kan  doch  nit  darvon  laffen. 


§  Unfers    ackers    hagel.     Als  ob  er   fprach.     fie  verderbt   uns   als  der 
hagel  das  körn. 


—     22     — 

Der  ander   tail    deß    erften   underfchaids    reden   die    dry    perfon   mit    2v'^ 
ainander  und  Thais  gat  in  das  huß 


Bild; 
Straße.  Vorn  links  Phedria,  rechts  Parmeno;  Thais  unter  der  haustür. 


—     23     — 

Tha. 
[0]"^  Mir  armen,  ich  beforg  das  Phedria  ditz  it  fcliwer 
getragen  hab  oder  anders  uffgenomen,  wann  es  von  mir  be- 
fchehen  ift,  das  er  geftern  nit  ward  yngelaffen.  Phe.  Par- 
meno  ich  zitter  und  krüfel  gantzer,  fo  ich  fie  angefehen  han 
Par.  Bis  gutz  mutz,  gang  neher  zu  difem  füir  fo  erhitzigft 
mer  dann  genug.  Tha.  wer  redt  hie  ?  wert  du  hie  mein 
phedria?  warumb  ftundft  du  hie?  warumb  giengft  nit  gleich 
ynher?  Par.  Aber  vom  uffchliffen  nit  ain  wort.  Tha. 
was  fweigft?  Phe.  Ja  trun  fo  mir  dife  tor  all  zyt  offen 
ftand  oder  das  ich  dir  der  fordroft  bin.    Tha. 


§  0  mir  armen.  Redet  mit  ir  falber.  §  Ich  zitter  und  krüfel. 
Zeglycher  wys,  als  fo  der  menfch  das  fieber  bat  das  ift  ain  hitzige 
kranckbait.  wenn  in  das  fcbütten  will  fo  entzünt  fich  das  plüt.  So 
zücbt  das  bertz  alle  krafft  an  ficb.  und  werdent  die  gelider  zitternt. 
und  die  but  krüfelin.  Alfo  ift  auch  denen  die  in  der  lieby  brinnent 
fo  fie  ire  bülen  urbring  erfechent.  §  Wer  redt  hie?  Hie  müft  du 
mercken  das  thais  phedriam  ee  bat  gebort  reden  als  fie  by  dem  büß 
ftünden  wann  gefehen.  Ettlich  wollen  fie  hab  in  gefehen.  fie  tu 
aber  als  ob  fie  in  nit  gefehen  hab.  als  ainer  folichen  wol  zu  gebort. 
§  Was  fwygft?  Merck  wie  liftigklich  fpricht  fie  warumb  fwygft.  als 
ob  fie  aller  ding  unfchuldig  fye.  und  auch  als  ob  fie  nit  gedenck 
das  phedria  ichtz  an  fie  zürnen  folle.  §  Ja  trün.  Phedria  rett  |  dife 
wort  alle  in  fpotßwys  und  mainet  widerwartigs  feiner  rede.  Als  ob 
er  fprach.  Du  fprichft  warumb  ich  nit  glych  ynher  gang  als  ob  mir 
das  büß  alle  weg  offen  ftand.  Und  ich  dir  der  liebeft  fye.  und  geftern 
do  ich  kam  do  wolteft  mich  nit  ynlaffen.  wann  du  hetteft  ainn  liebern 
by  dir.  §  Ja  trün.  Das  ift  ja  by  trüen  red  ichs.  aber  er  redt  es  in 
fpot. 


*  [0]  lücke  durch  drei  zeilen 


^     24     — 

Acli  laß  darvon,  Phe.  Wie?  darvon  laffen.  0  thais  tliais 
das  aber  unfer  liebe  geleich  getailt  were.  das  es  dir  in  folcher 
wys  fmertzen  brechte  als  mir.  Oder  das  ich  verachtet  was 
mir  von  dir  befchehen  ift.  Tha.  Ich  bit  dich  flyflich  du  mein 
gemüt  phedria,  du  welleft  dich  felber  nit  allfo  keftigen.  By 
pol  fo  han  ichs  nit  getan,  das  ich  kainen  für  dich  erwele 
oder  lieb  habe.  Aber  allfo  was  der  nutz  das  es  zethun  was. 
Par.  0  arme  ich  glaub  (als  dann  befchicht)  vor  lieby  haft 
in  aus  gefloffen 


§  Ah  laß  darvon.  Merck  wie  fie  aber  redt  als  ain  unfchuldige. 
die  nichtz  wider  in  getan  hat.  wie  dife  fraaichwort  befchehen  wiffen 
die  mit  umb  gand.  §  Wie?  darvon  laffen.  Als  ob  er  fprache.  es  ift 
mir  nit  als  lycht.  Ich  merck  wol  es  iffc  von  dir  ring  angeflagen  das 
mir  vaft  wee  thüt.  darumb  wolt  ich  das  es  dir  auch  fo  wee  thete. 
oder  das  es  mir  fo  ring  wäre  als  es  dir  ift.  §  Du  mein  gemut.  thais 
redt  aber  fmaichend.  §  Du  mein  gemut.  Als  noch  befchicht  zwifchen 
liebhabenden,  du  mein  hertzlin.  mein  troft.  mein  ainiger  hört,  du 
mein  türteldüblin.  und  des  gelychen.  do  mit  ains  das  ander  in  lieby 
inbrünftiget.  als  fie  auch  oben  |  fprach.  wert  du  hie  mein  phedria. 
wann  das  wort  mein  zaigt  ainigkait.  Darumb  brucht  fie  es  defter 
offter  das  er  mercke  das  fie  in  habe  in  irem  hertzen.  Und  muß  man 
mercken  das  fie  dife  wort  mit  geberden  in  zehalfen  gerett  habe,  dar- 
umb fpricht  fie  fürbas.  §  Keftige  dich  felber  nit.  Als  ob  fie  zaigen 
wolle  wie  fein  keftigung  ir  gemut  auch  betrübe,  darumb  fpricht  fie. 
§  Du  mein  gemute.  Als  ob  fie  fprache.  Du  hift  mein  frod  und  truren 
wann  du  trureft  fo  truren  ich.  wann  du  wolgemüt  bift  fo  bin  ich 
wolgemüt.  §  0  arme.  Er  ficht  fie  an  und  dütet  uff  Phedriam.  Merck 
wie  fcharpff  begryfft  fie  parmeno.  wenn  es  ift  der  warhait  nit  glych 
das  kaine  iren  bülen  vor  lieby  uffchlieffe. 


—    25     — 

Tha.  Hen  redft  du  allfo  parmeno?  wolan  laß  darvon.  Aber 
los  du,  warumb  ich  hab  gehaiffen  dich  zu  mir  berieifen. 
Phe.  Das  befcheche.  Tha.  Sag  mir  von  erft  mag  der  it 
fwygen?  Par.  Ich?  uberwol.  doch  horft  du  mit  dem  geding 
uberbinde  ich  dir  mein  trü,  was  ich  wars  höre  das  verfwyg 
und  behalt  ich  uberwol 


§  Hen  redftu  allfo.  Als  ob  fie  fprach.  Du  folteft  uns  verfonn  fo 
redft  du  das  boß  dar  zu.  Du  folt  fchweigen.  §  Wolan.  ift  ain  ftraff- 
wort.  Als  fo  wir  in  mißvallen  fprechen.  ah  wol  an  was  foU  das. 
allfo  fpricht  Thais,  wolan  la  dar  von.  was  f  ollen  die  wort.  §  Aber 
los  du.  Als  er  oben  gefprochen  hat  zürn  parmeno  am  anfang  fo  ich 
unbegerend  zu  ir  berüfft  ward.  §  Sag  mir.  Merck  wie  liftiglich  fragt 
fie  ob  der  |  verfwygen  fye  das  er  gedenk  fie  woll  etwas  gar  groß 
fagen  dar  zu  fwygens  gar  not  fye.  §  Ich?  uberwol.  Merck  wie  der 
knecht  nit  warten  wolt  das  fein  Herr  für  in  antwurten  folt.  wann  er 
mercket  bas  iren  lift  wann  der  iüngling  der  in  lieby  entzünt  nit  fo 
wol  für  in  hette  geantwurt.  §  Mit  dem  geding.  Merck  wie  liftigklich 
begegnet  Parmeno  Thaidi.  wann  als  fie  ir  fagen  mit  verfchwygen 
verbinden  wolt.  als  ob  es  etwas  groß  were.  Allfo  verachtet  er  ir 
fagen  als  ain  unwarhait  oder  erdichte  fag.  fich  felber  wider  Phedrie 
zelieben.  Merck  auch  wie  glych  ir  baider  verbinden  ift.  fie  waiß  daß 
die  knecht  gar  feiten  verfwygen  was  fie  haimlichs  hörn,  fo  waiß 
parmeno  das  die  bülerin  feiten  war  fagen.  Darumb  verbinden  ie  ains 
das  ander  an  feiner  wunden.  §  Verfchwyg  und  behalt.  Das  wort  be- 
halt ift  von  den  faffen  getzogen  die  in  in  uff  enthaltn  was  daryn 
gegoffen  wirt  wann  die  klumffen  nit  wol  verdamt  fynd  fo  rinnen  fie. 
Darumb  fpricht  er.  Ich  bin  vol  klumfen  und  rinn.  Als  ob  er  fprache. 
Du  waift  das  all  knecht  nit  wol  halten  mügen  was  in  haimlichs  ge- 
fagt  wirt  als  die  zekloben  fas.  will  man  das  die  fas  halten  fo  muß 
man  fie  vertammen.  Allfo  wiltu  das  ich  halte  das  du  fagen  wilt  fo 
verftrych  die  klufften  der  lügen  mit  der  warhait.  oder  es  wird  überal 
uß  mir  rinnen. 


—     26     — 

Aber  falfcli  uppigkait  ald  erdichtes  ift  von  ftundan  offenbar.  4  vo 
ich  bin  vol  klunfen*,  ich  rinn  her  und  dar.  Darumb  wiltu  das 
mans  verfwyg  fo  fag  die  warhait.  Tha.  Mein  muter  ift  von 
famia  gewefen  und**  hat  zu  rodis  gewont  Par.  Das  mag  man 
verfwjgen.  Tha.  Do  fchencket  meiner  mutter  ain  kaufman 
aiu  tochterlin  von  difer  Stat  geraubet.  Par.  Ain  burgerin? 
Tha.  Ich  mains.  ob  es  war  fye  wiß  wir  nit.  vaters  und 
muter  namen  fagt  fi 


§  Falfch  uppigkait  ald  erdichtes.  Falfch  ift  da  mit  man  übel  that 
verdecken  will.  §  Uppigkait.  Das  nit  allfo  fein  mag.  §  Erdichtes. 
Das  nit  ift.  und  doch  ain  fchyn  hat  als  ob  es  fye.  §  Falfch.  ift  der 
lügner.  §  Erdichtes,  der  liftigen,  §  Uppigkait.  der  narren,  mit 
falfchem  verfchult  man  fich.  mit  gutem  gedieht  verdient  man.  mit 
uppigkait  verfchemt  man  fich  Mit  falfchem  werden  wir  betrogen  durch 
gedieht  wol  erfrowet  uppigkait  verfchmach  wir.  §  Das  mag  man  ver- 
fwygen.  Als  ob  er  fprach  das  glaub  ich.  wann  es  koment  gar  vil 
bülerin  von  Samia  gen  Rodis.  So  ift  auch  der  bülerin  |  gowonhait  nit 
das  fie  gern  dahaim  blyben.  §  Das  mag  man  verfchwygen.  Als  ob  er 
fprach  das  dient  nit  zu  deinem  lob.  funder  fchand  do  her  komen  die 
bülerin.  §  Ain  tochterlin.  Bewyft  jugent  und  wyplich  pild  das  ir 
enpfengklicher  was  und  jeden.  Und  by  dem  daß  fie  folich  fchencki 
von  fremden  kauflüten  nam.  ift  wol  zemercken  das  fie  auch  ain  bü- 
lerin was.  Auch  by  dem  das  fie  fo  verr  von  ainer  andern  ftat  zu 
Rodis  wonet.  Darumb  werden  in  den  Comedien  die  bülerin  faft  pilger in 
gehaiffen.  als  in  andria  ftat  die  pilgerin  von  Rodis.  §  Ich  mainß. 
Spricht  nit  ja  ich  waiß.  wann  folt  fie  es  gewift  hon  fo  war  Parmeno 
nit  fo  gehertz  das  er  Cheream  in  des  verfchnitten  klaider  hette  ange- 
legt ainß  fryen  burgers  tochter  von  Athenis  zefchwechen.  wann  die 
ftraff  was  groß.  §  Vatters  und  müter  namen  fagt  fie.  wann  junge 
kind  mercken  die  fo  fie  vor  jugent  das  ander  nit  mercken  mügen.  als 
das  land  die  ftat  das  gefchlacht.     und  deß  glychen. 


*  klunfen]  sie 

**  vnd;  V  verkehrt 


—    27     — 

aber  das  land  und  anndre  zaichen  weffc  fi  nit,  fie  enmochts 
auch  alters  halb,  der  kaufman  fagt  das  dar  zu.  er  het  ge- 
hört von  den  raubern  umb  die  er  fie  erkaufft  hette,  fie  were 
aus  Sonio  geraubet  worden  Mein  muter  da  fie  die  enpfieng, 
ward  fie  mit  flys  alle  ding  anfachen  zeleren  und  ertziehen  als 
ob  fie  ir  tochter  wer.  vil  vermainten  fie  were  mein  fwefter 
Ich  zoch  von  dann  mit  dem  gaft,  mit  dem  ich  die  zyt  allain 
gemainfam  hette.  der  mir  auch  verlieffe  alles  das  ich  hab. 
Par.  Der  ietlichs  ift  falfch  es  wirt  us  rinnen.  Tha.  was 
ift  das? 


§  Sie  enmochts  auch  alters  halb.  Spricht  alters  halb,  mit  unver- 
nunfift  oder  torhait  halb  weft  fie  es  nit.  §  Sagt  das  dar  zu.  zu  dem 
das  das  tochterlin  gefagt  hett.  §  Aus  fonio.  Sonium  ift  ain  vorftatt 
zu  Athenis  gewefen.  da  die  gemainen  wochen  märckt  waren  und  das 
kouffhuß.  §  Anfachen  zelerenn.  Spricht  anfahen.  und  fpricht  nit  lert 
fie,  wann  bülerin  mogent  wol  anfahen  erberkait.  aber  fie  laffen  bald 
ab.  §  Vil  vermainnten  fie  war  myn  fwefter.  Merck  wie  haufFet  fie 
die  liebe  zu  dem  junckfreülin.  da  mit  phedrie  fein  zorn  gemindert  werde 
das  fie  den  ritter  zu  ir  gelaffen  hett  als  ob  fie  es  allain  von  des  jungk- 
freülins  wegen  geton  habe.  |  §  Mit  dem  gaft.  Wann  er  |  was  von 
Athenis.  und  was  zu  Rodis  ain  gaft.  und  zoch  mit  im  wider  gen 
Atbenis.  §  Die  zyt.  Spricht  wol  die  zyt  da  fie  zu  Rodis  was.  wann 
zu  Athenis  het  fie  zwen.  §  Der  mir  auch  verließ  alles  das  ich  hab. 
redt  fie  darumb  das  Phedria  defter  minder  begern  folle  das  fie  im 
allein  foll  us  warten.  Und  durch  die  wort  wirt  Phedria  etwas  befwert 
darumb  wolt  Parmeno  nit  fwygen.  und  fpricht.  §  Der  ietlichs  ift  falfch 
es  wirt  us  rinnen.  Und  erlütert  das  mit  feinen  nach  genden  wortten 
fo  er  fpricht  darumb  das  du  dich  an  ainem  nit  lieffeft  benügen  etc. 
So  hat  dir  der  das  ift  Phedria  ain  groffen  tail  zu  bracht. 


—     28     — 

Par.  Fragft  mich  ?  dar  umb  das  du  dich  an  ainem  nit  lieffeft 
benügen,  noch  dir  allain  gebe,  wann  der  hat  dir  auch  ain 
guten  groffen  tail  zu  bracht.  Tha.  Ah  es  ift  nit  allfo.  aber 
laß  mich  gantz  komen  da  hin  ich  will.  In  der  zyt  ritter  Trafo, 
der  an  het  gehebt  mich  lieb  zehaben  zoch  in  Cariam,  under 
dem  ward  ich  dich  erkennen,  du  selber  waist  wie  innerlichen 
lieb  icb  darnach  dich  gehebt  habe,  und  wie  ich  dir  getraw 
aller  meiner  gehaim.  Phe.  Trun  das  wirt  Parmeno  auch  nit 
verfwygen.    Par.   Da  ift  kain  zwyfel  an.    Tha. 


§  Ah  es  ift  allfo.  Merck  wie  fie  nit  getorft  wider  reden  in  offen- 
baren dingen,  funder  fo  fie  ander  fchuld  uff  fleh  felber  ungefragt 
ertzelet.  §  Under  dem  ward  ich  dich  erkennen.  Merck  wie  wol  fie 
rett.  fo  fie  fpricht  under  der  zyt  als  der  ritter  Trafo  in  Caria  was 
der  mich  vor  het  an  gehebt  lieb  zehaben  ward  ich  dich  erkennen.  Als 
ob  fie  fprach.  Du  folteft  an  fehen  das  der  ritter  vor  dir  mich  gebület 
hat.  Und  befchehe  ainem  unrecht  das  war  der  ritter  bill icher  wann 
du.  dannocht  füch  ich  dich  für  den  ritter.  fo  ich  den  riter*  für  dich 
fuchen  folt.  ob  er  mir  auch  das  jungkfreülin  nit  erbüte.  Aber  merck 
fürbas  wie  fie  fchmaichen  wirt  das  er  ir  dife  ftechende  wort  nit  zehoh 
an  ziehe  und  fpricht.  §  Du  felber  waift  wie  |  innerlichen  lieb  ich 
darnach  dich  gehebt  hon.  Darumb  das  er  nit  gedenck.  fo  hör  ich 
wol  du  haft  in  lieber  wann  mich  fo  er  vor  mir  zu  dir  gewont  hat. 
§  Erkennen.  Wirt  hie  genomen  für  beflaffen.  §  Aller  meiner  gehaim. 
Dar  aus  magft  mercken  das  fie  in  berüfft  hat  in  geftalt  fich  ertzaigende 
als  ob  fie  in  den  felben  fachen  feines  rats  wolt  pflegen,  und  fpricht 
dir  getrüwe  ich.  wann  fie  dem  knecht  nit  wol  getrawen  wolt.  dar- 
umb fie  oben  fprach.  mag  der  it  fwygen.  und  fprach  nit  wiltus  ver- 
fwygen wann  fie  trawet  im  gantz.  §  Das  wirt  Parmeno  auch  nit  ver- 
fwygen. Als  ob  er  fprach.  das  ift  auch  nit  war.  §  Da  ift  kain  zwyfel 
an.     Ich  verfwygs  nit.     wann  es  ift  nit  war. 


Sic 


—     29     — 

Ach  lieben  land  darvon.  mein  muter  ift  nun  nechft  alda  ge- 
ftorben.  ir  bruder  ift  ains  tailes  zegytig  aufF  das  gut.  da  er 
die  jungkfrawen  fach  erberger  geftalt,  und  auff  dem  faitten- 
fpiel  künnent,  zehand  hoffender  guts  werdes  fürt  er  fie  für, 
und  verkauft  fie.  On  gever  von  gefchicht  was  difer  mein 
fründ  dar  by,  er  kauffet  fie  und  hat  fie  mir  gefchenckt,  un- 
fürbetrechtig  aller  difer  ding  unwiffend.  Er  kam.  Do  er  em- 
pfand das  ich  auch  mit  dir  gemainfchaft  hete 


§  Ah  lieben.  Das  wort  redt  fie  nit  fie  zelieben.  funder  in  beweg- 
nuß  umb  das  fie  ir  uanotig  yntreg  tünd.  und  kombt  bald  wider  an 
ire  wort  §  Nun  necbft.  Spricht  fie  das  er  merck  das  die  liebe  gegen 
ir  noch  nit  erlofchen  fye.  §  Ift  ains  tails  zegytig.  Das  ift  mit  feinen 
geberden  zelefen  als  dar  zu  gehört.  §  Da  er  die  jungkfrawen  fach. 
Merck  wie  fi  die  junckfrawen  lobet  durch  ander  leüt.  darumb  das  er 
gedencken  foll.  fie  tut  billich  das  fi  hat  für  genomen  und  ob  fi  den 
rifcter  ain  wyl  lieber  hat.  durch  di  gäbe  zu  der  fi  in  funderhait 
genaigt  ift.  die  auch  andern  leüten  fo  wol  gefeit  |  ift  nit  unbillich. 
§  Gütz  werdes.  vil  geltz  umb  fie  zebekommen.  §  Von  gefchicht. 
Maint  guts  gelück.  oder  von  gefchicht.  maint  gute  gefchicht.  wann 
fortuna  halft  bas  gefchicht  wann  gelück  und  ift  gut  und  bas  ge- 
fchicht. Und  halft  das  ain  gefchicht  das  unfürbetrachtet  komend  ift. 
§  Difer  myn  fründ.  Spricht  nit  der  ritter.  fi  fpricht  fründ.  wann  fie 
will  von  im  etwas  haben.  §  Aller  difer.  Wil  fie  ertzaigen  wie  begir- 
lich  er  das  geton  hette  wann  es  kund  gewefen  war  das  fie  ir  fwefter 
gehalten  wäre,  und  ir  fundre  begird  zu.  ir  und  anders,  und  auch 
will  fie  bewyfen  wie  vil  fie  Phedrie  haimlicher  rat  getrüwe  die  fie  dem 
ritter  nit  fagen  wolt  und  lat  es  auch  Parmenonem  hören.  Darumb  fie 
oben  fprach.  mag  der  it  swygen.  §  Das  ich.  Merck  wie  fwermütig- 
lich  fi  fprach.  auch  mit  dir.  als  ob  fie  fprach.  dem  ritter  tet  zorns 
noter  wann  dir.  wann  ich  ertzaigt  im  untrü  das  ich  dich  nam.  §  Ge- 
mainfchafft  hette.  Merck  wie  fie  fchampere  werck  mit  erbern  Worten 
auß  fprichet. 


-     30     — 

erdiclit  er  emfig  urfaclien  das  er  fie  mir  nit  gebe,  fagfc  wann 
er  ficlierhait  liette,  das  er  dir  fürgefetzt  wurde  by  mir.  und 
beforgt  auch  wa  ich  fie  von  im  enpfienge  das  ich  in  verlaffe, 
fo  wolt  er  mir  fie  geben,  aber  er  furchte  das.  Doch  als  ich 
argwonen,  fo  hat  er  fein  gemüt  zu  der  junckfrawen  geftellt. 
Phe.  Auch  nit  wyters?  Tha.  Nichtz.  wann  das  ich  fie 
fuche  (mein  phedria)  es  find  viel  fachen  darumb  ich  fie  beger 
herdan  zebringen  von  erft  das  fie  mein  fwefter  gehaiffen  ift. 
on  das, 


§  Sagt.  Merk  das  das  wort  fagt  nit  gefetzt  wirt  von  den  wyfen.  wann 
fo  man  etwas  ertzelen  will  das  ainer  gefagt  hat  das  villycht  nit  war  ift. 
oder  erdicht,  oder  üppig  ding,  fo  fpricht  man  mit  opperfcher  geberd  er 
fagt.  §  Sicherhait  hette.  Das  ift  das  ich  mich  etwer  mit  ertzaigte  das 
er  gedechte  er  wer  mir  lieber.  Merck  wie  langfam.  mit  wievil  vor 
red  kombt  fie  uff  das  fie  in  bitt  ain  wyl  hinweg  zetziehen.  §  Doch 
als  ich  argwonen.  Merck  wie  fcharpf  und  hoch  liftiger  fund  das  ift. 
fie  waiß  das  fich  die  büler  umb  kain  ander  fach  mer  fynden  wann 
umb  das  fie  von  aim  bain  als  die  hund  nagen,  darumb  das  fie  den  haß 
Phedrie  gegen  dem  *  riter  lindern  mochte,  fo  fpricht  fie  doch  arg|wonen 
ich  er  hab  etc.  das  Phedria  gedencke.  das  war  gut  wurde  er  die  jungk- 
frawen  hold  hon.  fo  leg  nit  daran  das  ich  fie  ain  zyt  dem  ritter 
gute  wort  lieffe  geben.  §  Auch  nit  wyters.  Als  ob  er  fprache.  hat 
der  riter  nit  mer  mit  ir  zefchaffen  gehabt,  fo  antwurt  fie  nichtz. 
und  wurt  dar  by  verftanden  das  fie  nit  gefchwecht  ift  wie  wol  fie 
argwonet  der  riter  hab  fein  gemüt  zu  ir  geftellet.  dannocht  ift  not 
das  fie  keüfch  beliben  fye,  foll  fie  ainem  fryen  Jüngling  gemahelt 
werden,  als  bald  befchehen  wirt.  darumb  wird  fie  keüfch  behalten. 
§  Herdan  zebringen.  Spricht  nit  von  im  als  ain  gab  zenemen.  funder 
herdan  zebringen  als  von  aim  gauch  oder  gogelman.  da  mit  fie  fich 
aber  Phedrie  enpfenglicher  machen  will,  wann  er  mercket  das  fie  in 
für  ain  guten  man  hat. 


*  de 


—     31     — 

das  ich  fie  wider  yn  fetze  und  den  iren  wider  gebe  Ich  bin 
ainig.  ich  han  niemand  hie.  weder  freund  noch  maug.  dar- 
umb  phedria  begere  ich  fründ  zemachen  mit  meiner  guthait. 
Lieber  hilff  mir  emßlich  wie  das  uff  das  aller  ringeft  be- 
fchehe.  und  loß  den  ettlich  tage  den  vorderern  tail  by  mir 
haben.  Antwurteft  mir  nit?  0  du  bofte.  folt  ich  io  etwas 
anntwurten  mit  deinem  gefchefft?  Par.  Enhen.  der  unfer 
Ich  lob  dich,  es  will  im  doch  zeletft  zehertzen  gan  Du  bift 
ain  man.     Phe. 


§  Wider  yn  fetze.  Wir  werden  wider  yn  gefetzt  denen  zu  den  wir 
willen  hond  zekommen.  Wir  werden  aber  wider  gegeben  denen  die 
uns  gern  haben,  allfo  find  fie  baide  hie.  §  Ich  bin  ainig.  Meins 
gafchlachts.  und  geborner  fründ  halb.  §  Ich  hon  niemant  hie  Ge- 
machter früntfchaft  halb.  §  Weder  fründ.  Maint  geborn  fründ  nit 
bülen.  Darumb  maint  fie  gemacht  fründ  zeüberkomen  mit  irer  gütig- 
kait.  das  Phedria  mercken  müge  das  fie  nit  bülen  maint  §  Hilff  mir. 
Merck  ain  feltzem  zwingen  des  fie  in  biten  wolt  ze verdulden  das  er 
ain  zyt  von  dann  zügo.  bit  fie  in  ir  hilflich  zefein.  und  waiß  das  es 
vorhin  im  gar  wider  ift.  §  Mir  nit.  Redt  fmaich|end  mir.  als  ob 
fie  fprach.  von  meiner  liebe  wegen  folteft  mir  billich  antwurten. 
§  Doch  zeletft.  Als  ob  er  fprach.  er  merckt  doch  zeletft  die  untrüw 
wie  lang  er  gefchwigen  hat.  und  beduncket  mich  das  der  text  beffer 
fye  nach  dem  finn.  Es  will  im  doch  zeletst  zu  hertzen  gon.  oder  es 
will  in  doch  zeletft  fchmertzen.  wann  Parmeno  hat  ain  verdriffen 
gehabt  das  er  folang  gedultig  gewefen  ift.  darumb  fpricht  er:  §  Du 
bift  ain  man.     das  du  die  bülerin  verachteft  und  ir  gcfchwetz. 


—     32     — 

Aber  ich  wift  nit  wa  du  hinuß  wolteft.  Ain  megdlin  ift  von 
hinnen  geraubt  worden,  mein  mutter  hat  es  als  ir  kind  er- 
tzogen.  fie  ift  myn  fwefter  gehaiffen  ich  beger  fie  herdan 
zebringen  das  ich  fie  den  Iren  wider  gebe.  Fürwar  alle  dife 
wort  gand  an  das  end.  dannocht  wurd  ich  aufgefchloffen, 
der  empfangen  warumb  anders  wann  das  du  in  lieber  haft 
dann  mich  und  fürchteft  die  die  yetz  her  gefürt  ift.  das  fie 
dir  denfelben  nit  abfetze.  Tha.  Hen  furcht  ich  das  felb  ? 
Phe.    was  bittzelt  dich  aber  fünft? 


§  Aber  ich  wift  nit  wa  du  hinuß  wolteft.  Merk  wie  in  widerwertig- 
kait  nichtz  fo  wol  mag  geret  werden  man  müg  es  verkorn.  allfo  was 
thais  für  getzogen  hat  phedriam  zewaichen  wie  wol  es  allfo  was.  Doch 
ward  er  die  felben  wort  alle  wider  fie  bruchen  das  fie  alle  darufif 
giengen  das  er  uß  triben  wurd  und  der  ritter  yn  gelaffen.  und  nit 
darumb  das  fie  das  junckfreülin  gern  bette,  funder  darumb  das  ir  der 
ritter  lieber  wäre,  als  dann  der  text  lauter  uß  wyfet.  §  Dife  wort. 
Die  falfch  oder  erlogen  find  §  Und  furch ft  die  etc.  Als  ob  er  fprach 
du  haft  doch  den  ritter  fo  lieb  das  da  nit  fehen  mochteft  das  er  ain 
andere  auch  lieb  het.  damit  er  ir  die  wort  auch  verwirfft  do  fie  oben 
fpricht.  Als  ich  argwonen  fo  hat  er  fein  ge|müt  zu  der  jungkfrawen 
geftellet.  §  Das  fie  dir  denfelben  nit  abfetze.  Er  nennet  in  nit.  Sunder 
als  ain  zorniger  lieb  haber  fpricht  er  den  felben.  §  Hen  furcht  ich 
das  felb?  Als  ob  fie  fprache  in  gefpott.  das  thet  mir  wol  not  folt 
ich  deß  fürchten.  Als  ob  es  fie  verfchmache  das  er  nun  gedencken 
folle  das  fie  deß  ritters  fürchte.  §  Was  bittzelt  dich  aber  fuft.  Wann 
es  das  nit  ift  das  ich  fage.  Es  mocht  auch  fton.  Was  macht  dich 
anders  forgfeltig.     Oder  was  bekümeret  dich  fünft. 


—     33     -- 

fag.  hat  er  dir  itfc  allain  gab  gegeben.  Haft  du  ie  empfun- 
den das  mein  gütigkait  vor  dir  fye  verfchloffen  gewefen.  hen. 
als  du  mir  fagteft  wie  du  ainer  morin  zedienen  begerteft  ließ 
ich  nit  alle  ding  und  fuchte  fie?  Fürbas  fagteft  du  wolteft 
gern  ain  verfchnitten  haben  die  doch  allain  die  künigin 
brauchen 


§  Sag.  hat  er  dir  it  allain  gab  gegeben.  Hie  vahent  an  ir  zwitracht 
uß  uffhebung  der  früntfchaft  fo  fie  ainander  ertzaigt  haben.  Als 
ob  er  fprache  thais  du  mochteft  fprechen  der  ritter  bat  mir  ditz  und 
das  gefchenckt  darumb  ift  billich  das  er  mir  lieber  fye.  fo  antwurt 
Phedria.  Ich  hab  dir  uß  gutem  willen  allweg  gegeben  was  du  be- 
gerteft. und  ift  mein  gütigkait  in  dir  nie  verfloffen  gewefen.  Als  ob 
er  fprache.  Ich  bin  doch  gantz  dein  gewefen  mit  |  lyb  und  gut.  und 
was  ich  dir  hon  ertzaigt  das  hab  ich  von  hertzen  geton.  und  nit  un- 
willigklich.  als  menger  tut.  darumb  dir  meine  gaben  und  ertzaigen 
folten  enpfengklicher  fein.  §  Als  du  mir  fagteft.  Als  ob  er  fprach. 
als  bald  ich  von  dir  hört  das  du  gern  ain  morin  haben  wolteft  ze- 
dienen. da  bedorfftu  mich  nit  darumb  biten.  ich  beftellet  fie  darby 
du  groffern  willen  mercken  müft.  wann  ob  du  mich  darumb  gebeten 
hetteft.  §  Ließ  ich  nit  alle  ding.  Als  ob  er  fprach  Ich  ließ  doch 
alls  mein  gefchefft  und  fücht  fie  mit  gantzem  flyß  das  ich  dir  willfagen 
mochte  in  groffen  und  klainen  dingen.  §  Ainer  morin.  Als  ob  er 
fprach.  Die  morin  find  doch  feltzen  by  uns.  dannocht  bracht  ich  dir 
fie  zewegen.  und  ift  fein  uff  heben  gegen  ir  deß  guten  und  bofen 
widergelt.  Merck  wie  fcharpff.  §  Ain  verfchniten.  Die  verfchnitten  * 
knecht  oder  hemling  hond  den  anfang  genomen  in  Perfia.  wann  was 
Jüngling  von  Babilonia  gefangen  wurden  in  Perfiam  die  ließ  man  ver- 
fchnyden.  und  gab  fie  den  rychen  frawen  zedienen.  §  Für bas  fagteft. 
Merck  darumb  das  er  ir  undanckperkait  defter  groffer  mache,  fo  hebt 
er  ir  zwifach  die  güthait  uff  von  im  befchehen.  nit  zefamen  gerechet, 
er  mocht  wol  zefamen  gefprochen  hon.  als  du  fagteft  wie  du  gern 
ain  morin  etc.  aber  er  fagt  ietlichs  befunder  das  er  fie  defter  mer 
mocht  verunglimpffen.  §  Die  doch  Das  fein  mitbuwer  nit  fprechen 
mochten,  fiha  was  fpotlicher  gab  hat  ir  Phedria  gefchenckt.  das  will 
er  fürkomen  und  fpricht.  es  ift  ain  künigliche  gab  oder  nun  der 
mechtigen  frauen.     deß  glychen  auch  die  morin. 


*  verfchniten  .  .  .  verfchnitten 


T  er  e  nz. 


-     34     — 

Ich  bracht  in  zewegen.  Geftern  hab  ich  fünfftzig  pfunt  8v 
pfennig  iimb  fie  baide  gegeben,  dennocht  bin  ich  von  dir 
verachtet,  das  hon  ich  in  myner  gedechtniis  gehebt,  wird 
ich  dar  umb  von  dir  verfmecht  ?  Tha.  was  ift  das  phedria  ? 
wie  wol  ich  die  geren  her  dan  züge,  und  ich  main  durch 
das  ding  aller  baft  befchehen  mochte,  Aber  für  war  ee 
das  ich 


§  Ich  bracht  in  zewegen.  Merck  wie  er  von  dem  verfniten  redet.  Ich 
bracht  in  zewegen  und  von  der  morin.  und  füchte  fie.  dar  umb  das 
er  ertzaigte  fein  arbeit  und  irn  willen  geton.  wann  füchen  und  ze- 
wegen bringen  ist  ietlichs  groffer  wann  flecht  kauffen.  Und  ift  wol 
zemercken  wann  fie  gewonlich  nun  die  mechtigen  frawen  hetten  das 
man  fie  nit  liderlich  ankomen  mocht.  darumb  fpricht  er  und  fücht 
fie  ich  bracht  in  zewegen.  Als  ob  er  fprach.  Mit  groffer  mü  und 
arbait.  §  Geftern  hab  ich  fünfzig  pfundt  pfennig.  etc.  |  merck  wie  er 
baider  gelt  zefamen  flecht.  das  die  fumm  defter  rychlicher  fye.  wann  es 
war  fcbimpflich  folt  er  der  morin  summ  ainig  gefagt  hon  die  nit  mer 
dann  achthalb  pfunt  koft.  als  hernach  der  herolt  fpricht  das  find 
achthalb  pfunt  pfennig.  §  Geftern.  ain  uffhebung  undanckperkait  feiner 
güthait  ift  fwerer.  darumb  fpricht  er  geftern.  nit  vor  langem*.  §  Dan- 
nocht  bin  ich  von  dir  veracht.  wann  Verachtung  und  güthait  ift 
groffer.  fo  ift  auch  güthait  an  ir  felb  groffer  die  man  leüten  tut 
unverdient.  §  Was  ift  das  phedria.  Oder  was  fol  das  uffheben  hin 
und  her.  und  ift  ain  wort  da  mit  fie  willfagen  ertzaigen  will.  Darumb 
fpricht  fie.  §  Wie  wol  ich  fie  gern  her  etc.  Als  von  ainem  toren  und 
narren,  und  wol  gefein  mocht  durch  die  ding,  dannocht  wil  ich  es 
nit  wider  dich  tun.  darumb  fpricht  fie.  §  Aber  für  war  ee  das  ich 
dich  zefynd  will  haben  etc.  Merck  wie  liftig.  fo  fie  ficht  das  fie  mit 
hadern  nit  überwinden  kan  so  ergyt  fie  fich  dar  umb  das  fie  in  mit 
gütigkait  überwunde,  als  die  frawen  die  Jüngling  lycht  mügen.  und 
fpricht  alle  dife  wort.  Ee  das  ich  dich  zefynd  woU  haben,  darumb 
das  fie  im  zaigen  mochte  das  fie  in  lieber  hette  wann  er  sie.  Als  ob 
fie  fprach.  Ich  will  es  von  deinen  wegen  laffen  wie  wol  mir  schad 
daran  lyt.  und  du  nichtz  von  meinen  wegen  laffen  wilt.  §  Durch  das 
ding.  Sie  will  nit  fprechen  durch  dich  und  dein  abwefen  und  ist  doch 
ir  mainung. 

* 
*  lano'e 


—     35     — 

dich  zefjnd  woU  haben,  ich  tu  als  du  haiffc  Phe.  0  das  du 
das  wort  von  hertzen  und  warlich  reteft,  ee  das  ich  dich  ze- 
fynd  woll  haben,  und  das  ich  glauben  mochte,  das  lauter  ge- 
redt fyn.  ich  mocht  alle  ding  wol  erlyden.  Par.  Er  fchlupft 
mit  ainem  wort  fo  bald  überwunden,  Tha.  0  mir  armen, 
red  ichs  nit  von  hertzen?  Was  dings  haft  du  ye  von  mir 
wollen,  joch  in  fchimpff,  du  habefts  erlanget,  und  ich  mag 
von  dir  nit  erwerben,  das  du  nun  allain  die 


§  Ich  thü  als  du  haift.  Merck*  mit  welicher  geberd  deß  augefichtz 
das  zelefen  fye.  wann  fie  will  es  nit  gern  tun  funder  als  zwungelich. 
wann  er  nit  anders  "will.  §  Das  wort.  Er  nimbt  hie  wort  für  die 
gantzen  rede  das  lauter  geredt  fein  on  vermifchung  der  liftigkait.  Als 
das  honig  füß  ift  wann  das  wachs  darvon  geleütert  ift.  allfo  weren 
mir  deine  wort  auch  füß  wann  fie  lauter  weren.  §  Er  flupfft  mit 
ainem  wort.  Merck  den  knecht  wie  er  wandert  das  der  fleh  erft  fo 
manlich  ftelt  das  der  mit  ainem  wort  überwunden  ift.  und  fo  bald 
ee  das  fie  auch  das  zeh erlin  auß  den  äugen  truckt.  darvon  er  oben  | 
fprach.  Die  wort  alle  wirt  ein  falfchs  zeherlin  etc.  §  Was  dings  haft 
du  ie  von  mir  etc.  Merck  wie  Thais  Phedrie  begegnet.  Phedria  fprach. 
Als  du  ainer  morin  begerteft.  fo  fpricht  fie.  was  haft  du  ie  von  mir 
wollen,  das  groffer  ift  wann  das  Phedria  fagt.  und  mer  wann  du 
begerteft  etwas  in  fchimpff.  dannoch  gedacht  ich  es  zevolbringen. 
ich  wartet  nit  ufF  dein  gebot,  ich  faret  felbs  deines  willen,  das  dir 
dein  woUuft  nimer  vertzogen  würde.  Merck  auch  wie  fie  mit  difen 
kurtzen  worten  alle  Phedrie  lange  klag  fo  gar  hin  hinder  wirfft.  §  Und 
ich  mag  von  dir  nit  erwerben.  Als  ob  sie  fprach.  Ich  hon  dich  alles 
gewert,  das  du  mich  joh  in  fchimpff  gebetten  haft.  Und  ich  mag  nit 
von  dir  erlangen  das  du  nun  allain  zwen  tag  wycheft.  und  fpricht. 
Nun  allain  die  zwen  tag.  das  fie  ertzaige  wie  klain  fie  begere  wider 
das  groß  das  fie  im  geton  hat. 

* 
*  Mrerck 


—     36     — 

zwen  tag  wychen  woUeft.  Phe.  Ja  wann  die  zwen  tag  war  9v 
were.  das  fie  nit  zwaintzig  tag  würden.  Tha.  Frylich  nit 
mer  denn  zwen  tag  oder.  Phe.  Oder,  ich  byt  nit.  Tha.  Es 
fy  nit.  laß  dich  nun  des  erbitten.  Phe.  wol  an.  es  ift  ze- 
tun  als  du  wilt.  Tha.  Ich  hab  dich  billich  lieb.  Phe.  Du 
tuft  wol.  ich  züch  ins  dorff  und  keftig  mich  da  felbs  die 
zwen  tag.  es  foll  allfo  gefchehen  gewißlich  man  füll  thaidi 
willfagen. 


§  Wychen  woUeft.  Spricht  wolleft.  damit  fie  ertzaige  das  fi  wider 
fein  willen  nichtz  thün  wolle.  §  Zwaintzig.  Er  macht  es  zwen- 
undzwainzig.  wann  es  nach  der  ftimm  nit  vaft  unglych  lautet  das 
fie  nit  hin  nach  fpräche.  ich  fagt  zwaintzig  du  haft  mich  nit  recht 
gemerckt.  §  Nit  mer  wann  zwen  tag  oder.  Merck  wie  fie  wolt  haben 
gefprochen  zwen  tag  oder  dry.  aber  ee  das  fie  es  gar  uß  rett  fo  under- 
fpricht  er  fie.  und  fpricht  auch.  §  Oder,  das  fie  nit  mocht  fprechen 
dry.  er  fprach  vor.  Ich  byt  nit.  Als  ob  er  fprache.  es  ift  an  zwaien 
zevil.  §  Es  ift  zethün  als  du  wilt.  Merck  fein  willfajgen.  Er  fpricht 
als  du  wilt.  ob  es  auch  fuß  an  im  felber  nit  gut  ift  oder  mir  nit  ge- 
feit. §  Ich  hab  dich  billich  lieb.  Spricht  fie  das  er  defter  minder 
argwons  habe  irr  liebi  gegen  dem  riter.  §  Ich  züch  ins  dorff.  Merck 
wie  er  die  ftat  haffet.  do  er  feines  bülen  gemainfami  nit  haben 
mocht.  §  Und  keftigen  mich  dafelbs.  Er  fpricht  nit  da  fein,  funder 
da  mich  keftigen.  §  Die  zwen  tag.  Das  foll  man  fchwarlich  lefen. 
als  ob  es  groß  fy  zwen  tag  von  ir  zeblybeu.  und  in  zwai  jar  beduncke. 
§  Es  foll  gewißlich  allfo  gefchehen.  Merck  wie  im  felb  der  inbrünftig 
lieb  haber  gebüt.  als  ob  er  fprache.  wie  wol  es  mir  vaft  hert  und 
fwer  ift  dannocht  muß  es  fein.  §  Man  foll  thaidi  willfagen.  Zaigt 
was  krefft  die  liebi  hat.  In  follichem  willfagen  muffen  darumb  doch 
die  groffeft  unainigkait  auff  erftat.  zwifchen  den  mit  nagern  ains 
bains. 


—     37     — 

du  parmeno  fchaf  das  die  her  gefürt  werden.  Par.  Vaft  gern. 
Phe.  Die  zwen  tag  fjeft  bewart  thais.  Tha.  Und  auch  du, 
wiltu  fus  ichtz  anders  Phe.  Ob  ich  fus  ichtz  woll?  ja 
wann  du  by  difem  ritter  bift,  das  du  von  im  fyeft.  und  mich 
tag  und  nacht  liebhabeft.  mein  begereft.  das  dein  träum 
von  mir  fy,  mein  wartft,  mein  gedenckft,  mich  hoffeft,  das 
dein  wolhift  ab  mir  fye,  das  du  gantz  by  mir  fyeft.  zeletft 
will  ich,   das  dein  gemüt  mein  fy,  wan  ich  bin  das  dein.  Tha. 


§  Parmeno  fcbalf  das  die  bergefürt  werden.  Will  fagen.  für  ir  her  den. 
verfniten  und  die  morin.  §  Die  zwen  tag  fyeft  bewart.  Phedria  zücht 
hinweg.  Es  iffc  ocli  not  foll  die  fabel  gerecbt  fein  das  er  von  dannen 
gefcbaiden  werd.  wann  in  feiner  gegenwertigkait  möchte  fein  brüder 
Cherea  nit  gefürt  fein  in  deß  verfniten  geftalt.  und  die  junckfrawen 
gefwecht  hon.  darumb  gefegnet  Phedria  Thaidem*  die  zwen  tag.  das 
er  zaige  nit  lenger  von  ir  fein  mügen.  §  Und  auch  du.  Syeft  behüt. 
müft  verfton.  §  Willt  du  fuß  untz  anders.  Merck  felber  weß  fie  fich 
erbüt.  §  Wann  du  by  difem.  Redt  er  gar  nydiglichen  §  Difen.  Als 
ob  er  fprach  by  jenem  fchelmen  oder  gogelman  |  §  Mein  warteft. 
Warten  ift  neher  wann  hoffen  darumb  fetzt  er  fie  baide.  So  magft 
du  auch  fprechen.  §  Mich  hoffeft.  Das  ich  dein  auch  gedenck  und 
in  alle  dife  wege  liebhabe,  oder  aber  mich  hoffeft  furo  von  mir  das 
felb  gelaubeft.  hab  gefetzt  als  hernach  kombt.  Ich  hoft'  ich  hab  iren 
brüder  bylich  funden.  §  Das  dn  gantz  by  mir  fyeft  Mit  dem  gemüt 
Merck  er  wonfcht  das  dem  ritter  das  groffeft  laid  widerfare  das  er 
hat.  wann  fein  groftes  laid  ift  das  er  nit  by  ir  fein  folt.  Darumb 
fpricht  Phedria  das  du  gantz  by  mir  fyeft.  Als  ob  er  fprach.  und 
von  im  fo  befchehe  im  als  wee  als  mir  nun  gefchicht.  §  Ich  bin  das 
dein.     Als  ob  er  fprach.    bis  du  mein  gemüt  wann  ich  bin  dein  gemüt. 


Thaide 


0  mir  armen,  villeicht  hat  der  ain  klain  vertrawen  zu  mir, 
und  urfcailt  mich  nun  aus  der  anndern  fin.  und  ich  by  poll 
in  guter  gewiffen,  waiß  das  für  war,  das  ich  nuntz  valfch 
erdicht  hon,  und  in  meinem  hertzen  difem  meinem  phedria 
kainen  lieber,  und  alle  ding  von  difer  Jungkfrawen  wegen 
geton  habe,  wan  ich  hoffen  iren  bruder  billich  gefunden  hon 
ainn  gut  edlen  Jüngling.  Der  mir  gezilt  hat  uf  huit  in  mein 
huf*  zekomen.  Ich  wil  hin  yn  gon.  und  wartten  wann  er 
kome. 

§  0  mir  armen.  Merck  wie  fie  ainig  mit  ir  felber  die  v/arhait  der 
fabel  fagt.  wann  folt  fie  es  vor  dem  knecbt  geredt  hon.  fo  wer  deß 
Cherea  anfchlag  nit  volbracht  mit  der  jungkfrawen.  §  Und  urtailt 
micli  uß  der  andern  fin.  Als  ob  fie  fprache.  wie  wol  es  ungehort 
ift  das  man  getreu  oder  warhafFt  bülerin  finde.  Doch  fo  hab  ich 
gantz  in  dem  war  gefagt.  §  Difem  meinem  Phedria  kainen  lieber. 
Spricht  bas  kainen  lieber  wann  das  fie  fprache.   den  ritter  lieber  habe. 


SIC 


—     39     — 

Der  dritt  tail  deß  erften  underfchaids.  Redt  der  jüngling  und  der 
knecht  mit  ainander.  Und  ficht  Parmeno  das  Gnato  ain  jungkfrawen 
fürt  der  Tbais  zefchencken.  als  im  enpfolhen  was  der  felben  Thais 
ain  morin  und  ain  verfchniten  zefchencken. 


Bild 


Straße.  Vorn  Parmeno  und  Phedria,  beide  nach  links  gewandt.    Aus 
dem  hintergrund  kommen   Gnato  und  Pamphilia. 


—     40     — 

[T]U  *  allfo  als  ich  gebaiffen  han.  das  die  hingefürt  werden. 
Par.  Ich  wills  tun.  Phe.  Und  flyßlich.  Par.  Es  befchicht 
Pbe.  Aber  by  zyt.  Par.  Es  foU  fein.  Phe.  Ifts  dir  aber 
genug  geboten?  Par.  Ha.  du  bitft  fo  vaft  als  ob  es  fwer 
fye.  0  das  ich  allfo  lycht  etwas  finden  mocht  phedria,  als 
das  vergat.  Phe.  Und  ich  vergang  auch  mit,  das  mir  lieber 
ift.  bifa  nit  fo  ungedultig  dar  umb.  Par.  Nain  gar  nüntz. 
es  foll  aus  gericht  fein,  gebütft  aber  fuß  untz?  Phe.  Unn- 
fer  gab  ziere  mit  wortten,  als  verr  du  macht,  und  den  unfern 
widertail,  treib  von  ir  fo  faft  du  macht.  Par.  Lieber  ich 
habs  gedacht,  ob  du  mich  auch  nit  manteft. 


[D]As**  ift  der  ander  actus  oder  gefchicht  mit  ir  inhalt  als  du  fichft 
und  helt  in  ir  mengerlai  torechter  teding  deren  di  mit  der  kranck- 
hait  des  hurübels  befwert  fynd  Und  meldet  dife  fcena  nun  was***  vor 
geret  ift.  Doch  befchaidenlicher  und  mit  minder  nyd.  wann  die 
büler  hond  befuuder  freüd  und  begird  fo  fie  offt  von  iren  bülen  reden 
§  Ha  du  bitft  fo  vaft.  Parmeno  redt  das  in  ftraff  wyß  daß  er  fo  not- 
lich tut  umb  das  fein  ze  verlieren  und  doch  kennen  folt.  das  es  on 
wider  gelt  gar  verlorn  ift.  §  Als  das  vergat.  Verloren  wirt.  §  gebütft f 
aber  fuß  untz  er  fp rieht  gebütft  aber  zeertzaigen  das  er  dife  ding  on 
feins  herren  gebot  nit  gern  tut.  Als  er  auch  hernach  fpricht.  Haiftu 
michs  Cherea.  und  fpricht.  Ich  bit  dich  und  gebüt  dirs.  §  Unfer 
Gab.  Er  fpricht  nit  mein,  als  ob  parmeno  auch  tailhafftig  und  fein 
ding  fye.  §  Und  den  unfern.  Er  fpricht  |  den  lang  uft'getzogen  an 
den  reden.  Als  ob  er  fpräch.  Den  heßlichen  laidigen  fchelmen  der 
unß  an  unfer  liebi  yntrag  thüt.  §  Tryb  von  ir.  Das  ift  uß  irem  ge- 
müt  in  ir  zelaidigen  mit  lützen  und  vernichten  mit  wortten. 


*  [T]  lücke  durch  zwei  zeilen 
**  [D]  lücke  durch  zwei  zeilen 
***  was]  s  verkehrt 
t  gebüft 


—     41     ~ 

!r^  Phe.  Ich  züch  ins  dorf  und  belyb  allda.  Par.  Ich  fchetzs. 
Phe.  Aber  lofa  du.  Par.  was  wilt  Phe.  Mainft  mich  fo 
ftet  mügen  fein,  und  erlyden  das  ich  dar  zwifchen  nit  wider 
kom?  Per.  Dich?  by  hercle  ich  main  es  nit.  wann  du  wirft 
aintweders  glych  ietz  wider  komen  oder  bald  zu  nacht  wird 
dich  dein  urwachen  zuher  tryben.  Phe.  Ich  will  etwas 
würcken,  das  ich  fo  müd  wird  das  ich  flaff  ob  ich  auch  nit 
will.  Par.  Ja  du  niachft  wol  ee  das  du  müder  wacheft.  Phe. 
Ach  es  ift  nuntz  dein  teding  parmeno.  man  muß  by  hercle 
die  lychtmütigkait  hinwerfFen.  ich  bin  mir  felber  zeglaubig. 
zeletft  das  ich  joch  on  fie  fye  die  drei  gantz  tag,  ob  es  nott 
fein  wirdt.     Par. 


§  Ich  züch  ins  dorif.  etc.  Das  hat  er  vor  auch  gefagt.  Aber  er  zaigt 
wie  hart  er  anfaht  hin  weg  zeziehen.  §  So  ftet  mügen  fein,  und 
erlyden,  Merck  er  fpricht  verftetigt  und  erlyden.  das  ift  mer  wann 
das  er  fprache.  mainft  ob  ich  als  ftet  fy  und  ob  ichs  lyden  müg. 
funder  ret  er  als  ainer  der  darinn  verzwyfelt  ift.  das  er  nit  fo  veft 
fein  müg  das  erß  auch  nit  erlyden  künd  noch  müg.  §  Dich?  Als  ob 
er  in  wundern  fprach.  fragft  du  deß  du  foltft  wol  wiffen  das  ichs  nit 
gedenck  das  du  es  tun  mügeft.  §  Ob  ich  auch  nit  will.  Maint  das 
in  die  groß  arbait  die  er  im  fürfetzt  zethün  tzwingen  werd  zu.  dem  flaff 
ob  er  gern  wachen  wolt.  §  Ah  es  ift  nuntz  etc.  Ich  bin  mir  felb 
etc.  Merk  die  wort  alle  wie  hoch  er  yn  her  kombt.  Als  ob  er  joch 
etwas  gar  groß  tun  woU.  und  zeletft  fagt  er  von  dreien  tagen,  darby 
du  deß  inbrünftigen  bülhertz  oder  des  hurübels  irrfal  mercken  macht. 


—     42     — 

Hui  der  dreier  und  aller  dreier  tag.    lug  was  du  tüeft.    Phe. 

Die  urtail  ftat.     Par.    0  ir  guten  göt.    was  kranckait  ift  das  ? 

follen  die  leüt  von  der  liebe  allfo  verwandelt  werden?    das  du 

nit  kenneft-  den  vorigen   fin.     Es    was   kainer  minder    unge- 

fchickt  wan*  der.    kainer  redlicher  und  vefter.    Aber  wer  ift 

der,  der  da  her  zücht?    ja  ja  es  ift  des  ritters  zutütler  gnato. 

Er  fürt  ain  iungkfrawen  mit  im,  deren   zefchencken.     Unhun 

fie  ift  erber    geftalt.     wunder   wird   ich   huit   nit   fchandtlich 

befton  mit  meinem  alten  hemling.    Die  übertrifft  "^"^  Thaidem 

eiber. 

* 

§  Hui  der  dreier.  Parmeno  wundert  ab  feiner  fag  fo  hoch  angefangen, 
und  fpotlich  geendet.  Als  ob  er  fpräch  in  fpot.  das  war  ain  groß, 
wolteft  fo  lang  von  ir  fein,  darumb  fpricht  er  §  lüg  was  du  tüft. 
als  ob  er  fprach.  Wilt  du  dich  ains  groffen  underftan.  §  Die  urtail 
ftat.  als  ob  er  fprach.  Es  raüß  fein.  Merck  wie  hoch  er  mainet  auß 
zebelyben.  und  wirt  fo  bald  widerkomen.  das  er  auch  nie  in  dem 
dorff  rüwet.  Er  belybt  auch  nit  lenger  uß  wann  als  die  zyt  begeret 
die  jungkfrawen  zefwechen.  §  Was  kranckait.  Merck  entfchuldigung 
der  liebe,  fo  fie  ain  kranckait  ift  fo  entfchuldigen  fich  die  Jüngling 
defter  minder,  wann  fi  kombt  lychtlich  und  ains  tails  unwiffent  und 
plint.  darumb  fpricht  Parmeno.  die  leüt  werden  verwandelt  von  der  | 
liebe,  er  fpricht  nit  das  fie  toren  werden.  Als  ob  er  fchetzte  fich 
vor  der  kranck  kainen  Jüngling  wol  behüten  mügen.  wa  wyl  und  ftat 
dar  zu  dient.  §  Minder  ungefchickt.  kainer  redlicher.  Das  macht 
auch  das  in  Thais  mer  liebet  wann  den  ritter.  §  Und  fefter.  An  dem 
gemüt  das  er  sich  anfechtung  von  zytlicher  wolluft  minder  ließ  über- 
winden. §  Unhun  die  ift  erber  geftalt.  Hat  Parmeno  ain  verwundern 
von  irr  fchoni.  was  fol  dann  Chorea  tun.  §  Wunder  wird  ich  hüt  etc. 
Er  maint  der  fo  alt  ift  und  die  jungkfraw  fo  fchon.  und  fo  jung. 
§  Die  übertrifft.  Dar  mit  will  er  die  jungkfrawen  veft  loben,  doch 
Thaidem  nit  fchelten. 


*  wa;  dann  lücke  von  1  buchftaben 
**  übertraft 


—     43     — 

0  Der  ander  underschaid.  Redt  Gnato  und  Parmeno  mit  ainander  Und 
als  Parmeno  fragen  wolt  wenn  er  fein  fchencki  bringen  folt  So  ficht 
er  das  Gnato  die  Jungkfrawen  her  füret  der  Thais  zefchencken. 


Bild 


Straße.    Vorn  nach  rechts  gewandt  Parmeno,  nach  links  Gnato  und 
Pamphilia.     Im  hintergrund  Cherea. 


—     44     — 

Gna.  13  v' 

[0]*  Untötlichen  göt.  was  übertrifft  ain  menfch  das  ander, 
was  ift  underfclaaid  des  verftanden  gegem  narren,  das  ift  mir 
alfo  inn  fin  komen.  als  ich  zu  her  kommend  was,  beftellet 
ich  ainen  meiner  ftatt  daher,  und  auch  Ordens, 


[I]N**  difer  fcen  wirt  Gnato  in  getzogen  der  ain  zütütler  was  oder  lieb- 
kaller.  und  wirt  darinn  gezaigt  der  felben  wefen.  und  wie  Ti  Tmaicben 
künden  umb  irn  bauch  zefüUen  Und  wie  fie  das  ir  mit  flecken  ver- 
tempffen  und  dann  hoflecker  werden,  oder  in  ewiger  armüt  belyben. 
Und  haiffen  rechts  namens  lecker  oder  fchlüch.  Er  will  auch  |  zaigen 
das  man  von  erbern  leüten  etlich  in  folicher  fchuld  erfinden  mag.  als 
er  fpricht  im  text.  Ainen  meiner  ftat  und  ordens  etc.  darby  man 
mercket  das  er  auch  guter  leüt  und  reich  da  haim  was  Er  will  auch 
zaigen  was  wefens  und  gegen  wem  fie  zu  tütein.  welichen  weg.  mit 
was  Worten  etc.  Es  ift  auch  zemercken  das  Gnato  dife  wort  mit  nie- 
mand redt  funder  allfo  geend  redt  er  mit  im  felber.  hin  und  her  die 
leüt  anfehend.  Und  find  dife  wort  ftraffwort.  Difer  lieb  kauender 
fitten  die  nun  zu  difeu  zytten  nit  allain  in  der  Fürften  und  herren 
hofe.  funder  in  allem  ftät  gaiftlich  und  weltlich  den  fürgang  hond. 
Darumb  fpricht  er.  §  0  untötlichen  got  Als  ob  er  fpräch.  0  got 
was  wilder  fitten  find  in  die  weit  komen  fo  die  fchmaicher  den  frumen 
fo  wyt  vor  gond.  darumb  fpricht  er.  Was  ift  underfchaid  deß  ver- 
ftanden gegem  narren.  Er  mainnt  deß  fchmaichers  und  liftigen  hof- 
leckers  gegen  dem  fchlecht  frummen  die  man  nun  narren  halft,  dar- 
umb fpricht  er  auch.  Nit  unfrumen.  §  Was  ift  underfchaid.  Das  ift 
in  verwundern  zelefen.  Als  ob  er  wunderte  das  ain  menfch  fo  liftig 
folt  fein  wann  das  ander.  §  Beftellet  ich  ainen.  Beftellet  mit  im 
zereden.  nit  das  ich  in  nun  fehe.  §  Meiner  ftat  da  her.  Meiner  ftat 
maint  nit  allain  die  ftat  dannen  er  geborn  ift.  funder  auch  den  ftät 
darinn  fie  baid  gewefen  find.  Wann  fie  reich  burger  waren  gewesen. 
nun  waren  fie  in  armüt.  Darumb  fpricht  er.  Und  auch  ordens.  Das 
ift  armüt.  Wann  fie  betten  baid  ir  gut  mit  füllery  und  fchlecken 
vertempfft.  Und  foUen  dife  wort,  der  fein  gut  etc.  lächterlich  gelefen 
werden,  wann  er  maint  fich  felb  nit  darinn  fchelten  das  er  gern 
wol  gelebt  ***  hat  mit  effen  und  trincken.   Und  das  sein  damit  verthon. 


*  [0]  lücke  durch  zwei  zeilen 
**  [I]  keine  lücke 
***  geleibt 


—     45     — 

nit  unfrumen.  der  fein  gut  auch  vertempfft  bat.  Ich  fich  in 
rauhen,  unfaubern  alt  von  klaidern  und  auch  jaren,  krancken. 
was  zierd  ift  das  (fprach*  ich)  das  ich  armer  verlorn  hon,  das 
ich  het.  ha  war  zu  bin  ich  kommen?  all  mein  kennß  wol 
und  fründ  band  mich  verlaffen.  Da  verfmacht  ich  in  gegen 
mir.  Du  ungenietter  torocbter  man  (fprach  ich)  haft  du  dich 
allfo  geftellt?    das  dir  fürbas 


§  Nit  unfrumen.  Als  ob  er  fprach.  erber  leüt  aber  unhilflicb.  als 
fo  man  fpricht.  er  ift  erber  und  nuntz  mer.  er  ift  fuß  nieman  nütz. 
Und  werden  die  leüt  alfo  gelobt  die  nichs  befunders  für  gendes  hond. 
doch  nit  boß  noch  fchalckhafft  oder  liftig  feind.  §  Rauhen.  Zerftro- 
bolten**.  ungetzierten.  zerriffen.  §  Alten  von  klaidern  und  auch  ja- 
ren etc.  Merck,  nach  dem  text  fo  müfte  fton  mit  jarn  und  klaidern 
umgeben  war  unverftentlich.  und  ift  doch  fain  mainung  er  hette  vil 
jar  und  alte  klaider.  Wann  in  lajtin  ftat  obfitum.  Und  halft  fitus 
ain  beftetigung.  §  Krancken.  Magers  lybs  und  eilenden.  §  Was  zierd 
ift  das.  Spotlich,  als  ob  er  fprache.  wie  gaft  fo  zerriffen.  Doch  hat 
es  in  latin  wol  mer  fin  das  zetütfch  nit  not  ift.  §  Das  ich  armer 
verlorn  hon  das  ich  gehebt  hon.  Merck  er  fücht  im  felb  gelimpfF. 
und  fpricht  nit  ich  hons  mit  fehl  ecken  verton.  §  Ha  war  zu  bin  ich 
komen.  Zaigt  im  klaider.  als  ob  er  fprache.  Sich  meine  klaider  und 
eilend.  §  All  mein  kennßwol.  Als  ob  er  fprach.  Sich  was  ift  die 
weit,  wann  ainer  das  fein  verthüt  fo  ift  er  iederman  unwerd.  und 
denen  mer  den  man  guts  gethon  hat  wann  den  andern.  Und  ift  ain 
ftraffung  der  weit  bofen  fitten.  §  Da  verfchmacht  ich  in  gegen  mir. 
Das  ift  das  er  am  anfang  geredt  hat.  Was  übertrifft  ain  menfch  den 
andern  etc.  Als  ob  er  fprach.  Wir  fynd  glych  gewefen.  nun  ift  er 
fo  arm  fo  verzwyfelt  fo  verlaffen.  und  ich  fo  fchon  fo  wol  beklaidt. 
fo  wol  mügend.  §  Du  ungenieter.  Sich  wie  er  in  ftrafft  und  faft 
anfert  das  er  fo  arm  ift  und  doch  hin  für  wirt  fagen  es  komt  kainer 
zu  dir  wann  allfo  bedacht  das  er  feinen  wolluft  mit  fmaichen  vol- 
bringe  mit  fo  wenigem  Ion  er  mage.  ***  das  ift  zu  ainer  ftraff  geret 
den  hurn  und  hüben  die  fich  nit  halten  künden  das  fie  zeleben  haben. 


*  spraeh 
**  sie 


*** 


SIC 


—     46     — 

kain  Hoffnung  mer  in  dir  fye?  Haftu  den  rat  mit  dem  gut 
verlorn?  fich  mich  an  uß  der  Ttat  geboren,  was  varb?  was 
fchyns?  was  klaidung?  wie  ift  mein  geftalt  deß  lybs?  ich 
hon  alle  ding,  und  hon  doch  gar  nichtz.  und  fo  ich  nichtz 
hab  fo  gebrift  mir  nichtz.  aber  ich  unfeliger  mag  nit  der 
leüt  goggelman  fein,  noch  fchleg  leiden,  was?  glaubftu  es 
gang  allfo  zu. 


§  Kain  hoffnung.  Als  ob  er  fprach.  Biftu  verzwyfelt.  fo  als  gar  vil 
weg  der  narung  feind.  Und  helt  das  wort  vil  in  im.  §  In  dir  sye. 
Als  ob  er  fprache.  Ich  fich  wol  wann  dir  nit  ettwas  von  gefchicht 
züfelt  fo  haft  in  dir  nit  fo  vil  vernunfft  das  du  ettwas  erden ckeft  dich 
zeneren.  §  Haft  du  den  rat  mit  dem  gut  verloren.  Als  ob  er  fprache 
in  ftraffwys.  Wie  bift  ain  man  du  hetft  vernunfft  oder  lift  genüg  in 
dir*  wolteft  dus  brauchen.  Darumb  |  fpricht  er.  §  Den  rat  das  ift 
vernunfft  mit  dem  gut.  Das  ist.  haftu  dein  vernunfft  verlorn  mit  dem 
zytlichen  gut  etc.  das  ift  der  fei  gut  mit  deß  leibs  gut.  §  Sich  mich 
an  auß  der  ftat  geborn.  Aus  der  ftat  das  ift  auß  dem  verderben  wi- 
der dar  zu  kernen  das  ich  zeleben  hab.  und  als  ding  hab  fo  ich 
nuntz  hab.  §  Was  färb.  Wider  das  er  oben  gefprochen  hat.  Ich  fich 
in  rauhen.  Und  er  fpricht.  §  Was  fchyns.  Wider  uufauber.  §  Was 
klaidung.  Wider  mit  alten  klaidern  wefen  deß  lybs  oder  geftalt  deß 
leibs  **  wider  krancken.  §  Ich  hon  alle  ding.  Wider  das  ich  armer  het 
hon  ich  verloren.  §  Und  hon  doch  gar  nuntz.  Gen  dem  das  er  oben 
gefagt  hat.  Meiner  ftat  und  Ordens.  Als  ob  er  fprach.  Ich  hab  als 
wol  nichtz  als  du.  Aber  ich  kan  mich  doch  waidenlichen  behelffen. 
§  Aber  ich  unfelliger.  Merck  wie  Therencius  die  zyt  ftrafft.  das  die 
leüff  der  weit  fo  boß  feind.  das  fich  der  menfch  feiner  frümkait 
klaget,  und  haift  fich  unfalig  fo  er  frumb  und  arm  ift.  und  wolt  nit 
lieber  fprehen***.  ich  will  ee  felber  in  armüt  fein,  wann  ain  fchmai- 
cher.  §  Glaubftu  es  gang  allfo  zu.  Das  ainer  fpotwort  und  fchleg 
muffe  leiden,     das  was. 

* 

*  dir]  i  verkehrt 
**  lybs  .  .  .  leibs 


;** 


Sic 


—     47     — 

r'^  du  irrft  ganz  des  wegs.  ettwan  was  difem  geflecht  vor  zeiten 
folicher  gnieß  by  der  alten  weit,  das  ift  ain  nagel  nüwes 
vögeln.  Difen  weg  hab  ich  der  erft  erfunden,  es  ift  ain  ge- 
flecht der  menfchen  die  in  allen  dingen  die  vorderften  fein 
wollen,  und  finds  doch  nit.  den  folg  ich  nach,  gen  denen 
ertzaig  ich  mich  nit  das  fie  mein  fpotten,  funder  begegnen 
ich  inen  mit  fpot  worten.  Und  da  mit  hab  ich  verwundern 
von  iren  finnen.  was  fie  fagen  das  lobe  ich.  wider  reden  fie 
dann  das  felbig  ich  lobs.  würd  ainer  aber  wider  nain  fagen, 
ich  fag  nain.  jehens  ja,  ich  sprich  ja.  Zeletft  hab  ich  mir 
gebotten 


§  By  der  altten  weit.  Da  die  leüt  frümer  waren.  Wir  fynd  nun  zege- 
fchyd.  Darum!)  fpricht  er.  §  Etwan  was  vor  zytten  folicher  Ion.  Das 
ift  ain  nagel  nüwes  vögeln.  Merck  by  der  alten  weit  gab  man  den 
leüten  die  fich  treiben  liffen  offen  und  trincken  als  für  ain  Ion  irs 
treibens.  Nun  machen  fi  fich  als  vogler  die  das  gefügel  ätzen  und 
dann  vahen.  AUfo  vahen  fie  die  leüt  mit  fchmaichen.  §  Gegen  denen 
erzaig  ich  mich  nit.  Gat  auff  das  der  arm  fprach.  ich  mag  nit  der 
leüt  gog'gelman  sein.  §  Sunder  begegnen  ich  inen  mit  fpotworten.  Als 
ob  er  fprach.  Ich  gedenck  vor  wie  ich  inen  begegnen  foll  mit  zü- 
tütteln  und  liebkallen  ee  das  fie  anfahen  mich  zetreiben.  §  und  da- 
mit Das  ift  dann  zemal  fo  fie  mich  treiben  wollen  fo  lob  ich  fie  in 
andern  fachen  die  fie  gern  hören  untz  das  meins  dings  vergeffen  wirt. 
Oder  ich  gib  in  recht  was  fie  fagen.  als  ob  alle  ire  wort  und  werck 
mir  und  menglichem  wolgefallen.  §  Was  fie  fagen  das  lob  ich.  Wi- 
derreden etc.  Merck  was  fie  fagen  es  fei  gut  oder  boß.  er  fchembt 
fich  auch  nit  zefchelten  das  er  erft  gelobt  hat.  fo  es  nun  feinem 
fmaichherren  gefeilt.  Merck  die  bofen  leüif  der  gantzen  weit,  on  in 
der  herren  hof  von  den  gnaden  gottes. 


—     48     — 

in  allen  dingen  liebkallen.  der  genieß  ift  nun  der  frucht- 
bareft.  Par.  was  vernünfftigen  menfchen,  der  macht  die 
torocliten  menfclien  gar  unfinnig.  Gna.  Dar  zwischen  kamen 
wir  da  ann  marckt.  da  lieffen  zuher  in  freüden  all  pfennig- 
lofer,  merfifcher,  metzger,  koch,  würfter,  vif  eher,  willpreter. 
denen  ich  by  meinem  gut,  und  nach  deß  verlieren  nutz*  was, 
und  noch  offt  nütz  "^  bin.  Sie  grüffen  mich,  ladent  zum  nacht- 
mal.     freuen 


§  Der  gnieß  ift.  Vil  beffer  wann  der  zu  alten  zjten  do  man  die  fpilieüt 
fing  und  ir  fpottet.  Und  merck  wie  das  wort  genieß  nit  uif  ytel 
erbers  lautet.  Als  fprach  man  Told  oder  Ion.  funder  laut  es  ettwas 
allfantzifch  oder  vortailifcli.  §  Ann  marckt.  Etlich  fprechen  zu  der 
metzel.  Das  mag  nit  fton.  wann  er  fagt  von  aller  lyplicher  fpys  die 
findt  man  nit  under  der  metzg.  funder  marckt  bedeüt  die  ftbit  da 
man  folich  lypnarung  kaufft.  §  Mor  fifcher.  Die  zu  Athenis  ain 
fundre  ftat  betten,  und  die  füeffen  waffer  fifcher  auch  ain  fundre. 
darumb  werden  fie  baid  genennt.  [  §  Koch.  Es  ift  noch  an  vil  enden 
fitlicb  das  befunder  koch  feind  by  den  man  mengerlai  befunder  effen 
und  flecklin  findt.  auch  gemaine  fpeiß.  §  Würfter.  Seind  auch  die 
nit  anders  tund  dann  würft  machen,  gar  mangerlai  von  flaifch  von 
fifchen.  von  kreütern  und  airen.  mit  und  on  gewürtz.  als  auch  der 
hieigen  herren  koch  wol  wiffen  §  Wilpreter.  Ift  gemainer  wann 
vogler.  und  begreifft  mer  in  im.  und  haift  wilpreter  nit  wildper- 
ter.  als  die  fpitzwyfen  füchen.  wann  das  würt  von  ringe  der  fprach 
auß  gelaffen  Als  in  vil  andern  zerbrochen  und  zefamen  gelegten 
wortten  gefchicht.  §  Den  ich  by  meinem  gut  etc.  Ee  das  ich  mein 
gut  vertempfFt  mit  füllery.  und  auch  ietz  fo  ich  nit  aigens  hab  fo 
bin  ich  in  doch  von  fremden  nütz.  §  Ladent  zum  nacht  mal.  Ob  fie 
in  laden  mit  inen  zeeffen.  Oder  ob  fie  in  laden  das  ift  bitten,  an- 
fchreien  oder  rüeffen  von  inen  zekauften.     fich  du  auff. 


*  nutz  .  .  .  nütz 


—     49     — 

fich  meiner  zukunfFt.  Do  mich  der  felb  arm  hungerig  in  fo 
groffen  eren  fach  und  fo  ringklich  mein  narung  gewinnen,  da 
ward  mich  der  man  flechend  biten,  das  ich  im  vergunte  das 
von  mir  zelernen.  und  ich  hieß  in  mir  nachvolgen  ob  ei^s 
vermochte.  Und  wie  die  Junger  von  den  Philofophen  ire 
namen  habend.  Allfo  follen  die  fmaichler  gnatoner  gehaifen 
fein.  Par.  Sich  nun  was  muffig  gan  und  fremde  fpeis  tuend. 
Gna. 


§  Zükunfft.  Wann  mans  eigentlich  nimbt  fo  ift  zükunfft  allain  deren 
der  man  warttend  ift.  und  zu  den  man  begird  hat  zekommen  §  Da 
mich  der  felb  arm  hungrig.  Darby  merck  was  den  friimmen  bezwungen 
hab  das  lieb  kallen  zelernen.  das  was  hunger  und  armüt.  Mer  merck 
wie  dannocbt  der  gemain  man  auch  erbermd  hat  über  den  armen 
frumen  hungrigen  Mer  wie  lycht  wir  von  der  erberkait  vallen  in 
ringfertigkait  durch  vermalgen  bofer  gefellfchaift.  wann  do  der  frumb 
arm  erfach  das  dem  fein  fmaichen  fo  wol  erfchoffen  was  do  bat  er  im 
zegünden  das  auch  von  im  zelernen.  wie  wol  er  |  vor  fo  ftarck  dar 
wider  was.  und  mainet  es  nit  mügen  erleiden.  §  In  fo  groffen  eren. 
Das  fie  in  allfo  grüften  und  engegen  luffen  §  Der  man.  Merck  mit 
was  geberd  das  zelefen  fye.  do  ward  mich  der  man  flehend  bitten  etc. 
§  Das  von  mir  zelernen.  Merck  was  gewalts  und  fürgangs  hat  nun 
in  difer  zyt  boßbait  fchmaichery  und  liebkallen  überkomen.  das 
nun  die  frumen  von  folchen  leckern  muffen  begeren  zelernen.  das  fie 
an  der  herren  hoff  aucb  für  mügen  komen  und  gehalten  werden, 
§  üud  wie  die  junger.  Ob  er  fpräch.  fo  ich  defs  fmaichens  ain  maifter 
bin  und  mir  ander  auch  nachvolgen  wollen  fo  baiffen  fie  billich  nach 
meinem  namen  gnatoner.  wann  ich  haiß  gnato.  als  platonici.  a.ri- 
ftotilici*.  epicurici.  von  iren  maiftern  plato  ariftoteles  epicurus*  ge- 
nannt, und  criftenleüt  nach  crifto.  alfo  gnatoner  nach  dem  gnato, 
§  Sich  nun.     Parmeno  underredt  hoflich  deß  gnato  lange  fag 


SIC 


T  e  r  e  n  2 . 


—     50     — 

Aber  da  mit  vertzüch  ich  die  zu  thaidi  zefüren.  und  biten 
das  fie  zu  dem  nachtmal  kome.  Aber  ich  Tich  parmenonem 
vor  der  tür  traurigen  des  mit  nagers  knecht.  Unfer  ding 
ftat  wol.  ift  nit  ain  Avunder  ob  die  leüt  frürt.  Zwar  ich 
muß  den  wicht  umbtreiben.  Par.  Durch  die  gab  mainent  die 
thaidem  ir  sein.  Gna.  Gnato  macht  den  hochften  parmeno- 
nem vil  hailes  tailhafftig  was  tut  man.  Par.  Man  ftat.  Gna. 
Ich  fichs.  Aber  fichftu  ichtz  das  du  nit  wolteft.  Par.  Dich 
Gna.  Ich  glaubs.  aber  fuß  ichtz?  Par.  warumb  fragft? 
Gna.    So  du  traurig  bift.     Par. 


§  Unfer  Ding  ftat  wol  Wann  er  ftat  vor  der  tür  und  nit  im  hauß. 
und  traurigen  -  das  bedeüt  unfer  ding  recht  fein.  §  Durch  die  gab. 
Pavmeno  mocht  wol  fpotten.  wann  er  weft  all  anfleg  thaidis  als  er  hört 
da  fie  mit  phedria  redt  §  Gnato  macht  Parmenonem  den  hochften 
gar  vil  hailes  tailhafft  Merck  wie  alle  feine  wort  fpot  fein,  er  fpricht 
fein  obriften.  er  mainfc  freund,  als  ob  er  in  für  den  beffcen  freund 
habe  und  ift  gantz  übel  an  im.  und  grüft  in  hoch  doch  in  fpot,  aber 
Parmeno  danckt  im  nit.  §  Was  tut  man.  Redt  fchmaichwort.  Im 
ift  nuntz  not  zereden.  darumb  antwurt  Parmeno  und  fpricht.  §  Man 
ftat.  Gnato  wolt  nit  jehen  was  machft  fo  antwurtet  er  nit  ich  ftand 
da.  Doch  mocht  er  wol  gefagt  hon.  ich  ftand  da.  wann  er  getorffc 
nit  hin  yn  gan.  §  Aber  fuß  ichtz.  Er  |  maint  vor  die  jungkfrawen. 
aber  er  antwurt  von  im  felber.  darumb  fpricht  er.  Aber  fuß  ichtz. 
§  Warumb  fragft.  Er  fraget  den  der  in  fragt,  darumb  das  er  nit 
bedürff  antwurten. 


—     51     — 

Nichtz  frylich.  Gna.  Du  folts  nit  sein,  aber  was  beduncket 
'lieh  von  der  handtraich.  Par.  By  hercle  trün  nit  boß.  Gna. 
Ich  bren  den  man.  Par.  was  falfchen  hertzen.  Gna.  wie 
empfengklich  mainft  du  dife  gab  thaidi  werden  ?  Par.  Das 
redftu  nun  fo  wir  auß  getriben  sind,  aber  lofa.  aller  ding 
ift  widergelt.  Gna.  Dife  fechs  gantz  monat  will  ich  dich 
rüwig  machen,     das  du  nit  fo  ftet  auff 


§  Nichtz  freilich.  Parmeno  ertzaigt  fich  frolich  do  er  allfo  fprach. 
Darumb  fprach  Gnato.  aber  hoflich.  §  Du  folts  nit  fein.  Damit  er 
im  zu  verfton  gebe,  das  er  fein  trauren  wo!  gemerckt  hat.  §  Nit 
boß.  ift  der  fynd  lob.  wann  der  fynd  ain  ding  mit  fchelten  mag. 
und  doch  nit  gern  will  loben.  §  Ich  brenn  den  man.  Das  redt  er  in 
im  felber.  Als  ob  er  fprach.  ich  rupf  in  doch  das  es  im  wee  thüt. 
§  Was  falfchen  hertzen.  Als  ob  er  sprach,  du  verftafts  nit  recht,  du 
wenft  das  nit  enift.  §  Wie  empfengklich  maineft  du  dife  gab  etc.  | 
Merck  wie  raitzt  er  Parmenonem.  Als  ob  er  fpräche.  Merck  wie  gar 
fchon  die  jungkfraw  ift.  darumb  fie  Thaidi  vaft  empfengklich  wer- 
den muß.  und  ie  lieber  fie  die  jungkfrawen  haben  wirt,  ie  mer  wirt 
ir  der  ritter  lieben  und  dem  junckherren  laiden.  §  Aller  ding  ift 
widergelt.  Merck  wie  beheb  Parmeno  was  zeverfchweigen.  das  er  in 
gehaim  von  Thaidi  gehört  het.  und  war  doch  all  da  wol  die  stat  ge- 
wefen  auß  zelaffen  da  er  von  Gnato  allfo  geraitzt  ward.  §  Sechs  gantz 
monat.  Er  belybt  an  feinem  raitzen.  und  redt  als  ob  durch  in  alle 
ding  gehandelt  werden,  und  er  aller  ding  heber  und  leger  feie.  Als 
er  oben  fprach.  Gnato  macht  fein  obroften  etc.  Als  ob  er  fprach. 
Ich  bin  der  ding  maifter.  und  du  mein  hochfter  freund,  darumb  muß 
ich  dich  die  fechs  monat  für  ander  mein  freund  fllig  machen,  das  du 
nit  fo  müd  werdeft.  auff  und  ab  zelauffen.  und  nit  verfchmeltzeft 
vor  wachen  tag  und  nacht  zehütten. 


—    52     — 

und  ab  lauffeft.  oder  bis  gen  tag  wachft.  und  was?  ich 
mach  dich  feiig.  Par.  Mich?  hunhun.  Gna.  AUfo  tu  ich 
den  fründen.  Par.  Ich  lobs.  Gna.  Ich  heb  dich  villeicht  du 
woltft  anderf wo  hin  gan.  Par.  Niiendert  *.  Gna.  A  lieber  fo 
hilff  ain  wenig  Mach  das  ich  hin  yn  zu  ir  gelaffen  werd. 
Par.  Mach  nun  hin.  ietz  ftat  dir  die  tür  offen  fo  du  die 
füreft.     Gna.    Soll  ich  dir  yeman  heraus  berüffen? 


§  Ich  heb  dich,  villeicht  du  woltft  anderß  wo  hin  gon.  Er  hatte  gern 
auß  im  bracht  das  er  verftanden  hette  warumb  er  da  ftünde.  ob  er 
hin  yn  wolt  fein,  und  man  in  nit  wolt  yn  laffen.  §  Lieber  fo  hilff. 
Er  redet  dife  wort  fpotlich.  Als  ob  er  fpräche.  Ich  hon  gewalt  hin 
yn  zegan.  du  müft  aber  hieauffen  beleiben,  und  getarft  gantz  nüntz 
darwider  thün.  §  So  du  die  fürft.  Das  redt  er  haimlich  gegen  Gnato 
murmeln  das  die  junckfraw  nit  hört  und  verküwt  es  doch  under  der 
Zungen  das  er  feinen**  haimlich  nit  auß  lieffe. 


Sic 
"  feine 


—     53     — 

Par.  Laß  die  zwen  tag  vergan  du  glückhaffter  tuft  mir  nun 
die  tür  auf  mit  aim  vingerlin.  ob  ich  itt  machen  wird,  das 
du  offt  mit  den  füeffen  umb  fuß  daran  ftoffen  werdeft?  Gna. 
Staftu  noch  hie  parmeno?  Hen  bift  du  it  hie  hüter  gelaffen. 
das  vil  leicht  kain  undertreger  haimlich  von  dem  ritter  zu  ir 
loffe?  Par.  wie  hoflich  gerett.  wunder,  was  dem  ritter  ge- 
feilt. Aber  ich  fich  unnfern  jungern  hauß  fun  da  znher 
komen 


§  Wilt  du  ieman  lierauß  beruft  werden,     als  ob  er  fprach.    du  getorft 
doch  nit  hin  yn   ichtzit   werben. 


§  Wie  hoflich  geredt.  Als  ob  er  fprach.  was  narren  tading  treibt 
er  es  bedorfft  fein  nit.  ich  waiß  mer  dann  er.  darumb  fpricht  er. 
§  Wunder  was  dem  riter  gefeilt.  Als  ob  er  fprache*.  narren  büben 
lind  all  feins  gleichen. 

* 
*  fprche 


--     54     — 

mich   wundert  warumb  er   von   pirreo    ab    fei    gangen,     wann    18 1 
er  foll  nun  da  offenlichen  hütten.     es  ift  nit  umb    suß.     und 
kombt  eillend.     ich  waiß  nit  was  er  umb  luget. 


§  Mich  wundert  warumb  er  von  pirreo  ab  fei  gangen.  Sein  mithüter 
heten  in  erweit  ain  mal  zebeftellen  do  fach  er  die  jungkfrawen  under 
wegen.  Pirreum*  was  ain  vorftat  oder  bollwerck  vor  Athenis  dar  inn 
die  hüter  lagen  wider  die  rauber.  darinn  auch  das  tochterlin  ge  raubet 
ward,  und  ftünd  gegen  dem  mor  das  es  die  rauber  gar  leicht  unge- 
warnet  über  fallen  mochten.  §  Und  kombt  eillend.  Hie  wurt  fürge- 
meldet fein  geberd  zu  den  künfftigen  Worten  wol  dienend. 

* 

*  Pirreü 


—     55     — 

Der  ander  tail  daß  andern  underfchaids.  Redt  der  Jüngling  und  knecht 
mit  ainander.  Und  fo  Cherea  die  Jungkfrawen  gefücht  hat  fagt  im 
Parmeno  das  fie  der  Thais  gefchenckt  fei.  Das  *  lat  fich  Cherea  für 
den  Eunuchum  verwandeln  der  Thais  zebringen  hernach. 


Bild  : 

Straße.    Vorn  von   links  Parmeno,    von   rechts  Cherea.     üeber  letz- 
terem hinter  dem  offenen  Fenfter  Pamphilia. 


SIC 


—     56     — 

Che.  19- 

[I]ch  *  bin  tod.  fo  ift  auch  die  junkfrau  nendert.  ich  waiß 
auch  nit  Avie  fie  mir  uß  den  äugen  komen  ift.  wo  ich  fi 
foche?  wa  ich  frage?  wo**  ichs  erfare?  welchen  weg  ich 
gang  bin  ich  ungwiß  die  ainig  hoffnung  ift.  wa  wahin***  si 
komen  ift  fo  mags  nit  lang  verborgen  blyben  0  was  fchöner 
geftalt.  nun  fürbas  tilk  ich  all  frawen  uß  meinem  gemüt. 
Ich  bin  difer  teglicher  geftalten  urdrützig.  Par.  Sich  aber 
den  andern,  ich  waiß  nit  was  er  von  der  liebi  ret  0  glück- 
haffter  alter,  frylich  der  ifts.  wird  der  anfahen  lieb  zehaben, 
du  wirft  fprechen.  jenes  ding  fy  ain  fchertz  und  fchallen 
gwefen 


[IJNf  difer  Seen  wirt  gezaigt  ain  nüwe  liebi  aines  jungen  fprüßhngs  Und 
dev  rat  die  jungkfrawen  zefinden  fo  klüglich  das  du  weneft  es  befchech 
ietz  §  Ich  bin  tod.  Was  kan  er  anders  reden  fo  er  eilend  fücht  und 
nit  fint.  und  waiß  nit  wa  er  auß  foll.  §  Wa  wahin  fo  mags  nit  lang 
verborgen  belyben.  ir  fchoni  wirt  fie  zaigen  oder  verraten.  §  0  was 
fchoner  Spricht  nit  allain  angefleht,  funder  geftalt  deß  gantzen 
leibs  was  man  fehen  mag.  §  Nun  fürbas.  By  difen  worten  ift  wol 
zemereken  das  er  vor  difer  zyt  auch  gebület  hat  fo  er  fprieht.  §  Ich 
tilk.  und  ich  bin  difer  teglicher  formen  urdrützig.  und  noch  fprechen 
wirt.  und  du  kenft  mich,  wie  wol  ich  ain  fchone  geftalt  erkenn 
§  Sich  aber.  Er  gedajcht  an  Phedriam  feinen  brüder.  darumb. 
Spricht  er.  fich  aber  den  andern  brüder.  §  Ich  wais  nit  was  er.  Als 
auch  fein  brüder  geton  hat.  §  0  glückhaffter  alter,  Mainet  dife 
zwaier  brüder  vatter  der  zwen  follich  miftünd  fun  hat  in  der  liebi. 
Er  maint  das  widerwertig  unglückhafft.  oder  macht  das  auch  auff 
güts  verfton  Als  ob  er  ain  fürmeldung  tu  uff  den  auß  gang  der  ge- 
lücklich  wirt.  wiewol  die  baid  fun  in  bofer  liebi  verwickelt  werden, 
darumb  halft  er  in  glückhafft  den  außgang  angefeheii. 


*  [I]  fehlt  ohne  lücke 
**  wo  .  .  .  wa  .  .  .  wo]  sie 
***  wa  wahin]  sie 
t  [I]  fehlt  ohne  lücke 


—     57     — 

gegen  dem  *  das  uns  deß  wüten  geben  wirt.  Che.  Das  all  got 
und  gottin  das  alter  veiiiren**.  der  mich  hiiit  verhindert  hat. 
und  mich  auch  das  ich  im  geftanden  bin  und  in  nit  verachtet 
hab.  aber  fich  parmenonem.  gegruft  feieft.  Par.  was  bift 
traurig?  wie  als  fnell?  wannen  geft?  Che.  Ich  waiß  by 
hercle  nit,  weder  wannen  ich  gan,  oder  wo  hin  ich  gon  wird. 
fo  gar  hab  ich  mein  felbs  vergeffen  Par  Ich  bit  dich  was 
ifts  Che.  Ich  hab  lieb.  Par.  Hen*"^^  Che.  Parmeno  nun 
ertzaig  wie  du  ain  man  fyeft.  waiftu  das  du  mir  offt  unge- 
beten zu  gefagt   haft. 


§  Gegen  dem.  Aus  difen  worten  ift  gut  zeverrton  das  cherea  vor  wol 
geübt  ift  gewefen  auff  die  ding.  Und  wirfc  nit  umbfuft  gemeldet. 
wann  folte  er  vor  nit  folliches  vaft  gepflegen  hon  fo  wer  nit  gloplicb 
das  fich  ain  junger  ungenieter  fprüßling  dar  zu  begebe  das  er  fich  in 
aines  verfniten  wys  füren  h'effe.  und  ain  unerkannte  jungkfrawen  mit 
gwalt  fwecbte.  darumb  wirt  er  von  Parmeno  wütend  yn  getzogen  als 
von  ainem  der  es  waiß.  LFnd  wie  wol  im  an  dem  alter  gebreche  fö- 
lichs  zetun  fo  gibt  er  doch  feiner  natur  defter  mer  zu  das  er  yn  brün- 
ftiger fy  in  der  liebi  das  die  zagen  jar  erfüllt  werden  durch  die  hitz 
der  liebi.  §  Daff  alter.  Er  fchilt  alsft  alter  von  des  alten  wegen  der  in 
verhindert  hat.  und  |  maint  den  alten  darumb  fpricht  er  fürbas. 
Der  mich  huit  etc.  und  nit  das  mich  etc.  §  Und  mich.  Er  fetzt  zwo 
urfach  warumb  er  fpricht  das  die  got  mich  auch  verlieren.  Die  ain 
das  er  dem  alten  geftanden  ift.  Die  ander  das  er  in  geert  hat  nach 
feinem  alter,  und  das  er  in  nit  veracht  hat.  und  zelang  ftünd  das 
er  der  jungkfrawen  nit  nach  volgt  §  Was  bift  traurig.  Als  wir 
fprechen.  warumb  traurft  was  gebricht  dir.  §  Wie  fo  notlich,  ald 
wie  ylft.  Er  fach  an  feiner  geberd  im  etwas  notlichs  anligen.  deß  er 
hoffnung  het.  §  So  gar.  Als  ob  er  fprach.  fo  unfinnig  bin  ich. 
§  Wie  du.  Wie  redlich  du  fyeft  ob  du  halten  wolleft  das  du  mir  offt 
haft  zu  gefagt  fo  ich  dir  alle  flecklin  von  effen  und  trinken  in  dein 
kamer  haimlichtft  bracht 


*  de 
**  eic 
***  He 
t  daf 
tt  sie 
itt  hallich 


—     58     — 

Ich  hab  dir  etwas  funden  das  du  lieb  habeft.  yetz  in  difen  20 
dingen  wird  ich  fchaifen  das  du  deinen  nutz  erkenneft.  da 
ich  in  dein  zellin  haimlich  zefammen  trug  alle  meines  vatters 
ipeiß.  Par.  Tu  torlich  Gh.  By  hercle  das  ift  befchehen. 
<3arumb  fchaff,  du  nun  das  dein  gelübt  erfchynen.  Par.  Ift 
es  fo  ain  wirdiges  ding  darumb  du  dich  arbaiten  folt?  Che. 
Es  ift  kain  jungkfrau  unfer  burgerin  deren 


§  Ich  hab  etc.  Er  hat  kain  benügen  an  dem  das  er  im  fagt  er  hab 
im  oft  verhaiffen.  Er  Tagt  im  auch  mit  was  wortten  und  wie  das  er 
in  defter  mer  bewege  im  zehalten  §  In  difen  dingen.  Als  ob  er 
fpräche.  Ich  will  verfüchen  ob  da  erkennen  wolleft  was  nutzs  du  von 
mir  gehebt  haft.  fo  ich  dir  alle  weg  das  beft  von  effen  und  trincken 
haimlich  zu  getragen  hon.  Und  du  mir  alle  weg  wol  darumb  gehaif- 
fen.  Darumb  tu  ietz  als  du  dich  allweg  zethün  erbotten  haft.  §  Tu 
torlich.  Als  ob  er  fpräcb.  Wie  machft  fo  viel  teding.  weder  zwy-j 
felft  an  mir  das  ich  dir  deß  gehaiß  lognen  wolle,  oder  wiltu  mir  dein 
güthait  fuß  auff  rupffen.  als  ob  ich  undanckper  fye.  §  By  hercle  das 
ift  befchehen.  Als  ob  er  fpräch.  Das  ift  befchehen  das  ich  aine  fun- 
den hab  die  ich  lieb  hab.  Aber  du  vertzüchft  zelang.  fie  mir  ze- 
fchaffen.  ^  Ift  es  fo  ain  wirdigs  ding  etc.  Ettlich  halten  das  Cherea 
dife  wort  fprech.  Und  ift  der  fin.  0  Parmeno  es  ift  ain  folich  ding 
das  du  dein  ädern  billich  darumb  ftreckeft.  Als  ob  er  fprach.  Sie  ift 
der  eren  wol  werd  das  du  dich  ubeft  mit  allen  deinen  krefften  henden 
füffen  und  haubt.  und  dich  ftreckeft.  das  ift  vaft  arbaiteft.  Sind  es 
aber  deß  knechts  wort,  fo  ifts  der  fin.  0  Cherea  lüg  nun  das  es 
der  eren  wert  fy  das  du  dich  darumb  fo  vil  bekümerft.  Ettlich 
nemen  ain  andern  fin  der  mir  nit  gefeilt,  es  ift  auch  fein  mainung 
«it  gewefen  fchamper  zereden.  §  Es  ift  kain  Jungkfraw.  Merck  die 
antwurt  auff  die  frag  wie  kaine  im  land  noch  in    der    ftat  ir  glvchet- 


—    59    — 

gleich,  die  ire  muttern  flyflich  ziechen,  mit  hangenden  achseln, 
mit  gefchmucktem  leib  das  fie  ran  feien,  ob  aine  bas  mü- 
gender  ift  fprechen  fie  fügt  an  ftryt.  fie  vertziehen  in  die 
fpys,  und  ob  fie  wol  gut  von  natur  ift,  mit  irem  fleiß  machen 
fis  lieftifch  allfo  hat  maus  lieb.  Par.  wie  ift  dann  däw"^  die 
dein.     Che.    Ain  nüvve  geftalt  des  mundes.     Par.    Heben. 


§  Die  ire  müter.  Merck  wie  er  maint  ob  die  jungkfrawen  etwas  fchon 
feind  fo  ift  es  doch  nun  von  fleiß  der  mütern  nit  von  natur.  Als  die 
junckfrau  die  er  gefehen  hat.  §  Mit  gefmucktem.  Das  ift  hart  yn 
gebrifen  und  gegürt  das  fie  fchmal  und  ran  werden,  wann  es  noch 
auff  ertrich  fitt  war  fo  verftünd  maus  wol.  aber  es  ift  vergangen  als 
den  gaiffen  faltz  lecken.  Merck  wie  er  fpricht  zwai  ding,  das  ain  das 
fie  die  achfeln  hencken.  das  ander  das  fi  den  leib  in  zwingen,  und 
die  baide  darumb  das  fi  |  final  und  ran  fyen.  und  etlich  hond  mit 
getzwengter  prüft  von  yn  brifen  und  folichem  vil  arbait  auß  menger- 
lai  urfach.  §  Ob  aine  bas  mügender  ift.  Etlich  fagen  das  den  jungk- 
frawen zelob.  aber  cherea  will  die  nit  loben  die  mager  und  dürr  feind. 
funder  die  leibig  feind  und  fpricht.  Wann  ain  jungkfraw  leibig  ift 
fo  gefeilt  fie  mir.  die  mütern  fagen  fie  fügt  zefechten  als  ain  bauren 
knecht  §  Sie  vertziehen  in  die  fpeis.  Merck  wie  vaft  er  zwungne 
fchoni  verdamnet.  Wann  fo  die  zwingnuß  auff  hört  fo  ift  ir  fchoni 
auch  vergangen.  §  Und  ob  fie  wol  gut.  Das  ift  wol  mügend  leibig. 
§  Mit  irer  getzwingnuß  machen  fie  lieftifch.  Wann  liefth  find  die 
urlangen  bintz.  nit  knopffet  und  nahent  in  gleicher  groffe  und  fchmal. 
Die  geftalt  gefeit  im  nit.  §  Allfo  hat  mans  lieb.  Das  ift  allfo  wenen 
fie  man  habs  defter  lieber.  Als  ob  er  fpräch.  allfo  hat  mans  lieb? 
Nain  freilich  man  het  fie  lieber  wann  fie  von  aigner  natur  wol  leibig 
und  wol  gefar  weren  und  fie  nit  allfo  fchmal  auf  züge.  hungerig** 
und  mit  färb  angeftrichen.  Merck  aber  wie  er  dife  bofe  fitten  der  jungk- 
frawen ftraffet.  §  Ain  nüwe  etc.  Er  fprach  oben.  Ich  bin  der  teg- 
lichen  geftalten  urdrützig.  darumb  fpricht  auch  er.  §  Ain  nüwe 
geftalt.  Wann  was  nüw  ift  das  gefeilt  den  leüten.  §  Heben.  Ift  ain 
wort  das  etwas  verwunderns  bedeüL 


^   SIC 

**  hunherig 


—     60    —  I 

Che.  Ain  wäre  färb,  ainn*  feften  leib,  und  wolfafftig.  Par.  21 
wie  vil  jar?  Che.  Seclitzecbne.  Par.  Ift  der  plum.  Che. 
Schaff  das  du  mir  die  antwurteft  es  fy  mit  gewalt  oder  haime- 
lich  oder  durch  biten,  es  gilt  mir  glych,  das  ich  fie  nun 
brauche.  Par.  was  ?  die  jungkfrau.  was  volcks  ift  fie  ?  Che. 
By  hercle  ich  waiß  es  nit.  Par.  Von  wann  ift  fie?  Che. 
So  vil.  Par.  wo  wonet  fie?  Che.  Das  auch  nit.  Par.  wo  % 
haft  fie  gefehen?     Che.    Am  I 


§    Ain   wäre    färb     Das    ift    ain    natürliche    färb   deß    leibs.     nit    von 

falfchen  färben  angeftrichen.    als  die  künden  die  fuft  nit  geftalt  hond 

fie  blafen  dann    in  das  büchßlin.     §  Ain  feften  leib.     Von  natürlicher 

feuchtigkait  wann  ir  ift  die   fpeis  nit   entzogen,     darumb   ift    fie  wol- 

mügen**  und  vol  geplüetz.    §  Sechtzehen  jar.    zaigt  das  recht  alter  der 

zeitigen  jungkfrawen.     §  Schaff  das  ich  die.     Merck  er  nent   dreierlei 

gewalt.     haimlich.     und  biten.     das  ift  durch  bülen   oder  kupeln.     die 

alle  drü  find  untzimlich.     aber  durch  kauffen  bringt  ainer   aigen  leüt 

in  fein  gwalt.    doch  wift  er  nit  geltz  hinder  im  fo  wift  er  auch  feinen 

vater  nit  |  hinan  zefüren.     Darumb  fpricht  er.     nit  mit  gut  oder    mit 

gelt,   wann  erbet  kains.    und  fpricht.     §  Mit  gewalt.   wann  fie  was*** 

ain  jungkfrau     §  Haimlich.    Wann  fie  was  behüt.    §  Mit  biten.     Wann 

es  was  kain  gelt  alda.     da  mit  begegnet  er  der   haimlichen  frag   deß 

knechts  ob  er  fprechen  wurd.    wie  foU  ich  fie  zewegen  bringen  fo  wir 

nit   gelt   haben.     §  Es   gilt   mir   gleich.     Merck   es   war    ainem   freien 

Jüngling  untzimlich  folichs  zetün.    aber  er  rett  ietz  uß  anfechtung  deß 

gemüts  brinnent  in  der  liebi.     und  als    ain    büler.     nit    als    ain   freier 

edler.    §  Was  volcks  ift  fie.    Parmeno  fragt  nit  allain  von  gefehl  acht. 

funder  auch  ob  fie  frei  fei  oder  aigen.     wann   es   in   der  ftrafi'  groffe 

under  fchaid  hette.   Darumb  fchwert  Cherea  by  hercle  er  wiffe  es  nit. 

wann  folt  Parmeno  gewift  hon  das  fie  frei  edel  war  gewefen  er  hette 

fich  nit  underftanden  Cheream  zu  ir  zefüren. 


am 


—     61     — 

weg.  Par.  wie  hafts  verloren  ?  Che.  Das  han  ich  doch  yetz 
am  her  gan  mit  mir  felber  grißgramet.  und  main  auch  das 
gar  kain  menfch  feie,  dem  gute  felikait  fo  widerwertig  feiend. 
Par.  was  tibels  ift  das?  Che.  Ich  bin  vergangen.  Par.  was 
ift  befcheen?  Che.  Fragft  mich?  fag  kennftu  meins  vaters 
ohaim  und  mit  gefellen  achimenidem  *?  Par.  warumb  nit? 
Che.  So  ich  deren  nachfolg  fo  begegnet  er  mir.  Par.  Frei- 
lich uneben.  Che.  Ja  freilich  joch  unglücklich,  wann  dir 
feind  andre 


§  Wie  hafts  verloren.  Merck  wann  Cherea  die  junckfrawen  nit  verlorn 
hette.  fo  mocht  die  fabel  iren  rechten  außgang  nit  gehebt  hon.  wann 
Iblt  Cherea  gefehen  hon  wa  hin  man  Tie  gefürt  hette  fo  war  er  von 
Thais  erkannt  worden,  das  er  für  den  verfchnitten  nit  mocht  fein 
gefürt  werden**,  und  weren  Parmenonis  und  Cheree  anfchleg  nit  be- 
fchehen.  in  für  ain  verfchniten  zu  ir  zefüren.  §  Mit  mir  felber.  Ift 
ain  zaichen  groffers  fchmertzen  fo  ainer  in  im  felber  grißgramet  und 
keftiget.  §  So  widerwertig  feiend,  da  gebrift  als  mir.  §  Wider- 
wertig.  Wann  ich  wolt  freüd  füchen  fo  kombt  mir  laid.  §  Güte 
falikait.  Ift  ain  gmain  wort.  als  vil  als  |  groffe  falikait  oder 
groß  gelück.  wann  er  fchetzts  im  felb  für  ain  groffe  falikait  das 
er  fi  gefehen  het.  Aber  vil  für  ain  groffer  un gelück  das  er  fie  aus 
den  äugen  het  verloren.  §  Was  uogelücks  ift  das.  Das  im  der  alt  fo 
uneben  begegnet,  haift  er  ain  Unglück,  oder  ungefell.  §  Achime- 
nidem.  Das  ift  mit  der  geberd  zelefen.  das  man  auß  dem  lefen 
mercke  das  er  geheffig  feie.  §  Warumb  ***  nit.  Als  ob  er  fprach.  Fragft 
fo  torlich,  folt  ich  in  nit  kennen.  §  Ja  freilich  unglücklich.  Er 
fpricht  freilich,  wann  Parmeno  mocht  gedacht  hon.  Wie  leicht  ift 
er  entzünt  in  der  liebi  nun  von  fehen.  und  het  villeicht  zweifelt  ob 
es  war  wäre,     darumb  fpricht  er  freilich  oder  werlich. 


*  achimenid( 

**  sie 

***  waramb 


—  62     — 

ungemacli  zefagen  parmeno,  ich  mag  wol  fweren  das  ich  den  22: 
in  difen  nechften  fechs  oder  nahend  fiben  monaten  nie  ge- 
l'ehen  hon,  dann  yetz  fo  ichs  aller  minffc  wolt.  und  fein  aller 
rainft  bedorfft.  Eho  ift  das  nit  aim  wunder  geleich?  wie 
mainft?  Par,  Ja  werlich.  Che.  Er  lieff  als  bald  von  verrn 
her  zu  mir,  bugglot,  zittern*,  mit  hangenden  lefftzen,  kychend. 
loi  los  ich  main  dich  cherea  (fprach  er)  ich  geftund.  waift 
was  ich   dein  wolt?     Sag,  mir  fei  morn 


Er  liefF  als  pa!d  etc.  Merck  darumb  das  er  zaige  im  alle  feUkaifc 
widerwertig  fyn  fo  macht  er  doch  den  alten  buckloten  laufFen  das  er 
kychet.  und  doch  lauffen  v/ider  das  alter  ift.  §  Keichent.  Vor  übri- 
gem hüften  der  in  ftetigklich  keftiget.  §  Bugglot.  Vaft  gebogen  vor 
alter  das  er  sich  nit  mocht  auff  richten.  Merck  auch  wie  Cherea  den 
alten  fo  ungeftalt  machet,  wann  er  het  erft  ain  überfchone  geftalt 
der  jungkfrawen  gefehen.  und  wann  zwei  widerwertige  ding  beiain- 
ander  gefehen  werden  fo  ift  itlich  feiner  geftalt  defter  grober,  darumb 
bedücht  in  der  alt  vil  defter  ungeftalter  ze  |  fein  do  er  der  jungk- 
frawen  geftalt  in  im  het.  und  verlutzt  in  mit  allen  dingen  gegen  der 
jungkfrawen  zefchetzen.  für  ain  jungkfrawen  fetzt  er  ain  alten,  für 
ir  minne  geftalt  deß  mundes  fetzt  er  ain  hangendes  maul,  für  irn 
veften  leib  ain  buggloten  ziterten.  für  ir  wäre  färb  kychend  und 
hüftend  plaich  als  follich  lungenfüchtig  feind.  Und  fo  er  ain  bülender 
Jüngling  ift  fagt  er  im  von  gericht  und  wyßhait.  und  fo  er  vaft  eilen 
foU  macht  er  in  ftill  ftan.  §  Los  los.  Er  redt  fremklich.  dar  by 
merck  das  er  im  vor  auch  gerüfft  het  aber  Cherea  gieng  für  fich  als 
ob  er  es  nit  horte,  darumb  ift  es  mit  feiner  geberd  zelefen.  §  Waift 
was  ich  dein  wolt.  Merck  aber  ain  widerwertigkait  Cherea  der  gachet 
der  alt  vertzücht  in  erft  mit  übrigen  worten  und  fragt  ob  er  wiffe 
v/as  er  woU  und  hett  im  gleich  fo  pald  fein  mainung  gefagt  als  ge- 
fragt, und  alle  andre  wort  vertzücht  der  alt  auf  das  lengft  fo  er  wol 
kurtz  het  gefprochen     Sag  im  das  er  morn  mein  fürfprech  feie. 


SIC 


-      63     - 

aiii  reclitag.  \vas  dann?  daftu  das  deini  vater  flyßlich  ver- 
kündeft  das  er  gedenck  morgens  mein  fürfprecli  zefein.  mitz 
er  das  redt  vergieng  ain  ftund.  ich  frag  ob  er  it  mer  wolL 
ich  habs  reht*  (fprach  er)  So  ich  da  her  fich  zu  der  jungk- 
frawen,  da  ift  kaine.  fie  het  fich  die  weil  etwa  da  her  in 
dife  unfer  gaffen  gekert.  Par.  Ain  wunder  maint  er  nit  die, 
die  deren  huit  gefchenckt  ift.  Che.  So  ich  daher  kom  da  was 
kaine.     Par.    Ift  etwar  mit  ir  gangen?     Che 


§  Was  dann.  Merk  wie  kurtz  feiend  cheree  worfc  wann  er  eilet,  und 
merk  mer  wie  vertzügenlich  der  alt  redt  von  lauffen.  müde,  zitern. 
hüften.  und  keichen.  das  er  in  manen  müft  und  fprach  was  dann, 
als  ob  er  fprach.  Red  für  dich,  kauft  du  es  nit  pald  fagen  was  du 
wilt.  §  Das  er  gedenck.  Aber  ift  die  red  über  lengt.  wann  er  mocht 
^.s'-ol  gefagt  hon  das  er  mein  fürfprech  feie.  Merck  hie  die  ftraff  der 
fürfprechen  die  mit  übrigen  wortten  nit  all  ain  die  fach  verziehen 
fander  auch  die  gerechtikait.  und  richter  mit  den  umftenden  und  fich 
falber  entrichten.  Merk  wie  er  lange  red  verdamnet.  |  §  Untz  er  das 
geredt.  Als  ob  er  fprach,  er  vertzoch  dife  wenige  wort  als  lang  das 
ainer  mocht  ain  ftund  rechnen.  Merck  er  eilet  und  bedaucht  in  ain 
kurtz  zeit  lang  fein.  Auch  ftrafft  er  die  fpitzweifen  die  ir  fachen  mit 
umbworten  ain  ftund  vertziehen.  Die  fie  mit  dreien  worten  mochten 
aus  richten,  §  Ich  frag  ob  er  it  mer  woll.  Wann  wir  gern  hinweg 
giengen  fo  fprechen  wir  wilt  du  fuß  ichtz.  Allfo  tet  er  auch  wann  er 
eilet  von  im.  und  vor  Thais  fprach  zu  dem  Phedria.  §  Ich  habs 
recht.  Het  wol  gefprochen.  nain.  aber  er  macht  umbred  ich  hons 
recht,  und  auch  das  es  gemaine  antwurt  ift  wann  man  fpricht  wilt 
ichtz  mer  das  man  faget  nain  im  ift  recht  allfo.  Da  fpricht  er  ich 
habs  recht,  maint  er  auß  gericht.  §  In  dife  unfer  gaffen.  Wann 
Thais  faß  auch  alda  in  der  felben  gaffen  und  was  in  der  felben  hau& 
gefürt.  §  Ift  etwar  mit  ir  gangen.  Er  verlach  fich  wol  das  es  kain 
andre  were.     aber  er  wolt  es  aigentlich  wiffen. 


*      f3](3 


—     64     — 


Am  magt  und  der  fryhait.     Par.    Sie   ifts   freilich.     h6r  auff 
es  ift  befchehen.     Che.    Du    gaft    mit    aundern    dingen    umb 
Par.    Kenfts    wer    f.e   ift?     Sag    mirs.     oder    hafts    gefehen^^ 
Par.     Ich  habs  gefehen     ich  kenß.     und  waii  wahin   fie   ge- 
turt  ,ft      Che.    Ach  parmeno   kenfts  aber?     Par.    Ich   kenns 
Che.    und  waift  wo  fie  fei.     Par.    Sie  ift  da  her  zu   der  bu- 
lerin  thaidi  gefürt,    und  ir   gefchenckt.     Che.    welcher   ift   fo 
niechtig  mit  fo  groffer  gab?     Par.    Der  ritter  trafo,   phedrie 
nutgraber      Che.    Du  predigft    gar    hert    tail   meins    bruders. 
Far^  Ja  freilich     wann  du  wifteft,    was  er  ir   dar    gegen  ^e- 
kaufft  hette,  du  fprechest  S  »  "  o^ 

* 

§  Es  irt  befcheheu.  Als  ob  er  fpräch,  es  ift  auß  ge rieht,  es  ift  die 
recht.  §  Du  gaft  mit  andern  dingen  umb.  Er  redet  recht  auff  feine 
wt  wann  er  fprach  es  ift  befchehen.  das  dinet*  nit  uf  feine  wort 
als  ob  er  fprach.  Dir  leit  anders  an.  er  wift  aber  „it  was  er  von  im 
lind  het  geredt,  f.e  ifts  freilieh.  §  Und  waiß  wa  hin.  er  gab  die 
antwurt  ee  man  in  fragt,  wann  in  verdroß  der  vil  fragen,  und  ylet 
auch  das  er  deß  Phedrie  fchenck  Thaidi  breehte.     §   Der  ritter  Trifo. 

habe  ab  aim  fohehen  mitnager.    §  Du  predigft.     Als  ob  er  fprach.  fo 

freLh  M  t'/''  "■''  '""'°'''  ^'^  ™™^S  züverfeheneken  §Ja 
gab  Phedrie.  d,e  fo  fehnod  ift.  und  ift  vor  durch  fein  aigne  gab 
gelobet.    Das    feind    zwen    we.   für   in.     und   baid    wider   Phedrifm. 

1  r/'^  ue"-  ^""^  ^'""'  ^'^^''  *^'l  der  herter  w&r  gegen  Thaidi. 
das  Ift  der  bofen**  das  fie  in  nit  lieb  hab  als  den  ritter.  Mefck  wie  gab 
und  miet  gewalt  hond  und.  fürgang  in  der  bfilfchafft.  Darumb  tib 
aul3  oder  gang  auß.  ° 


* 

SIC 


SIC 


—     65     — 

noch  mer.  Che.  was?  ich  bit  dich  durch  hercle.  Par. 
Ain  verfchnitten  *.  Che.  Den  ungeftalten  menfchen  (ich  bitt 
dich)  den  er  geftern  kaufft  hat.  und  das  altweib?  Par.  Den 
felben.  Che.  Der  man  wirt  freilich  mit  der  gab  auß  ge- 
fchlagen.  aber  die  thaidem  hab  ich  nit  gewift  unfer  nach- 
bürin  fein  Par.  Es  ift  nit  lang.  Che.  Hei,  das  ich  si  auch 
nie  gefehen  hon.  aber  fag  mir,  ift  fie  fo  fchon  als  man  fagt? 
Par.  Ja  trün.  Che.  Aber  nichtz  gegen  difer  der  unfernn  ? 
Par.  Es  ift  ain  ander  ding.  Che.  Ich  bitt  dich  bei  hercle 
fchafF  das  ichs  ha- 


§  Was?  ich  bit  dich.  Was  fcheackfc  er  ir  dar  gegen.  Merck  wie 
fenft  flycht  der  rat  her  yn  das  Cherea  für  den  verfchniten  thaidi  haim 
gefürt  werde,  und  fpricht.  §  Ich  bitt  dich  durch  hercle.  Als  wir. 
Ich  bitt  dich  durch  got  fag  mir  was  etc.  §  Den  ungeftalten  menfchen. 
Spricht  menfchen  wann  er  was  weder  man  noch  fraw  zefchetzen. 
§  Der  wirt  freilich  mit  Merck  er  fprach  nit  uß  gefloffen  oder  uß  ge- 
triben.  funder  uß  gef lagen,  als  man  den  hunden  tut.  und  ift  fchno- 
der  §  Aber  die  Thaidem.  Es  ift  alles  not  zu  rechter  fchicklichait 
difer  fabel  wann  folten  Cherea  und  Thais  einander  gekennt  haben, 
fo  mocht  Cherea  nit  zu  ir  gefürt  worden  fein  für  ain  verfchnitten. 
dariimb  fpricht  parmeno.  §  Es  ift  nit  lang  Das  es  defter  glop- 
licher  |  feie  das  ain  Jüngling  fchon  nachbürin  nit  erkenn,  darumb 
fpricht  er  auch.  §  Hei  das  ich  fie  auch  nie  gefehen  han.  Als  umb 
die  vorigen  fach  das  er  nit  erkant  müg  fein  fo  er  für  ain  verfchniten 
gefürt  wirt  §  Gegen  difer  der  unfern.  Ift  hoflich  für  gegen  der 
meinen,  als  ob  es  nun  den  knecht  auch  antreff.  Es  ift  ain  ander 
ding.  Merck  er  fchilt  kainem  brüder  die  feinen,  wann  fie  waren 
baid  lieb  gehabt. 

* 

*  vefchnitten 


T  e  r  e  u  z . 


—  Ge- 
ben müg.  Par.  Ich  wils  mit  fliß  tun.  und  mich  üben  dir  2< 
zehelffen.  willtu  fuß  ichtz?  Che.  warumb  galt  yetz  haim? 
Par.  Das  ich  dife  gab  als  dein  bruder  gehaiffen  hat,  thaidi 
haimfüre.  Che.  0  glückhafften  verfchniten  der  in  das  haus 
gegeben  wirt.  Par.  Als  wie  ?  Che.  Fragftu  ?  Der  die  fchonften 
von  geftalt  alle  zeit  da  haim  ain  mit  aigne  ficht,  reden  mit 
ainander.  wirt  by  ir  in  ainem  haus  fyn  wirt  etwen  mit  ir 
effen.  zu  zeiten  nahent  flafen.  Par.  wie  wann  du  felber 
nun  glückhaft  wurdeft?     Che    Wie  parmeno?     antwurt. 


§  Ich  wils  mit  Heiß  tun  Merck  er  haift  es  von  erft  zetün.  und  dar- 
nach will  er  erft  heltfen.  das  macht  fein  haim  eilen,  die  fchenki 
zeverfüren  darumb  fpricht  er.  §  Wiltu  fuß  ichtz.  Als  gewonlich  die 
abfchaidenden  fprechen.  Und  auch  aus  difen  werten  die  laichery  ent- 
fpringen  wirt.  in  gleicher  weife  als  ob  es  allfo  befchehen  feie  fo 
fenfft  wechft  aines  aus  dem  andern.  §  O  glückhafften  verfniten. 
Merk  wie  durch  Cheree  reden  fo  er  den  verfchniten  falig  fchetzt  das 
er  hin  ein  fol  gefürt*  werden,  wurt  Parmeno  defter  mutiger  Cheream 
für  in  hinein  zefüren.  wann  es  war  doch  fuß  zevil  das  er  im  folte 
folichs  zu.  hon  gemutet  es  war  auch  dem  knecht  zefrevel  gewefen 
folichs  zetün  oder  zu  folichem  zeraten.  darumb  gebürt  |  es  gleich  fich 
felber  unfürtrechtig  inher  flychent.  §  Fragft  du.  Merck  wie  begirlich 
er  die  fünff  ftafFel  der  liebe  meldet  fehen  mitreden  tetfchlen.  nach 
dem  kuß  das  fetfcheln.  das  wirt  alles  in  dem  text  begriffen  von  dem 
der  in  küwen  kan.  Sehen  reden  freüntlich  taften  nach  dem  fchnebeln 
auff  hin  plaften.  Er  nemts  auch  alle  fünff  mit  langen  worten**  ains 
nach  dem  andern  das  er  defter  lenger  frod  haben  müg  von  ir  zereden 
und  das  er  groffe  hoffnung  künftiger  frod  ertzaige.  §  Wie  wann  du 
felber.  Es  ift  zebeduncken  Parmeno  rede  das  mer  in  fchimpff  ee 
wann  darumb  das  es  befchehen  folle.  aber  es  will  dem  Cherea  nit 
ain  fchertz  fein. 

* 

*  gefür 

**  woten 


—     67     — 

Par.  Nimb  deß  klaid.  Che.  Sein  klaid?  was  dann  darnach? 
Par.  So  für  ich  dich  da  hin  für  in.  Che.  Ich  hors.  Par. 
Und  lag  du  feieft  er.  (]he.  Ich  mercks  Par.  Du  enpfachft 
den  nutz  von  dem  du  yetz  gefagt  haft,  den  er  haben  werd, 
mit  ir  effen,  by  wefen,  antaften,  fchertzft  mit  ir,  etwan  Tchlaffft 
nachend.  voruß  fo  dich  ir  kaine  kennet,  noch  enwaiß  wer 
du  feieft.  über  das  ift  din  alter  unnd  geftalt  das  man  dich 
leicht  für  ain  verfchnitten  fchetzen  mag.  Che.  Du  haft  fchon 
geredt,  ich  gefach  nie  kain  boffer  rat  geben  furderlich  laß 
uns  nun  ynhin  gan.  rieht  mich  ietz  zu.  furhin  fo  bald  du 
mäht  Par.  was  fagft.  ich  hon  nun  gefcbertzt.  Che.  Du 
klaperft.     Par.    Ich  armer 


§  Nimb*  deß  klaid.  Merk  aber  wie  fitlich  parmeno  in  gat.  er  wolt 
nit  zemal  in  die  boi'en  fach  fallen  das  er  fprach  wolauf  ich  will  dich 
für  den  hemling  thaidi  haim  füren,  es  war  zefrevel.  dar  umb  fprach 
er  dife  ding  an  zefahen.  Nimb*  deß  klaider.  und  do  er  merckt  feinen 
willen  do  ret  er  mer.  So  für  ich  dich  da  hin  für  in.  feinen  willen, 
aber  merck  by  cheree  worten  do  er  fprach.  fein  klaid.  was  dann 
darnach,  als  ob  er  fprach  das  gefeit  mir  wie  mer.  und  darnach. 
Ich  hors  und  mercks  alles  gern  und  gefeit  mir  wol.  §  Mit  ir  effen. 
die  ding  wem  gnügfamlich  oben  ertzelt.  aber  dife  ftaffeln  der  liebe 
ainem  Jüngling  offt  fürheben  und  betrachten  macht  in  ynbrünftiger. 
§  Vor  uß.  Als  vor  zenechft  begriffen  ift  fo  er  fpricht  er  hab  fie  nie 
gefehen.  fie  fei  auch  nit  lang  by  in  an  der  gaffen  gefeffen.  §  Dyn 
alter.  Wann  on  part  als  all  verfniten  feind.  §  Und  geftalt.  wann 
du  bift  fchon.  §  Was  fagft.  Merk  wie  liftiglich  der  knecht  fich  gern 
uß  der  groffen  fchuld  züge.  doch  das  es  dannocht  befchehe.  aber  nit 
uff  in  gelegt  wurde.  §  Du  klaperft.  Als  ain  ftock.  als  ob  er  fprach. 
Ich  ker  mich  nit  an  dein  gefwetz.     es  m^ß  fein. 


mili 


was  hon  ich  geton?  ich  bin  vergangen,  wie  ftaft?  du  ent- 
richft*  mich  ietz.  ich  fag  dir  wol  bleib.  Che.  Gee  wir.  Par. 
Laß  nit  darvon  Che.  Es  ift  gewis.  Par.  Lug  das  der  rat 
it  zu  liftig  fei.  Che.  Nain  warlich,  laß  gan.  Par.  Die 
bonen  werden  in  mir  zerftoffen.  ach  wie  ain  verdachte  bü- 
berei.  Che.  Solt  das  fo  ftraffbar  fein,  das  ich  in  ainer  bu- 
lerin  huß  gefürt  wurd.  und  das  ich  den  felben  die  uns  und 
unfere  plüende  Jugend  all  weg  allfo  verherend  und  uns  all 
zeit  in 

* 

§  Du  entrichft*.  Etlich  fprechen  an  difem  end.  wie?  flechft  mich 
darzü.  als  ob  er  fprach  wie  wilt  mich  noten  das  ze  tun  mit  ftoffen 
und  f legen.  Aber  im  latin  ftat  perculeris  und  nit  percufferis.  und 
perculeris  bedüt  wegnuß  oder  entrichtung  daß  gemüts.  Und  percuf- 
feris deß  leibes  wegnuß  oder  flahen.  Nimb  welches  du  wolleft.  fo 
ift  doch  das  der  fin.  Ich  fich  wol  du  wolteft  mich  noten  das  ich  dich 
in  der  geftalt  Thaidi  haim  fürte,  doch  wie  dem  allen  fo  fol  man 
doch  die  ding  underfchidlich  fitlich  und  verftentlich  lefen  uff  den  fin 
das  man  uß  den  worten  verftan  müg  das  der  knecht  gleißnet  das  er 
es  nit  I  gern  tu.  funder  als  ainer  der  von  feinem  herrn  getzwungen 
wirt  das  zetün.  §  Laft  nit.  Als  ob  er**  fprach.  hör  lieber  laß  von 
deiner  narrenweiß  es  ift  mein  fchimpff.  mainft  das  mir  ernft  fei. 
aber  cherea  wolt  fich  nit  daran  körn  es  müft  fein  und  fprach  ja  frei- 
lich ich  laß  nit  ab  es  ift  gewiß  es  muß  fein  du  bedarfft  mir  kain 
fchimpf  daruß  machen.  §  Die  bonen.  Das  ift  das  übel  wirt  als  uff 
mich  gelegt  und  du  tüft  es.  Zegleicher  weiß  als  fo  man  bonen  ftoft 
der  morfer  all  ftoß  muß  enpfahen***.  allfo  wie  wol  du  zeftraffen  wereft 
umb  die  groffen  miffetat  fo  muß  ich  doch  die  ftoß  und  fleg  für  dich 
leiden.  Etlich  fagen  das  fprichwort.  die  bonen  werden  uff  mir  zer- 
ftoffen. fei  genomen  von  den  kochen  wann  fi  die  bonen  nit  recht 
fieden  das  die  herren  fprechen  man  folt  ins  uff  den  kopffen  zerflahen. 
allfo  mainet  er  man  werde  doch  in  ziehen  f  er  hab  die  bonen  übel  kocht 
den  Cherea  in  ains  verfniten  weiß  auß  zefüren  die  jungkfrawen  ze- 
fwechen.  darumb  werd  er  geflagen  und  von  im  getzwungen,  §  Solt 
das.  Merck  uff  difen  text.  wie  er  gleich  mit  gleichem  maint  zever- 
gelten  fein.  Und  küw  den  text  wol  wann  er  hat  gar  vil  in  im. 
§  verhernd.  Das  ift  das  beft  von  unß  ziehen,  als  die  trelche  uß 
den  ehern. 

*  sie 

**  ober 

***  enpfaben 


—     69     — 

all  weg  keftigent.  nun  widergelt,  und  fie  alfo  laich  als 
wir  von  in  glaicht  werden,  oder  mainft  du  es  fei  gleicher 
das  wir  dife  ding  leiden  wann  das  fie  von  mir  übergefchydigt 
werde?  und  wie  wann  fie  es  innen*  werdent.  niemant  wirt 
es  fchelten.  fie  werden  die  gefchicht  alle  billich  fein  fchetzen. 
Par.  was  ift  das  wiltus  ye  tun  fo  tus,  aber  das  du  hinnach 
die  fchuld  nit  auff  mich  kereft.  Che.  Ich  tus  nit.  Par.  Haift 
michs  aber?  Che.  Ich  haiß  dichs,  ich  zwing  dichs  auch,  und 
gebüt  dirs.  Par.  Ich  will  dem  obern  gewalt  nimmer  entflihen 
nun  volg  mir.     Che.    woll  got  das  es  wol  gerat. 


wann  es  ftat  im  latin  defpicatam  und  kombt  von  fpica  das  ift  ain 
eher,  etlich  fprechen  verfmehen  oder  verachten  und  wäre  defpicatam 
für  defpectam.  §  Oder  mainftu.  als  ob  er  fprach.  lieber  wiwol**  es 
dich  villeicht  zeliftig  dunckt  und  ftraffbar  ift  dannocht  ift  uns  weger 
das  die  bülerin  folichs  von  uns  enpfahen  wann  wir  von  inen.  Es  wirt 
auch  von  menglichem  nit  fo  groß  gefchetzt  alf  du  fürchft***.  wann 
unfer  ding  wirt  gelobet  und  das  ir  gefcholten.  §  So  tus.  für.  wiltus 
ye  fo  tu  ichs.  §  Haift  michs  etc.  Merck  wie  Parmeno  difer  fachen 
nit  ain  fecber  fein  will,  funder  aia  knecht.  §  Woll  got  etc  Das 
fprichwort  hat  ain  urfprung  von  hectore  und  Aiace.  wann  als  die 
kriechen  ains  mals  für  froiam  zugen  do  vertrib  fie  hector  mit  ftarker 
haut  on  groffen  widerftand.  nun  |  ailain  von  Aiace  der  fich  gwaltig- 
lich  fein  er  wert.  Nacb  langem  fechten  fragt  in  hector  wer  er  war. 
er  fprach.  ich  bin  Aiax  thelamonis  von  Exiona  geborn.  die  was 
Priami  feins  vaters  fwefter.  Da  lieffen  fie  den  has  und  begabten  ainer 
den  andern.  Aiax  hectorem  mit  ainer  gürtel.  hektor  aiacem  mit  aim 
fwert.  und  gerieten  baid  gab  nit  wol.  wann  als  Hector  von  Achille 
erf lagen  ward  do  band  man  in  mit  der  felben  gürtel  an  die  füß  und 
flaipfft  in  dreimal  umb  die  ftat  Aiax  erftach  fich  felber  mit  dem 
gefchenckten  fwert.  darumb  das  im  Achillis  waffen  nit  werden  moch- 
ten. Darumb  nemen  die  weihin  f  kain  meffer  oder  gürtel  gefchenckt 
fie  geben  etwas  gelts  her  wider  wie  wenig  das  feie  in  maß  als  ob  es 
ain  kauff  feie. 


*•    SIC 

***  sie 
t  si^. 


—     70     — 

Die*  drit  underfchaid.     Redt  der  Ritter  und  Gnato  mit  einander,  daa     2( 
hört  Parmeno  haimlich.    Und  redt  ye  auch  darzü. 


Bild: 

Straße.    Vorn  von  links  Trafo,  von  rechts  Gnato.    Rechts  von  diesem 
sieht  Parmeno  hinter  einer  hausecke  vor. 


—     71     — 

Tra. 
[FJReilich*  thais  fagt  mir  groffe  danck?  Gna.  übergroffe. 
Tra.  wie  gichft.  waß  fie  frölich?  Gna.  Nit  fo  vil  von  der 
gab,  als  das  fie  ir  von  dir  gefchenckt  ist.  deß  zaigefc  fie  fich 
figlich.  Par.  leb  befich  da  her,  das  ich  wann  es  zeit  fei  hin 
für.  aber  fich  den  rifcter.  Tra.  Es  ift  mir  von  got  be- 
fcherfc  das  alle  meine  tun  zedanck  werden  auff  o^enomen.   Gna. 


§  [D]Ife**  Seen  das  ift  der  tail  oder  gefchicht  gat  allfo  das  fie  geredt 
wirt  zu  der  zeit  als  gnato  die  junckfrauen  thaidi  gefchenckt  het.  und 
der  riter  gegen  dem  huß  gieng  thaidem  uff  das  nachtmal  zef ordern 
und  gnato  vor  dem  huß  zu  im  kam  ee  das  Parmeno  fein  fchenck 
bracht  het.  und  helt  in  ir  deß  liebkallers  zütüteln  und  der  fmaicher 
kunft.  als  er  oben  gelert  hat  in  der  fcen  o  untotlichen.  Helt  auch 
inn***  die  torhait  des  ergüdigen  ritters.  §  über  groffe.  Merck  uit' das 
liebkallen.  der  riter  |  fragt  von  groffem  danck.  der  liebkaller  legt 
darzü  und  antwurt  nit  allain  ja  groffe.  Er  fpricht  übergroffe.  der 
riter  fragt,  ift  fie  frolich  der  gab  halb,  er  antwurt.  fie  zaigt  fich 
figlich.  das  ift  über  frolich.  als  die  in  ainem  ftreit  den  fig  genomen 
hond.  Merck  folichen  fint  man  kainen  mer.  Glofa.  Er  lügt  das  land 
ift  vol.  §  Als  das  fie.  Merck  aber  wie  groß  der  zütütler  der  thais 
lieb  macht  gegen  demf  riter  fo  er  merckt  das  er  gern  hört  das  fie  in 
lieb  habe,  er  fpricht  es  fro  fie  mer  das  die  fchencki  von  im  kom 
wann  die  fchencki.  als  ob  fie  in  Über  hab  wann  die  gab.  das  doch 
wider  der  bülerin  wefen  und  natur  ift.  §  Deß  zaigt  Merck  wie  der 
zütütler  ain  adelich  wort  braucht,  figlich.  als  ob  fie  ain  ftreit  ge- 
wannen hab.  und  tut  es  dem  riter  zefmaichen  und  zerüren  §  Ich 
befich.  da  wirt  parmeno  yn  getzogen  als  die  drit  perfon  di  mit  ir 
felb  ret.  darumb  ift  Unordnung  der  red  wann  er  ret  im  finn  und  ift 
die  mainung.  das  ich  wann  es  ift  zeit  fie  hin  füre  die  gab  von  meinem 
herren  als  mir  befolhen  ift.  §  Das  ift  mir.  Als  ob  er  fprach.  das  ift 
ain  befunder  gab  oder  befcherung  von  got  das  ich  menglichem  gefellig 
bin.  allda  berürt  er  die  befcherung.  das  wir  fotumff  haiffen.  das  ift 
ain  auffatzung  von  den  goten  ains  yetlichen  menschen  wefen.  davon 
die  maifter  vil  gefchriben  hond.  in  funder  Tulius  ain  gantz  buch. 
Ovidius.     ßoecius  und  vil  ander,    aber  es  gehört  nit  hie  yn  zemifchen. 


^-  [F]  lücke  durch  zwei  zeilen 
**  [D]  lücke  durch  zwei  zeilen 

t  de 
ti"  fotü 


—     72 


Ich  habs  by  hercle  wol  gemerckt.  Tra.  Der  künig  Taget  mir  2' 
all  weg  den  groften  danck,  was  ich  begund.  den  andern  nit 
allfo  Gna.  welcher  die  wyßhait  hat  das  in  dir  ift,  der  zücht 
offt  wol  in  fich  mit  Worten  groß  eer  mit  fremder  arbait  er- 
worben. Tra.  Da  fagfts.  Gna.  Darurab  hat  dich  der  künig 
allweg  in  äugen.  Tra.  ja  trün.  Gna.  tragen.  Tra.  ja  wer- 
lich  er  getraut  mir  auch  fins  gantzen  hors  und  aller  feiner 
gehaira.     Gna.    wunder.     Tra. 


§  Ich  habs.  Merk  wie  der  zütütler  alle  deß  riters  wort  beftetiget 
als  er  oben  gelert  hat  fprechents.  ja  ich  fprich  ja.  §  Der  künig 
Merk  wi*  der  ergüdig  riter  vor  übriger  begird  gelobt  zewerden  fo  ain 
höhen  fprung  tut  uß  klainem  zütüteln  untz  uff  den  künig  on  als  niitel. 
Merck  fyn  torhait.  §  Welcher  die  Mainet  weißheit  haben  fy  in  im. 
Merck  aber  uf  fein  fmaichen  er  gyt  dem  riter  weißheit  und  klügbait 
der  wort  deren  kains  in  im  ift.  darüber  ift  es  ain  vermifchte  red  die 
man  uff  güts  oder  args  verfton  mag.  auff  args  als  ob  er  fprach.  du 
legft  dir  felber  eer  zu  die  I  ain  ander  verdient  und  erworben  hat  und 
dir  nie  gegeben  ift.  aber  der  riter  verftat  es  uff  den  beffern  fin  das 
ift  der  erft.  darumb  fpricht  er  dar  uff,  §  Du  fagfts.  als  ob  er 
fprach.  Du  verftaft**  die  ding  alle  gar  wol  Etlich  hond  im  text  du 
häfts  für  du  fagfts.  ift  auch  recht,  wann  was  wir  in  dem  gemüt 
verftand  das  haben  wir.  §  Darumb  hat  dich  der.  Merck  aber  die 
groß  begird  gelobt  zewerden.  wann  ee  das  Gnato  gar  uß  redt  fo 
underredt  im  der  riter.  wann  Gnato  wolt  gefprochen  hon.  §  In  augeu 
tragen,  aber  ee  das  er  das  tragen  voll  uß  geredt  fo  fpricht  der  riter. 
§  Ja  trün.  und  eilt  das  er  fich  felber  fürbas  rüme.  Und  mügen  dife 
wort  aber  in  ain  andern  weg  genomen  werden,  als  ob  er  fprach. 
darumb  hat  dich  der  künig  für  ain  toren  inn  äugen,  aber  Trafo  be- 
gert  gelobt  zewerden.  darumb  vernimbt  er  es  für  ain  lob  wie  wol 
im  gnato  das  fpecklin  durch  den  mund  zücht.  §  Wunder  Das  wort 
wirt  in  zwen  weg  genomen.  der  ain  ift  Du  fagft  wunder  groffes 
vertrüwen  das  der  künig  zu  dir  hat  und  liebi.  das  ift  fein  liebkallen. 
Der  ander  ift  verdeckt  und  fpotlich.  als  ob  er  fprach.  es  ift  ain 
wunder  wann  aiii  künig  ainen  folichen  leichten  torochten  ergüdigen 
riter  fein 8  hores  oder  rät  getruwen  foU.     und  der  fin  ift  beffer. 


*-  v'ftat 


—     73     — 

r«  Und  wann  er  maßlaidy  der  leüt  empfieng,  oder  has  des  ge- 
fcheffts,  oder  wa  er  ruwen  wolt,  fo  berüeffet  er  mich  ainigen. 
(kenfts  felber)  nachent.  Gna.  Ich  waiß.  als  ob  er  das  eilend 
ans  dem  gern üet  wöll  fpeien.  Tra.  Du  hafts.  dann  fo  fürt 
er  mich  allain  mit  im  zu  ainem  zech  gefallen.  Gna.  Hui  du 
meldeft  von  ainem  treffenlichen  künig.  Tra.  Ja  er  ift  ain 
menfch  deren  sfar  wenisf  ift.     Gna. 


§  Maßlaidy.  Das  ift  der  herren  und  amptleüt  von  im  gefetzt,  das  ift 
wann  in  verdroß  deß  gemainen  nutz  zebedencken  mit  feinen  raten  von 
übriger  mü.  und  er  wolt  ergetzlichait  fücben  und  rüwen  §  Verftats 
felber  wol  Merck  aber  deß  ritters  torhait.  der  maint  man  verftand 
in  e  das  er  hab  uß  geret.  als  gewonlich  die  finu  armen  tünt  die 
mainen  man  fehe  in  in  das  hertz  was  fie  reden  wollen,  und  man 
merck  es  auß  irer  geberd.  §  Als  ob  er  das  eilend.  Das  ift  den  ver- 
driß  und  müde  deß  gemütes  auß  wollen  treiben  yeglicher  wys  als  wir 
überflüffikait  deß  lybes  uß  dem  lych|nam  fpeien.  allfo  fpeien  oder 
tryben  wir  iinrü  und  verdriß  mit  ergenlikait*  uß  dem  gemüt.  Und  redt 
Gnato  grob,  wann  in  verdroß  auch  übrigs  rümen  deß  ritters.  als  ob 
er  fprach.  Ja  die  herren  habend  geren  follich  narren  mit  denen  fie 
fich  ergetzen  und  ir  gemüt  erholen.  §  Dann  fürt  er  mich.  So  er  fleh 
in  weißhait  geübt  und  verdrieffen  het.  §  Allain  mit  im.  Merck  wie 
hoch  er  abher  feit  der  vor  ain  haubtman  was  deß  gantzen  hores  und 
obrofter  rat.  den  fürt  er  yetz  und  das  er  fein  unrü  und  müde  mit  in** 
als  ainem  goggelman  vertreibe.  Yil  ander  finn  nimbt  man  uß  dem 
text.  deß  ift  aber  genüg,  doch  fpricht  er  nit  umfuß  allain.  auch 
fp rieht  er.  fürt  er  mich  und  fpricht  nit.  er  berüfft  mich.  §  Du 
meldeft  etc.  Als  ob  er  fprach  hat  er  dich  recht  lieb  fo  ift  er  ain 
goggelman  als  du.  Ift  er  aber  weiß  fo  helt  er  dich  als  du  bift  für 
ain  narrn  mit  dem  er  fein  kurtzweil  fücht.  Und  nach  den  baiden 
finnen  rauft  du  die  nachgenden  wort  verftan.  §  .Ja  er  ift  ain  menfch. 
Und  deß  gnato  red  fo  er  fpricht 


Sic 


_     74     — 

Ona.*  Ja  ich  main  kainer  wann  er  mit  dir  lebt  Tra.  Sie  nydten 
mich  all.  biffen  haimlich.  ich  verachtes.  Sie  neidten  mich 
erbermklich.  aber  doch  ainer  gar  vaft,  den  der  künig  der 
indifchen  helfant  marftaller  gefetzt  het.  Als  mich  der  felb  mer 
und  mer  befwerend  was,  fprach  ich.  ich  bit  dich  Strato  biftu 
darnmb  fo  frevel,  das  du  gewalt  haft  über  Beluas?  Gna.  By 
hercle  das  was  fchon  und  weiflich  geret  hunhun  du  würg- 
teft  den  menfchen.  was  fprach  er?  Tra.  Er  was  gleich  ain 
ftum.  Gna.  wie  kund  rat  fein?  Par.  0  ir  lieben  göt  wie 
ain  verlorner 


§  Ja  ich  main  kainer.  als  ob  er  fprech.  ja  wann  er  ain  menfch  ift 
der  dich  von  weißhait  fürneme  oder  vernunfft  wegen  lieb  hat  fo  ift 
kain  follicher  menfch  mer  uff  ertrich.  aber  der  ritter  nam  es  als  uf 
im  zelob  wann  er  was  ergüdig.  Oder  man  mag  nemen  das  er  das 
wort.  Ja  ich  main  kainer.  haimlich  gerett  habe.  §  Ich  verachtes. 
Ir  neiden  und  haimlich  ftnpffen  und  beiffen.  Als  aigenfinnig  leüt 
tünd.  §  Sie  neidten  mich  er.  Das  ift  vil  zefaft  das  es  zeerbarmen 
was.  Und  merck  eben  wie  zwe**  mal  ftat  fie  neifcen  mich  darby  du  un- 
kundenhait  deß  ritters  mercken  macht,  der  unnützlich  ain  ding  zwe- 
mal**  rett  on  endrung  deß  fmnß.  und  als  bald  darnach.  §  Aber  doch 
ainer  gar  vaft.  und  het  doch  vor  gef prochen.  All  erbermklich.  Das 
doch  I  mer  ift  wann  gar  vaft.  §  Den  der  künig.  Als  ob  er  fich  gegen 
gar  aim  groffen  geftrübt  habe  der  gewalt  über  Indifchen  Helffant  ge- 
hebt hat.  die  doch  groffer  feind  wann  ander.  Merck  fein  torhait. 
§  Beluas.  iJelue  haiffen  die  groffen  unvernünfftigen  thier  die  man  zu 
kriegen  braucht,  und  wirt  von  dem  wort  bellum  getzogen.  das  krieg 
bedeüt.  §  Da  würgteft.  Merck  auff  den  liebkaller.  er  fpricht  würgteft 
als  ob  er  mit  im  gefochten  hab.  nit  geredt.  §  Er  was.  Er  het  ain 
wolgefallen  von  feinen  geüdworten.  und  macht  vil  wort,  het  wol 
kurtz  geantwurt.  nichtz.  §  Wie  kund.  Merck  kluge  ftupffwort.  wann 
er  het  vor  gefagt  du  würgteft  den  menfchen 


*  Gna.]  hier  und  28 r"  ende 
**  sie 


—     75     — 

'^  und  armer  menfcb.  und  den  groffen  fchalck.  Tra.  wie  dann 
das  gnato?  hab  ich  dir  gefagfc  wie  ich  rodium  rüret  in  der 
zech.  Gna.  Nie.  Aber  ich  bitt  dich  fags.  ich  hons  yetz 
mer  dann  taufent  mal  gehört.  Tra.  Der  Jüngling  den  ich 
lag  rodius  waf  bv  unf  in  ainer  wirtfchaffc  von  gefchichfc  het 
ich  ain  hürlin  er  fing  an  mit  im  zefchertzen  und  mein  fpotten. 
was  fagft  du  fchamper  menfch  (fprach  ich)  du  bift  felbft 
ain  has,  und  fuchft  die  pretlin.  Gna.  Ha  ha  he.  Tra.  was 
ift?     Gna.  Hofflich  fchon  unnd  ordennlich. 


§  Und  den  groffen  fchalck.  Maint  gnatonem  der  den  ritter  alfo  mit 
liebkallen  umfürt*,  doch  ftat  im  latin  facrilegus  das  ift  ainer  der 
heilige  ding  ftilt.  Doch  wirt  es  für  ain  fchalck  genomen.  §  Wie  ich 
rodium  rürt.  Das  ift  zefpot  bracht  mit  ftichwortlin.  §  Nie.  Merck 
wie  liftiklich  fo  pald  der  ritter  alifo  ret  do  verftünd  gnato  das  er  es 
gern  gefagt  het.  darumb  bat  er  in  zefagen.  §  Ich  hons  yetz  mer. 
Dannocht  wolt  er  es  im  zugefallen  mer  hören,  ob  er  es  nie  gehört 
het.  Und  merck  das  gnato  dife  wort  in  im  felb  ret  nit  laut  das  fie 
der  riter  hört  §  Von  gefchicht.  Merk  wer  die  narren  reden  lat  wie 
fie  ir  aigen  fchand  felber  melden,  als  hie  der  ritter  lang  von  grof- 
fen I  dingen  hat  gegüdet.  zeletft  fagt  er  felber  wie  fein  von  feins 
bülen  wegen  gefpotet  würt.  als  der  text  weift.  §  Du  bift  felb  ain 
has.  Ift  beffer  verborgen  wann  glofiert.  füch  yetlichs  felber  den  fin 
der  recht  ift.  du  fuchft  oder  begerft  das  dn  felber  gibft.  §  Ha  ha 
he.  Der  zütütler  lacht  das  der  ritter  wenen  folle  es  gefall  im  fo  wol. 
als  ob  er  es  nie  mer  hab  gehört,  darumb  ift  es  mit  feiner  geberd 
zelefen.  §  Hof  lieh,  allfo  das  es  die  leüt  erfro.  und  den  redenden 
gefeilig  mach.  §  Schon.  Mit  zimlichen  fchonen  faubern  worten. 
§  Ordenlich.     Wol  getziert  und  mit  worten  geblümt. 


*  sie,  nicht  umb- 


—     76     - 

nüntz  darüber.  Lieber  ift  das  fprichwort  dein?  ich  wond 
es  wer  alt.  Tra.  Haft  vor  gehört?  Gna.  OfPt.  es  wird  für 
andre  gebraucht.  Tra.  Es  ift  mein.  Gna.  Es  tut  mir  we 
das  folichs  dem  torochten  freien  Jüngling  fy  zugeredt.  Par. 
Das  dich  got  fchent.  Gna.  Ich  bit  dich  waß  er?  Tra.  Er 
was  verlorn.  Alle  die  da  waren  fturben  vor  lachen,  dartzu 
forcbten  fie  mich  yetz  all.  Gna.  Nit  unbillich.  Tra.  Aber 
los  du  würd  ich  mich  entfchuldigen  gegen  der  Thaidi  ? 


§  Ift  das  fprichwort  dein.  Vor  zeiten  wann  etwas  mercklichs  und 
fchons  geredt  ward  der  gedehtnuß  *  wirdigs.  das  ward  dem  erften 
finder  im  zelob  behalten  geaignet  und  zu  gefchriben.  Allfo  will 
Gnato  dem  ritter  liebkallen  als  ob  er  wene  es  hab  von  im  ain  anfang. 
und  fpricht.  §  Ich  wont  es  wer  alt  So  es  gemainglich  gebraucht 
wirt.  §  Es  tut  mir  we.  Merk  wie  der  liebkaller  fpricht  der  Jüngling 
erbarm  in  das  er  alfo  von  im  wurde  gefchent.  als  ob  er  im  gar  grof- 
fes  geton  hab  und  ift  doch  fein  fpott.  als  er  vor  auch  fprach.  Du 
wurgteft  den  menfchen.  nun  zaigt  er  über  in  erbermd  haben.  §  Das 
dich  got  fchend  |  Das  redt  Parmeno  umb  fein  falfches  zütüteln  und 
maint  Gnatonem.  und  redts  doch  haimlich  das  es  Gnato  nit  hört. 
§  Ich  bit  dich.  Gnato  redt  kurtz  das  der  güder  wider  zereden  kom. 
darumb  redt  er  nit  gar  auß.  er  redt  mit  halben  worten.  §  Die  da 
waren.  Merck  deß  ritters  torechte*  wort,  fpricht  die  leüt  fturben  vor 
lachen,  er  ift  ain  tor  darum b  werden  im  torochte**  wort  zu  geaignet. 
§  Dartzu  forchten  fie  mich.  Das  ich  it  ain  andern  auch  rürte  mit 
difen  wortten.  Du  bift  felb  ain  has  und  fuchft  die  prätlin.  und  ich 
bit  dich  Strato  biftu  darumb  fo  fraidig.  das  du  gewalt  haft  über 
beluas.  §  Nit  unbillich.  Das  rett  er  gegen  im  liebkallend  und  ift 
doch  fein  gefpot.  §  Würd  ich  mich  entfchuldigen.  Das  ift  ain  vorred 
oder  Zettel  zu  dem  krieg  zwifchen  dem  ritter  und  thaide  künftigen- 
als  du  da  felbs  bas  verfton  wirft. 


SIC 

sie 


—     77     — 

das  lie  argkwonet,  mich  dife  liebhaben?  Gna.  Nichtz  minder, 
ja  du  folt  wol  den  argkwon  meren.  Tra.  warumb  ?  Gna. 
Fragft?  waift  nifc.  ob  fie  etwan  phedriam  meldet  oder  lobt, 
das  fie  dich  prenne.  Tra.  Ich  mercks.  Gna.  das  das  nit 
befcheche,  ift  allain  dife  büß.  wa  fie  phedriam  nennet,  du 
als  pald  pamphiliam.  aber  wann  fie  fpricht,  laß  wir  phedriam 
her  ein  mit  uns  zeeffen,  fprich  du,  berüff  wir  pamphiliam 
zefingen.  lobt  fie  deß  geftalt,  du  deren  herwider.  Und  gib 
allweg 


§  Das  fie  mich.  Aus  difen  wortten  ift  wol  zemercken  das  thais  den 
ritter  darumb  gekipelt  hat.  als  dann  die  frawen  tünd  die  efel  vail 
hond  Ach  du  haft  die  auch  lieb  ich  mags  nit  leiden,  mir  bricht  das 
hertz  fo  ich  dich  mit  der  fich  reden  etc.  Affen  fpil  und  deß  gleichen. 
Sie  hat  dife  wort  auch  mit  Phedria  von  dem  ritter  geredt,  als  oben 
an  dem  end  difer  Seen  0  mir.  §  Ja  du  folt.  Das  wirt  ain  urfach 
das  der  ritter  wirt  auß  geftoffen.  Und  merck  das  weit  fürtrachten 
deß  Poeten  und  wie  gleich  ains  aus  dem  andern  felb  wechft.  als  ob 
€8  yetz  gefchehe  vor  uns.  §  Dife  büß.  Das  fie  dich  gantz  argkwone 
pamiphiliam  vaft  lieb  haben.  §  Wa  fie.  Wa  bedeüt  die  ftat  und  die 
zeit,  und  ftat  hie  wa  das  ift  wann.  Und  merck  bei  difem  text  den 
fchonen  zettel  zu*  dem  kipeln  oder  kriegen  zwifchen  dem  ritter  thaide. 
und  gnatone  zebefchehende.  §  Als  pald.  Darumb  das  die  bülerin 
verftand  das  du  fie  mit  der  müntz  betzalen  wolleft  die  fie  dir  ge- 
lihen  hat.  Ain  gevatterfchafft  übern  zäun  die  ander  herwider.  und 
das  du  ir  alle  untrüw  mit  gleichem**  wilt  vergelten  ob  du  auch  Pam- 
philiam nit  lieb  haft.  §  Mit  uns  zeeffen.  Der  text  hat  comeffatum. 
das  bedeüt  nit  allain  effen.  funder  darzü  lüftliche  wol  beraitte  fpeiß 
nieffen  die  man  flecklin  nennt,  und  das  befte  tranck  unmeffigklich 
genoffen  nach  bofer  begird.  §  Laß  wir.  Stat  wol.  wann  Phedria 
was  aus  dem  haus.  Pamphilia  was  darinn.  Darumb  bedorfft  er  ein- 
laffens.  fie  nun  berüffens,  §  Du  deren.  Das  ift  fo  lob  du  der  Pam- 
philia geftalt  herwider.     das  ift  gegen  irem  loben  das  fie  Phedrie  tut. 


gleiche 


—     78    —  ' 

gleich  umb  gieichs,  das  fie  wider   bitzel.     Tra.    Ja   wann    fie    30  vi 
mich  lieb  hette,  fo  wer  das    hilfflich    gnato.     Gna.    wann  fie  | 

deß  das  du  gibft  begeret  und  lieb  hat,  fo  hats*  dich  vorauß  j 

lieb,     und  mag  ir  leicht  befchehen    das  ir  wee  tut,    und    all-         J 
weg  deß  nutz  beforget  den  fie  enpfacht  das  du  erzürnter  den 
etwan  anderfwa  kereft.     Tra.    Du  haft    wol   gerett,    aber   das 
kam  mir  nit  in  fin.     Gna.    Es  ift  ain  fpot.    du  haft  nit  daran 
gedacht,  wann  freilich  trafo  du  hetteft  felber  das  vil  bas  er-  I 

funden.  1 


§  Das  Tie  wider  bitzel.  Will  fie  dich  raitzen  mit  dem  phedria  fo  raitz 
fie  mit  der  pamphilia.  §  Ja  wann.  Hie  merck  ain  weitfürtrachten 
deß  endes  und  der  richtung  die  zeletft  foU  befchehen  wann  der  ritter 
würt  leiden  muffen  in  der  richtung  das  im  phedria  bei  thaide  wei'd 
fürgefetzt,  und  wie  das  defter  leichter  zedulden  werde  von  dem  ritter 
fo  ift  fein  arckwon  gut  darzü.  das  er  allweg  gedacht  fie  het  phedriam 
lieber  wann  in.  Und  ift  dife  red  deß  ritters  wol  zemercken.  Sie  ift 
auch  vernünfftig  wiewol  er  fuß  vil  torlichs  tut.  Und  fetzt  der  poet 
mit  fleiß  auch  etliche  vernünfftige  wort  des  ritters.  zemercken  das 
gantz  narren  nit  find  in  comedien  zejfetzen.  wann  es  bringt  nit  frod 
noch  ergetzlichait  folich  ytel  toren  oder  unfinnig  um  treiben**.  §  Wann 
fie.  Merck  was  bofer  vergifft  liebkallen  in  im  hat.  der  ritter  redt 
wol  und  weiflich,  aber  von  ftund  an  beraubt  Gnatonis  liebkallen  in 
einer  weißhait  mit  fmaichenden  raten,  und  gibt  doch  durch  feine 
wort  nit  zeerkenen  ***  das  fie  in  lieb  habe.  Merck  den  text  wie  er  das 
geßlin  umhin**  laufft  fo  er  im  nit  gleich  mag  begegnen,  doch  das  er 
in  verkore  in  feiner  vernunfft  fo  vil  er  deren  hat.  §  Anderfwa.  Er 
fetzt  die  ftat  für  perfon  und  maint  anderfwahin  ainr  andern.  §  Aber 
das.  Das  ift  zelefen  als  ob  der  fin  den  Gnato  gefagt  hat  den  ritter 
groß  und  fremd  bedunck  das  ain  ander  etwas  vernünfftigs  vor  im 
finden  folt.  darumb  fprach  er.  Aber  das  kam  etc.  Als  ob  er  folichs 
felb  wol  het  betracht.  wann  er  es  nun  bedacht  het.  §  Ain  fpot.  Ob 
er  main  das  er  ain  gauch  feie,  oder  das  feine  wort  fchertzlich  feien. 
Merck  die  baid  finn. 

« 

*  hafts 

**  um-,  nicht  umb- 

***  sie 


—     79     — 

Der  ander  tail  deß  dritten  underfchaides.  Bracht  Parmeno  die  gab 
Phedria  vor  der  Thais  hauß  als  fie  ^an  wolt  mit  dem  Trafo  effen. 
Die  befalch  fie  ir  wol  zebehalten  und  gieng.  Do  fchickt  Trafo  den 
Gnato  für  das  er  hieß  das  nachtmal  beraiten. 


Bild: 


Straße.      Thais    geht    aus    dem    haus.      Links    Gnato    und     Trafo. 
Rechts  Dorus  Enuchus  in   Schellentracht,   Parmeno,  mörin. 


—     80     — 

[M]Ich*  bedunckt  ich  hab  des  ritters  ftim  gehört  aber  fich  in. 
gegrüft  feieft  mein  trafo.  Tra.  Mein  thais,  mein  woUuft. 
was  thut  man.  haft  uns  nit  etwas  lieb,  von  der  faitten- 
fpilerin?  Par.  wie  ain  liftiger  anfang.  von  feiner  gab,  fo  er 
erft  kombfc. 


[I]N**  difer  fcen  werden  vil  und  mengerlai  perfon  yn  getzogen.  doch 
fo  m aif terlich  under  gefchidet  das  yetlicber  rede  nämlich  auß  der  an- 
dern würt  erkundet  und  wol  zu  geaignet.  Und  redt  dife  wort  mit  ir 
felbs.  wann  mit  dem  ritter  zereden  ift  freüntlicher  und  bringt  mer 
begirlichs  willens  in  bei  dem  namen  zenennen.  darumb  fpricht  fie  zu 
im.  gegrüft  feieft  mein  trafo.  und  fpricht  nit  mein  riter.  als  ich 
auch  vor  oben  gefetzt  hab.  und  wie  etlich  zu  namen  etlicher***  feind 
zenemen  wann  die  aigen  namen.  §  Mein  woUuft.  Der  text  hat  meum 
fuavium.  das  wäre  du  mein  füß  küßlichs  meülin.  bedunck  mich  gnüg 
und  verftentlicher  fein  mein  woUuft  oder  mein  freüd.  wann  fuß  wäre 
not  zefagen  von  dreierlai  küffen.  das  ain  haift  ofculum  das  ift  der 
kuß  deß  frides  und  der  gaiftlichen.  das  ander  haift  bafium  und  ift 
der  kuß  der  freüntfchafft  und  rechter  lieb,  das  drit  haift  fuavium  und 
ift  der  unkeüfchen  untzimlichen  liebhabenden  küffen.  Für  den  kuß 
hab  ich  woUuft  gefetzt  zu  underfchaid  der  küß.  §  Was  tut  man.  Er 
wolt  ir  gern  gefallen  nach  dem  als  er  fie  küft  het.  Und  ret  fmai- 
chent.  was  tut  man.  Merck  wie  grob  und  peürifch.  §  Haft  uns  nit 
etwas  lieb  Merck  wie  er  fpricht.  etwas  von  der  gab  wegen.  Ift  wol 
zemercben  der  argkwon  das  fie  Phedriam  lieber  bet.  darumb  antwurt 
fie  fmaichende.  über  vaft  umb  dein  verdienen,  und  fprach  nit  urab 
dein  geben.  §  Saittenfpilerin.  Spricht  er.  und  fpricht  nit  von  der 
jungkfrawen.  und  redt  yetz  als  ain  büler.  und  als  ob  im  ir  fingen 
auff  dem  faittenfpil  wol  gefall,  und  fie  defter  ee  gedencken  folle  fie 
fei  ir  gell,  wann  gewonlich  fo  find  lautenflaherin  und  leirerin  auch 
gut  gefellin.  das  ift  auf  teütfch  bülerin.  wolt  er  den  argkwon  Thaidis 
meren  als  im  Gnato  geratten  het.  §  Wie  ain  liftiger.  Parmeno  be- 
greift den  ritter  umb  das  er  anfacht  zereden  von  feiner  gab.  wann 
der  woltüer  foU  vergeffen  was  er  feinem  freund  wol  tut.  aber  der  fol 
der  güthait  all  weg  ingedenck  fein  der  fie  enpfangen  hat.  darumb 
fpottet  Parmeno  deß  ritters  anfang.  wie  ain  liftiger,  das  ift  un- 
höflich 

* 

*  [MJ  lücke  durch  zwei  zeilen 
**  [I]  fehlt  ohne  lücke 
***  sie  :   erlicher? 


—     81     — 

Tha.  Über  vaft  uinb  dein  verdienen.  Gna.  So  gee  wir  zum 
nachtmal.  was  ftaft  ?  Par.  Hern  hem  du  mochteft  wol  fagen 
der  wer  von  jenem  geborn.  Tha.  wa  du  wilt,  fo  vertzüch  * 
icbs  nifc.  Par.  Ich  will  zu  hin  gan.  und  gleich  thun  als  ob 
ich  erft  auß  her  gang,  gaft  etwan  hin  thais?  Tha.  Ey  Par- 
meno,  du  haft  by  pol  wol  geton.     hüit  wird  ich  gon. 


§  überfaft.  Merk  wie  hoflich  die  bülerin  ir  libe  *  nit  auff  geitigkait 
fezen  wolt.  funder  auff  billigkait  deß  widergelts.  das  es  billich  were 
das  fie  in  vaft  lieb  het.  wann  er  heb  fie  auch  allfo.  etlich  zelennd 
es  doch  in  den  weg  das  fie  im  damit  dancke.  und  umb  dein  ver- 
dienen, wann  du  haft  mir  die  jungkfrawen  gefchenckt.  aber  das  erft 
ift  hoflicher.  §  So  gee  Der  lecker  vergift  deß  fein  nit  wann  er  fetzt 
die  hochfte  felligkait  auff  wol  effen.  damit  er  auch  fein  gut  verton 
hat.  dar|umb  manet  er  fie  ungeftümigklich.  weß  ftaft.  als  ob  fie 
des  groffen  gats  fomig  feie.  §  Hem  hem.  Etlich  wollen  den  latini- 
fehen  text  verftan  das  das  teütfch  allfo  darauff  diene,  macht  wol 
fagen  das  ain  red  auß  der  andern  geborn  feie,  wann  fie  feind  baid 
torlich,  aber  difer  text  ift  gleicher,  der  war  von  jenem  geborn.  als  ob 
er  fprach  herr  und  liebkaller  **  find  uß  aim  tigel  gegoffen.  oder  über 
ain  laift  geflagen.  baid  torochter  red.  deß  ritters  anfang  ift  fpotlich 
fo  er  mit  erzelung  feiner  güthait  anfacht,  und  der  lecker  nun  von 
füllen  fagt  Auß  difen  werten  merckftu  Parmenonem  liftiger  fein  wann 
fie  baid.  §  Wa  du  wilt.  Wa  bedeüt  hie  die  zeit  für  wann  du  wilt. 
§  Als  ob  Er  was  vor  herauß.  aber  ferrer  geftanden  das  er  fie  dan- 
nocht  reden  hört.  §  Gaft  etwahin.  Darumb  das  er  Thais  gemüt  er- 
kunde fragt  Parmeno  gleichfend  das  er  fuß  wol  wifte.  wann  er  bei 
dem  erlauben  Phedrie  was  zwen  tag  zu  dem  ritter.  §  Ey  Par.  Merck 
wie  die  bülerin  mit  fmaichworten  Parmenoni  gnüg  wolt  tun  das  er  fie 
defter  minder  vermercken  folt  den  ritter  vaft  lieb  zehaben.  umb  das 
fie  gefprochen  het.  wa  du  wilt  etc.  und  als  ain  erfchrockne  gibt  fi 
wort  nit  auff  fein  frag  dienent  noch  fuß  vil  finß  habent.  §  Du  haft 
bei  pol.  Als  ob  fie  im  fmaichen  woll  und  zaigen  das  fie  in  gern  fehe 
wann  er  kome  und  was  er  frage,  und  antwart  doch  zeletft.  do  fie 
fich  von  dem  fchrecken  erholt  fmaichent  und  fenfft.  §  Hüit  wird  ich 
gon.     Als  ob  fie  es  auch  nit  gern  tue. 


*  vetzüch 

*  sie 

**  liekaller 

T  ere  n  z. 


—     82     — 

Par.  wa  hin?  Tha.  was?  fichftu  den  nit?  Par  Ich  fichs 
und  verdrüft  mich,  wa  du  wilt  ib  feind  dir  die  gaben  hie 
Yom  phedria.  Tra.  weß  fton  wir  ?  warumb  gang  wir  nit 
hin?  Par.  Ich  bitt  dich  laß  das  befchehen  mit  deinem  frid, 
deren  zu  geben  was  wir  wollen,  zefamen  komen  und  mit  ain 
reden.  Tra.  Über  fchone  gab  gelaub  ich,  aber  den  unnfern 
nit  gleich.     Par.    Die  gab  wirts  zaigen.     Hörend  ir. 


§  Sichftu  den  nit.  Spricht  den.  wann  het  fie  gef prochen  fichftu  nit 
mein  freund  es  hete  Parmenonem  verdroffen.  het  fie  dann  gefprochen 
fichftu  nit  den  litter  fo  hete  es  Trafo  für  fmach  auflpgenomen.  darumb 
fand  fie  das  wort  den.  §  Ich  fichs.  Das  redt  er  darumb  das  er  Thaidi 
deß  ritters  liebe  entzihe.  §  Wa  du  wilt  etc.  Was  mocht  dem  ritter 
heffigers  befchehen  wann  das  fein  mit  bauer  von  ftundan  nach  im  in 
feiner  gegenwertikait  feine  gab  feinem  bülen  fante.  darumb  fpricht 
der  ritter  als  bald.  Weß  ftan  wir  etc.  dar;niit  er  zaigt  das  er  Par- 
menonis  wort  nit  leiden  mocht  und  im  fein  reden  fchmertzen  bracht. 
Merck  wie  die  gab  tue  wann  er  fie  fehen  wirt  von  feinem  mitgraber 
bringen.  §  Von  Phedria.  Merck  wie  Thais  deß  ritters  namen  vor 
Parmenone  nit  nennen  wolt,  auch  nit  fprechen  wolt  meim  bülen,  fie 
fprach  fichftu  nit  den.  darumb  das  es  in  nit  bekümert.  alfo  nennt 
Parmeno  Phedriam  mit  fleiß  das  er  den  ritter  brenne.  §  Laß  das. 
Als  ob  der  krieg  yetz  zwifchen  dem  ritter  und  Phedria  fei  angegangen, 
wann  in  kriegen  macht  man  frid.  Und  find  fpotwort.  Als  ob  er 
fprach.  Wir  werden  gewalt  bei  ir  haben  es  fei  dir  lieb  oder  laid. 
Auch  zu  ir  zekomen  und  mit  ir  reden  nach  unferm  willen,  und  alle 
dife  wort  find  neidiglich  und  trützlich  zelefen.  §  Aber  den  unfern. 
Das  ret  er  kecklich  von  der  jungkfrawen  fchoni  wegen  deren  gab  gleich 
er  mainte  nit  finden  mügen.  §  Die  gab  etc  Er  beforgt  deß  verfniten 
nam  würde  von  in  veracht  darumb  wolt  er  nit  fprechen  ir  werden  ain 
wunderlichen  verfniten  fehen.  er  eilt  wol  das  er  pald  herfür  gienge 
und  von  inen  gefehen  wurde  fie  zeraitzen  darumb  rüfft  er  überlaut. 
Hörend  ir  haiffen  die  außher  gan.  und  eilet  das  der  ritter  nit  hinweg 
gange  ee  er  fie  fehe. 


—     83     — 

haiffen  die  wol  pald  außher  gan.  als  ich  gehaiffen  hon. 
Gang  du  her.  die  ift  bis  daher  von  morenland.  Tra.  Da 
find  fünff  pfund  Gna.  Hart.  Par.  wa  biffc  du  dore,  gee  her 
zu.  hem.  fich  dir  den  verfniten  wie  ift  er  nit  adelicber  ge- 
ftalt,  und  von  plüendem  alter?  Tha.  Ja  allfo  habend  mich 
die  gott  lieb, 


§  Gang  du  her.  Merck  wie  er  an  der  mindern  gab  anfacht  di  wol 
zeverfmehen  were  und  fteigfc  uf  zu  der  koftlichern  damit  der  vorigen 
fnode  wirt  vergeffen.  Auch  wann  er  cheream  vor  folt  gefchenckt  haben 
were  argkwon  uf  erftanden  das  er  nit  ain  verfnitner  were.  wann  fo 
er  die  morin  vor  gefchenckt  hat.  an  der  kain  zweifei  was  wann  fie 
recht  aigen  erkaufft  were.  §  Die  ift.  Das  ift  das  Phedria  oben  zu 
Thaidi  fprach  da  |  er  ir  fein  güthait  uff  hüb.  han  ich  nit  als  du  etc. 
darumb  fpricht  er  von  morenland.  das  er  die  gab  koftlicher  machte 
von  ferre  wegen  deß  lands  dannen  fie  komen  was.  das  ift  auch  das 
Phedria  im  befalch.  unfere  gab  zier  mit  werten.  §  Da  find  fünff 
pfund.  Merck  wie  liftiglich  wolt  er  Phedriam  thaidi  laiden  und  fein 
gab.  er  waiß  der  bülerin  liftikait  und  flecht  die  gab  an  umb  fchnodes 
gelt  das  fie  Thaidi  defter  minder  enpfenglich  fei.  als  ob  fie  yetz  foU 
verkaufft  werden  umb  gelt,  und  ift  alles  fein  füchen  das  er  der  Thaidi 
gunft  und  danckperkait  gegen  dem  Phedria  müge  mindern,  und  daruf 
liebkallet  Gnato.  §  Hart.  Das  ift  es  find  hart  fünff  pfund.  §  Wa 
bift  du  Dore?  Er  tut  als  ob  er  in  füch  und  rüfft  Cheree  bei  deß  ver- 
fnitnen  namen  darumb  das  man  in  defter  minder  argkwone  das  er 
kain  enuchus  feie.  §  Hem  fich  dir  den  verfniten.  Merck  wiewol  dife 
wort  uff  Phedrie  fag  dienend  do  er  zu  Thaidi  fprach.  Fürbas  fag- 
teft  etc.  als  ob  Parmeno  fprech.  hem  fich  dir  den  verfnitnen  nach 
deinem  begern.  §  Wie.  ift  er  nit  etc.  Der  text  ftat  baß  in  Iragweiß 
zelefen  dann  allfo  wirt  fein  wolgetani  och  geftalt  zwifach  gelobt  von 
Thaidis  antwurt  und  feinem  fürheben,  fuß  vt^ann  Parmeno  fprach  er 
ift  adelich  oder  wolgetan  fo  blib  es  allfo  unbeftetigt.  wann  das  be- 
dorfft  nit  antwurt.  §  Und  von  etc.  Als  Jüngling  die  nun  zu  iren 
tagen  komen  find.  §  Ja  allfo  haben  etc.  Sie  fwert  darumb  fo  fie  in 
loben  will,  das  nit  gedacht  werde  das  fie  gefallen  ab  im  hab  von 
Phedrie  wegen,  funder  von  warer  fchoni  getzwungen  werde  in  zeloben- 
auch  vor  dem  gegenwürtigen  ritter. 


—     84     — 

Er  iffc  fchon.  Par.  was  fagft  du  Gnato ,  haft  ichts  das  du 
verfmeheft  ?  aber  du  trafo  ?  fie  fweigen  es  ift  gnug  gelobt, 
bewere  in  in  latin.  in  geradikait.  in  mufica.  das  ain  frjer 
billich  wiffen  foll.  ich  gib  dir  ain  kunnftreichen  Jüngling. 
Tha.  Ich  will  den  Enuchum  kommbt 


§  Haft  ichts  das  du.  Haft  für  finft*  ichts  an  im  das  du  fchelten  mü- 
geft  oder  verfmehen.  §  Sie  fwygen.  Auf  fein  frag  darumb  ift  es  ge- 
nüg lobs.  vor  auß  fo  fie  die  vorigen  gab  gefcholten  hond.  darumb 
fragt  er  den  trafo  och  in  funder.  §  Aber  du  Trafo.  Schilteft  du  die 
gab  auch.  §  In  latin.  In  geradigkait.  In  muficis.  Wann  der  edlen 
freien  Jüngling  gehört  zu  zelernen  latin  fechten,  ringen,  fpringen. 
und  deß  gleichen,  auch  in  muficis.  das  ift  auff  gefang.  faitenfpil 
und  deß  geleich,  deren  ding  was  Cherea  kunftreich  das  ift  geübt. 
§  Ich  will  etc.  Etlich  legen  den  text  auß  das  der  Thais  rede  kombts 
dar  zu  das  fich  der  verfniten  recht  helt  oder  nüchtern,  das  ift  erkant 
und  fürbetrechtig  ift  als  die  nüchtern  menfchen  feind.  fo  will  ich  den 
wol  halten,  das  muß  man  zu  erfoUung  der  red**  hinzu  legen,  wann 
fie  wolt  es  in  gegenwertigkait  deß  ritters  nit  gar  uß  fprechen  das  fie 
in  nit  ertzürnte.  aber  Donatus  der  über  Therentium  fchrybt  will  das 
dife  wort  deß  ritters  feien,  und  das  er  dife  wort  etwas  zornigklich *** 
in  trowen  und  vertzuckt  rede,  doch  alfo  das  Thais  wol  darvon  mag 
bewegt  werden  und  zu  dem  das  fie  vor  argkwon  auff  in  hat  der  jungk- 
frawen  halb  noch  mer  wider  in  Unwillens  betrachte.  Und  will  Donatus 
das  der  ritter  dife  wort  rede  als  ob  er  ain  beduncken  habe  wie  der 
nit  ain  verfchnitner  feie,  und  im  darumb  trowen  wolle,  das  alles  zu 
künfftigem  krieg  wol  dienet  und  fpricht  §  Oder  nüchtern,  das  auch 
brechaftig  ift.  als  ob  er  fprach  wann  er  dannoch  nüchtern  das  ift 
vernünfftig  würt.  und  feine  narren  klaider  ablegt  fo  will  ich  im  Ionen 
umb  fein  torhait  das  er  fich  mir  zefmach  allfo  lat  herein  füren.  Mer 
und  ob  die  red  un vernünfftig  und  on  groffe  finn  ift  muß  man  dem 
torochten  ritter  zu  zelen  der  nit  wol  weft  was  er  reden  folt  und  doch 
reden  wolt  das  er  nit  aber  von  Parmeno  gerupfft  wurd  als  vor  do  er 
fprach  fie  fweigen  ift  genüg  gelobt 


**  rrd 

***  erftes  i  verkehrt 


-     85     — 

es  dar  zu,  oder  nüchtern.  Par.  Und  der  dife  ding  gefent 
hat,  begert  dich  nit  im  allain  zeleben,  und  von  feinen  wegen, 
die  andern  auß  gefl  offen  fein,  ftreit  erzelet  er  auch  nit, 
noch  fein  wund  mafen  für  her  zaigt  er  ift  dir  auch  nit  wider, 
das  etlicher  tut,  funder  wa  es  dir  nit  fwer  fei,  wa  du  wilt, 
wa  dir  die  wyl  wirt  fo  hat  er  gnug.  wirt  er  dann  enpfangen. 
Tra.  Der  mag  ains  armen  eilenden  heren  knecht  fein.  Gna. 
By  hercle  nieman  mocht  (waiß  ich  woi)  der  fo  fil  hete,  das 
er  ain  andern  beftellte,  den  erleiden.     Par. 


§  Dife.  Das  ift  fo  groffe  gab.  §  Von  feinen  wegen.  Mit  difen  Wor- 
ten will  Parmeno  Thaidi  den  ritter  laiden.  als  Phedria  in  feinem 
abfchaiden  von  im  begeret.  wann  den  ritter  ir  zelaiden  mocbt  er  nit 
bas  tun  wann  das  er  in  feiner  gegen wertikait  allfo  redte.  Von  feinen 
wegen  die  andern  auß  gefloffen  fein,  und  fpricht.  §  Die  andern.  Als 
ob  fuß  vil  weren  die  fie  gern  büiten.  fo  muffen  fie  beforgen  das  inen 
nit  befchehe  als  phedrie  von  deß  ritters  wegen  befchehen  ift.  §  Streit 
ertzelet  er  etc.  Er  maint  den  ritter  der  von  groffen  dingen  faget 
geüdend  on  werck.  §  Noch  fein  wundmafen.  Die  feind  loblich,  aber 
nit  by  bülerin.  wann  |  nach  dem  gellt  haben  fie  nichtz  liebers  dann 
fchone  deß  leibs  irer  bülen.  darumb  wolt  Parmeno  in  laiden  von  der 
mafen  wegen.  §  Er  ift  dir  auch  nit  wider.  Das  er  dein  bülen  von 
dir  treibe  als  der  ritter.  §  Das  etlicher  tut.  Maint  den  ritter  da  mit 
er  in  Thaidi  will  laiden.  wann  er  macht  fie  gedencken  Phedrie  unt- 
zimlichs  auß  flieffen  dar  zu  fie  der  ritter  unbillich  gebracht  hat.  Und 
dienend  alle  Parmenonis  wort  auff  dife  mainung.  Und  das  fein  herr 
defter  mit  befferm  willen  enpfangen  werde.  §  Der  mag  ains  armen  etc. 
So  er  feinen  herren  fo  undertenig  macht.  Wie  wol  es  etlich  anders 
auß  legen. 


—     86     — 

Ach  fchweig  du.  den  ich  doch  und  er  aller  niderften  menfchen 
fchetze.  wann  fo  du  dein  gemüet  gefetzt  haft  dem  lieb  ze- 
kallen,  fo  main  ich  du  mochteft  die  fpeiß  aus  dem  für  lanngen. 
Tra.  Gan  wir  nit?  Tha,  Ich  will  die  vor  hinein  füren,  und 
gebieten  das  ich  will,  und  von  ftund  an  uß  hergan.  Tra. 
Ich  gee  darvon.  warte  du.  deren.  Par  Es  ift  untzimlich 
den  kai  * 


§  Den  ich  doch  under  allen  niderften  menfchen  fchetze.  Merck  des 
maifters  mainung  und  hohen  fin  wie  er  die  liebkaller  under  allen 
wefen  der  menfchen  bofer  fchetzt.  Ift  zemercken.  §  Wann  fo  du  dein 
gemüet  gefetzt  haft  etc.  Das  gemüet  ftelt  man  nit  wann  auff  fchware 
ding,  Darümb  fchetzt  Parmeno  Gnatonem  defter  ringer  fo  er  dem 
narrochten  ritter  will  umb  die  fpeiß  vil  liebkallen  von  dem  doch  fwer 
ift  etwas  zebringen.  §  Du  mochft**  die  fpeiß  auß  dem  füer  lanngen.  j 
Das  fprichwort  würt  zogen  darauß.  wann  ainem  ain  küchlin  oder 
etwas  in  das  feüer  feilt  fo  langt  er  es  hart  ungeprennt.  Allfo  fchetzt 
er  den  Trafo  als  das  feüer  von  dem  etwas  zeerlangen  hert  ift.  Da 
mit  rürt  er  fie  baid  mit  ainer  antwurt  und  gutem  widergelt  feiner 
red  fo  er  fagt  er  main  er  fei  ains  armen  eilenden  Herren  knecht. 
Mercks  wol.  §  Gan  wir  nit?  Merck  wie  er  eilet  von  haß  und  ungü- 
tigkait  wegen  übern  Parmeno.  §  Ich  gee  darvon.  Dar  auß  merckft  du 
das  der  ritter  verdrieffen  het  ab  dem  fleiß  thaidis.  Phedrie  gab  fo 
wol  zebewaren.  §  Es  ift  untzimlich  Parmeno  wie  er  mocht  het  er 
gern  unainigkait  zwifchen  in  gemacht,  als  ob  fie  yetz  an  folt  fahen 
mit  im  zekriegen.  Du  wilt  dich  fchemen  mit  mir  zegan  und  deß  glei- 
chen. Doch  redt  er  wol  bedacht  mit  feinem  bülen  und  nit  mit  ainer 
torin.  Und  mainet  es  doch.  Aber  er  wolt  fie  nit  fchmehen  funder 
von  feineß  harren  wegen  in  gutem  willen  behalten,  als  er  im  ge- 
botten  het. 


Sic 


—     87     ~ 

fer  mit  feinem  bulen  auff  der  ftraß  gan.  Tra.  was  foll  ich 
dir  vil  fagen  du  bift  dem  herren  gleich.  Gna.  Ha  ha  ha. 
Tra.  was  lachft?  Gna.  Das  du  yetz  gefagt  haft.  und  das 
du  mir  von  rodio  fagteft.  kam  mir  in  fin.  aber  thais  kombt. 
Tra.  Gee  hin,  lauff  für.  das  alle  ding  dahaim  berait  feien. 
Gna.  Das  fei.  Tha.  Pithias  hab  wol  eben  acht,  ob  cremes 
da  her  kumen  wurde,  das  du  in  von  erft  bitteft  zewarten.  ift 
im  das  nit  eben  das  er  widerkome.  mag  das  nit  gefein,  fo 
für  in  zu  mir.  Pith,  Ich  wils  tun.  Tha.  was  wolt  ich  mer 
gefagt  hon?  ehern  verforgen  die  jungkfrawen  fleißlich,  und 
bleiben  im  hauß.     Tr.   Gee  wir?     Tha.   Volgen  ir    mir  nach. 


§  Du  bift.  Merck  der  torocht  ritter  liett  im  nit  mer  rohmach  zefagen. 
wann  das  er  in  feinem  herren  wolt  gleich  fchezen.  für  das  er  in  vor 
alfo  hert  gerupfft  het.  §  Was  lachft?  Er  fraget  nit  dariimb  das  er 
es  nit  wiffe.  funder  darumb  das  der  torocht  ritter  empfand  das  er 
des  hübfchen  wortlin  lachet  fragt  er.  als  ob  er  fprach.  fag  hab  ich 
in  nit  wol  auß  gericht?  Und  thüt  es  das  er  gelobet  werde,  als  er 
allweg  begeret.  §  Und  das  du  mir  etc.  Merck  wie  der  ritter  fo  ge- 
naigt  ift  auff  liebkallen  das  er  bei  dem  gnato  ftill  ftatt  die  weil  er 
im  zu  tütelt.  und  doch  vor  fprach.  Ich  gee  darvon.  und  wolt  fich  leich- 
ter von  feinem  bulen  wann  von  dem  liebkaller  hon  gefchaiden.  §  Hab 
wol  eben  acht.  Dife  wort  hört  der  ritter  nit  er  wurde  fuß  zefer 
ertzürnt.  doch  feind  fie  als  ain  zettel  deß  künfftigen  kriegs.  |  §  So 
für  ifl  zu  mir.  Ich  fei  wo  ich  woll.  §  Volgen  ir  mir  nach.  Sie  mainet 
Ire  megdt  die  mit  ir  gon  folten. 


—     88     — 

Der  drit  tail  deß   dritten  underfchaids.     Kumbt    Cremes   und    will    in     35 
Thais  hauß.     und  fo  fie  nit  anhairafch  ift,  fo   fürt   in   Dorias   hinumb 
in  deß  ritters  haiiß  zu  ir. 


Bild: 
Straße.     Pithias  und    Cremes  nach  links. 


—     89     — 

Cre. 
[0]N*  zwyfel  ye  mer  und  mer  ich  gedenck,  fo  ifts  nit  ain 
wunder  gibt  mir  thais  ain  groß  übel,  alfo  liftigklich  fich  ich 
mich  von  ir  gewaicht  werden  yetz  nun  fo  fie  hat  gehaiffen 
mich  in  ir  huß  zu  ir  berüffen,  wurd  mich  yeman  fragen,  was 
gefcheifts  ift  dir  mit  deren?  trün  ich  wefts  nit.  und  da  ich 
vor  kam  fand  fie  ain  urfach  das  ich  do  vertzüge,  fie  hete 
gotz  dienft  volbracht,  wann  fie  wolte  ernftlich  ding  mit  mir 
ausrichten,  als  pald  was  argkwon.  Die  ding  befchehen  alle 
bofliftiglich  fie  fatzt  fich  an  mich,  fie  er  "^^ 


[I]N***  dife  Seen  wirt  ain  peürifcher  Jüngling  gezogen,  der  veft  fein 
vermaint  vor  der  bülerin  liftigkait.  darumb  was  mit  im  geret  würt 
nimt  er  auff  in  auffatz  in  zelaichen  befchehen  fein,  man  verftat  auch  wol 
auß  den  Worten  -das  er  vor  bei  Thaidi  gewefen  ift.  und  das  fie  mit  im 
geret  hat.  Mer  wie  er  der  bülfchafft  angenietet  und  forgfeltig  ift 
§  Allfo  hftiglich.  Von  ir  gewaichet  werden.  Merck  wie  ftet  er  fein 
wolt  fo  enpfand  er  doch  etwas  fürbas  in  im  von  ir  entzünt  werden, 
auß  irem  ertzaigen  dar  von  fein  gemüt  erwaicht  wurd.  als  das  hert 
wachs  von  dem  feüer.  und  auff  fie  bewegt.  §  Sie  het  gotz  dienft. 
Wann  als  offt  die  leüt  vor  zeiten  etwas  ernft|lichs  wolten  anfahen, 
fo  brachten  fie  got  vor  ain  opffer.  als  nun  die  criften  vor  anderm 
gefchefft  gern  meß  horent  und  opffern.  §  Boßliftigklich.  Es  war 
gnüg  gefagt  liftiglich.  wann  liftiglich  bedeüt  allweg  boß.  doch  fetzt 
er  boß  dar  zu  mit  verftentnuß  und  anzaigen  das  alle  liftigkait  boß 
fei.  Doch  wollen  etlich  das  liftikait  der  guten  und  der  bofen  feie,  und 
zu  underfehaid  fetzt  er  boß  §  Sie  fatzt  fich  an  mich.  Das  ift  zu  mir. 
das  tet  fie  darumb  das  fie  ire  red  enpfengklich  machte,  aber  er  nani 
es  anders  auff.  §  Sie  ergab  fich  mir.  Er  will  als  das  ertzelen  das 
fich  zu  den  wercken  ziehen  mag.  und  zu  der  mainung  feines  unrech- 
ten auffnemens     irer  wort,     wann  fie  begeret  nit  feins  leibs. 


*  [0]  lücke  durch  zwei  zeilen 

**  sie 

***  [I]  fehlt  ohne  lücke 


—     90     — 

gab  fich  mir.  fucht  mengerlai  red.  und  do  ich  kalt  was,  86 
kam  fie  zeletft  da  hin  uß  wie  lang  mir  vater  und  muter  tod 
weren.  ich  fagt  es  ift  ietz  lang,  und  ob  ich  guter  hab  in 
Sonio,  und  wie  ferr  vom  mor.  ich  main  es  gefall  ir,  fi  hat 
es  fin  von  mir  zereiffen.  Zeletft,  an  welchem  tag  mein  klaine 
fwefter  vergangen  were?  und  wer  mit  ir?  und  was  fie  het 
da  fie  verging?  und  wer  fi  kennen  mocht?  warumb  fi  das 
fragte  wan  das  fi  villycht  vermaint  die  felbe  mein  klaine  ver- 
gangne fchwefter  fein  wollen  als  dann  ir  türftigkait  ift.  doch 
lebts,  fo  ift  fie  fechtzehen 


§  Sucht  mangerlay.  Red  füchen  gat  uf  fag  und  antwurt.  darumb 
fücht  fie  glimpflich  mit  im  zereden  im  zegefallen  und  auch  antwurt 
im  zegeben.  als  auch  noch  vil  der  vertzwuntznen  mediin  find  die  uff 
yede  red  ain  oben  drauff  künden.  §  Wie  lang  mir  vater.  Das  fragt 
fie  von  deß  tochterlins  alters  wegen,  wiewol  Cremes  das  anders  uff- 
nam.  darumb  gab  er  ir*  ain  gnügfam  antwurt.  er  fprach  nit  mei: 
wann.  Es  ift  lang,  da  mit  wift  fie  nit  wie  lang.  §  Und  wie  ferr. 
Sie  fraget  darumb  das  fie  gebort  het  fi  were  von  den  mor  raubern 
geftolen  worden,  das  fie  doch  wiffen  mocht  ob  es  der  warhait  gleich 
fehe.  aber  Cremes  mainet  fie  fragte  von  luftberkait  |  und  fchoni  und 
nutz  deß  felben  güts  in  Sonio.  Und  wie  fi  das  von  im  bringen  mocht. 
§  Von  mir  zereiffen.  Merck  das  wort  zereiffen  und  nit  zebringen. 
"Wann  von  ainem  etwas  zereiffen  bedeüt  mer  macht  deß  hebenden 
und  widerftenden.  dann  reiffen  als  fo  man  ainn**  boum  aaß  der  erden 
reift  mer  wann  fo  er  leit  von  dannen  zebringen.  §  Warumb  fie  das 
fragte.  Die  red  ift  brechhafft  Aber  fie  fol  allfo  gelefen  werden  das 
man  auß  der  geberd  und  geftalt  deß  lefenden  mercken  müge  was  ge- 
brechend feie. 


m 

'  ain 


—     91     — 

®  jar  alt,  nit  elter.  So  ift  thais  elter  wann  ich.  Nun  hat  fie 
aber  ernftlich  bitten  lallen  das  ich  kom.  nun  lag  lie  was  lie 
woU  oder  laß  mich  unbekümert,  wann  by  hercle  ich  kom  nit 
zum  dritten  mal.  Horlt  horlt.  Pith.  Hen,  wer  ilt  da?  Cre. 
Ich  bin  Cremes.  Pith.  0  du  mein  fründ  holds.  Cre.  Man 
will  mir  zu  letzen.  Pith.  Dich  hat  Thais  über  faft  gebetten 
das  du  morgen  widerkommeft.  Cre.  Ich  gee  ins  go.  Pith. 
Ach  lieber  tus.  Cre.  Ich  mag  nit  lag  ich.  Pith.  Oder  vert- 
züch  hie  bj  uns,  untz  das  fie  komme.  Cre.  Nichtz  minder. 
Pith.    warum b 


§  So  ift  Thais.  Darauß  merkt  man  das  Cremes  ain  junger  torochter 
gefell  was  und  Thais  und  die  jungkfrawe  wurden  mit  einander  erzogen. 
Doch  was  Cremes  zwifchen  den  zwaien  alters  halb  doch  ungenietet. 
§  Hen  wer  ift  da.  Sie  flüg  die  tür  zu  in  feinem  rüffen  do  klopft  er 
dar  umb  fpricht  fie  wer  ift  da?  §  Ich  bin  Cremes.  Er  was  ain  püri- 
fcher  knecht.  wie  wol  er  von  den  edeln  burger  zu  Athenis  was  darum b 
antwurt  er  pürifch.  Ich  bin  Cremes.  Als  er  auch  bald  raer  würt 
ertzaigen  fo  er  fpricht.  Ich  gee  ins  go  Und  fie  fo  lieplichi  mit  im 
rett.  Du  mein  fründ  holds.  Da  muß  mans  erfüllen  menfch  oder  lieb 
das  doch  wol  zeverfton  were  von  denen  die  gemüetter  weren  gewefen 
wann  der  grob  knejcht.  Aber  da  fie  im  freüntlich  und  fmaichent  zu 
redt,  darumb  das  er  willig  were  zebeleiben  als  Thais  befolhen  het. 
do  wand  er  fie  wolt  in  bulen.  und  fprach  in  im  felber.  §  Man  wil 
mir  züfetzen.  und  Ich  gee  ins  go.  da  mit  er  zaigen  wolt  nit  zekomen. 
und  das  was  pürifcher.  wann  das  er  fprach.  ich  wils  nit  tun.  darumb 
fpricht  er  als  bald.  §  Ich  mag  nit  fag  ich,  wann  fo  er  im  dorff  ift 
fo  mag  er  nit  bei  Thaidi  fein.  §  Nichtz  minder.  Erfüll,  tu  ich.  Als 
ob  er  fprach.  was  mir  zetün  komen  mag  das  will  ich  tun  wann  her 
wider  kommen. 


-     92     — 

mein  creraes?  Cre.  Ach  gee  laß  darvon.  Pith.  wilt  aber 
ye  nit,  fo  bitt  ich  dich  daß  da*  hin  gangeft  da  fie  ift.  Cre. 
Ich  gee.     Pith.    Gee  hin  Dorias  bald  für  den  zum  ritter. 


§  Ach  gee  laß  darvon.  Das  redt  er  zorniglich  wann  als  er  nit  bleiben 
wolt  bat  fie  in  fmaichend  mit  an  greiffen  do  ertzaigte  er  fein  paurn 
ädern  und  ftieß  fie  von  im  und  fprach  zu  ir,  §  Ach  gee.  Doch  laut 
es  im  latin.  Maiam  in  rem  hinc  abis.  das  wejre  gee  in  ain  boß  ding, 
als  wir  fprechen.  gee  an  galgen.  doch  ftat  es  nit  fo  lauter,  darumb 
fetz  ich.  Ach  gee  laß  darvon.  Mit  den  worten  allen  will  er  nun  fein 
widerfpenigkait  ertzaigen  und  forg  das  er  nit  von  ir  behafft  werde. 
Und  vor  auß  do  fie  mit  angreiffen  fo  freüntlich  fprach.  Warumb 
mein  Cremes.  §  So  bitt  ich  dich.  Merck  wie  grob  der  Jüngling  was 
fo  bleibt  doch  die  dirn  fenfftmütig  gegen  im.  wann  folicher  frawen 
megt  follen  nit  ungütig  fein,  funder  lieplich  freüntlich  fmaichend  fich 
ertzaigen.  das  geit  gewin.  darumb  fpricht  fie  aber  fenfft.  §  Da  fie 
ift.  Gleich  als  ob  fie  fo  nach  feie  das  fie  die  ftat  finger  zaige.  umb 
das  in  der  ferre  nit  verdrieffe.  Und  merck  wie  ftill  der  krieg  zwifchen 
dem  ritter  und  Thaidi  einher  f leicht,  wann  der  ritter  wirt  wenen  fie 
hab  im  ain  mitnager  zehauß  gebetten  darumb  er  Pamphiliam  berüf- 
fen  wolt  als  Dorias  fagt  in  der  fcen.  als  mir  got  helff  etc.  Der  text 
laut.  Amabo  ut  illuc  tranfeas  ubi  illa  eft.  Das  were.  Lieber  fo  gang 
dahin  da  ift  fie.  wann  amabo  ift  ain  liebender  underflag  und  ift  als 
vil  als  ach  lieber,  und  mag  auch  wol  beftan.  aber  das  ander  ift 
verftentlicher. 


Sic 


—    9a    — 

Der  vierd  tail  deß  dritten  underfcbaids.    Sucht  Antipho  Cheream  *  und 
ficht  in  gan  auß  Thais  hauß  in  hennßlins  weiß. 


Bild: 

Straße.     Cherea  links  aus   dem  haus  gehend,    schellentracht.     Rechts 
antipho. 


Chei 


—     94     — 

An.  38i 

[GjEftern*  find  wir  etlich  Jüngling  ains  worden,  uff  hüt  mit 
einander  zeeffen  in  Pirreo.  und  hond  cheream  dar  zu  fchaff- 
ner  gemacht,  wir  band  pfant  gegeben,  die  zeit  ift  gefetzt, 
und  ift  nun  hin,  und  ift  nichtz  gericht  an  dem  end  da  es  fein 
foll.  der  menfch  ift  nindert  da.  und  waiß  nit  was  ich  fag. 
oder  was  ich  gedencken  foll.  die  andern  hand  mir  nun  das 
gefchefft  befolhen,  das  ich  den  fuch  Ich  will  gan  befehen  ob 
er  dahaimen  feie.  Aber  wer  gat  da  her  uß  von  thaide  ?  ift 
ers  oder  nit?  er  ifts.  was  menfchen  ift  das?  was  klaider 
find  die?  was  übels  das  fei  kan  ich  nit  verwundern  noch 
gefchetzen.  Doch  fei  was  es  woll  wolt  ich  gern  vor  von 
verrn  erkunden. 


[I]N  **  difer  Seen  wirt  ain  perfon  für  geworffen.  deren  Cherea  fagen 
wirt  wie  es  im  fei  ergangen  mit,  der  jungkfrawen.  wann  es  ift  haim- 
lich  befchehen.  darumb  foll  es  dem  volck  kunt  werden  fo  muß  das 
von  feinem  fagen  befchehen.  als  er  auch  begert  in  der  nachgenden 
Seen.  Und  ret  Antipho  mit  im  felber.  §  Aber  wer  gat  da  her  uß  von 
Thaide.  Die  felzam  geftalt  der  geberd  und  klaider  bewegt  Antipho- 
nem  zu  Thaidis  hauß  zegan  und  wolte  doch  in  Cheree  hauß.  Und 
merck  was  Cherea  alfo  unkantlich  von  der  geberde  und  klaider  wegen 
das  in  fein  befter  gefell  nit  erkennet  fo  was  nit  unbillich  das  er  in 
Thaidis  huß  nit  erkennt  ward,  wann  Antipho  zweifelt  lang  ob  er 
Cherea  wer  oder  nit  Und  do  er  in  erkannte  dannocht  fprach  er  in 
im  felb.  Was  menfchen  ift  das.  als  ob  er  fprach.  es  ift  fremd  das 
der  jüng|ling  da  her  uß  gat  in  den  feltzemen  klaidern.  und  alfo  forg- 
lich  umb  lügt,  darumb  fpricht  er.  Was  Übels  das  fei  etc.  das  er 
fich  furcht  §  Erkunden.  Ift  etwas  haimligkait  und  mer  verborgne 
ding  füchen  zewiffen  Und  lautet  etwas  weiter  wann  erfaren  oder 
fragen. 


*  [G]  lücke  durch  zwei  zeilen 
**  [1]  fehlt  ohne  lücke 


—     95     - 

Der  fünflFt  tau  des  dritten  underfchaids.  Reden  die  zwen  mit  ein- 
ander. Und  fürt  Antipho  den  Cherea  mit  im  haim  das  klaid  zever- 
endern. 


Bild: 
Straße,     antipho   und   Cherea  (schell entraclat)  nach  rechts. 


—     96     — 

Che. 
[I]St*  jemand  hie?     Es  ift  niemand.    Gat  mir  jemand  nach? 
Es  ift  niendert    kain    menfch.     Soll    die    freüd    nit    auß    mir 
brechen?     Oh  Juppiter.     jetz  ift  fterbens    zeit,    fo    ichs    er- 
leiden mag.     Das  mir  das  leben  mit  ainch- 


[D]Ife**  Seen  muß  man  mit  Worten  und  geberden  recht  lefen.  nach  dem 
als  dann  aim  frolichen  Jüngling  wol  getzimmet.  dem  in  woUuft  ge- 
lungen ift.  So  aber  kain  freüd  oder  wolluft  gantz  ift  fie  fei  dann  ge- 
main  der  freund  darumb  fo  wirt  fein  liebfter  freund  und  gefell  auch 
darein  getzogen  das  er  fich  mit  im  freüwe.  Und  auch  fo  die  ding 
haimlich  find  das  man  wiffen  müge  |  was  befchehen  fei  fo  muß  es 
allfo  geoffenbart  werden  durch  zukommend  perfon  und  fpricht.  §  Ift 
jemand  hie?  Wann  do  er  hin  auß  gieng.  beforgt  er  das  er  it  von 
den  leüten  vor  dem  hanß  gefehen  wurd.  und  fprach.  §  Gat  mir  je- 
mand nach?  Maint  das  volck  in  dem  hauß  das  fie  in  it  fehen  auß 
her  fliehen  do  er  die  Jungkfrawen  gefchwecht  hette.  Und  do  er  nie- 
mand vor  dem  hauß  fahe  vor  dem  er  fich  beforgte.  und  im  niemand 
nach  lieffe.  do  wünfchet  er  ains  guten  gefeilen  dem  er  fein  freüd 
ertzalte.  und  was  fo  begirig  dar  auff  das  er  fprach.  §  Soll  die  freüd 
nit  auß  mir  brechen.  Und  fpricht  brechen  von  übriger  begird  zefagen. 
§  Das  mir  das  leben  mit  aincherlai.  Merck  wie  er  das  leben  difer 
zeit  rupffet.  wie  das  auff  das  glückrad  gebunden  feie  das  kain  freüd 
fo  groß  ift  fie  werd  leicht  vermalget  von  dem  leben.  Alle  ding  find 
zergencklich  auff'  fchne  gebunden,  darumb  wünfchet  er  in  freüden 
zefterben. 


*  [I]  lücke  durch  zwei  zeilen 
**  [D]  lücke  durch  drei  zeilen 


—     97     — 

erlai  krankhaifc  dife  frod  nit  vermalge.  Ich  fich  aber  wol 
das  mir  niemand  hofflicher  kombt  der  mir  nach  gange,  Und 
mich  mit  vil  fragens  betrüebe,  mich  tobe,  was  wefenns 


§  Ich  fich  aber  wol  das  mir  niemand  hoflicher  kombt.  Das  dienet 
wol  zu  der  nachgenden  red.  fo  er  mit  Antiphone  reden  wirt.  den  er 
gern  hett  und  hoflich  was.  das  ift  das  er  auch  jung  was  und  ain 
bülhertz.  noch  in  der  falken  meüß.  Mit  dem  er  von  follichen  dingen 
getorft  reden,  wann  |  vor  alten  weifen  und  vernünfftigen  hette  er  fein 
übel  nit  gemeldet,  als  Parmeno  *  oben  fprach.  0  ftraffbars  übel  die 
bonen  werden  in  mir  zerknüfcht  etc.  §  und  mich  mit  vil  fragen  be- 
tubte.  Er  begert  vil  gefragt  werden,  wann  er  ift  vol  freüden.  Aber 
die  traurigen  wollen  nit  gefragt  fein.  Und  wann  fie  einwenig  zevil 
gefragt  werden  mer  wann  fie  wollen,  fo  ift  ir  gemaine  red.  Ach  du 
machft  mich  tobig  mit  deinem  fragen.  Oder  fie  fagen  allfo.  Wilt 
mich  zetod  fragen  fo  laß  mich  vor  beichten,  oder  deß  gleichen, 
dannen  hat  Cherea  feine  wort  getzogen.  wann  er  gern  vil  gefagt  hette 
darumb  begert  er  vil  gefragt  werden.  §  Mich  tobe.  Maint  mit  fragen. 
§  Was  wefens  das  feie.  Das  ich  allfo  notlich  gebare  mit  hinderfich 
fehen  ob  mir  nieman  nach  gange  auß  der  Thais  häufe  mit  umbfehen 
wa  ain  guter  gefeil  were  dem  ichs  fagen  mocht  und  andre  als  der  text 
fagt. 


*  Panmeno 


T  erenz. 


98 


I 


das  feie,  oder  was  ich  frolich  fei.  wo  hin  ich  gang,  wannen  4( 
ich  wüfche.  wa  ich  diß  klaid  über  komen  habe,  was  ich 
mit  maine.  ob  ich  finnig  feie  oder  un  finnen  *.  An.  Ich  will 
hin  zu  gan,  und  die  gnad  als  er  begert  von  im  entpfahen. 
Cherea  was  ifts  das  du  allfo  gebarft  ?  oder  was  bedüten  dife 
klaiderV  was  ifts  darumb  du  frolich  bift?  was  machft  dir 
felber  ?  bift  it  finnig?  wie  fiehft  mich  an?  warumb 
fwygft? 


§  Oder  was  ich  frolich  feie.  Das  ift  warumb  ich  frolich  feie 
§  Wannen  ich  wüfche  Als  ain  haß  auß  ainer  hegken.  allfo  wüfcht 
er  oder  fprang  auß  der  bülerin  hauß.  Darumb  fo  fpricht  er  nit  wannen 
ich  gienge  oder  kerne,  funder  wüfchte  oder  entrinne,  als  aus  ainer 
unerbern  ftat.  §  Ich  will  hin  zu  gan.  und  die  gnad  etc.  Maint  mit 
fragen  fo  er  deß  begert.  Magft  wol  mercken  das  er  nach  zu  im  komen 
ift  das  zeerfaren.  als  er  in  der  vorigen  Seen  gefagt  hat.  Sei  was  es 
woll.  wolt  ich  gern  vor  von  ferren  erkunden.  Und  mainet  freünt- 
fchaift  fo  er  fpricht  gnad.  |  §  Cherea  was  ifts  das  du  allfo  ge- 
barft etc.  Merck  wie  hoflich  Antipho  wider  meldet  die  wort  Cheree 
das  er  verftan  mag  das  er  alle  feine  wort  gehört  hab.  und  lenger  bei 
im  gewefen  fei  wann  er  wenet.  §  Wie  fiehft  mich  an?  warumb 
fchweigft.  Aus  den  zwaien  fragen  magftu  wol  mercken  wie  er  gebart 
hat  die  weil  er  mit  im  redt  das  er  fich  bedachte  zeantwurten  und  in 
gern  fahe. 


vn  Irinnen 


—    99     — 

Che.  0  hochtzeitlicher  tag  deß  menfchen.  Fründ  gegrüffc 
feieft.  under  allen  menfchen  ift  kainer  den  ich  yetz  für  dich 
begere  zefehen.  An.  Sag  mir  was  das  fei  ich  bit  dich.  Che. 
Ja  ich  fleche  dich  ye  durch  hercle  das  du  es  horeft.  Kenftu 
die  die  mein  bruder  lieb  hat?  Anti.  Ich  kennß  trün,  als  ich 
main  Thaidem.  Che.  Die  felben.  An.  Ich  gedachts  wol. 
Che.  Hut  ift  ir  ain  Jungkfraw  zegab  gefchenckt  worden  was 
bedarfF  ich  ire  fchon  fagen  oder  loben  antipho  fo  du  mich 
erkundet  haft,  wie  ich  ain  maifter  fei  ge- 


§  0  hoclizitliclier  *  tag  deß  menfchen.  Er  lobt  den  tag  und  macht  in 
hochtzeitlich  *.  fo  im  alle  ding  fo  gar  an  den  **  tag  nach  feinem  willen 
befchehen  der  jungkfrawen  halb  und  deß  den  er  zekomen  für  alle 
menfchen  begert.  Zegleicher  weiß  als  der  tage***  Unglücks  von  den 
leüten  verflucht  würt.  als  das  all  tag  gehört  würt.  §  Fründ  gegrüft 
feieft  Cherea  begert  fein,  und  wolt  im  etwas  groffers  fagen  darumb 
grüft  er  in  billich.  Aber  Antipho  was  fo  begirig  die  fremden  ding 
zehoren.  das  er  in  nit  grüft.  Er  fprach  nun  fag  mir  was  das  fei  ich 
bitt  dich.  §  Ja  ich  fleche  dich  etc  Dient  wol  zu  feiner  begird  zefagen 
als  er  erft  gewünfchet  hat.  Und  merck  wie  Antipho  in  bitt  zefagen 
und  er  flehent  in  zehoren.  Das  groffer  ift.  §  Wie  ich  ain  maifter 
|feie.  Als  ob  er  fprach.  Du  waift  von  mir  das  fie  fchon  muß  fein, 
die  ich  lobe.  Als  er  auch  oben  gemelt  hat  gen  dem  Parmenon  f.  do 
er  ain  fchon  frawen  pild  befchreibet.  Doch  find  mengerlai  finn  in  vil 
heübten  ff.  ainem  gefeilt  das  aim  andern  ain  anders.  Sichftu  Rütfchen 
eilen  gern,     fie  dunckt  dich  der  helle  morgen  ftern. 


*  sie 
**  sie 
***  sie 
t  sie 
tt  hübten 


7* 


—     100     — 

ftalten  zeerkennen.  in  der  bin  ich  bewegt.  An.  Hen  du?  41 
Che.  Ich  waiß  fechftus,  du  fprechft  fie  were  die  vorderft. 
was  bedarfs  vil  wort,  ich  hat  an  gefangen  fie  hold  zehabenn, 
und  von  gefchicht,  gab  fich  das  glück,  das  ain  Enuchus  da 
haim  was  den  mein  bruder  Thaidi  kauft  het,  und  was  doch 
ir  noch  nit  haim  *  gefürt,  da  entwarff 


§  In  der  bin  icli  bewegt  wann  ich  hon  fie  fchon  erkent  als  du  mich 
deß  waift  ain  maifter  fein.  §  Hen  du?  Als  ob  er  fprach.  Dir  was 
doch  nie  kaine  eben,  du  haft  doch  den  angel  geflickt  darumb  will 
Cherea  fie  fchon  beweifen  auß  feiner  urtail  und  fpricht.  §  Ich  waiß 
fechftus.  Das  er  im  defter  minder  verweifen  müge  das  er  auch  in  den 
ftrick  gefallen  feie,  und  er  doch  maiuet  in  mocht  kaine  bef Iahen, 
doch  mag  man  wolff  und  beeren  zemen  |  §  Was  bedorffs  **  vil  wort. 
Als  ob  er  fprach.  A  ja  ich  bin  von  ir  gefangen  an  der  liebi  ftrick. 
Aber  los  auff  wie  es  mer  gieng  biß  ich  dar  zu  komen  bin  als  du  mich 
fichft.  Und  merck  wie  er  rechte  Ordnung  helt.  von  erft  fo  fagt  er  ir 
fchoni.  das  ift  auß  der  geficht,  und  darnach  ward  er  in  ir  bewegt. 
darnach  da  het  er  fie  lieb  durch  das  im  hin  für  nichts  zefchwer  was. 
Wann  in  der  liebi  ift  kain  maß.  Als  am  anfang  Parmeno  zu  feinem 
herren  fagt.  Weliche  ding  etc.  §  Do  entwarf  mir  der  knecht.  Par- 
meno riet  im  nit  das  er  es  tun  folt.  Er  entworf  ***  oder  meldet  im  die 
mainung  ain  wenig  und  er  ergreiffts  oder  zuckts  von  ftund  an  auff. 
wann  fie  gefiel  im  und  dient  zu  feinem  ding,  wie  wol  fie  unrecht 
was.  aber  er  was  gefangen  von  der  liebe  und  was  kain  Ordnung  mer 
feines  wefens.  Er  fragt  nit  ob  fie  im  mit  glimpff  oder  unglimptf 
wurde  nun  das  er  fie  hette.  als  er  oben  fagt  zum  Parmeno.  Schaff 
das  ichs  haben  müg.  Und  merck  wie  Therentius  fpricht.  do  entworff  *** 
mir  der  knecht  Parmeno.  Er  wil  die  groffe  laicherei  dem  knecht 
geben,  wann  aim  freien  Jüngling  erber  leüt  follich  lift  zeerdencken 
nit  zeme.     aber  das  bald  auff  zucken  macht  fein  liebi. 


*  hai 

**  Sic 


—     101     — 

mir  der  kriecht  Parmeno  etwas  das  ich  bald  ergriff.  An.  was 
ift  das?  Che.  Sweig  ftill,  fo  horfts  defter  ee.  das  ich  feine 
klaider  wechfell,  und  mich  haiffe  für  in  da  hin  füren.  An. 
Für  ain  verfnitten?  Che.  Alfo  ifts.  An.  was  nutz  mocht  dir 
darvon*  nff  erfton?  Che.  Fragft?  ich  fechs,  ich  horts,  ich 
wer  bei  deren  ich  zefein  begerte.  Dunckts  dich  klaine  urfach 
oder  wegnuß.  ich  ward  dem  weib  gefchenckt  als  pald  fie 
mich  enpfieng  was  fie  frolich,  und  fürt  mich  hin  in  ir  huß. 
enpfalch  die  jungkfrawen.  An.  wem?  dir?  Che.  Mir.  An. 
Gnug  ficher.     Che.   Sie  verbot  das  kain  man 


§  Sweig  ftill.  Als  ob  im  die  fragen  urfach  feien  das  nit  fo  bald  ze- 
fagen  als  er  gern  wolt.  dar  umb  ffcraffet  er  in  nmb  unordenlich  frage 
damit  er  den  fagenden  hindert.  §  Und  mich  haiffe  Er  fagt  fein 
übeltün  feinem  haimlichen  fründ  es  zeme  fuß  kaim  freien  Jüngling 
zegünden  **  von  feinen  mißtaten,  doch  brint  er  noch,  und  ift  der  flam 
vorn  äugen  das  er  zimlichs  nit  erkennen  mag.  als  Phedria  oben  fprach. 
Ich  vergang  lebend  fehent  etc.  §  Was  nutz.  Er  maint  in  etw^as  ze- 
ftrafen  das  er  die  torhait  beftmit  und  er  doch  kain  nutz  darauß  ver- 
ftünd.  darumb  fpricht  Cherea.  Ich  fächs  etc.  §  Dunckts  dich.  Und 
mainet  ye  er  foll  im  die  fach  glimpfiFen  und  nit  Widerreden.  §  Was 
fie  frolich.  Darumb  was  es  on  argkwon  das  er  nit  verfniten  were. 
vorab  fo  fie  im  die  jungkfrawjen  befilcht.  §  Fürt  mich  hin.  Merck 
er  fpricht  in  ir  hüß.  als  ob  er  fprach,  es  was  gar  ain  ebne  ftat  zu 
den  fachen,  als  ob  folichs  in  ainer  bülerin  hauß  minder  unglimpffs 
uff  im  trüge  und  bas  befchehen  mocht.  §  Wem?  dir?***  Er  fragt  nit. 
er  wundert  dar  ab.  §  Gnüg  ficher.  Als  ob  er  fprach.  Du  hütft  wol 
gnug  als  der  wolff  der  fchaff  Oder  gnüg  ficher  wann  du  lieft  kain 
andern  hin  zu.  als  auch  Thais  geboten  het.  Etlich  mainen  er  fprach 
gnüg  ficher  als  ob  er  in  erfrowen  wolt  ob  er  etwas  geton  het.  oder 
ob  er  in  vertzaghait  fie  nit  getorfte  hernemen  fo  doch  weil  und  ftat 
waren. 


*  darnou 

**  sie 

***  i  verkehrt 


—     102     — 

zu  hin  gieng.  und  gebut  das  ich  nit  von  ir  kum,  das  ich  in 
dem  innerften  gemach  ainiger  bei  ir  ainigen  feie.  Ich  gehieß 
es,  die  erden  gar  züchtigklich  anfehent  An.  0  armer.  Che. 
Ich  gee  liin  zum  nachtmal.  (fprach  fie)  und  fürt  die  megdt 
mit  ir.  iren  wenig  junge  dirnlin,  die  waren  beiiben.  die  rich- 
ten behend  zu  das  fie  badten.  ich  manet  zefürdern.  die  weil 
man  zurüftet,  faß  die  junckfrau  in  der  haimlichften  kamer 
über  fich  ain  gemalte  tafel  an  fehent  da  difß  gemeld  was 


§  Und  gebüt.  Merck  das  kain  argkwon  was  das  er  unVerfniten  were. 
das  ret  er  fo  frolicli  und  mit  folcher  gebart  als  ob  er  zaigen  wolle  das 
im  alle  fachen  gantz  nach  feinem  willen  volgienge*.  und  wie  torlich 
in  bedüchte  und  doch  nach  feinem  willen  das  Thais  ander  man  ver- 
bot und  im  fie  befalh  §  0  armer.  Das  du  ainer  bülerin  zegab  für 
ain  hemling  gegeben  bift.  er  redt  fchimpflich.  als  ob  er  fprach.  du 
wert  glükhafft  es  gieng  doch  gantz  nach  deinem  willen.  §  Ich  gee  hin. 
Merck  wie  fich  alle  ding  fchiken  nach  Cheree  willen  §  Und  fürt. 
Als  Thais  oben  gefprochen  hat  zu  den  megdten.  volgen  ir  mir  nach 
und  fchikt  fich  |  als  wol.  §  Die  richten.  Die  dirnlin  richten  das  bad 
zu  do  die  frau  auß  dem  hauß  kam.  wann  fo  die  katz  auß  kombt  fo 
raien  die  meüß.  §  Das  fie  badten.  Merck  wie  der  Poet  alle  ding 
ordnet,  wann  es  würt  auß  dem  lafterlichen  fwechen  ain  rechte  hocht- 
zeit  und  fo  gemain  ift  all  gemehelt  jungkfrawen  zebaden  vor  dem  zu 
legen  umb  die  begird  deß  manns  gen  ir  zemeren.  §  Junge  dirnlin. 
Die  noch  in  leerja-ren  waren  und  der  eptiffin  noch  nit  gehorfam  getün 
heten.  §  Ich  manet.  Das  fie  von  der  jungkfrawen  kernen  und  er 
allain  bei  ir  belib  §  Uberfich.  Merck  wie  fich  alle  ding  zu  ge- 
dürftigkait  deß  Jünglings  fchicken  die  jungkfrawen  an  zewenden. 
ainigen  bei  ir  zefein  wann  Cherea  was  nit  darumb  komen  das  er  fie 
begerte  zefwechen.  funder  das  er  bei  ir  wonen  mocht.  anfehen.  mit 
ir  effen.  etwan  nahent  bei  ir  flafFen.  als  oben  ftat.  Aber  von  der 
guten  fchickligkait  aller  ding  ward  er  geraitzt  und  gehertzigt  fie  an 
zewenden 


SIC 


—     103    — 

wie  Juppiter  etwan  (als  man  fagt)  ain  güldin  flegregen  Dane  * 
in  die  fchoß  gefendt  habe.  Ich  fieng  auch  felber  an  das  ze- 
fehen  Und  da  er  folichs  fchimpffs  felber  gefpilt  hette.  ward 
mein  gemüt  ye  mer  und  mer  befrott,  das  fich  got  zemenfch 
verkort  hett 


§  Wie  Juppiter.  Merk  wie  der  poet  ain  zimlich  gemelt  der  bülerin 
hauß  gibt  das  alle  vertzagt  Jüngling  gehertzer  machet  von  frawen  ze- 
begeren  und  wolluft  mit  inen  zehaben.  als  auch  Cherea  darvon  ward 
gehertziget.  §  Als  man  sagt.  Das  setzt  der  poet  das  er  zeverfton 
gebe  das  folliche  fagen  nit  war  funder  gedieht  feien,  doch  vil  darjauß 
zelernen.  Wann  Dane  *  nach  der  warhait  ward  mit  gold  von  ainem 
künig  überwunden  wie  hübfch  wie  ftet  fie  fein  wolt.  und  von  dem 
vater  behüt  was.  wann  fie  was  Acrifii  tochter  der  ain  künig  in  Krie- 
chen was.  und  fie  von  irr  groffen  fchoni  wegen  fo  lieb  hette  das  er 
fie  uff  ainn  hohen  turn  verfloffe  das  kain  man  zu  ir  komen  folt.  Aber 
die  liebi  durch  ir  gewiß  kuppler  das  ift  miet  und  gab  öffnet  den  turn 
das  der  fie  lieb  het  zu  ir  kam  und  fwengert  fie.  Da  der  vater  das 
vernam  er  floß  fie  in  ain  truhen  und  ließ  fie  uff  das  mor  dar  uff  fie 
gebar  Perfeum,  und  flos  allfo  mit  dem  kind  untz  in  Italia  do  nun 
Rom  leit.  do  funden  fie  die  fifcher  und  ward  von  in  dem  künig  ge- 
antwurt.  der  fie  umb  ir  fchoni  zeweib  nam.  Von  dem  ftamen  ward 
faturnus  geborn  der  die  groffen  ftreit  wider  Eneam  fürt  als  er  von 
Troia  flüchtiger  kam  das  felbig  laud  zebefitzen.  Als  Virgilius  im  fi- 
benden  buch  von  Enea  berürt  an  dem  .  XXXVII  verß.  Nachus  acri- 
fius.  Die  war  hiftorien  ift  verkort  in  das  gedieht  wie  got  Juppiter 
fich  verkorte  in  ain  güldin  regen  der  durch  die  rauchlocher  ein  fiel, 
den  fie  auch  allfo  begirlich  in  ir  fchoß  enpfieng.  Und  er  fich  do  in 
ainß  Jünglings  weiß  fehen  ließ.  Das  berürt  der  Poet  im  text.  Und 
würt  in  den  worten  der  frawen  geitikait  geftupfft.  und  das  gemain 
fprichwort.  Es  ift  ain  ftaini  herta  das  miet  und  gab  nit  erwaichet. 
§  Ich  fieng.  Wann  gewonlich  fo  ain  menfch  ufmercken  hat  zu  aim 
andern,  was  dann  das  felb  anficht  dar  uff"  wirt  es  auch  fehen.  §  Und 
do  er.  Merck  wie  er  das  ain  fchimpff  halft  und  nit  ain  mißtün  oder 
übel,  wann  er  maint  es  auch  zetün.  darumb  will  er  es  nit  für  ain 
Übeltat  halten,  funder  im  felber  etwas  glimpff"  fchopffen.  als  er  oben 
mit  Par.  ret.     0  ftraffbarß  etc 


SIC 


--     104     — 

und  durch  fremde  ziegel  haimlicli  durch  ain  rauchloch  komen.  43  v 
und  ain  frawen  trieger  worden.  Und  welchen  got?  der  die  . 
oberften  tenipel  daß  himels  mit  fchall  erfchellet.  Solt  ich 
menfchlin  das  nit  tun?  do  tet  ichs,  und  auch  luftlich,  die 
weil  ich  die  ding  mit  mir  betrachtet,  ward  fie  dar  zwifchen 
beruft  zebaden.  fie  gat,  wufch  fich  kam  wider,  nach  dem 
legten  fie  die  anß  beth.  ich  ftund  wartend  ob  fie  mir  ichts 
gebüten.  aine  kam.  horfts  (fprach  fie)  dore.  nimb  den  wedel 
unnd  mach 


§  Durch  fremde  ziegel  Das  ift  zu  dem  tach  ein.  §  Durch  ain  rauch- 
loch Das  alles  würt  nit  gefetzt  alf  got  unmüglich  funder  als  ain  ding 
daf  jovi  untzimlich  und  zefchnod  was.  dem  von  menfchen  leicht  mag 
nachgevolget  werden.  §  Solt  ich  menfchlin.  Merck  er  kennt  das  es 
weder  got  noch  den  menfchen  zimlich  was  dannocht  wolt  er  es  thün. 
do  es  got  getbon  hette  Merck  was  bofer  ebenpild  der  obern  den  un- 
dern  urfach  geben  zefünden  §  Und  werlichen  *  got.  Merck  ye  groffer 
der  fünder  ift  ye  mer  urfach  er  den  andern  gibt.  Irrt  der  hirrt  die 
fchof  vergant  Und  merck  wie  er  jovem  erhebt  und  fpricht  welcher 
got  der  die  obriften  |  tempel  deß  himels  mit  fchall  etc.  und  nidert 
fich  f eiber  und  halft  fich  ain  menfchlin.  wann  ye  groffer  und  wirdi- 
ger  ain  perfon  ift  ye  minder  er  miß  tun  foll.  Und  herwider  ye  fchnoder 
ye  ringer  wirt  fein  fünd  geachtet.  §  Auch  luftlich,  ünvertzagt  on 
hinderfich  fehen  §  Ward  fie  dar  zwifchen.  Es  ward  zeletft  ain  hoch - 
zeit  darauß  darumb  gehört  ir  vor  zebaden.  Und  merck  wie  er  fpricht. 
Die  weil  ich  die  ding  etc.  Darauß  du  wol  mercken  macht  das  er  nit 
im  finn  het  fie  zefwechen  do  er  fich  von  erft  füren  ließ,  funder  das 
im  die  üppigkait  deß  gemeltes  dar  zu  urfach  gab  und  das  er  in  ainer 
bülerin  hauß  was  nach  dem  gemainn  wort.  Die  ftat  macht  ain  dieb 
§  Nach  dem  legten  fie  die.  Merck  wie  alle  ding  ordenlich  **  befchehen 
als  auff  ainer  erbern  hochtzeit. 


'  sie 

**  oder  ordenlich 


—     105     — 

114  ro  deren  ain  lüfFtlin  die  weil  wir  baden,  wann  wir  gebaden, 
wiltu  dann  fo  bade  auch.  Ich  nam  in  trauriger.  An.  Da 
wolt  ich  dein  fchemlich  maul  über  gern  gefehen  hon  wie  du 
dich  geftelt  heteft  den  wedel  zeheben,  ainn  folichen  efel.  Che. 
Sie  het  das  kaum  vollret,  fie  wüfchten  all  hin  uß,  giengen 
zebaden,  fie  rumpelten,  als  gewonlich  befchicht  wa  die  herren 
auß  feind.  In  den  dingen  bezwang  die  junckfraw  der  fchlaff. 
und  ich  fchilcht  haymlich  durch  den  wedei ,  und  fich  damit 
umb  und  umb,  ob  alle  ding  wol  verfehen  feien 


§  Deren.     Sie  maiaet  die  Jungkfrawen  und  deutet  auff  fie  mit  der  ge- 
berd.     §  Nimm  den  wedel.     merk  wie  oben  fie  im  Tagt  welker*  wedel 
gut  wer  lufft  zemachen.     wann  es  find  funder  wedel   dar  zu  gemacht, 
und  haift  wedel  von  weyen.     Er  was  ain  nüwer    diener   in   dem   hauß 
darumb  bedorfft  er  underweifung.     §  Ich  nam  in  trauriger.     Er  gebart 
trauriglich  er  was  aber  frolich.     doch  gebart  er  dem    glych   als   ob  er 
lieber  badenn  wolt.     Auch   beforgt   er   den    argkwon    das    er   nit    ain 
hemling  were.     darumb  zaigt  er  fich  traurig,    wann  durch  frolich  ge- 
hend were  der  argkwon  gewachffen.     §   Da   wolt    ich   dein    fchemlich 
maul  etc.     Es  ift  nit  untzimlich  das  ain  freund  dem  andern  fcher|zlich 
fchmechtwort  gibt  mit  geberden  darzü  gehörend.      als   auch    der  text 
zelefen  ift.     §  Wie  du  dich  geftellt  heteft.     Wie   du   gebaren   kundeft 
den  wedel  zehalten,     wann  es  was  ain  befunder  dienen  mit  dem  wedel 
wol  künnen  windlin  machen,   als  yetzt  fürsten  und  herren  ftatur  **  hond 
die  fich  vor  lang  zeit  in  dem  fürfneiden  muffen  geübt  hon   ee  fie  dar 
zu  genomen  werden,   darumb  fo  fpricht  er.   §  Ain  folichen  efel.   Der  in 
den  dingen  ungeübt  ift.     §  In  den  dingen.     Der  fchlaff  betzwang  fie. 
wann  die  natur  begert  der  rü.   und  dar  zu  was  das  lüfftlin  deß  wedeis 
hilflich.     Die  ding  alle  zaigen  wol   das  die  Jungkfraw   kain   argkwon 
auff  Cheream  hette  und  flieff***  on  forg. 


••'   SIC 

**  sie 
***  ton 


—     106    — 

Ich  fach  es  fein,  ich  fperr  den  rigel  für  die  tür.  An.  was  ii\^ 
dann  ?  Che.  was  dann  narr  ?  Anti.  Ich  kennß.  Che.  Solt 
ich  ain  foliche  urfach,  mir  für  getzaigt,  foftutze*,  fo  erwünfchte, 
fo  ungehoifte  verlieren,  fo  wer  ich  erft  recht  der,  den  ich 
gleichßnet.  An.  Ja  bei  hercle  als  du  fagft.  was  ift  aber  die 
wyl  deß  mals  halb  befchehen?  Che.  Es  ift  gericht.  An.  Du 
bift  eitel  nütz,  wa?  in  deinem  hauß?  Che.  Ja  bei  dem 
freigel äffen  difcum.  An.  Es  ift  vaft  verr  da  hin.  Che.  So 
gee  wir 


§  Teil  fperrt  den  rigel  für  die  tür.  Das  man  ir  nit  ze  hilft'  mocht 
komen  §  Was  dann  narr.  Fragft  To  torlich,  was  thüt  ain  liebha- 
bender Jüngling  ainiger  bei  der  ainigen.  die  er  lieb  hat  in  haimlicher 
kammer  befchloffen.  §  Ich  bekenns.  Das  ich  torlich  gefragt  hon 
§  Solt  ich  ain  follich  urfach  mir  allfo  für  etc.  Merck  was  er  fage. 
Er  fpricht  für  getzaigt  oder  für  gehebt,  nit  das  follichs  von  erft  fein 
mainung  were  funder  im  für  gebotten.  §  So  ftutz  *.  Nit  langfam. 
§  So  erwünfchte  Nit  allain  erweite  funder  erwünfcht  das  mer  ift. 
§  So  ungehoS't.  Nit  allain  vor  betrachte  funder  ungehofft.  dar  zu  er 
kain  gedencken  het.  wann  er  begeret  allain  fie  zefehen.  |  bei  ir 
wonen  etc.  als  oben  gefagt  ift.  und  im  widerfür  groffers  wann  er 
gedencken  torft.  §  So  wer  ich  erft  der.  Als  ob  er  fprach.  Hette  ich 
fie  do  nit  an  gegriften  do  fich  fo  vil  urfachen  dar  zu  begaben  fo  wer 
ich  wol  ain  rechter  hemling  für  den  ich  hin  zu  gefiirt  ward.  §  Ja 
bei  hercle  als  du  fagft.  Gebricht,  es  ift.  das  es  allfo  ftande.  Ja  es 
ift  bei  hercle  als  du  fagft.  §  Was  ift  aber  die  weil  deß  mals  halb 
befchehen.  Merck  wie  er  widerkombt  an  die  fach  darumb  Antipho 
von  feinen  gefellen  ward  auß  gefchickt.  §  Du  bift  eitel  nütz.  Er  lobt 
in  fo  er  ains  und  das  ander  auß  kan  richten.  §  Ja  bei  dem  freigelaffen 
difcum.     Ain  knecht  ward  freigelaffen  hieß  Difcus. 


—     107     — 

t5rö  defter  beider.  An.  Ender  die  klaider.  Che.  wa  verender  iclis? 
Ich  bin  tod.  wann  ich  hon  kain  hauß,  fo  beforg  ich  yetz 
mein  bruder  das  er  it  dinnen  fei.  Auch  raer,  ob  mein  vater 
it  yetz  fei  wider  von  dem  dorfP  komen.  An.  Gee  wir  da  ze- 
nechft  zu  mir,  da  enderfts.  Che.  Du  fagft  recht.  Gee  wir. 
und  als  in  mitten  will  ich  rat  von  dir  nemen,  wie  ich  mich 
deren  für  bas  gebrauchen  müge.     An.    Das  befchehe. 


§  Ender  die  klaider.  Das  dient  wol  zu  dem  nachgenden.  wann  er 
wirt  wider  in  der  Thais  hauß  komen  fo  im  feine  klaider  zetragen 
zimlich  feind.  §  Ich  bin  tod.  Ift  ain  alt  fprichworfc  deren  die  erftockt 
find  und  nit  wiffen  zevolbringen  das  fi  gern  wolten.  Und  bedeuten 
dife  wort  nit  mer  wann  ain  verftockts  gemüt.  §  So  beforg  ich  yetz. 
Er  fagt  urfach  warumb  er  nit  in  fein  huß  getar  komen.  und  ift  im 
als  ob  er  kain  hauß  habe.  Und  merck  wie  er  yetz  den  bruder  befor- 
get.  wann  das  füer  ift  ains  tails  b  gelefcht  *  aber  vor  die  weil  in  das 
inbrünftig  |  füer  der  lieb  raitzet  do  beforgt  er  weder  ditz  noch  das 
§  Auch  mer  Das  ift  als  ain  eintzügige  vorred  deß  vaters  der  von  zim- 
lichen  rechten  bei  erlichen  gemehelfchafft  fein  foll.  §  Zu  mir.  Das 
ift  in  mein  hauß.     §  Gee  wir.     Die  wort  bedeuten  das  er  eilet. 


SIC 


—     108     — 

Der  vierd  underfchaid.     Gieug  Dorias  auß  deß  Ritters  hauß   und   trüg    45  y' 
etliche  kleinat  die  ir  Thais  gegeben  hett. 


Bild: 
Straße,      dorias  in  frauentracht  mit  rosenkranz. 


I 


—     109     — 

Dori. 
[AjLlfo*  haben  mich  die  gott  wol  lieb,  als  ich  den  fach  was 
ich  nifc  gar  on  forcht.  das  der  it  ettwas  haders  oder  gewalts 
thaidi  an  legt,  wann  da  der  Jüngling  da  hin  kam,  der  junck- 
frawen  bruder,  batt  fie  den  ritter,  das  er  in  hieß  zu  in  laffen. 
Der  fieng  an  zürnen,  und  getorfts  doch  nit  verfagen.  Thais 
lag  im  darnach  an,  in  zeladen.  das  thet  fie  darumb,  das  fie 
in  enthielte,  wann  die  zeit  was  nit  das  zeeügen  das  fie  be- 
gert  von  der  fwefter.     er  lud  in  truriger.     er  belib  da 


[I]N  **  difem  fierden  tail  oder  gefchicht  wird  ain  waiclimütige  perfon  ein 
gezogen  die  fich  leicht  erfchrecken  lat.  wann  weiber  find  forchtfam. 
und  mainet  Dorias  der  ritter  were  gar  grüfelich.  und  was  doch  vert- 
zagt  und  das  zeerkennen  wirt  er  von  der  forchtfamen  frauen  fraidig 
und  manlich  gefchetzt  das  fein  nach  gendi  zogi  lutrer  erfchine.  und 
defter  ee  zefpot  wert  und  unnütz  gefeben  §  Allfo  haben.  Wir  fpre- 
chen  unfer  fag  zefeftigen  als  mir  got  helff.  merck  uß  difen  werten 
wie  die  magt  offenbaret  was  nach  dem  nachtmal  in  deß  ritters  wirt- 
fchafft  befchehen  fei.  das  man  darauß  verfton  mug  wie  das  end  werd. 
§  Das  I  der  it.  Das  ift  fmachlichi  zelefen.  als  von  ainem  der  ieder- 
mann  zehaffen  feie,  als  ob  fie  fprach.  der  unfinnig  oder  der  gauch 
oder  gockelman.  §  Bat  fie  den  ritter.  Das  ret  fie  auch  fmachlich. 
als  ob  fie  fprach  bat  fie  ritter  fchoblin.  §  Der  fing  an.  Wann  er  went 
es  war  ainer  von  feinen  mitnagern  oder  gemainern.  §  Und  getorfts. 
Als  die  wenwol  all  tünd  ***  die  mit  Unwillen  den  weihen  wil Ifagen.  ich 
kenn  ir  vil  mit  harin  failen  hart  geftrickt.  Affen  fail  feind  ainfach 
poch  bindens  faft.  §  Thais  lag.  Merck  wie  verfchambt  fie  was.  wie- 
woi  fie  in  zornig  fach  umb  das  fie  begert  in  ein  zelaffen  dannocht 
wolt  fie  das  er  den  Jüngling  auch  darzü  lüde  mit  in  zeeffen.  das  er  ir 
auch  nit  verfagen  torft.  wiewol  er  in  ungern  lüde.  Merck  was  das 
gauch  fpil  vermüge.  §  Das  tet  fie.  Das  fetzt  er  das  du  merckeft  das 
fie  irem  Phedrie  nit  untrü  ertzaigen  wolt  mit  dem  Cremes  fie  achtet 
ritter  fchoblins  nit  vil.     §  Er  lud.     Das  ist  ungern 


^'  [A]  lücke  durch  zwei  zeilen 
**  [I]  ohne  lücke 
***  tüud 


—     110    — 

fie  fieng  mit  im  die  red  an.  Der  ritter  wont  im  were  ain  46v® 
mitnager  zeaugen  gefürt,  er  wolt  ir  widerumb  laid  tun. 
horftu  (fpracli  er)  knab  hol  Pamphiliam  das  f  *  uns  fröd  mache, 
fi  erfchri  in  kainn  weg  zu  wirtfchafft.  Der  ritter  widert  fich, 
darumb  kamen  fi  zekrieg  Die  weil  tet  das  weib  ir  gold  von 
ir,  und  gibt  mirs  hin  zetragen  das  ift  ain  zaichen  fo  erft  fi 
mag  das  fi  fich  von  dannen  hebt,     ich  waiß  es. 


§  Er  belib  do.  wie  wol  er  vor  hin  frech  was.  dannocht  Heß  er  fich 
thaidem  erwaichen.  wann  fie  kund  ftreichen  und  fmaichen  und  maint 
doch  nit  das  fie  rechte  fach  fürte,  als  fie  thet.  §  Ain  mitnager.  Es 
wer  groffer  wann  fie  in  hinein  dem  ritter  zeaugen  gefürt  hette.  wann 
wer  er  ungefarlich  felber  komen.  darumb  legt  er  alle  fchuld  auff 
Thaidem.  als  ob  fie  im  das  zelaid  geton  habe,  das  ift  ain  urfach 
das  Cremes  in  deß  ritter  hauß  nit  gefmecht  würt.  wie  wol  in  der 
ritter  ain  mit  nager  verdencket.  §  Er  |  wolt  ir.  Ir  Thaidi  nit  Cremi. 
§  Hol  Pamphiliam.  Er  volget  gnatonis  rat  den  er  im  oben  gegeben** 
hat.  und  fpricht  nit  beruf  Pamphiliam  wann  fie  was  nit  in  deß  ritters 
hauß,  er  hieß  fie  holen  auß  der  Thaidis  hauß.  §  Das  fie  uns  frod 
mache,  Merck  das  fmehen  als  ob  es  in  Thais  nit  frowe.  Merck  das 
raitzen  nach  Gnatonis  lere,  als  ob  er  fprach.  du  haft  ain  andern. 
fo  will  ich  die  Junckfrauwen.  §  Si  erfchri.  Spricht  erfchri.  und  nit 
fie  antwurt  ze  ertzaigen  iren  groffen  Unwillen  darzü.  §  Zu  wirtfchafft. 
Maint  es  wäre  untzimlich  ain  wol  gezogen  junckfrawen  zeladen  über 
wirtfchafft  der  woUufcht***  und  unkeüfchait.  Und  gebricht.  In  kainn 
weg  ift  fie  zeberüffen  zu  folicher  wirtfchafft.  Sie  redt  es  nit  gar  auß 
das  fie  fich  felber  und  den  ritter  nit  fmehe.  wann  wie  groß  bülerin 
feind  fo  weren  fie  dannocht  gern  erber  gefehen.  Sie  fpreche  fuß  fie 
gehört  nit  zu  unfer  hürrei.  §  Widert  fich.  Er  wolt  fie  haben.  §  Die 
weil.  Das  er  ir  das  nit  für  die  junckfrawen  neme  und  defter  gerüfter 
were  von  in  zekomen.  §  Das  weib.  Spricht  der  Poet  und  nit  Thais 
das  er  aller  weiber  liftikait  damit  berüre.  §  Ich  waiß  es.  Wann  alle 
ding  fchicken  fich  zu  unainigkait. 


*** 


gegeben 
sie 


—   111   — 

t7r°     Der  ander  tail  des  fierden  underfchaids.     Als  Phedria    auß     dem    dorff 
kam  fach  er  Pithiam  gar  betrübt  aus  Thais  haus  gan  eilens. 


Bild: 


Straße.    Links  vorn  phedria  nach  rechts;  rechts  hinten,  den  türklopfer 
in  der  band,  pithias. 


—     112    — 

[D]Ie*  weil  ich  ins  dorff  gan  ward  ich  mit  mir  felber  under 
wegen  (als  dann  befchicht  wa  etwas  befwerd  in  dem  gemüt 
ift)  ains  aus  dem  andern  gedencken.  und  alles  in  den  bofernn 
tail.  was  darfFs  wort?  fo  ich  die  ding  betrachte,  fo  fürgee 
ich  das  dorff  ungeachtet.  Ich  was  yetz  ferr  gegangen,  do 
ichs  mercket.  ich  gieng  wider  umbher  Übels  muts.  da  ich 
an  die  wegfchaid  kam  ich  geftund.  ward  mit  mir  gedencken 
Hun  hun.  foltu  zwen  tag  hie  bleiben  allain  on  die?  was 
ifts  dann?     Es  ift 


§  Die  weil  ich  ins  dorf  gan.  Die  hochtzeit  zevolenden  was  not  das 
Phedria  kerne  durch  den  die  ding  geleütert  werden.  Nun  folt  er  ye 
zwen  tag  auß  beleiben  darumb  ift  not  zefagen  was  in  bewegt  habe 
wider  zekomen.  Und  kam  doch  der  Thais  halb  auch  nit  uneben, 
wann  fie  was  in  Unwillen  von  dem  ritter  gefchaiden.  und  was  das 
vollbracht  darumb  fie  feines  abwefens  begert.  §  Und  alles  in  den 
bofern  tail.  Da  gebricht  auifnemen  oder  rechnen  oder  anders  deß 
gleichen  fo  ich  die  ding  betrachte  die  ain  büler  betrachtet  der  gern 
bei  feinem  bülen  were.  und  nit  fein  mag  und  ainn  andern  bei  ir  waiß. 
§  Ungeachtet.  Das  ich  nit  wift  daf  ich  darfür  |  gegangen  was  wann 
mir  lag  Thais  im  finn,  §  Do  ichs  mercket.  Das  ich  für  das  dorflp  hin 
auß  was.  §  Da  ich  an  die  wegfchaid.  Da  ich  von  der  gemaine**  ftraß 
eben  gen  dem  Dorff  folt  gon.  §  Ich  geftund.  Merck  er  geftund  und 
gieng  nit  zu  dem  dorff  do  er  es  vor  im  fach,  das  ift  mer  wann  das 
er  vor  unwiffend  darfür  ging.  §  Hun  hun  foltu  zwen  tag  hie  belei- 
ben. Das  ift  zelefen  mit  unmutiger  geberd.  als  ob  es  in  überlang 
beduncke.  §  Hie.  Im  dorff  allain  on  fie  und  on  all  ander  wolluft. 
§  Was  ifts  dann.  So  ich  fchon  wider  hin  ein  gang.  §  Es  ift  nichts. 
Merck  wie  die  büler  mengerlai  ratflagen.  und  ob  fie  wol  etwas  güts 
rats  finden  fo  beleiben  fie  doch  nit  dar  auff.     als  hie  fpricht  er 


[D]  lücke  durch  zwei  zeilen 

'-  sie 


—     113     — 

nichts,  was  nichts?  berür  ichs  nit,  fo  fich  ichs  aber.  Eh 
zimbt  ain^  nit,  fo  wirt  das  ander  zimen.  werlich  in  der  letften 
linien  lieb  haben  ift  nit  gar  nichts.  Ich  fürgieng  das  dorf 
wiffent  was  ifts  aber,  das  Pithias  betrübte  fo  fchnell  auff 
her  gat. 


§  Es  ift  niclits.  und  ift  gut  und  war.  aber  er  beleibt  nit  auff  dem 
rat.  er  fpricht  als  bald  darnach.  §  Was  nichts.  Und  maint  doch  es 
fei  etwas  wann  er  fie  müg  fehen.  §  Eh  zimbt  ains  nit.  merck  wie 
er  eh  fo  fpotlich  hin  zu  fetzt,  gleich  als  ob  er  mit  aim  andern  rede 
und  nit  mit  im  felber.  Und  merck  wie  er  zimbt  und  zimmen  |  fetzt, 
gleich  als  ob  er  von  gar  groffen  dingen  rede  darinne  man  groffe  zim- 
ligkait  füchen  muffe.  Er  redt  als  ain  ynbrünftiger  von  Venus  hitz. 
§  Werlich  in  der  letften  linien.  Es  find  fünff  linien  der  liebi.  fehen. 
reden,  lieplich  ftraichen.  kuffen*.  thünd  die  frawen  laichen,  als  auch 
oben  gefagt  ift.  §  Ich  fürgieng  das  dorff  unwiffend.  wann  die  liebi 
zwang  mich,  als  mir  Parmeno  oben  gefagt  het.  §  Das  Pithias  be- 
trübte. Das  ift  ain  eingang  der  nechften  Seen,  darbei  man  mercket 
mit  was  geberd  fie  reden  würt.  wann  fie  ift  traurig  und  betrübt  umb 
das  die  Junckfrauwe  gefchwecht  ift. 


SIC 


T  e  r  enz. 


—     114     — 

Der  drit  tail  deß  vierden  underfchaids.   Pithias  fücht  den  verfchnitnen    48 
fo  begegnet  ir  Phedria  dem  fagt  fie   wie    der    verfchniten    die   faiten- 
fpilerin  gefchwecht  hab  die  Trafo  gefchenckt  het  in  beiwefen  Dorias. 


Bild: 

Straße,     phedria  nach   rechts,    ihm   entgegen    pithias,    hinter    ihr 

dorias. 


—     115     - 

i9  ro  Pith. 

[I]Ch*  arme  wa  find  ich  den  Schalckhafften  unnd  ungetrüwen 
oder  wa  fuch  ich  in?  Das  er  aber  folich  Übeltat  getorft  tun? 
Ich  bin  hin.  Phe.  Ich  forg  was  das  feie.  Pith.  und  darzu 
das  übel  da  er  die  Junckfrauwen 


[I]N  **  difer  fcen  ift  hübfch  zelioren  wie  Pithias  der  Thais  diern  mit 
Phedria  wortelt.  CFnd  im  doch  die  ding  unwiffent  waren,  ünnd  wirt 
dife  diern  ein  gezogen  als  aine  die  den  fliehenden  und  untrüwen  wider 
fuchen  will  §  Den  fchalckhafftigen  und  ungetrüwen.  Vol  boßhait  und 
Übels  der  Thaidem  gefchelkt  hat  und  die  junckfrauen  mit  falfcher 
liebi  veruntrüwet.  §  Das  er  aber  follich.  Sie  hat  ain  verwundern  das 
er  follich  übel  fo  getorftlich  volbraht***  |  hett.  §  Ich  bin  hin.  Das  ift 
ain  wort  der  vertzweifelten  vor  unmüt.  ich  bin  hin  oder  tod  ich  mag 
nichtz  mer.  §  Ich  beforg  was  das  fei.  Ditz  gedenckt  er.  und  finn  f 
wort  bedürffen  nifc  fo  gantz  gefetzt  werden  als  gefprochne.  darumb 
ift  die  red  etwas  gebrechhafft.  ich  forg  was  das  fei.  und  ftat  für 
dife  red.  ich  waiß  nit  was  das  fei.  und  forg  doch  etwas  groß.  §  Und 
darzü  das  übel.  Sie  fürt  die  klag  der  gefchicbt.  und  nennt  in  das 
übel  als  ob  Cherea  felber  die  Übeltat  feie,  das  ift  mer  wann  fprach 
fie  der  übelteter.  als  fo  wir  fprechen.  du  bift  ain  unglück.  fo  wir 
ainn*j"f  unglückhafft  haiffen  wollen.  §  Da  er  die  jnnckfrawen  fchwecht. 
Merck  wie  hert  fie  die  klag  fürt,  als  ob  er  alle  ding  nun  ir  zefchmach 
getün  het  und  von  kainer  freüntfchafft  oder  liebe  betzwungen  were. 
darumb  fagt  fie  von  dem  gewalt  ir  befchehen  mit  zerreiffung  irer  klai- 
der.  darbei  man  auch  ir  widerftreben  mercken  mag.  das  er  fie  nit 
leicht  mocht  überkomen.  wie  wol  im  alle  fchicklikait  mit  was  deß 
hauß  gefinds  abwefen  zeit  und  ftat.  auch  fie  der  flaff  betzwungen  het 
das  fie  fich  auch  nach  irem  vermügeh  gewort  habe,  mag  man  bei  dem 
zerftrobelten  har  mercken. 


*  [I]  lücke  durch  zwei  zeilen 

**  [I]     ohne  lücke 

***  sie 

t  finnwort 

tt  ain 


—     116    — 

fchmecht,  hat  er  ir  als  ir  klaid  zerriffen,  und  das  har  zer-  49 vo 
raiiffet.  Phe.  Hern.  Fith.  Das  er  mir  nun  wurd,  wie  leicht 
wollt  ich  dem  gifftigen  mit  den  negeln  in  die  äugen  wüfchen. 
Phe.  Ich  waiß  nit  was  betrübnuß  in  unferm  ab  wefen  hie 
haim  erhebt  ift.  Ich  gee  zuhin.  wie  eilft?  oder  wen  fuchft 
Pithias? 


§  Dem  gifftigen.  Der  unraine  falfche  und  unzimliche  werk  nit  nach 
feinem  ertzaigen  geton  hat.  Sünder  die  Junckfrawen  entraint.  §  Mit 
den  negeln.  Das  ift  der  frauwen  waffen.  Unnd  maint  was  die  jungk- 
fraw  von  zerte  irs  leibs  und  ungeniete  nit  volbracht  het  das  wolt  fie 
gern  tun.  Das  ift  das  angeficht  mit  den  negeln  zerkratzen,  als  ge- 
wonlich  die  angefochtnen  diernen  thünd  denen  die  ir  wider  irn  freien 
willen  begerend  feind.  Und  ift  difer  text  zorniglich  und  grimraigklich 
zelefen.  als  ob  fie  ftande  mit  gekrümbten  fingern,  in  maß  yetz  in  in 
zefallen  |  und  mit  den  negeln  im  fein  antlit  zerkratzen.  Darumb 
fpricht  fie  mit  den  negeln  in  die  aagen  wüfche.  als  ob  es  gehlingen 
gleich  als  fliegend  zu  folt  gon.  Und  darumb  fetzt  der  latinifch  text 
in  die  äugen  fliegen.  Aber  diß  ift  nach  unferm  teütfch  gemainer. 
§  Wie  eilft.     Wie  zitterft.     wie  bift  betrüebt.     was  leit  dir  an? 


—     117     — 

50 10  Pith.  Hern  Phedria.  wen  ich  fuche  ?  Gee  hin  deß  du  wirdig 
bift.  mit  deinen  fchanntlichen  gaben.  Phe.  was  dings  ift 
das?  Pith.  Fragft  mich?  Der  verfchnitten  den  du  uns  ge- 
geben halt  was  betrübnuß  hatt  er  uns  gemacht.  Er  hat  die 
Junckfrawen  gefchwecht,  die  der  ritter  geftern  gegeben  hat. 
Phe.  was  gichft?  Pith.  Ich  bin  tod.  Phe.  Du  bift  voll 
weinß.  Pith.  Ah  das  die  allfo  feiend,  die  mir  übel  wollen. 
Dori.   Hau.     Ich  bitt  dich  mein  Pithias, 


§  Hern  Phedria  wen  ich  füch?  Sie  hett  ain  verwundern  von  feiner 
frag,  als  ob  er  Cheream  in  auffatz  für  den  verfchnitten  hinein  ge- 
sendet habe.  Darumb  fchilt  fie  in  verborglich  und  haift  in  gon  an 
die  ftatt  die  er  verfchuldet  hette  wann  es  in  der  mainung  von  im  be- 
fcbehen  were.  Als  ob  fie  fprach  Gee  hin  ann  galgen.  oder  deß 
gleichen. 


§  Was  gichft.  Das  ift  nit  ain  frag.  Es  ift  ain  verwundern  aber  irer 
fage.  §  Ah  das  die  alfo  feind  Als  ob  fie  fprach.  Wer  ich  vol  weinß 
das  wer  mir  nit  vaft  laid.  aber  ich  wolte  das  all  mein  feind  allfo  vol 
weren.     wann  ich  bin  vol  kumers  und  unmüts. 


—     118    — 

was  Wunders  ift  das  gewefen?  Phe.  Bift  unfinnig?  wie 
mocht  ain  verfchnitner  das  tun?  Pith.  Ich  waiß  nit  wer  er 
gewefen  ift.  Aber  die  fach  zaigt  was  er  geton  hat.  Die 
Jungkfraw  waint.  und  wie  offt  fie  fragffc  was  es  fei,  fie  ge- 
tars  nit  fagen.  So  ertzaigt  fich  auch  der  gut  man  niendert. 
Ich  arme  argkwonen  auch,  das  er  auß  hin  gand  ichts  entragen 
habe.  Phe.  Ich  kan  nit  verwundern,  wahin  der  ungenitet  * 
weitter  wann  haim  gangen  müg  fein.  Villeicht  ift  er  wider- 
umb  zu  uns  komen. 


§  Was  Wunders  ift  das  Dorias  redt  weiplich.  wann  fie  went  der  ver- 
fchniten  habe  die  junckfrawen  gefwecht  das  wer  wol  für  ain  wunder 
nach  der  natur  zefchetzen  §  Ich  waiß  nit  wer  etc  Da  phedria  fagt 
fie  were  unfinnig,  kain  verfniter  **  mochte  das  tun.  do  fiel  Pithias  von 
dem  das  der  verfniten  das  getün  hette  und  lag  allain  aufF  der  fach  die 
nach  allen  zaichen  ainer  gefwechten  junckfrawen  zebeweifen  gnüg 
were  und  fpricht.  §  Die  junckfrau  wainet  etc.  Wann  der  nam  difer 
werck  foll  den  junckfrawen  unkund  fein,  wann  were  fie  geflagen  oder 
geftoffen  fie  hette  es  gefagt.  aber  das  zame  ir  nit  zefagen.  §  Der 
gut  man.  Sie  maint  es  widerwertig.  |  als  fo  wir  mengerlay  mißtüend. 
gut  leüt  haiffen  und  mainen  doch  fie  feien  boßwicht,  und  fpricht. 
man.  wann  fie  hat  in  nun  für  ain  man  nach  feinen  wercken.  und 
nit  mer  für  ain  verfniten.  §  Argkwonen  auch.  Zu  dem  das  ich  argk- 
wone  auß  den  zaichen  er  hab  die  junckfrawen  gefwecht.  §  Ich  kan 
nit  etc.  Das  alles  redt  er  in  im  felb.  untz  da  her.  §  Villeicht  ift  er 
widerumb  zu  uns  komen.  Das  felb  redt  er  zu  den  dirnen.  darumb  bitt 
in  Pithias  das  zebefehen. 


Sic 


—     119     — 

Pith.  Ich  bitt  dich  lieber  fichs  obs  it  fei.  Phe.  Du  wirdfts 
als  pald  wiffen.  Dori.  Ich  bin  hin,  0  du  meine  ich  bitt  dich, 
wie  ain  unfeglich  Übeltat  Ich  hons  nie  mer  gebort  Pith. 
Und  auch  ich.  Ich  boret  wol  fie  betten  die  frawen  über  lieb, 
doch  mochtens  nichts,  aber  es  ift  mir  armen  nie  inn  fin  komen. 
ich  het  in  fuß  etwa  hin  verfchloffen.  und  die  Jungkfrawen 
nit  bevolhen. 


§  Ich  bitt  dich.  Der  text  fetzt  gar  oift  Obfecro.  das  ift  mer  dann 
bitten,  es  ift  flehen,  aber  fo  das  wort  flehen  in  unferm  gemainen 
teütfch  nit  fo  vil  gebraucht  wirt.  fo  fetz  ich  ofi't  bitten,  für  flehen, 
und  muß  dannocht  mit  ebendienender  geberd  gelefen  werden  doch 
wirt  das  wort  ich  bit  dich  offt  für  ain  ainig  fchmaich  wort  gefetzt, 
als  zenechft  hernach  Dorias  dife  woit  alle,  o  du  meine  ich  bitt  dich 
für  ain  liebend  oder  fmaich  wort  fetzet,  dar  durch  fie  doch  etwas 
verwunderns  erzaigen  will,  und  haiffent  einwürffige  wort.  beweg|nuß 
des  gemüts  bedeutend,  in  f roden  in  trauren  in  verwundern,  oder 
anderm.  §  Ich  hons  nie  mer  gehört.  Das  ain  verfchnitner  folichs 
pflegen  folte.  §  Es  ift  mir  armen  nie  inn  fin  komen.  Das  fie  die 
frawen  über  lieb  haben. 


—     120     —  ■  j 

Der  vierd  tail  deß  vierden  undeifchaids.  Phedria  gieng  mit  den  meg-  51 
ten  in  fein  hauß  den  hemling  zefuchen.  Da  fand  er  den  rechten 
hemling  in  feines  bruders  Cherea  klaid.  Und  als  die  raegt  wider  umb 
beruß  liefFen.  do  fach  fie  den  Cremes  der  was  auß  deß  ritters  hauß 
gangen  und  wolt  in  Thais  hauß.  Da  lieff  die  ain  diern  mit  den 
klaineten  vorhin. 


Bild: 

Innenraum.  Links  sitzt  dorus  enuchus,  kahlköpfig,  mit  nackten  beinen; 

von  rechts  her  phedria,   pithias,   dorias,    hinter  letzterer  durch  die 

tür  blick  auf  die  straße. 


—     121     — 

Phe. 
[G]Ee*  außher  du  fchalk.  wie?  Setzft  du  dich  auch?  Für- 
her du  übel  geratner  flüchtiger.  Dor.  Ich  bitt  dich.  Phe. 
Ah  ficha  wie  zerkrümbt  der  boßwicht  das  maul,  was  bedeüt 
dein  herwider  komen?  was  endrung  deins  klaids.^  wasfagft? 
wer  ich  ain  wenig  lenger  auß  beliben.  Pithias,  ich  het  in  nit 
hie  haim  er  griffen  alfo  het  er  fich  zu  der  fluht  **  gericht. 
Pith.    Ah  lieber  haftun?     Phe.    Hau 


[G]Ee  ***  auß  her.  Merk  wie  lieplich  ift  die  irrung  ze  hören,  in  dem 
Phedria  nit  zwyfelt  er  habe  den  fanden  dem  fie  nachgond  zefüchen 
und  doch  nit  ift.  §  Wie  fetzft  du  dich.  Phedria  zoh  in  frefenlich 
darumb  fich  Dorus  als  ain  unfchuldiger  etwas  fetzet  als  die  ftettigen 
pferd.  und  het  verwundern  ab  feines  herren  bewegnuß  §  Du  übel  ge- 
ratner etc  Er  het  in  tür  erkaufft.  darumb  haift  er  in  übel  geraten 
gegen  dem  gelt  das  er  umb  in  geben  hat.  alf  man  auch  in  andern 
keüfiFen  tut.  pferden  fo  mans  reit.  Schweinen  |  oder  ochffen  fo  man 
fie  metzget.  fpricht  fie  wol  oder  übel  geraten  fein  gegen  dem  gelt 
darumb  gegeben.  §  Flüchtiger.  Die  fchuld  Cheree  legt  er  auff  Do- 
rum.  §  Wie  zerkrümbt  der  boßwicht  das  maul.  Merck  wie  liftiglich 
er  feiner  ungeftalten  gab  helffen  wolt  als  ob  er  von  natur  fchon  fei. 
wann  er  fich  nit  übel  ftellet.  §  Was  bedeüt  dein  widerkomen.  War- 
umb  bift  widerkommen.  §  Was  endrung  deins  klaids.  Was  bedeüt 
müft  auß  dem  obern  mercken.  §  Wer  ich  ain  wenig  etc.  Es  ift  gar 
gemain  das  zornig  leüt  wann  fie  im  zorn  aus  geftoffen  hond.  das  fie 
fich  darnach  zu  andern  keren  zebedeüten  das  ir  zürnen  zimlich  ge- 
wefen  fei.  §  Allfo  hett  er  fich  zu  der  flucht  gericht.  Maint  feines 
brüders  klaider  als  ob  er  fie  wolt  entragen  hon.  §  Ah  lieber  haftun. 
Das  ift  wol  gut  zehoren  das  fie  fragt  und  fah  in  vor  ir  fton.  darumb 
fprach  er.  warumb  folt  etc.  als  ob  er  fprach.  fo  er  vor  mir  ftat  fo 
hon  ich  in  gnüg  wol  was  irrt  dich. 


*  [G]  lücke  durch  zwei  zeilen 

**  sie 

***  [G]  ohne  lücke 


—     122     — 

warumb  folt  ich  in  nit  hon?  Pith.  0  das  ift  gut.  Dori.  Bei 
pol  es  ift  joch  gut.  Pith.  wa  ift  er  aber?  Phed.  Fragft? 
fichts*  nit?  Pith.  Ich  bit  dich,  wen  folt  ich  fehen?  Phe. 
Trün  den.  Pith.  was  menfchen  ift  der?  Phe.  Der  hüit  zu 
üch  gefürt  ift  Pith.  Unfer  kaine  hat  hüit  den  mit  iren  äugen 
ye  gefehen.  Phe.  Nit  gefehen?  Pith.  Glaubftu  den  ich  bit 
dich  zu  uns  gefürt  fein?  Phe.  wen  hab  ich  fuß  anndern  ge- 
habt? nieman.  Pith.  Ah  der  ift  trün  nit  zefchetzen  zu  yenem. 
der  was  ainer  erbern  adelichen  angeficht.  Phe.  Allfo  beduhts  ** 
dich  vor,  wann  er  mit  mangerlay  varben 


§  Wa  ift  er.  Sie  fach  darumb  an  und  fragt  als  ob  fie  fpracb.  Ich 
fich  den  wol.  aber  ich  kenn  in  nit.  ich  fuch  auch  den  nit.  ich  kenn 
ain  andern.  §  Fragft?  fichfts  nit?  Sie  waren  auff  bald  feitten  un- 
getig  wann  fie  fagt  deß  Cheree  gefchicht.  er  maint  fie  fag  von  Doro. 
und  feind  baid  unrecht.  §  Was  menfchen  ift  der  Das  redt  Pithia*** 
Dorum  angreiffend.  §  Unfer  kaine.  mit  allain  Thais,  funder  kaine 
unfer  dirnen  aller.  §  Nit  gefehen.  Mit  der  verwunder  frag,  zaigt  er 
doch  irer  fag  etwas  gelobig  werden.  §  Glaubft  du  den.  Sie  fraget  in 
als  ob  er  mer  hab  gehebt  auß  denen  er  difen  zefchicken  geweit  habe, 
darumb  antwurt  er  und  fpricht  er  hab  kain  andern  gehabt.  §  Ah  der 
ift  trün.  Ah  ift  ain  wort  betrübts  ge|mütes.  §  Der  was.  Spricht  der 
was.  als  ob  ers  nit  mer  feie,  fo  er  hin  ift.  oder  ift  er  noch  allfo 
fo  ift  er  doch  Thaidi  nit  allfo  fo  er  von  ir  geflohen  ift.  §  Wann  er 
mit  mangerlai.  Es  was  gewonhait  das  man  folich  knecht  zierlich 
klaidet  mit  getailten  klaidern  mengerlai  färb,  in  funderhait  wa  man 
fie  verfchencken  wolt. 


*    SIC 

** 


SIC 


«:(:« 


SIC 


—     123     — 

ro  beklaidet  was.  Nun  beduncket  er  dich  darumb  fchnod  fein, 
das  du  die  nit  fichffc.  Pith.  Sweig  ich  bitt  dich,  als  obs 
klaine  underfchaid  feie,  Der  hüit  zu  '^  uns  gefüret  ift  ain  Jüng- 
ling, den  du  gern  feheft.  Phedria.  der  ift  fchwinglich  alt, 
wafferfüchtig,  und  tunckelblaich.  Phe.  Hern  was  mers  ift 
das?  du  machft  mich  fo  unfinnig,  das  ich  felb  nit  waiß  was 
ich  geton  hab 


§  Sweig  ich  bit  dich.  Merck  wie  auß  weiplichem  zorn.  ret  fie  fweig 
ich  bit  dich,  fi  mocht  in  nit  hören  da  er  mit  follichen  ungleichen 
Worten  fie  bereden  wolt  ainn  den  andern  fein  under  denen  fo  groffe 
underfchaid  was.  Und  wie  faft  fie  bewegt  was  dannocht  fmaichet  fie 
im  etwas  fo  fie  fpricht.  Den  du  gern  feheft  Phedria  und  lobet  den 
Jüngling  auff  den  fie  zornig  ift.  das  fie  Phedriam  gelobig  mach  das 
der  nit  gefürt  feie  zu  inen  der  vor  im  ftat.  darumb  fchilt  fi  den 
felben.  er  fei  fwinglich  als  ain  gert  der  ander  güts  wol  mügens**  |  leibs 
der  alt.  difer  von  fechtzehen  jarn.  der  wafferfüchtig  ift  difer  gefund. 
der  plaich  difer  rottenhafft.  Und  fpricht  den  du  etc.  wann  fo  du  bift 
ain  fchawmaifter  fchoner  geftalten  und  ain  büler  du  müfteft  in  loben 
and  gern  fehen.  §  Der  ift  fwinglich.  Das  alles  ift  zelefen  zornigklich. 
als  von  ainem  den  man  lutzen  wil.  und  daß  deß  andern  geftalt  defter 
mer  gelobt  fei.  durch  difes  ungeftalt.  und  fpricht  fchwinglich.  maint 
Main  und  mager,  als  die  zongerten  waich  und  flechtig.  §  Waffer- 
füchtig. Als  die  verfniten  gewonlich  im  alter  werden,  und  das  bet- 
zaigt  die  färb  da  mit  fie  in  lutzen  will  gegen  dem  andern.  §  Tuückel- 
blaich.  Etlich  fprechen  tod  färb,  und  maint  bofer  färb  flecket  und 
vol  braiter  mafen.  §  Du  machft  mich.  Das  alles  redt  er  betrübter, 
und  als  ainer  der  dife  wort  Phitie***  nit  gern  hörn  will,  funder  felb  die 
warhait  erfaren. 


SIC 

^  sie 


--     124    -~ 

Hoho  hon  ich  dich  kauft  Dor.  Du  hafts  thon.  Pith.  Haiß 
in  mir  dann  antwurten.  Phe.  Frag  in.  Pith.  Bift  du  it  hüit 
zu  uns  komen?  er  lognet.  aber  der  ander  ift  komen,  bei 
fechtzehen  jar  alt,  den  Parmeno  mit  im  füret.  Phe.  wol  an 
pald  bericht  mich  deß.  von  wannen  haft  du  die  klaider  die 
du  haft?  er  fchweigt  das  menfchlich  wunder,  wilts  nit  fagen? 
Dor.  Cherea  kam.  Phe.  Mein  bruder?  Dor.  Ja.  Phe.  wenn? 
Dor.  Hüit.  Phe.  wie  lang  ifts?  Dor.  Nülich.  Phe.  Mit 
wem?  Dor.  Mit  Parmeno.  Phe.  Haftu  in  vor  och  erkent? 
Dor.  Nain.  ich  hon  auch  nie  gehört  fagen  wer  er  feie.  Phe. 
wannen  wifteft  dann,  das  er  mein  bruder   were?     Dor.    Par* 


§  Er  lognet.  merk  wie  fie  beweifen  will  das  fie  recht  habe,  das  der 
komen  fei  von  dem  fi  fagt  wann  difer  ift  nit  bei  in  gewefeu  als  er 
ietz  felber  fpricht  §  Wol  an.  Merck  wie  phedria  fo  begirlich  will 
der  warhail  bald  underricht  werden.  §  Er  fweigt.  er  fweigt  auch  wol 
wann  er  beforgt  Cheream  untz  das  er  es  fagen  müft  dannocht  fagt  er 
es  ftameln  **  und  fitlich  und  nit  gech.  als  ainer  der  nit  gern  faget. 
wann  er  beforgt  yetlichen  bruder  uf  baid  weg  §  Das  menfchlich.  Er 
fchilt  in  er  fei  ain  wundermenfch.  wann  er  ift  weder  man  noch  fraw 
und  redt  zornigklich.  wilts  nit  fagen.  §  Wannen  wifteft  etc.  Fragt 
nit  unbillich  wannen  er  in  erkennet  fo  er  fo  ain  nüwer  knecht  in  dem 
hauß  was  und  erft  erkauft  und  Cherea  gewonlich  auff  dem  Pirreo  was 
und  ret  die  wort  alle  das  er  fein  red  widerfprechen  mocht  wann  im 
was  laid  das  fein  bruder  folichs  gethon  hett.  darumb  fragt  er  men- 
gerlai  in  zebegreiffen. 


SIC 

sie 


—     125     — 

0  meno  fagt  er  wers.  Der  felb  hat  mir  diß  klaid  gegeben. 
Phe.  Ich  bin  tod.  Dor.  Er  legt  das  mein  an.  und  giengen 
mit  einander  aiißhin.  Pith.  Yetz  glaubeft  du  das  ich  nüchtern 
fei.  und  dir  nichtz  gelogen,  es  ift  nun  genug  gewis,  die 
Junckfrawen  gefchwecht  fein.  Phe.  Gee  du  torochte,  glaubft 
du  dem  was  er  fagt?  Pith.  was  bedarff  ich  dem  glauben, 
die  fach  betzaigt  es.  Phe.  Kom  da  her  ain  wenig.  Horfts 
nit  nun  ain  wenig.  Pith.  Es  ift  genug.  Phe.  Sag  du  das 
aber,     hat  dir  Cherea  dein 


§  Jetz  glaubft  das  ich  nüchtern  fei.  Es  het  fie  groß  verfchmacht  das 
er  oben  zu  ir  gefproohen  het.  Du  bift  vol  weinß.  Als  auch  frauwen 
fchentlich  und  unerlich  ift.  truncken  werden,  darumb  fo  will  fie  fich 
der  fchand  entfchuldigen.  §  Es  ift  genüg  gewiß.  Merck  rechte  Ord- 
nung Von  erft  entfchuldigt  fi  fich  der  trunckenhait  Und  darnach  fo 
komt  fie  erft  an  der  Junckfrauwen  fach.  §  Glaubftu  dem  was  er 
faget.  Do  Phedria  höret  das  von  feinem  brüder  die  mißtat  befchehen 
was  do  het  er  das  gern  verborgen  unnd  widerumb  her  bracht.  Darumb 
fo  fpricht  er.  Glaubftu  dem  was  er  fagt.  Als  ob  er  fprache.  Du  be- 
darfFft  dem  nit  glauben,  wann  all  knecht  liegen  gern.  Auch  darzü 
fo  ift  der  ain  flüchtiger  verfchnitner.  darumb  im  defter  minder  ift 
zeglauben.  §  Die  fach  betzaigt  es.  |  Do  Phedria  die  diern  überwand 
das  der  fchnoden  perfon  nit  zeglauben  feie,  do  zoch  fie  fich  auff 
die  fach. 


—     126     — 

klaid  abzogen?  Dor.  Es  ift  befchehen.  Phe.  Und  ift  dar 
mit  beklait?  Dor.  Es  ift  befchehen.  Phe.  Und  für  dich  da 
her  gefürt?  Dor.  Ja.  Phe.  0  groffer  Juppiter  was  fchalck- 
hafften  und  trutzigen  menfchen.  Pith.  wee  mir,  nun  glaubft 
du  das  wir  in  unzimlich  weg  verfpottet  feien.  Phe.  Es  ift 
ain  wunder  glaubftu 


§  Komb  daher  ain  wenig.  Phedria  wolt  die  warhait  haimlich  von  im 
erfaren  das  es  Pithias  nit  horte,  und  zeicht  *  in  befunder.  Darumb 
fpricht  Pithias.  §  Es  ift  gnüg.  Maint  erfarn  oder  gehört.  Doch  da 
er  in  haimlich  fragt  unnd  die  warhait  erfür.  do  fprach  er.  §  0  groffer 
Juppiter  was  fchalckh äfften  und  trutzigen  mennfchen.  Und  maint  Che- 
ream  oder  Parmenonem.  aber  er**  redts  mit  der  geberd  das***  Pithias 
wonet  er  mainte  den  verfchniten.  und  darumb  fpricht  fie  als  pald 
dar  auflp.  Wee  mir  nun  gejlaubftu  das  wir  in  unzimlich  weg  ver- 
fpottet feien.  §  Es  ift  ain  wunnder  glaubft  du  das  der  fagt.  Ain  ver- 
fchnitner  flüchtiger  knecht. 


"•  Sic 

**  aberer 

***  geber  ddas 


—     127    — 

lo  das  der  fagt.  Pith.  Ich  waiß  nit  was  ich  tun  foll.  Phe. 
Horftu  lognen  wider.  Mag  ich  hüit  nit  die  warhait  auß  dir 
graben?  Haft  du  it  mein  bruder  Cheream  gefehen?  Dor. 
Nain.  Phe.  Ich  fich  du  magft  nit  vergehen  "^  on  dein  groß 
übel.  Gee  nachher.  Yetz  gicht  ers,  dann  lognet  er.  bit 
mich.     Dor. 


§  Horft  du  lognen  wider.  Das  fpricht  Phedria  zu  dem  **  verfchniten 
haimlich.  und  das  ander  laut  das  er  die  dirnen  wider  ab  dem  glauben 
bring,  das  es  Cherea  nit  feie.  §  Ich  fich  du  machft  nit  verjehen  *  etc. 
Merck  wie  er  alle  fein  vorigen  fagen  mit  difen  wortten  begeret  ze- 
vernichten  das  er  den  glauben  auß  den  diernen  zieche.  darumb 
trüwet***  er  im.  Unnd  ift  gleich  als  fo  man  ain  martert  untz  |  das  er 
fagen  muß  was  man  wil.  ob  er  fuß  war  het  gefagt.  §  Gee  nachher 
etc.  Als  ob  er  in  an  die  wag  füren  woll  die  warhait  auß  im  zebringen. 
Und  ift  doch  alles  zu  ainem  fchein  vor  den  diernen  das  fie  defter 
minder  gelauben  follen.  Darumb  redt  er  haimlich  zu  im.  §  Bitt  mich. 
Als  ob  er  herrt  und  fcharpfF  fei.  und  wie  Phedria  mainet  er  folte 
gleichfnend  biten.     dannocht  fo  bat  er    in   gar   ernftlich    und    fprach. 


*  Sic 
**  den 

***  sie 


—    128     — 

Ich  bit  dich  io  recht  vaft  mein  Phedria.  Phe.  Gee  einhin. 
Dor.  Oy  hei  oy.  Phe.  Ich  waiß  nib  wie  ich  fuß  erlich  von 
hinnen  gang,  es  ift  befchehen.  und  du  bub  wilt  mich  erft 
auch  umfürn.  Pith.  Ich  waiß  bas  wann  min  leben  das  der 
boß  lift  Parmenonis  ift.  Dori.  Es  ift  alfo  Pith.  Bei  poll 
ich  wird  ^ 


§  Ich  bit  dich  io  recht  Wann  er  forchte  fich.  Und  auff  das  fpricht 
Phedria  gar  zornigklich  unnd  frevenlich.  §  Gee  ein  hin.  Darumb 
wainet  Dorus.  §  Oy  hei  oy.  Wann  er  mainet  **  im  were  ernft.  aber 
er  füchet  nun  wie  er  glimpflich  von  den  diernen  komen  mocht.  Wann 
er  was  gantz  überwunden  das  Cherea  den  unfüg  geftiift  hette.  §  Es 
ift  befchehen.  Alles  das  fi  gefagt  hond  von  der  Junckfrawen  Und 
Cherea  hat  es  geton.  Doch  fo  will  er  |  gleichßnen  das  nit  befchehen 
fein.  Unnd  leret  den  knecht  liegen  und  geftatet  der  unwarhait  wider 
alle  erberkait.  Das  doch  ainem  ***  freien  Jüngling  nit  getzimbt.  Und 
darumb  wer  der  Poet  zeftraffen.  Antwurt.  Er  thüt  das  glimpif  und  er 
feins  brüder  zebehalten  und  fein  felbs  und  der  feinen.  Und  das  die 
hocbtzeit  defter  ain  erlichern  auß  gang  gewunne.  Und  clarumb  nimbt  er 
Urlaub  glimpflich  der  lügen  unnd  unwarhait  beiftand  zethün.  Darumb 
fpricht  er.  §  Ich  waiß  nit  wie  ich  fuß  erlich  von  hinen  gang,  ünnd  wirt  auch 
alle  fchuld  aaff  den  knecht  getrochen.  Darumb  fpricht  Pithias.  §  Ich 
waiß  bas  wann  mein  leben,  etc  Darumb  das  freien  und  edeln  Jüng- 
lingen untzimlich  ift  follich  lift  zeerdencken.  §  Bei  poll  ich  wird  noch 
hüit  der  gleichen  erfinden  etc.  Das  ift  ain  guter  ein  gang  dife  fabel 
frolich  zeenden.  wann  durch  den  widergelt  Phitie  f  dem  Parmenoni 
wirt  der  vater    zu    dem    prautlauff    berüfFt    die    durch    in  ,zefeftigen. 


*  i  fehlt 
**  miauet 
***  ain|nem 
t  sie 


— ,    129    — 

ro  noch  hüit  der  gleichen  erfinden,  das  ich  im  danck  fage.  aber 
was  mainft  du  nun  zetun  fein  Dorias  ?  Dori.  Von  der  Junck- 
frawen  fragftu?  Pith.  Ja  ob  ich  fweig,  oder  ob  ichs  fag? 
Dori.  Bei.  pol  biftu  witzig,  das  du  waift  das  wiß  nit.  weder 
vom  verfnitten  noch  von  der  Junckfrawen  fwechen.  da  mit 
züchftu  dich  auß  allem  kipel.  und  machft  dir  die  dankbar 
da  mit,  fprich  Dorus  fei  hinweg  gegangen.  Pith.  Ich  wils 
tun.  Dori.  Aber  ich  fich  Cremen,  Thais  wirt  ietz  hie  fein. 
Pith.  wie  das?  Dori.  wann  da  ich  von  in  gieng,  da  erhub 
fich  das  kipeln.  Pith.  Trag  du  hin  das  gold,  ich  will  wiffen 
was  es  feie. 


§  Das  du  waift  das  wiß  nit.  Merck  der  Poet  wolt  nit  das  die  ding 
von  ftund  Thaidi  und  Creraeti  gefagt  wurden  wann  Thais  mocht  fie 
nit  fo  fer  dem  brüder  gelobt  hon.  irer  wol  kundende*  zucht  tugend 
und  fcham  halb,  wann  fie  gewift  hetten  das  fie  gefwecht  were.  Auch 
weren  fie  nit  fo  keck  und  manlich  gewefen  fie  vor  dem  ritter  zebe- 
fchirmen.  der  als  pald  hernach  käme  mit  feinem  hör  fie  wider  ze- 
fordern.  §  Weder  von  verfnitten.  Das  er  nit  verfniten  fei.  funder 
Cherea.  §  Und  machft  dir  die  danckbar.  Das  du  ir  lafter  nit  weit 
auß  braiteft.  wann  es  ainer  junckfrawen  groß  und  fchentlich  zefchetzen 
ift  wa  fie  gefwecht  wirt.  darnmb  haben  fie  es  gern  haimlich.  Etlich 
fetzen.  Und  machft  die  den**  Cheream  danckbar.  aber  es  dienet  nit. 
wann  fie  feind  im  gram,  und  fuchen  nit  wie  fie  in  willfagen  funder 
rechnen.  |  §  Thais  wirt  yetz  hie  fein.  Die  wirt  aller  ding  felb  gewar. 
darumb  machtu  fchweigen. 


SIC 


IT  erenz. 


—     130     — 

Der  fünfft  tail  deß  vierden  underfchaids.     Redt  Cremes  mit  Pithias  in    5f 
Thais  haus.     In  dem  gieng  Thais  her  und  wolt  auch  hinein. 


Bild 


Links  geschlossene  haustür  von  außen,  Thais  will  hinein ;  rechts  höher 
im  innern  pithias   und  Cremes  auf  einer  bank. 


—     131     — 

Cre. 

[0]N  ^  hon  bei  liercle  mir  find  wort  gegeben.  Der  wein 
bat  mich  überwunden,  den  ich  getrunken  hon.  Doch  die  weil 
ich  faß  beducht  ich  mich  fchon  nüchtern  fein,  aber  da  ich 
auff  ftund,  mocht  weder  fuß  noch  finn  feine  werck  wol  vol- 
bringen.  Pith.  Creme.  Cre.  wer  ifts?  Ah  pithias  wie  vil 
fchoner  bedunnckeft 


[I]N  **  difer  Seen  wirt  der  Jüngling  Cremes  halb  truncken  ein  getzogen 
zelernen  was  der  wein  vermüge  zu  dienft  fro  Veneri.  Und  auch  wie 
die  truncken  der  fürgenden***  ding  gedechtig  feiend,  und  in  den  gegen- 
würtigen  ftumeln  und  ftutzen.  als  cremes  tut  mit  der  zungen  und 
füffen.  darumb  fpricht  er.  Hon.  fo  er  auff  geftanden  ift  und  waibeln 
gen  der  Thais  hauß  gat.  als  ob  er  fprach  onhon  erft  enpfind  ich  wie 
mir  I  ift.  Nun  fich  ich  das  mir  gute  und  freüntliche  wort  gegeben 
hat.  untz  das  fie  den  wein  in  mich  bracht  hond  und  mich  frolich 
gemacht,  wann  er  het  Thaidem  allweg  in  argwon  fie  wurde  weg  er- 
dencken  damit  fie  in  hinan  brechte,  Darumb  mocht  er  das  gedencken 
wiewol  es  nit  allfo  was.  Oder  mir  feind  wort  gegeben,  vom  wein 
der  mit  füffigkait  ain  truncken  ertzaigt  hat.  als  die  fchmaicher  mit 
wortten  thünd  untz  ich  antrunck  worden  bin.  §  Weder  fuß.  Wann 
er  kund  nit  wol  mer  gon.  Daß  gleichen  fetzt  auch  Plautus  f  von  dem 
wein  dife  wort.  Der  wein  ift  ain  liftiger  ringer.  er  kan  fchrencken 
nimbt  ainem  die  füß  zum  erften.  Und  Virgilius  vom  trauben.  Er 
nimbt  von  erft  die  füß.  darnach  bint  er  die  zungen.  So  fpricht  der 
Poet  hie.  Das  weder  die  füß  noch  die  finn  alle  das  ift  das  gantz  ge- 
müt  ire  werck  volbringen.  doch  bedeücht  in  im  wer  recht,  aber  er 
irrt  das  bekent  er  mit  den  nachgenden  worten  fo  er  fprach.  Aber  do 
ich  auff  etc.  §  Wol  volbringen.  Und  fpricht  wol.  wann  er  gieng  und 
braucht  fein  finn  aber  nit  wol.  §  Wie  vil  fchoner.  Merck  fo  er  vom 
wein  verwandelt  ift  bedunckt  in  fie  fei  auch  verwandelt,  darumb 
fwert  fie  werlich  und  bei  got  er  dunck  fie  frolicher  fein,  wann  er 
gab  ir  vor  grobe  und  unmutige  wort,  als  oben  ftat.  darumb  fwert 
fie  zwifach.  fie  fagt  recht,  aber  er  irre  das  fie  fchoner  fei.  doch 
gibt  fie  im  erwer  antwurt  wie  wol  fie  im  finn  het  er  were  trünckner 
und  voller  weinß. 


*  [0]  lücke  durch  zwei  zeilen 
**  [I]  keine  lücke 
***  fargenden 
t  Plant  US 

0* 


~     132     — 

du  mich  yetz  fein,  wann  vor.  Pith.  Und  warlicli  bei  poll  du 
vil  frolicher.  Cre.  Bei  hercle,  das  vvort  ift  war.  on  cerere 
unnd  wacho  *  ift  venus  kalt,  on  fpeiß  und  tranck  ift  venus 
kranck.  aber  thais  ift  fie  vor  lang  komen?  Pith.  Ift  fie 
dann  auß  vom  ritter  gangen?  Cre.  Ja  vor  langen.  Es  feind 
groß  krieg  zwifchen  inen  worden.  Pith.  Sagt  fie  nichtz? 
das  du  ir  nachvolgteft.  Cre.  Nuntz  wann  da  fie  **  außgieng  **, 
winckt  fie  mir.  Pith.  Eho  was  das  nit  gnug?  Cre.  Aber 
ich  wift  nit  das  fie  das  maint.  nun  fo  vil  was  ich  zewenig 
verftunde,  das  ftraift  der  ritter,  wann  er  ftieß  mich  auß  dem 
hauß.  aber  fih  ich  fich  fie.  mich  wundert  wa  ich  fie  für- 
kert  habe 


§  On  cerere  und  bacho  Ceres  ift  ain  gotin  des  korns  Bacbus  ain  got 
des  weinß.  On  die  das  ift  on  effen  und  trincken  ift  venus  kalt.  Das 
ift  die  gotin  geberen  feins  geleichen,  wann  ir  kind  wirt  geleicht  in- 
brünftigem  feur  etc.  Das  auß  zelegen  gehört  an  ander  end  wann  fo 
vil  natürlich  zereden  fo  all  leiplich  begird  aufF  natürliche  wermi  deß 
geblütz  gefetz  ***  ift  und  das  geblüt  on  wol  effen  und  trincken  nit  gut 
und  warm  beleiben  mag.  fo  mag  auch  die  begird  zu  den  werken 
veneris  nit  beleiben,  funder  wirt  fie  erkalten,  und  ab  gan.  zeglei- 
cher  weiß  als  erkaltet  bech  bald  abfeilet  fo  man  mit  bichet.  §  Winckt. 
fie  mir.  Zaiget  wol  das  fie  in  zorn  von  dem  ritter  gefchaiden  ift 
doch  ift  der  zorn  nit  fo  groß  gewefen  das  fie  von  irem  für  nemen  der 
junckfrauen  und  irs  brüder  .  laffen  wolt.  darumb  fpricht  er.  fie 
winckt  etc.  §  Eho  was  das  nit  etc  Merck  wie  Cremes  fo  |  ainfeltig 
und  ungenietet  würt  in  dife  Seen  getzogen  das  in  auch  ain  diern  umb 
fein  unkünden  ftraffen  mag.  als  hernach  bas  gezaiget  wirt.  §  Wann 
er  ftieß  mich.  Verfechlich  er  flüg  f  in  nit.  wann  er  was  auff  Thaidem 
zorniger  wann  auff  in. 


*    SIC 

**  statt  i  beidemale  lücke 

***  sie 
t  sie 


—     133     — 

Der  fechft  tail  deß  vierden  anderfchaids.  Sagt  Thais  dem  Cremes  wie 
fie  im  fein  fchwefter  zewegen  hab  bracht  und  auff  enthalten.  In  dem 
erftechen  *  fie  den  ritter.  Der  kumbt  mit  vil  volk  die  Saittenfpilerin 
wider  zenemen.  Dar  gegen  ruften  fie  fich  mit  verfperren  deß  liauß. 
Doch  wolt  Cremes  gern  heruß  fein.  Den  behüb  fie  kaum  mit  guten 
wortten  bei  ir. 


Bild: 


Straße.    Links  sehen  Cremes  und   Thais    zum   fenfter   heraus;   von 

rechts  Trafo,   Gnato,   Siriftus  mit  lanze,   hinter  ihnen  Dorax    und 

Simalio  mit  hellebarde,  Sanga. 


SIC 


—     134     — 

Tha. 
[I]Cli  *  glaub  freilich  er  werd  yetzt  komen  das  er  mir  die  neme. 
laß  in  nun  komen,  und  rürt  er  fi  mit  aim  vingerlin  an,  im 
werden  gleich  die  äugen  auß  gegraben,  wie  lang  mag  ich 
noch  deß  ungftümi  leiden  und  hohe  wort?  Es  feind  auch 
nun  wort,  wann  wolt  ers  zu  wercken  bringen  er  wurd  ge- 
flagen.  Cre.  Thais  ich  bin  yetz  längs  hie.  Tha.  0  mein 
Creme  ich  besser  auch  dein 


[1]  Ch  **  glaub.  Merck  dife  wort  wie  fi  die  auß  den  vergangnen  krieg 
mit  dem  ritter  redet,  als  ob  fie  fprech.  Nach  dem  als  wir  mit  ein- 
ander gehadert  hont  fo  lat  er  nit  er  werd  mir  die  junckfrawen  wider- 
nemen.  und  merck  wie  ir  der  krieg  fo  hart  inn  leit  das  fie  weder 
den  ritter  noch  die  junckfrauwen  nennet,  funder  fpricht  fie.  er  und 
die.  als  aine  die  noch  bewegt  ift.  §  Laß  in  nun  koraen.  Das  ift  ain 
gemain  wort  deren  die  irn  feinden  manlichen  widerftand  mainen  ze- 
tün.  Und  rett  im  finn.  wann  fie  ift  aljlain.  und  wellich  allfo  feiend 
die  ftellend  ir  gemüt  auch  den  minften  widerdrieß  zerechen  darumb 
fpricht  fie.  Und  rürt  er  fie  mit  aim  fingerlin  etc.  Die  räch  ift  ge- 
mainlich  aller  hedrigen  frawen.  befunder  gegen  den  bülern  das  fie 
das  angeficht  trouwen  zerkratzen,  wann  ire  waffen  feind  die  zungen 
und  negel.  als  auch  Phitias  ***  oben  fpricht.  Wie  leicht  wolt  ich  dem 
gifftigen  in  die  äugen  wüfchen.  Wann  aller  frauwen  fraidigkait  rieht 
fich  gegen  den  äugen.  §  Wie  lang  mag  ich  etc.  Merck  fie  fpricht 
leiden,  dabei  merck  ir  aller  fin  wandel  und  wefen  fwer  ift.  und  fein 
gemainfami  allain  von  deß  genieß  wegen  verduldet  und  nit  von  liebi. 
darumb  fpricht  fie  ungeftümi  oder  unfchicklichait  (Als  der  latinifch 
text  fetzt)  zu  der  liebi  und  früntfchaft  und  hohe  wort  f.  wann  es  feind 
auch  nun  wort,  als  ob  fie  fpräch.  Er  pilt  wol  aber  er  beift  nit.  wann, 
er  ift  nun  ergüdig  und  gantzer  zag  der  kain  manhait  ye  erzaigt  hat 
dar  umb  ift  fie  defter  fraidiger  fo  fie  in  zag  waiß.  und  fpricht.  Wann 
wolt  ers  zewercken  bringen  etc.  Das  ift  wolt  er  tun  nach  feinen  wer- 
ten er  wurd  etc. 


*  [IJ  lücke  durch  2  Zeilen 

**  ohne  lücke 

***  sie 

t  oder  wort 


—     135    — 

felbs.  waift  aber  das  alle  dife  haderei  von  deinen  wegen  be- 
fchehen  ift?  und  alle  ding  dir  zu  gehören?  Cre.  Mir?  wie? 
als  ob  ich  das?  Tha.  wann  die  weil  ich  lern  dir  dein  fwefter 
widerzegeben  und  einfetzen,  fo  hab  ich  dife  ding  und  vil  der 
gleichen  erlitten  Cre.  wa  ift  fie?  Tha.  Da  haim  bei  mir. 
Cre.  Hem.  Tha.  was  ifts?  Sie  ift  allfo  ertzogen,  als  dir 
und  ir  wol  gebürt.  Cre.  was  gichft?  Tha.  Als  es  an  im 
felb  ift.  Die  gib  ich  dir  zegab.  und  beger  auch  von  dir 
umb  die  kainerlai  widergelt.     Cre. 


§  Mir?  wie?  als  etc.  Er  verzuckt  an  difen  worten  als  ain  grober 
peürifcher  ungeniter  *  Jüngling,  der  von  ftund  an  forcht  es  wurd  über 
in  gan.  und  erftockt  in  forgen  das  er  feine  wort  nit  volfprechen 
kund,  darumb  ließ  in  Thais  nit  gern  lang  in  dem  zweifei.  warumb 
das  were  und  fagt  es  fei  dar  umb  das  fie  im  fein  fwefter  wider  geb. 
und  doch  allfo  das  er  merckte  fie  vil  von  feinen  wegen  erliten  haben, 
yetz  das  er  gefehen  hat  und  vor  das  er  nit  waiß.  Merck  wie  wol  fi 
fich  kan  gefellig  machen  und  fchetzt  das  alles  im  zu.  §  Hem.  Der 
Jüngling  erfchrak  do  er  hört  das  fein  fwefter  in  ainer  bulerin  hauß 
was.  darumb  begegnet  im  thais  bald  und  fpricht.  Was  ifts.  ]  doch  ** 
bedarff  nichtz  wundern.  §  Sie  ift  allfo  herzogen.  Maint  zu  Rodis  bei 
irr  müter  etc.  das  er  icht  gedechte  fie  were  von  irem  bofen  genieß 
und  bei  follichen  untzimlichen  woUuften  ertzogen.  darumb  fpricht  fie. 
§  Sie  ift  allfo  ertzogen  als  dir  und  ir  wol  gebürt.  Und  fpricht  nit  als 
mir  gebürt.  darumb  fpricht  Cremes.  §  Was  gichft?  Als  ob  er  f prach 
das  wer  ain  wunder  wann  fi  in  ainer  bulerin  hauß  nach  eren  folte 
ertzogen  fein.  §  Und  beger  auch  von  dir  etc.  Von  recht  mocht  fie 
wol  das  gelt  von  im  genomen  haben  aber  fie  wolt  ertzaigen  ir  miltig- 
kait  gegen  in  baiden.     und  fchenckt  fie  lauter. 


SIC 


—    136    — 

Deß  haftu  von  mir,  und  fag  dir  groffen  danck  thais  nach 
deinem  verdienen.  Tha.  Doch  hüit  creme,  das  du  die  nit 
verliereft.  ee  du  fi  von  mir  enpfaheft  wann  fi  ift  die  umb 
die  der  ritter  ietz  kumbt  fi  von  mir  mit  gwalt  zenemen.  gee 
du  pithia  bring  das  kiftlin  ußher  mit  den  kuntzaichen.  Cre. 
Sichftu  den  thais?  Pith.  wa  ftat  fi?  Tha.  In  der  lidrin 
truhen  du  hef liehe  bift  noch  da  ?  Cre.  Den  ritter  fo  vil 
volcks 


§  Deß  haftu  etc.  Dank  haben  ift.  wann  ich  die  güthait  im  hertzen 
behalten  will  und  nit  vergeffen.  als  ob  ich  deß  allweg  begere  züver- 
gelten  on  end.  aber  danck  fagen  gar  mit  wortten  uß  dem  hertzen. 
darumb  hat  er  danck  und  fagt  auch  danck.  als  ob  er  fprach  Ich 
danck  dir  mit  Worten  und  will  doch  deiner  güthait  allweg  in  gedenck 
fein  zewidergelt.  wann  du  das  wol  umb  mich  verdient  haft.  Auch 
merck  wie  Thais  dem  Cremi  fein  fwefter  defter  balder  gegeben  hat. 
wann  fie  wift  das  der  ritter  körnen  wolt  fie  wider  zenemen.  darumb 
fpricht  I  fie.  Doch  bewar  Creme  das  du  die  nit  verlireft*.  wann  fie  ift 
die  umb  die  der  ritter  yetzt  kumbt  etc.  Und  ret  das  nit  das  fie  in 
forchtfam  machte,  funder  das  fie  in  manet  fich  für  zebetrachten  und 
ordnen  mit  was  worten  und  wercken  er  im  widerftand  thün  wolte 
Wann  Thais  maiat  der  Jüngling  wer  manlich.  aber  er  was  ain  zag 
darumb  ward  in  Thais  als  pald  troften  und  fprach.  Furcht  dir  nit 
gedenck  das  der  ritter  frembd  ift  und  nit  wol  hie  gement  als  du. 
§  Bring  das  kiftlin  mit  den  kuntzaichan.  Das  feind  der  Junckfrawen 
erfte  klaider  darinn  fie  von  den  raubern  verkaufft  ward,  und  andere 
zaichen  bei  den  man  kennen  mag  das  fie  Cremes  fwefter  fei.  §  Sichftu 
den  thais.  Was  dar  zwifchen  im  text  ftat.  ift  ain  underred  Phitie  ** 
und  Thaidis.  §  Vil  volks.  Er  redt  als  ain  forchtfamer.  und  haift 
fechs  perfon  vil  volcks.  wann  es  was  nun  der  ritter  Gnato  Dorax 
Simalio  Sirifcus  ***  und  Sanga. 


^   SIC 

** 


sie 
sie 


—     137     — 

f®  her  zu  dir  füren  ?  tha  tha.  Tha.  Bis  nit  forchtfam  mein 
menfch  ich  bit  dich.  Cre.  Gee  hin.  folt  ich  fortig "^  fein? 
Niemand  under  allen  menfchenn  der  lebt  minder.  Tha.  Und 
es  iffc  notdurfft.  Cre.  Hei  ich  forgen.  was  mans  mainftii  das 
ich  feie?  Tha.  Trün  du  folt  auch  diß  bedencken  mit  dem 
du  zethun  haft.  der  ift  fremd,  minder  mechtig  wann  du, 
minder  bekannt,  hat  minder  freund.  Cre.  Ich  waiß  das.  aber 
torlich  ift  das  verlieren 


§  Tha  ta  ift  ain  wort  etwas  erfchrocken  geinüts.  §  Geehin.  Das  ift 
ain  wort**  da  mit  er  will  erzaigen  verdrieffens  das  in  Thais  hertziget, 
wann  er  beduncket  fich  fuß  manUch  fein  und  ift  doch  vertzag  ***. 
§  Und  es  bedarff  fein  Das  du  nit  vertzagt  feieft  §  Hei  ich  forgen. 
Das  ift  ain  gebrefthafftig  red.  und  beduncket  in  Thais  halt  nit  vil 
auff  fein  manhait.  und  macht  das  der  wein,  wann  ee  das  er  truncken 
ward  veracht  er  fie  gantz  aber  nun  will  er  ir  gefellig  fein  und  man- 
lich  gefehen  werden,  darumb  fpricht  er  in  im  felber.  Hei  ich  forgen 
das  mich  j  Thais  it  für  vertzagten  anfehe.  und  ertzaigt  fich  manlich 
und  fpricht.  §  Was  manns  mainftu  das  ich  fei.  Ich  bedarff  nit 
troftens  ich  furcht  in  nit.  Oder  fprich.  Ich  forgen  du  wiffeft  nit 
was  manns  ich  fei.  §  Der  ift  fremd.  Sie  redt  in  eil.  darumb  kürtzt 
fie  die  red.  Sie  wolt  fprechen.  bedenck  das  er  fremd  ift  und  du  ain 
burger.  er  nit  fo  mechtig  als  du  bift  etc.  Die  ding  mügen  ain  menfch 
wider  das  ander  hertzigen.  §  Aber  torlich  ift  das  verlieren  etc.  Merck 
wie  Therentius  zaigen  will  das  vil  mer  guter  urfachen  zu  der  forcht 
dienend  f  dann  zu  der  fraidigkait.  wann  wie  wol  die  vorgenden  wort 
alle  zu  fraidigkait  dienend,  fremdi  deß  widertailes.  minder  mechtig 
minder  bekannt  minder  fründ.  doch  fo  wirt  das  alles  mit  dem  ainigen 
rat  geftillet.  Torlich  ift  das  verlieren  etc.  und  bald  wirt  er  fprechen. 
Es  zimbt  dem  weifen  das  er  alle  ding  ee  durch  rat  wann  mit  dem 
waffen  befüche. 


^     81C 

**  worr 


*♦* 


BIC 


diennd 


—     138    — 

das  du  bewaren  magft.  Ich  will  lieber  uns  verfehen,  dann 
den  rechen,  fo  wir  die  fmach  enpfangen  haben,  gee  du  hin 
und  verflüß  die  tür  einwendig,  fo  lauff  ich  übern  marckt  ich 
will  das  wir  helfFer  haben  in  difer  fchar.  Tha.  Bleib  bleib. 
Cre.  Es  ift  beffer.  Tha.  Bleib.  Cre.  Laß  mich.  Ich  wird 
yetz  hie  fein.  Tha.  Es  bedarff  deß  nit.  Alllb,  fprich  fi  fei 
dein  fwefter,  und  habeft  fi  ain  klains  megdlin  verlorn,  kenn 
fie  nun.  zaig  die  zaichen.  Pith.  Da  find  fi.  Tha.  Nimbs*. 
tut  er  dir  gewalt,  züch  in  für  recht.  Hafts  gemerckt?  Cre. 
wol.     Tha.    Lug  nun  das  du  das  wol  be- 


§  Gee  du  hin  etc.  Merk  wie  ain  czagen  **  rat  er  gibt,  er  waiß  auch 
kain  hilff  zefüchen  wann  die  tür  zeverfchlieffen  und  die  üueht.  darbei 
merckftu  wie  weines  manhait  nit  beftand  hat.  §  In  difer  fchar.  Merck 
aber  fein  zaghait.  Er  haift  ditz  ain  fchar  vor  dem  fich  auch  ain  weib 
nit  fürchtet.  §  Es  ift  beffer.  Das  ich  fliehe.  §  Bleib.  Das  muß  mit 
rechter  geberd  gelefen  fein,  wann  fie  hüb  in  bei  dem  mantel.  aber 
er  widerftrebt  auf  die  flucht  darumb  fprach  er.  laß  mich,  ich  wird  etc. 
§  Es  bedarft'  deß  nit.  Verftee  das  wir  helffer  haben.  Oder  es  bedarff 
fein  nit.  das  wir  uns  allfo  forchtlich  ftellen.  wann  du  fprichft  fie  fei 
dein  fchwefter  ob  er  ichtz  mit  dir  zetun  hab  §  Kenn  fi  nun.  Thais 
zaigt  im  die  zaichen  wie  |  die  junckfraw  geraubt  worden  ift.  und 
fpricht.  Kenn  fie  nun  bei  den  zaichen  und  zaig  die  zaichen  dem  ritter 
und  büt  im  die  und  fprich.  Nimbs.  tut  er  dir  gewalt  etc.  wann  es 
ift  beffer  mit  recht  dem  gewalt  widerftan  wann  mit  dem  eifen.  §  Lüg 
nun  das  du  das  wol  befinnt  redeft.  Thais  fach  in  erfchrocken.  fie 
hette  fuß  dife  wort  nit  gerent***. 


fteht  da  Gott.,   Stuttg.  lücke 


—     139     — 

r*'  finnt  redeft.  Cre.  Ich  wils  tun.  Tha.  Heb  den  mantel  auff. 
Ich  bin  tod,  der  bedorfft  felb  wol  helffer  den  ich  mir  zefcbir- 
mer  mache. 


§  Ich  wils  thün.  Das  ift  auch  forchtfamlich  zelefen.  §  Heb  den  mantel 
auf  Das  wort  beweifet  in  was  forgen  er  was  do  er  den  mantel  nach 
im  kegt.  doch  was  er  auch  truncken.  §  Der  bedorfft  felber  wol  helffer. 
Das  wort  beweift,  wie  grob  wie  erfchrocken  und  unhilf lieh*  der  Jüng- 
ling was.     und  doch  von  eren  geborn. 

* 

*  vnhilfllch 


—     140    — 

Der  Sibend  tail    des   fierdeu  underfchaids.     Wie    der   Ritter   mit   den    61 
knechten    das   hauß    wolt    ftürmen.     Unnd   wie  es   zergieng   und   ab- 
fchieden. 


Bild: 
Straße.     Links    Trafo    und    Gnato    in    Unterredung.     Weiter   rechts 
Saiiga,  Dorax  mit  lanze,  Simalio  und  Siriftus  mit  hellebarde  gegen 
das  haus,  aus  dem  im  erften  ftock  Cremes  und  Thais  sachen  herab- 
werfen,  im  zwiten  sehen  Dorias  und  pithias  heraus. 


—     141     — 

Tra. 

[S]Olt*  ich  icht  dife  fo  merckliche  fmach  in  mich  entpfahen 
Gnato.  zefterben  ift  mir  gnuglicher.  Simalio,  Dorax,  Sirifte 
folgend  mir  nach,  erftlich  will  ich  das  hauß  ftürmen.  Gna. 
Ift  recht.  Tra.  Ich  will  die  junckfrawen  mit  gwalt  nemen. 
Gna.  Frümklich.  Tra.  Ich  will  fi  übel  fiahen.  Gna. 
hübfchlich.  Tra.  Dorax  kumb  du  her,  mit  dem  rigel  en- 
mitten  in  das  gefchick.  du  fimalio  in  den  lingken  fpitz. 
firifte  du  in  den  rechten,  rüeff  den  andern,  wa  ift  centurio? 
fanga?  und  die  fchar  der  kuchenknecht  ?  Gna.  Sich  an. 
Sanga  ift  engegen.     Tra.    Du  tor  was  gedenckft  du 


§  [S]01t  ich.  Hie  wirt  widerumb  deß  ungefcliickten  ritters  fchnodikait 
ertzaigt.  der  zu  feinem  bülen  als  gegen  fein  feinden  uf  gezogen  ift 
mit  bewegtem  gemüt.  eilendem  laufF  und  ungeberde.  Wie  ain  fpot- 
lich  für  nemen.  Als  ob  träfe  nimer  fo  keck  were  ainig  fcheltung 
wider  die  bülerin  für  zenemen  er  het  im  dann  den  tod  für  gefetzt. 
§  vSimalio  etc.  Dife  wort  füll  man  zorniglich  auffprechen.  §  Ich  will 
fie  übel  etc.  Merk  die  Ordnung  ainß  krigs.  am  erften  die  ftürmung 
der  maur.  darnach  widernemung  deß  entwerten  gütz.  Zum  letften 
die  pein  der  rauber.  Gedenck  aber  den  offenbarn  fpot  under  den 
Worten  deß  lobs.  Dann  was  ift  recht  geton.  in  der  ftürmung  deß 
hauß  was  ift  frümkait.  In  entwerung  der  junckfrawen.  was  ift 
hübfchs  in  übelflahung  |  deß  weibs.  dann  fo  er  fpricht.  Ich  will  fie 
übel  fiahen.  do  maint  er  Thais.  Dorax  kumb  da  her.  Wunderlich 
find  die  namen  der  fcharhalter  zu  verfmehung  verfamelt.  wann  Dorax 
hat  den  namen  von  aim  ror  enpfangen.  als  ob  er  fnod  und  fwach 
fei.  Simalio  von  aim  äffen  von  unrainigkait  wegen  deß  munds  oder  der 
nafen.  Siriftus  ift  es  ain  klains  namlin  vom  Siro,  §  Kumb  mit  dem 
rigel.  Gnüg  fpotlich  ift  es  ain  rigel  zebrauchen  wider  ain  frauen. 
darumb  ftelt  er  in  mitten  in  den  hauffen.  §  Du  tor.  Hie  erfcheint 
das  der  koch  durch  den  fnellen  auflauf  zu  gelofen**  was  gleich  wie 
er  fich  zu  feinem  gefchefft  in  der  küchen  zu  gericht  het  mit  dem 
für  tüch. 


*  [S]  lücke  durch  zwei  zeilen 


** 


Sic 


—     142     — 

zeftreiten  mit  den*  kuchenpletzlin.  war  zu  tragftu  in  da  her? 
San.  Ich  it.  ich  hab  erkennet  den  gewalt  deß  gebiters**  und 
die  kraft  der  ritter,  on  plut  vergiffen**  folchs  nit  gefchehen 
raüge  das  ich  die  wunden  trüknet.  Tra.  wa  find  die  andern? 
San.  welich  (unglück)  andern?  AUain  Samio ***  hütet  deß  hauß. 
Tra.  Du  underweiß  dife  ich  wird  hie  nach  dem  anfang  fein, 
davon  will  ich  euch  allen  zaichen  geben.  Gna.  Das  ift  weiß- 
lich, fo  er  dife  an  ge weifet,  er  im  felbs  ain  ftat  für  fehen 
hat,  das  felb  hat  auch  Pirhus  faft  geton.  Cre.  Sichftu  it 
thais  was  fach  der  übt?  On  zweifei  das  ift  ain  rechter  rat 
von  dem  beflieffen  des  huß.     Tha.    was  manns  ge'^'^ 


§  Weliche  (unglück)  Es  ift  ain  verflochtne  red.  dann  das  wort  Un- 
glück ift  darzwifchen  gefetzt  auß  eilung  der  rede,  und  baift  zu  latin 
parenthefis.  Und  ift  fo  vil  als  ob  er  fpracb.  ift  das  nit  alles  unglük 
das  er  nacb  den  andern  fraget,  nun  ift  docb  unfer  nit  mer  dann 
allain  Sanio  ***  büt  deß  bauß.  oder  was  bedarf  er  nacb  mer  leüten 
fragen  zu  difer  fach.  Und  das  wort  unglück  wirt  nit  eingeflocbten, 
dann  fo  man  die  äugen  umwirfchlicb  gegen  dem  zu  kert  der  etwas 
geret  bat  das  wir  widerfprecben.  §  leb  wird  bie  nacb.  Dife  ficherfte 
ftat  erwelet  er  imfelbs  als  ain  zager,  darumb  fpracb  er.  leb  wird 
nacb  dem  anfang  fein,  das  er  in  zweifei  was  ob  er  an  dem  end  oder 
mitten  in  dem  baufifen  am  ficberften  were.  §  Das  felb  bat  aucb.  Da 
fpot  er  fein,  yedocb  ertzaiget  er  da  bei  das  ambt  ains  oberften  allfo 
wefen  das  er  ficbfelbs  |  fürfeben  und  nit  in  fcbaden  werffen  foU. 
Pirhus  ift  ain  künig  Epirhotarum  gewefen  und  der  geübteft  aller 
fürften  zu  der  ritterfchafft.  Ift  aucb  der  erft  gewefen  der  ertzaigt  bat 
in  welicber  weife  die  kunft  und  gefchickligkait  der  recbnung  auff  der 
tafel  gegeben  wurd. 


*  de 
**  sie 


~     143    — 

dunckt  er  dich  nun?  Er  ift  ain  groffer  lecker,  für  war  nit 
forcht  dir.  Tra.  was  bedunckt  dich?  Gna.  Gern  wolt  ich 
das  dir  jetz  ain  fling  gegeben  wurd,  das  du  dife  weit  von 
hinnen  verborgenlich  treffeft  das  fie  die  flucht  geben.  Tra. 
Aber  nimb  war,  die  thais.  ich  fih  fie.  Gna.  wie  bald  fallen 
wir  hinein.  Tra.  Vertzüch.  Es  zimbt  ainem  weifen,  alle 
ding  ee  mit  rat  dann  mit  den  waffen  zebefuchen.  wie  waift 
du  ob  fi  die  ding  die  ich  fi  haiffen  wird,  on  gewalt  thun 
werde.     Gnato. 


§  Er  ift  ain  groffer  etc.  Recht  fpricht  fie.  wann  fo  der  Jüngling  er- 
f chrocken  ift  von  dem  alter  und  groffe  des  riters  das  er  ain  geftanden 
man  und  deß  leibs  groß  ift.  die  baide  die  bülerin  an  im  fchnod  und 
untüchtig  fein  (Als  die  es  erfarn  hett)  auß  rüfft.  darumb  ftrafft  fie 
den  Jüngling  das  er  im  umb  fuft  fürchte*.  §  Was  bedunckt  dich,  der 
ritter  fprach  nit  was  bedunckt  dich  wann  es  nach  feinem  finn  gieng. 
aber  yetz  vermerckt  man  in  von  forchten  verendert  fein,  als  den  den 
nach  frefelm  und  fcharpflFem  anfang  die  forcht  zu  fchreken  und  laß- 
hait  zücht  und  nichtz  mer  üben  tar  funder  deß  hoffnafchers  rat  plligt. 
§  Ich  wolt  das  die  etc.  |  Spricht  der  knecht  fo  er  ficht  den  ritter  ver- 
zagt fein,  darumb  gibt  ""er  im  ain  rat  der  forchtfamen  leüten  zu  ge- 
hört, dann  die  leüt  geprauchen  fich  der  flingen  die  nit  nahend  zu 
den  feinden  komen  künden.  Er  fpricht  auch  ain  flingen  und  nit  ain 
fpieß  oder  fper.  darumb  das  es  gar  weit  mag  geworffen  werden. 
§  Aber  nim  war.  Als  ob  er  fprech.  fih  an  dort  fih  ich  fi  wider  die 
wir  ftreiten  wollen.  §  Wie  pald.  Spricht  der  knecht  zefpot  dem  ritter. 
dann  es  ift  ain  rede  der  die  mit  zorn  in  ain  ftreit  gond.  und  der 
ritter  der  vor  fo  fraidig  was  das  in  niemand  enthalten  mocht  dann 
das  er  im  zefterben  oder  den  krieg  ze  erobern  fürgenomen  het.  fpricht 
yetz  im  felbs  zefpot  vertzüch.  Es  zimbt  ainem  etc.  gleich  als  ob  er 
auch  der  weifen  ainer  fei. 


füchte 


—     144     — 

0  ir  gott  eüwer  treüw.  wie  weißlich  ift  das?  nimer*  gee 
ich  zu  dir  das  ich  nit  gelerter  von  dir  fchaid.  Tra.  Von 
erften  fo  antwurt  mir  das  thais  da  ich  dir  gab  dife  Junck- 
frawen.  fprechtu*'''  it  du  wolteft  dich  dife  tag  mir  allain  geben 
Tha.  was  dann  darnach.  Tra.  Fragft  du?  die  mir  für  die 
äugen,  deinen  liebhaber  entgegen  zu  gefürt  halt.  Tha.  was 
handelft  du  mit  im?  Tra.  Und  haft  dich  mit  im  haimlich 
von  mir  auß  geftolen.     Tha.    Es  hat  mich  geluft.     Tra. 


§  0  ir  gott.  Das  fpricht  Gnato  gleich  als  ob  er  fich  ab  feins  herren 
weifhait  verwundere,  und  fpottet  doch  fein  als  fo  wir  etwas  wunder- 
lichs  fehen  fo  fprechen  wir.  0  gott  deiner  gnaden,  oder  wie  groß  ift 
dein  gnad.  und  deß  gleichen.  §  Nimer  gee  ich  zu  dir  Das  rett  der 
Gnato  mit  dem  ritter.  Und  ift  ain  gantze  verfchembte  fchmaich  rede, 
das  er  folt  werden  gelert  von  ditz  toroten  ritters  weißhait  §  Thais 
von  erften.  Merk  wie  der  büler  hat  laffen  fallen  zu.  begern  die  Junck- 
frawen  wann  er  befücht  yetzt  nit  die  Junckfrauen  funder  den  gehaiß 
den  im  die  thais  geton  hette.  §  Was  dann  darnach.  Sie  lognet  nit. 
fo  bejkennt  fie  es  nit.  als  ob  fie  fpräch.  weder  hab  ichs  geredt  oder 
nit.  Merck  aber  die  widerfpenigkait  der  Thais  die  den  ritter  auß  ver- 
fmechung  mer  frag  weiß  dann  durch  anntwuft  anreden  wolt.  §  Fragft 
du  ?  Das  ift  ain  kriegwort  als  ob  er  fprach.  was  frageftu  waift  es 
wol.  §  Was  handelft  du  mit  im.  Die  Thais  fchetzt  den  ritter  gantz 
nit  wert  fein  das  fie  im  antwurt  geben,  oder  fich  gegen  im  entfchul- 
digen  foll.  fo  gar  ift  fein  liebe  bei  ir  umfuft  ***.  §  Es  hat  mich 
gelüftet.  Das  ift  ain  hoffertige  und  hürrifche  antwurt.  §  Darumb  fo 
gib  Pamphiliam  wider  etc.  Das  ift  ain  beger  ainer  Widerlegung  ains 
frefels. 


statt  i  lücke 

"  sie 


m 


—     145    — 

f*^  Darumb  fo  gib  Pamphiliam  wider  hieher.  du  wolleft  dann 
lieber  das  fie  mit  gewalt  genomen  werde.  Cre.  Das  fie  dir 
fie  widergebe?  oder  das  du  fie  rürft.  du  aller.  Gna.  Ach 
was  fprechrt"^  du?  fweig.  Cre.  was  wilt  du  dir?  Tra.  Soll 
ich  nit  berüren  die  meinen?  Cre.  Die  deinen,  aber  du  gal- 
gen trager?  Grna.  Für  fich  dich.  Du  waift  nit  was  manns 
du  yetz  übelredeft.  Cre.  Du  geeft  nit  von  dannen?  waift 
du  nit  wie  fich  die  fach  deinthalb  haltet?  ob  du  heüt  ichtzit 
auffrur  hie  machft,  fo  will  ich  verfügen  das  du  difer  ftat 
difes  tags,  und  mein  all  weg  wirft  gedencken.  Gna.  Du  er- 
barmft  mich  der  du  difen  folichen  menfchen  dir  zu  feind 
macheft.     Cre.    Ich  wird  heüt  dein   haubt   mindern,    du  geeft 


§  Das  fie  dir.  Hie  mifchet  fich  der  cremes  erft  in  die  fach,  fo  der 
ritter  erbleügt  ift  als  die  jungen  und  zagen  tünd.  und  fpricht.  Oder 
das  du  fie  rüreft.  als  ob  er  fprach  Du  folt  fie  nit  anrürn.  §  Du 
aller.  Das  fol  man  mit  rechter  geberde  lefen.  dann  es  ift  ain  ver- 
zuckte red  ains  zornigen,  als  ob  er  fprach.  Du  aller  boßhafftigfter 
folt  fie  dir  die  Junckfrawen  geben,  oder  wolteft  du  fie  anrürn. 
§  Waift  du  it  etc.  Dife  wort  ret  er  nit  mit  dem  knecht  funder  mit 
dem  ritter.  §  So  will  ich  verfügen  Es  ift  der  forchtfamen  leüt  ge- 
wonhait  das  fi  groffe  tro  wort  pruchen  und  wenig  auß  richten.  Darumb 
merck  auf  wie  fcharpf  difer  zag  troet 


§  Du  erbarmft  mich.     Dife  wort  ret  der  knecht  nit  zu  guter  warnung 
dem  Cremes  funder  zu  fmaichrede  dem  ritter. 


SIC 


T  e  r  en  z.  JQ 


—     146    — 

dann  hin  weg.  Gna.  SpricMt  dus  icht?  zwar  du  redeft  als  64 v« 
ain  hund.  Tra.  was  menfchen  bift  was  wiltu  dir  ?  was  Hand- 
lung haft  du  mit  ir?  Cre.  Du  wirft  es  innen.  Anfengklich 
fag  ich  fi  fry  fein.  Tra.  Hern.  Cre.  Ain  burgerin  von  Athe- 
nis.  Tra.  Hüi.  Cre.  Mein  fwefter.  Tra.  Ain  herts  maul. 
Cre.  Ritter  für  war  ich  verkünd  dir  yetz  das  du  nit  ainichen 
gwalt  wider  dife  übeft.  ich  gee  zu  Sophronam*  ir  faug- 
mutter**  das  ich  fi  hie  her  bring 


§  Zwar  du  redeft  als  ain  hund.  Dife  red  gepraucht  man  gewonlicli 
zefmach  den  unfchemigen  feinden.  §  Was  menfchen  biftu.  Das  ift 
ain  figur  wa  vil  fachen  erfchrockenlich  gefragt  werden.  §  Du  wirfts 
innen.  Das  fpricht  der  Jüngling  nit  mit  lieplichen  wortten  funder 
zornklich.  als  ob  er  auß  zorn  fprach.  Du  wirft  es  noch  wol  inn. 
§  Anfengklich.  Dardurch  wirt  hin  genomen  das  fi  dein  fei.  In  dry 
tail  hat  er  das  ambt  feiner  befchirmimg  getailt.  Er  was  ain  verkün- 
der, fo  er  fagt  das  fi  frei  fei.  Ain  erkenner  fo  er  fpricht  fi  ain 
burgerin  von  Athenis.  Ir  brüder  fo  er  fi  nennt  fein  fwefter.  §  Hem 
hüi.  Dife  wort  ret  man  mit  geberd  wider  die  gegen  denen  wir  zürnen 
Ritter  für  war.  Hochjmütigklich  fpricht  der  Jüngling  das.  dann  das 
wort  verkünden  gehört  ainem  richter  oder  gebieter  zu.  Und  ftoltzlich 
fpricht  er  Ritter  das  er  in  nit  bei  feinem  namen  nennet.  §  Das  du 
nit  ainichen  gewalt.  Hie  wil  er  behalten  das  gebot  der  Thais  inge- 
denck  als  fie  oben  zu  im  fpricht.  Thüt  er  dir  gewalt  fo  zeuch  in  für 
gericht.  §  Ich  gee  zu  Sophronam  *.  Dife  wort  fpricht  Cremes  nit  zu 
dem  ritter.     funder  gemahlichen  ***  ret  er  es  mit  der  Thais. 


*    SIC 

**  fangmutter 


—     147    — 

en,  und  dife  zaichen  zaigen  werde.  Tra.  Verbeüteft  du  mir 
icht  das  ich  die  meinen  nit  berüren  folle.  Cre.  Ich  verbeut 
es,  fprich  ich.  Gna.  Horeft  du  icht,  difer  verbindet  fich  ainer 
diebrtal.  Tha.  Das  felb  ift  dir  genug.  Tra.  Sprichft  du 
auch  das  felb.  Tha.  Such  ainen  anderen  der  dir  antwurt 
gebe.     Gna. 


§  Ich  verbeut  es.  Der  Jüngling  afert  nit  gnüg  gefchicklich  die  rede 
deß  ritters  mit  difen  worten.  §  Horft  du  icht?  Der  Gnato  fücht  yetz 
lang  urfach  wie  er  dem  krig*  ain  end  machen  müg.  Darumb  fpricht 
er  zu  dem  ritter.  §  Difer  verbindet  fich  ainer  diebftal.  Da  mit  will 
er  in  raitzen  das  er  von  dem  krieg  *  laffe.  und  in  mit  recht  für  neme. 
Das  tut  er  aus  begird  die  er  zu  dem  tifch  und  zu  der  fpeiß  hette, 
dar  zu  in  verlangt,  und  darumb  gibt  er  dem  ritter  der  ain  fremdes 
gut  das  fein  nennet  difen  rat  gleich  als  dem  rechjten  gemeß  und 
fpricht.  Horft  du  icht.  difer  verbindet  fich  ainer  diebftal.  als  ob  er 
fprache.  wie  unrechtlich  redt  dir  der  zu.  und  thüt  dir  ain  fürbott 
on  erlaubung  deß  richters.  Da  mit  hat  er  fich  fchuldig  gemacht  ainer 
miffethat.  §  Sprichft  du  auch  das  felb.  Mit  den  wortten  wolt  der 
ritter  die  Thais  hinderkommen,  das  fie  fich  verreden  folt.  als  ob  er 
fprache.  Thais  fprichft  du  auch  das  felb.  und  allfo  wie  es  Cremes 
redet.  Aber  fie  mercket  es.  und  fprach  liftigklich.  Such  ainen  der 
dir  antwurt  gebe,  da  mit  verfchmecht  fie  den  ritter.  und  maint  er 
wer  nit  allain  unwirdig  das  fie  im  antwurt  gebe,  funder  künd  er 
kaum  ainen  finden  der  mainen  folt  das  er  ainer  antwurt  wert  were. 


sie 


10 


—     148    — 

was  tu  wir  nun?  trün  wir  geen  hin  wider  liaim.  yetzo  wirfc  65 v 
fie  felbs  kommen  dich  bittende.  Tra.  Mainft  icht  ?  Gna.  Ja 
fürwar.  Ich  hab  erkannt  das  gemüt  der  weiber.  fi  wollen 
nit  wa  du  wilt.  wa  du  nit  wilt  fo  begeren  fie  ungebetten. 
Tra.  Gnato  du  fchetzeft  es  recht.  Gna.  Yetzo  will  ich  die 
fchar  hin  laffen.  Tra.  wann  du  wilt.  Gna.  Sanga  thu  allfo.  i 
als  gebürt  den  ftarcken  rittern  das  du  ftettigklich  deß  haufes 
und  der  herdftat  gedenckeft.     San. 


§  Was  thü  wir  nun  ?  Wa  find  yetz  die  wort  die  der  ritter  vor  fprach 
Erftlicli  wdll  ich  das  hauß  ftürmen  etc.  Aber  fehnode  ungeftümigkait 
nimbt  allweg  ainen  folichen  auß  gang.  §  Mainft  icht.  Welicher  allfo 
fraget  der  verwilligt  ains  tails.  §  Yetzo  will  ich  die  fchar  hinlaffen. 
Ain  fchar  hin  laffen  gefchicht  aintweders  fo  die  fach  befridet.  oder 
fo  man  von  den  veinden  vertriben  wirt.  Darumb  ift  dife  großmech- 
tikait  fchimpflich  zefagen  fo  fi  ungeftalt  worden  ift.  §  Sanga  thü 
allfo.  Grar  kaumb  ftreit  ain  Ritter  kecklich  der  an  fein  haimand*  ge- 
denckt.  Darumb  fo  merck  wie  hoflich  und  wolgefchickt  dife  fach  und 
das  volck  zu  eingendem  krieg  und  ftreitbarn  fachen  gewefen  feind. 
wann  Dorax  was  der  oberft  zu  dem  haußhalten.  oder  der  vorderft 
haußkn|echt.  Aber  Sanga  was  ain  koch  der  ftetigklich  deß  hauß  und 
der  küchen  wartet. 


*  sie;  ebenso  später 


—     149     — 

1'^    Yetzo  lang  ift  mein  gemüete  *  in  den  pfannen.    Gna.  Du  bift 
fruchtig.     San.    Volgend  ir  mir  nach  daher. 


§  Yetzo  lang  ift  mein   gemüt  *.    Hie    hat   der   Poet  entdeckt  die  fach 
warumb  Gnato  ungeren  zu  dem  krieg  und  gern  wider  haim  gieng  etc. 


SIC 


—     150     — 

Der  fütifft  underfchaid.     Thais  wirt  gewar  der  Handlung  Cheree.    und    66  v< 
wolt  Pithias  das  fie  in  folt  vahen  laffen.     Und  zaiget  ir  den  auff  der 
gaffen  gan. 


Bild: 

Straße.  Links  Thais  aus  dem  fenster,  unter  ihr  pithias.    Von  hinten 
kommt  Cherea  im  fchellengewand. 


—     151    — 

(7r<'  Tha. 

[0]*  Du  boßhafftige,  verharreft  du  icht  mit  mir  fo  betrogenlich 
zereden.  icli  waiß,  ich  waiß  nit.  er  ift  hinweg  gegangen. 
Ich  habs  gehört,  ich  bin  nit  da  gewefen.  wiltu  mir  es  nit 
offenbar  Tagen,  was  ift  es?  Die  Junckfrauw  mit  zerriffem 
klaid  wainende  fchweiget.     der 


[N]Uii**  zeleft  wirt  erkennt  das  die  junckfraw  gef wacht,  nach  dem 
fi  von  der  thais  mit  groffem  fleiß  bequemlich  befchirmt  und  enthalten 
ift.  wann  bald  volgt  hernach,  ir  unnd  deß  Cherea  hochtzeit.  der  fie 
gefchwecht  hat.  §  Betrogenlich  ***  zereden  Darumb  fpricht  fie  betro- 
gentlich***.  Dann  fie  hett  ir  fürgenomen  die  miffetat  der  junckfrawen 
zeverbergen.  §  Ich  waiß.  ich  waiß  nit.  Gar  klain  hat  die  magt  die 
frauwen  mit  den  Worten  mügen  betriegen.  unnd  doch  ertzaigt  das  fie 
betrogen|lich***  geredt  damit  fie  die  frawen  ertzürnet  hat.  §  Ich  waiß. 
Als  ob  fie  fprach.  Ich  waiß  das  die  Junckfraw  waint.  Ich  waiß  nit 
das  fie  gefchwecht  ift.  §  Er  ift  hin  weg  gegangen.  Der  verfchnitten 
knecht.  §  Ich  habs  gehört.  Da  haimand  das  es  gefchehen  fei.  §  Ich 
bin  nit  da  haim  gewefen.  Dife  wort  alle  redt  die  Thais  in  wider- 
affrung.  gleich  wie  ir  die  magt  geantwurt  hat.  Und  es  ift  ain  aigen- 
fchafft  der  zornigen  leüt  das  fie  die  red  widerumb  affrend  die  am  nechften 
durch  die  geredt  find  mit  denen  fie  zürnend.  §  Die  Junckfraw  mit 
zerriffem  klaid.  Dife  reden  erzaigend  das  wefen  und  antlüt  der  zor- 
nigen frauwen. 


*  [0]  lücke  durch  zwei  zeilen 
**  [N]  lücke  durch  drei  zeilen 


*** 


Sic 


~-    152    — 

der  verfchniten  knecht  il't  hin  weg  gegangen,  warumb  ?  was  67  v^ 
ift  nun  gefchechen?  Schweigft  du?  Pith.  was  foll  ich  dir 
fagen,  ich  arme.  Sie  laugnend  in  verfchniten  gewefen  fein. 
Tha.  wer  was  er  dann?  Pith.  Der  Cherea.  Tha.  welcher 
Cherea?  Pith.  Der  ungehärtet  bruder  Phedrie.  Tha.  was 
fagft  du  gifft  trage-  * 


§  Wer  was  er  dann,  Difes  foll  man  mit  trowender  geberde  reden 
Ainntweders  darumb  das  die  magt  den  jüngling  ungern  an  gäbe.  Oder 
zweifelet  an  dem  namen  deß  unerkannten.  Oder  ift  erfchrocken  von 
forcht  wegen,  oder  das  man  nit  gedenck  das  fie  die  fach  gewift  |  hab. 
Oder  darumb  das  fie  nit  gern  fagt  oder  nennet  feinen  nammen  wider 
den  fie  zürnet.  Aber  ich  erkenn  die  gewonhait  der  magt  die  iren 
frauwen  verfaumig  feind.  und  bald  ain  fürwort  finden  kündent. 
§  Was  fagft  du  gifftragerin '''.     Yetzo  wirt  die  fraw  wider  ertzürnt. 


SIC 


—     153    — 

rin?  Pith.  Und  zwar  ich  hons  erfarn.  Tha.  warumb  ift  er 
(bitt  icli)  oder  auß  was  urfach  zu  uns  gefürt  ?  Pith.  Ich  en- 
waiß.  Ich  glaub  dann  das  er  Pamphiliam  liebgehabt  hab. 
Tha.  Hern  Ich  arme,  ich  bin  tod.  für  war  du  unfelige  du 
fagft  war  dife  ding,  waint  icht  die  Junckfraw  das  felb? 
Pith.  Das  felb  fchetz  ich.  Tha.  was  fagft  du  hailigen 
diebin?  Hab  ich  dir  das  nit  verbotten?  als  ich  hin  weg 
gienge. 


§  Warumb  ift  er  (bit  ich).    Nicht    durch   gebett   funder    zornß   weife 
fpricht  die  fraw  bit  ich 


§  Das  felb  fchetz  ich.    Liftigklich  fpricht  die  magt.    Das  felb   fchetz 
ich  die  frawen  zu  betriegen  wann  fie  waift  es  wol. 


—     154    —■ 

Pith.  was  folt  ich  tun?  alfo  als  du  gehaiffen  haft,  ift  fie  68 v% 
im  allain  bevolchen  worden.  Tha.  0  du  boß  hafffcige,  du 
haft  das  fchaff  dem  wolff  bevolchen,  hart  fchemb  ich  mich, 
das  mir  allfo  wort  gegeben  feind.  was  menfchen  ift  dort? 
Pith.  0  mein  fraw  fchweig  (bitt  ich)  wir  find  erloft.  wir 
haben  den  rechten  menfchen.  Tha.  wa  ift  er?  Pith.  Hern, 
zu  der  lingken  feitten.  fichft  du  in  nit?  Tha.  Ich  fich  in. 
Pith.  Haiß  in  fachen  als  vi!  du  magft.  Tha.  Du  torin  was 
wollen  wir  im  tun?     Pith.     was  fragft  du? 


§  Hart  fchem  ich  mich  War  Cherea  nit  hie  zwifchen  kommen,  fo 
wolt  die  Thais  mar  geredt  haben.  §  Was  menfchenn  ift  dort.  Hie 
zwifchen  der  rede  begegnet  ir  der  Cherea.  und  die  Thais  kennet  difen 
menfchen  nit  zehand.  wann  wie  wol  er  noch  deß  verfchniten  klaider 
trüg  fo  het  er  doch  fein  gang  das  antlüt*  und  wefen  un verwandelt  und 
auß  genomen  das  klaid  fo  was  er  gantz  der  Cherea.  §  0  mein  fraw. 
Gar  fenfftmütigklich  unnd  lieplich  lacht  die  magt  die  frauwen  an. 
fie  fpricht  nit  darumb  fweig  das  fie  nit  reden  foU.  funder  als  ob  fie 
fprach  bis  ficher.  §  Was?  fragftu?  Hie  werden  vermercket  die  wort 
der  erfchrocken  diernen  die  nit  wift  was  fi  antwurten  folt  zu  dem  das 
die  fraw  geret  het 


anlüt 


—     155     — 

r»  fich  mein  liebe,  ob  er  dich  nit  fo  du  in  an  fichft  ain  un- 
fchemigs  maul  bedunck.  Tha.  Es  ift  nit.  Pith.  was  ift  dann 
nun  fein  gedorftigkait. 


§  Sich  mein  liebe.  Von  dem  das  die  magt  het  vor  angefangen  zeant- 
■wurten  fallet  fie  zu  ainem  andern  auß  verwundrung  ab  dem  kecken 
fürnemen  Cheree.  §  Es  ift  nit.  Als  ob  die  fraw  fprach.  Er  ift  nit 
unfehemig.  er  ift  wol  aijnem  unfchemigen  gleich.  §  was  ift  dann 
nun  etc.  Als  ob  fie  fprach  Ift  er  nit  verfchembt  was  ift  dann  fein 
fürnemen. 


—     156    — 

Der  ander  tau  deß  fünfften  underfchaids.  Cherea  lieff  noch  im  hem- 
ling  klaid.  und  kam  auff  der  groffen  zu  Thais  und  Pithias.  Nach  vil 
Worten  begab  fich  Cherea  die  f aittenfpilerin '  zenemen  do  er  boret  das 
fie  ain  Bürgerin  von  Athenis  was.  Allfo  gieng  er  in  Thais  hauß  ze- 
warten  das  Cremes  mit  irr  feugmütter  **  kam  ir  herkomen  ze  beweifen. 


Bild: 

Straße.    Von  links  nach  rechts:  Pithias,  Thais,    Cherea    im    fchel- 

lengewand. 


*  das  zweite  i  verkehrt 
**  fengmütter 


—     157     - 

Che. 
[BJAide*  vatter  unnd  mutter  antiplionis  warn  da  haimand,  als 
ob  fi  fich  deß  gefliffen  hetten  das  ich  in  kainn  weg  hinein 
geen  mochte,  das  fie  mich  nit  fehen.  Dar  zwifchen  als  ich 
vor  der  thür  fte,  fo  kombt  mir  ain  kenßwol  entgegen.  Da 
ich  in  fach,  ich  felbs  auf  die  füeß  als  faft  ich  mag  in  ain 
ode  enge  gaffen,  da  von  aber  in  ain  andere.  Darnach  in  ain 
andre  hab  ich  aller  ermefter**  alfo  mit  emffigem  fliehen  ge- 
flohen, das  mich  nit  etwar  erkennet.  Aber  ift  nit  das  die 
thais  die  ich  fich?  fie  ifts.  Ich  zweifei  was  ich  tun  fol. 
aber  was  ift  mir  darumb,  was  will 


[A]ls***  Cherea  wider  iimb  gieng  gegen  der  haimand  auß  dem  hauß  der 
bülerin.  und  feinen  willen  mit  der  junckfrauwen  verpracht  hette.  da 
faget  er  wider  fich  felbs  urfach  warumb  er  nit  die  klaider  geendert. 
allfo  das  er  nit  deß  verfchniten  knechts  klaider  aus  getzogen.  unnd 
die  feinen  widerumb  an  getan  hett.  Es  hat  fich  aber  allfo  gezimbt 
und  müft  von  notturfft  wegen  difer  materi  fein  das  er  die  klaider  nit 
verwechfeln  tet  Darumb  als  die  Thais  hört  das  die  Junckfraw  von 
Cherea  gefchwecht  was.  und  in  mit  dem  fchnoden  klaid  her  geen 
erfach.  da  vermutet  fi  fich  das  er  an  der  lefterung  der  junckfrauwen 
fchuldig  wer  §  Als  ob  fie  fich  deß  etc  Es  was  nit  fo  gantz  wun- 
derber das  die  lüt  in  dem  hauß  warn.  Aber  das  was  mer  zewun[dern 
das  fie  als  eben  an  dem  ende  in  dem  hauß  warn  da  der  jüngling  hin 
ein  komen  folt.  §  Aber  ift  nit  das  Thais.  Vor  hett  die  Thais  den 
jüngling  gefehen.  yetzo  erficht  er  fie  aller  erft.  §  Ich  zweifei.  Die 
erft  forcht  vertreibt  den  rat.  aber  die  widerbetrachtung  bringt  her 
wider  den  troft.  §  Aber  was  ift  mir  darumb.  Wer  der  jüngling  auff 
der  forcht  beharret  und  hett  geflohen  fo  were  der  brautlauft'  vermitten 
bliben. 


*  [B]  lücke  durch  zwei  zeilen 

**  ermerfter 

***  [A]  lücke  durch  zwei  zeilen 


—     158     - 

fie  mir  tun.  Tha.  wir  woUent  hinzu  geen.  Dore  guter  man  7o! 
bis  gegrüft,  Sag  mir  biftu  entflohen.  Che.  Fraw  es  ift  ge- 
fchehen.  Tha.  Gefeilt  dir  das  it  wol?  Che.  Nain  Tha. 
Gelaubft  du  icht.  dich  ungeftr äfft  entgeen  werden?  Che. 
Verzeich  mir  dife  ainige  miffethat.  Ift  das  ich  yendert  ain 
andre  verbring,  fo  tott  mich.  Tha.  Haft  du  nit  geforcht 
meinen  zorn?  Che.  Nain.  Tha.  was  dann?  Che.  Dife  hab 
ich  gefurcht,  das  fie  mich  icht  dir  verklaget.  Tha.  was  haftu 
geton?  Che.  Zwar  wenig.  Pith.  Eho.  wenig.  Du  unfche- 
miger.  oder  bedunckt  dich  das  wenig  zefein  ain  gute  burger 
Junckfrawen  ze- 


§  Dore  guter  man.  Dife  reden  alle  fpricht  die  Thais  durch  geleichnuß 
fubtillich  als  ain  bülerin.  wann  fi  waift  das  der  den  fie  an  redet 
Cherea.  und  nit  der  verfchniten  knecht  ift.  Aber  aus  dem  das  er  noch 
die  klaider  unverendert  an  tregt.  und  gleich  als  ain  verfchnitter  *. 
und  als  ain  knecht  geet.  fo  hat  fie  urfach  genüg  zu  im  hin  zegon. 
Und  mit  verkorter  fpottlicher  rede,  das  fi  fprach.  Dore  guter  man 
biß  gegrüffet.  hat  fi  im  mer  hohmüts**  ertzaigt.  dann  het  fie  in  als 
er  was  genennet.  §  Fraw  es  ift  gefchehen  Nit  het  der  Cherea  mügen 
fubtillicher  antwurten  dann  das  er  fich  mit  fchmaichreden  allfo  zu 
liebet  §  So  tot  mich.  Er  fpricht  als  die  forchtfamen  kneht***  den 
kain  künftige  verhaiffung  greulich  oder  fchwer  ift.  darumb  das  fie 
der  gegen würtigen  ftraflf  entgeen  mügen. 


SIC 

'  sie 


—    159    — 

fchwechen?  Che.  Ich  wond  fie  were  ain  mitdiern.  Pith.  Ain 
mitdiern*?  Kaumb  enthalt  ich  mich,  das  ich  dir  nit  in  die 
lock  fall,  das  raerwunder  ift  auch  mit  willen  fpotvveife  her 
zu  kommen.  Tha.  Gee  hin  weg  du  torin.  Pith.  Trün  war- 
umb  füll  ich  allfo  hin  weg  geen?  Ich  gelaub  difem  galgen- 
trager  nichtzit  vor  auß  fo  er  fich  bekennt  deinen  knecht. 
Tha.  wir  wollen  das  laffen  auß  fein  Cherea  du  haft  nit  ge- 
ton  als  dir  gebürt.  Dann  ob  ich  difer  fchmachait  vaft  wirdig 
bin,  fo  ift  doch  dir  faft  untzimlich  das  du  es 


§  Ich  wont  fi  war  ain  mitdiern  etc.  Wunderberlich  nennet  er  fi  ain 
mit  diern.  Man  foU  es  auch  mit  erbermlicher  geberde  auffprechen  als 
ob  er  fie  auß  mitleiden  für  ain  magt  angefehen  hab.  die  ain  burgerin 
was.  und  darumb  ertzürnt  pithias  nit  unpillich.  als  fie  hört  das  er 
ain  burgerin  ain  maget  nennet.  Und  fie  gepraucht  fich  weibifcher 
trowort  die  inen  felbs  und  anderen  leüten  fo  fi  ertzürnent  mit  den 
negeln  in  das  har  oder  antlüt  fallent  und  kretzend  als  die  vogel. 
darumb  foU  man  difen  reden  mit  ubung  und  Worten  auch  mit  bewe- 
gung  deß  leibs  hilff  thün.  §  Wir  wollen  das  laffen  auß  fein.  Sie 
maint  den  fchimpff  und  lachtertading  wollen  fi  verlaffen.  und  ernft- 
lich  von  I  der  fach  reden.  §  Cherea  du  haft  nit  gethon.  Gar  ge- 
fcheidiklich  fpricht  die  Thais  dife  wort,  und  legt  nit  ir  felbs  funder 
dem  Jüngling  die  ere  haim.  dann  fie  beforget  wol  wa  fi  frofelich** 
fprach  er  folt  es  in  irem  hauß  nit  gethon  haben.  Ir  war  geantwurt 
worden  er  het  irenthalb  nit  mißhandelt,  dann  in  ainer  bülerin  häufe 
war  nit  untzimlich  hürifche  werck  zeverbringen.  Und  es  ift  ain  wun- 
derbere ftraffung.   wann  fie  ift  mit  lob  und  fenfftmütigkait  vermifchet. 


mitdieern 
'  sie 


—     160     — 

teteft.  Icli  waiß  auch  bei  poli  nit  was  rates  ich  nun  pflegen  71 
foll  von  difer  Junckfrawen.  alfo  haftu  Chorea  mir  all  urfach 
betrübt  das  ich  fie  nit  mag  den  iren  (als  billich  gewefen  ift 
und  ich  mich  gefliffen*  hab)  über  antwurten,  dar  durch  ich  mir 
dife  freüntfchafft  gantz  machte.  Che.  Thais,  Ich  hoff  aber 
das  nun  fürohin  zwifchen  unfer  ain  ewige  freüntfchafft  werde. 
Es  ift  offt  auß  folicher  der  gleichen  fachen  und  von  ainem 
bofen  anefang  vil  freüntfchafft  entfprungen.  Und  wie?  ob 
das  ain  gott  allfo  hat  haben  wollen.  Tha.  Und  zwar  bei  poU 
in  derfelben  geftalt  entpfach  ichs  und  will  s.  Che.  Ja  allfo. 
das  bitt  ich.     Ains  folt  du  wiffen,  das  ich  es  nit  auß 


§  Ich  waiß  auch  bei  poll.  Die  thais  mercket  wol  das  Cherea  die 
junckfrawen  lieb  het.  und  deß  halben  fpricht  fi  dife  wort,  darumb 
ob  fie  ain  hochtzeit  darauß  machen  mocht.  dann  fie  erfindet  in  dem 
zaichen  gnüg  fo  der  Cberea  das  fchnod  klaid  deß  verfchnitten  knechts 
von  der  Junckfrawen  wegen  anfich  genommen  hat.  Und  merck  wie 
die  Thais  zu  an  rieht ung  deß  brautlauffs  her  kombt.  alfo  das  das  fi 
nit  reden  thar  das  felb  zaiget  fi  dem  Jüngling  durch  ainen  gegen 
wurff  Sie  verflicht  in.  wann  fi  wift  das  er  die  junckfrawen  lieb  het. 
und  zaiget  im  verborgenlich  den  weg  das  er  die  junckfrawen  zu  weib 
begeren  folt.  §  Thais  ich  hoff  aber.  Yetzo  kumbt  Cherea  auff  den 
rechten  wege**.  und  verlaffet  die  fchimpff  rede.  §  Und  wie?  ob  es 
ain  gott.  Vil  ding  die  auß  gehem  einfall  und  wunjderberm  zekommen 
gefchehend  die  werdent  got  zu  gemeffen. 


gefliffn 


—      161     — 

f*  urfach  ainer  fchmachhait  funder  von  liebe  gethon  hab.  Tba. 
Bei  poll  ich  waiß  es,  darumb  vertzeich  ich  dir  yetz  deß  mer. 
leb  bin  nit  allfo  gar  ainß  iinmenfchlicben  gemüets  cberea. 
noch  fo  ungeübet,  das  ich  nit  wiffe  was  die  liebe  vermüg. 
Che.  Ich  hab  dich  auch  yetzo  thais  (als  mich  die  gott  lieb 
haben)  lieb.  Pith.  Bei  poll  fraw  ich  merck,  das  du  dich  auch 
vor  difem  cherea  hüetten  folt.  Che.  Ich  bin  fo  keck  nit. 
Pitho  Ich  vertrauw  dir  nichtznit.  Tha.  Laß  darvon.  Che. 
Thais  iQh  bit  dich  das  du  mir  yetzo  in  difer  fach  ain  mit- 
helfferin  feieft.  Ich  befilch  und  gib  mich  deiner  trüw.  Ich 
nimb  dich  mir  zu  ainer  haußmutter.     dich 


§  Darumb  vertzeich  ich  dir  yetzo  deß  mer  etc  Als  ob  die  Thais  fprach. 
So  ich  waiß  das  die  ubung  difer  gethat  nit  dem  funder  der  liebe 
fchuld  ift.  So  vertzeich  ich  dir  deß  ee.  dann  ich  bin  nit  fo  unmilt 
noch  fo  unwiffend  als  du  mich  fchetzeft.  als  ob  fi  fprach  ich  bin 
auch  ain  liebhaberin.  und  nit  fo  keüfch  das  mir  dife  ding  verborgen 
feien.  §  Ich  bin  fo  keck  nit.  Auff  dife  wort  das  die  magt  fpricht  zu 
der  frawen  fie  foll  fich  auch  vor  im  hüten  das  er  fie  nit  erbüle.  fo 
fpricht  der  cherea  ich  bin  fo  keck  nit.  das  ift  zeverfteen  aintweders 
von  feiner  Jugend,  oder  von  feins  brüders  phedria  wegen,  der  die 
thais  lieb  het.  Aber  Cherea  fpricht  es  nun  fpottes  weife.  §  Ich  be- 
filch und  gib  mich  deiner  trüw.  Der  Jüngling  redet  genüg  lieplich. 
da  bei  man  wol  verfteet  das  er  yetzo  gantz  gefangen  und  der  Jungk- 
frawen  ergeben  ift. 


Terenz.  H 


—     162     — 

bitt  ich.  Ich  erftirb  ob  ich  die  nit  zu  ainer  hauß  frauen  neraen 
würd.  Tha.  Doch  ob  dein  vatter  wil  Che.  was?  Ach  er 
wirt  es  wollen,  das  waiß  ich  fürwar.  fo  fie  nun  ain  burgerin 
ift.  Tha.  Bait  ain  klain.  ob  du  wilt.  der  junckfrauen  bru- 
der  wirt  yetzo  hie  bei  fein,  er  ift  gegangen  die  feügammen 
zeberüeffen.  die  fie  in  der  Jugend  genert  hat.  So  wirft  du 
Cherea  entgegen  fein  in  der  erkanntnuß.  Che.  Fürwar  ich 
bleib.  Tha.  wilt  du  icht,  fo  wartten  wir  als  leicht  die 
weil  in 


§  Ich  erftirb  ob  ich  fie  nit  zu  ainer  etc.  Merck  die  liebe  deß  Jüng- 
lings dem  doch  in  dem  plümmen  der  Jugend  nichts  füeffers  ift  dann 
das  leben,  yedoch  wolt  er  das  verfchmehen  wa  im  die  Junckfrau  nit 
zu  weih  werden  folt.  §  Doch  ob  dein  vatter  will.  Das  ift  ain  ab  ge- 
fchnitne  red.  Dann  cherea  redt  ir  dar  under.  das  fie  es  nit  gar 
verbringt. 


§  Wiltu  icht  fo  warten  wir  etc.  Die  Thais  was  nit  unwiffend  der  bül- 
fchafft.  dann  fie  den  jüngling  nit  allain  auf  |  enthielt,  funder  be- 
rüefft  in  auch  in  das  hauß  da  die  Junckfraw  was  das  er  defter  gieriger 
wurd.  ünnd  genüg  gefcheidigklich  fragt  fie  in  ob  er  wolt.  als  ob 
fie  nit  wifte  das  er  es  gern.  täte. 


—     163     — 

r^  dem  hauß  als  hie  vor  der  thür,  biß  das  er  kumbt.  Che.  Ja 
ich  beger  es  faft  Pith.  was  fachh  wilt  du  handeln?  Tha. 
was  nun  allfo?  Pith.  Frageft  du?  Gedenckeft  du  icht,  di- 
fen  wider  in  das  hauß  zenemmen.  nach  folichen  dingen?  Tha. 
warumb  nit?  Pith.  Gelaub  das  meiner  treüwe.  er  wirt  dir 
von  neüwem  ainen  andern  ftreit  geben.  Tha.  Au.  Schweig, 
bitt  ich.  Pith.  Du  wirft  fechen,  das  du  feiner  kunhait  wenig 
erfarn  haft.     Che.     Pithias. 


§  Ja  ich  beger  es  vaft.     Aus  holtfchafft  fpricht  der  Cherea  nit  allain. 
Ja  ich  will,     funder  ich  begers  vaft. 


§  Das  du  feiner  kunhait.  Das  ret  die  magt  fpotlich.  als  ob  fi  feiner 
kunhait  wenig  gefehen  het.  und  doch  die  fach  offenbarlich  v/as.  oder  | 
ift  fo  vil  als  ob  fie  fprach.  Du  kenneft  in  noch  nit  recht  wie  ain 
groffer  betrieger  er  ift. 


11 


—     164    — 

Ich  wills  nit  tun.  Pitb.  Bei  poll  Cherea,  ich  gelaubs  nit.  es  73 
fei  dann  das  die  gethat  nit  gefcheche.  Che.  Pithias  billicher 
folt  du  mich  behalten.  Pith.  Ich  torft  dir  bei  pol  nichtzit 
zebehalten  geben,  noch  dich  behalten.  Tha.  Seit  zefriden. 
der  bruder  ift  faft  bequemlich  hie.  Che.  Ich  bin  tod  thais 
ich  bit  dich  laß  uns  hin  ein  geen.  Ich  will  nit  das  er  mich 
an  dem  weg  mit  difem  klaid  fehe.  Tha.  warumb  doch,  oder 
fchemeft  du  dich?  Che.  Daffelb.  Pith.  Daffelb.  Aber  die 
Junekfrau  ift  gefwecht.  Tha.  Gee  vor  ich  will  dir  nach- 
folgen 


§  Pithias  ich  wils  nit  thün.  Dife  wort  fo  der  Jüngling  und  die  magt 
gegen  einander  üben,  das  find  alles  fchimpftading.  als  man  offt 
ainen  Jüngling  und  ain  diernen  ficht  mit  einander  kofen.  §  Ich  will 
nit  das  er  etc  Gar  fubtillich  findet  der  Jüngling  yetzo  die  urfach  das 
er  mit  füg  in  das  hauß  komb.  §  Warumb  doch.  Dife  frag  halt  in 
fich  ain  ftraff  deß  Jünglings  unvernünfftigen  gethat.  §  Oder  fchemftu 
dich.  Dife  frag  ift  vol  fpottung  wider  den  der  fich  unfchemigklich 
gehalten  hat.  §  Daffelb.  Difes  wort  wirt  gleich  mit  betrüebtem  an- 
gefiht*  gefprochen.  das  mercket  im  die  magt  an  feiner**  rede  und  ge- 
berde wol  ab.  Und  wideraffert  feine  wort,  und  fpricht  darauf  fpot|- 
lich.  Aber  die  Jungkfraw  ift  gefchwechet.  §  Gee  vor  ich  will  etc 
Es  ift  offenbar  warumb  die  liftig  Thais  den  Jüngling  vor  ein  hin  gien*** 
hieß,  das  fie  in  dem  nachfolgen  das  bas  vertziehenf  künde,  wann  fi 
wolt  das  er  mit  der  Jungkfrawen  ain  freies  gefprach  und  zimliche 
liebe  mocht  haben,  wann  fiegeet  nit  mit  im  hin  ein.  fie  will  auch 
die  magt  nit  hin  ein  laffen. 


*  Sic 
**  feines 
***  sie 
t  verrziehen 


—    165     — 
Ir«    Pithia  bleib  du  allda,     das  du  den  Cremes  her  ein  füreft.  etc 


§  Pithia  bleib  du  alda  Die  magt  ift  auß  vil  urfachen  vor  der  tür  be- 
liben.  Und  am  maiften  das  durch  fi  der  knecht  Parmeno  geteüfchet.  | 
und  von  feiner  forcht  wegen  der  alt  Laches  in  der  Thais  hauß  zegeen 
bewegt.    Und  zu  beftetigung  der  hochtzeit  entgegen  fein  wurd  etc. 


—     166    — 

Der    dritt    tail    des   füniften    iinderfchaids.      Die    drei  perfonen   gand     74  v 
eilends  mit  den   kuntzaichen  in   Thais   hauß.     und    werdent   Parmeno 
aufichtig. 


Bild: 

Straße.    Vorn   von   links    Sophronia,  pithias  mit   Cremes;    weiter 
hinten  von  rechts  her  parmeno. 


—     167     — 

Pith. 
[W]As*  mocht  mir  yetzo  in  den  fin  komen?  was  doch?  wie 
ich  dem  hailigen  dieb  danck  Tagte,  der  uns  difen  hat  under 
geftoffen.  Cre.  Seugmutter  üeb  dich  doch  beider.  Soph.  Ich 
üeb  mich.  Cre.  Ich  f ich s  Aber  du  fürderft  nichtzit,  **  Pith; 
Cremes  haft  du  it  yetzo  der  feügamen  die  zaichen  getzaigt  ? 
Cre.  Alle.  Pith.  Mein  lieber  was  fpricht  fi  ?  erkennt  fi  die 
icht?  Cre.  Ja  gedechtiklich.  Pith.  Bei  pol  du  fagft  wol. 
wann  ich  bin  günftig  difer  Junckfrawen.  geet  hinein,  mein 
fraw  wartet  yetzo  eüwer  langft  in  dem  hauß.  Sicha  ich***  fich 
den  guten  man  parmenonem  dort  her  eingeen  fichftu  it  wie 
muffig  er  ift 


[WjAs*  mocht  mir.  etc.  Dife  reden  alle  mit  ainander  ift  ain  difputatz 
der  magt  Pithias  das  fi  gedenk  in  ir  felbs  wie  fi  fich  an  dem  knecht 
parmeno  der  den  Cheream  in  das  hauß  an  deß  verfchnitnen  knechts 
ftat  gefürt  hat  mocht  gerechhen. 


§  Ja  gedehtiklich  f.  Die  kürtze  der  antwurt  bringt  die  mainung  fo 
gantz  das  die  magt  nit  vil  bedorfft  fragen.  §  Sichft  du  icht  wie 
muffig  er  ift.  Die  magt  mißgünnet  dem  knecht  das  er  ru  hett.  fie 
maint  er  fei  mit  ubung  und  geberde  muffig  den  fi  bald  zebetrüben 
müt  hat. 


*  [W]  lücke  durch  zwei  zeilen 

**  sie 

***  Sich  a|ich 

t  sie 


—     168     — 

Ich  hoff  (ob  es  den  gottern  gefeit)  mich  zehalten,  wie  ich 
in  nach  meinem  willen  betrüben  werde.  Ich  will  hin  ein  geen. 
das  ich  gewißlich  innen  werde  von  der  erkantnuß.  Dar  nach 
will  ich  her  wider  auß  geen,  und  difen  hailigen  dieb  hart  er- 
fchrecken. 


§  Ich  will  hin  ein  geen.     Si  wolt  die  ding   in  dem  hauß  erfarn.     und 
darnach  darumb  her  auß  geen.    das  fi  den   knecht  zu  forcht  brecht. 


I 


—     169    — 

5r^  Der  vierd  tail  deß  fünfften  underfchaids.  Parmeno  rett  mit  im  felb 
von  deß  Cherea  handeis*  und  Pithias.  Und  Pithias  trowt  im  zorn- 
nigklich  **. 


Bild: 
Straße.     Von  links  pithias,  von  rechts  parmeno. 


SIC 

'  sie 


—     170     — 

Par.  76  yo 

[IJCh'*'  will  befehen  was  facli  doch  der  Cherea  hie  ausrichte, 
wellicher.  ob  er  die  ding  gefcheidigldich  gehandelt  hat.  0 
ir  gott.  eüwer  treüwe.  wie  ain  groffes,  und  wie  ain  wares 
lob  wirt  Parmeno  enpfahen.  wann  fo  ich  auffen  laß,  das  ich 
im  zu  gericht  hab  ain  aller  fchwerefte  und  teürifte  bulfchafft, 
von  ainer  geitzigen  bulerin.  Allfo  das  er  die  jungkfrawen  die 
er  lieb  hett.  prauchet,  on  trüebfal,  on  koftung,  on  verhind- 
rung  Trün  fo  ift  dar  nach  das  das  ander,  das  ich  fchetz. 
mir  ain  fignult  fein,  fo  ich  erfunden  hab,  wie  ain  Jüngling 
die  gemüet  und  fitten  der  bulerin  zeitlich  erkennen  müg,  und 
als  ers  erkennen  e wirklich  haf- 


[I]Ch**  will  befehen.  Difes  redet  Parmeno  in  freüden  durch  Verwunde- 
rung in  im  felbs.  und  mainet  im  folt  billich  groffe  belonung  auß  der 
mercklichen  getat  das  er  dem  Cherea  zu  der  bulfchafft  geholfen  hette 
entfteen.  Und  bald  vergift  er  feiner  angefangnen  wort  und  redt  von 
der  Jungkfrauwen.  Darnach  aus  überflüffigkait  fagt  er  die  urfach. 
und  fpricht.  er  hab  im  die  Junckfrauwen  on  fein  müe  unnd  fchaden 
überwunden  zewegen  pracht. 


*  [I]  lücke  durch  zwei  zeilen 
**  [I]  keine  lücke 


i 


—     171     — 

fen  wirt,  welliche.  So  fie  aufwendig  find,  nichtzit  rainers. 
noch  nichtzit  mer  getzieret.  noch  mer  hofliches  gefehen  wirt, 
die.  als  fie  mit  irem  liebhaber  zu  nacht  effend  hoflich 
leckend.  Derfelben  frefferei  unrainigkait  und  armut  zefehen, 
wie  unerfam  fie  allain  da  haimand,  und  der  fpeiß  girig  find. 
in  welicher  weife  fi  das  fchwartz  brot  auß  der  gefterigen  brüe 
verfchlickend.  Dife  ding  alle  zeerkennen*,  ift  ain  hailfamkait 
den  Jünglingen.  Pith.  Ich  will  dich  bei  poll  (du  fchalck) 
umb  dife  reden  und  getaten  ftraffen  das  du  nit  umbfunft  wi- 
der uns  gefpottet  habeft. 


§  So  fie  auß wendig  find.  Das  maint  er  fo  fi  bei  iren  bulen  oder  fuft 
auff  der  fchonhait  find  Er  fpricht  wol.  es  wirt  nichts  hoflichers  ge- 
fehen. dann  fie  kündent  hoflich  gebarn.  als  ainen  bedunckt.  es  ift 
aber  nichtz  darhinder.  fie  laffent  fich  dannocht  mercken  dar  bei  man 
ir  art  erkennet.  Er  nennt  das  brot  fchwartz.  darumb  fo  es  fer  alt 
hart  und  fchimlig  worden  ift.  §  Ich  will  dich  bei  pol  Die  magt  wirt 
durch  dife  deß  knechts  reden  defter  mer  geraitzt  das  fie  im  ain  forcht 
machen  woU.  alfo  das  durch  in  verfliegt  da  mit  der  alt  Laches  in 
der  Thais  hauß  geen.  und  durch  fein  züknnfft  die  hochzeit  heftetet 
werde. 


zeerkenen 


-    172    -  I 

Der  fünfft  tail  des  fünfften  underlchaids.   Pithias  redt  zornigklich  mit    77  y 
Parmeno.     und  will  in  Thais   hauß  gan.     Deß    gleich   Parmeno    auch, 
und  fehen  den  alten  Laches  aus  dem  dorff  gan. 


Bild: 

Straße.    Vorn  von  links  parmeno;  rechts  auf  das  haus  zu,  sich  nach 

ihm  umwendend  pithias.      Von  hinten  kommt  laches   mit   (pilger  ?-) 

mantel  und  rosenkranz. 


—     173    — 

Pith. 
[A]Ch*  der  got  treüw.  ain  fchantliche  gethat.  0  den  uii feii- 
gen Jüngling.  0  den  boßhafftigen  Parmenonem  der  in  da  her 
gefüert  hat.  Par.  was  ift  es?  Pith.  Es  erbarmet*'*'  mich, 
darumb  das  ich  es  nit  fehe.  fo  bin  ich  arme  da  her  aus  ge- 
flohen, was  unverdienter  beifpil.  Tagend  fie.  wider  in  künfftig 
fein.  Par.  0  Juppiter.  was  auffrur  ift  das?  wie?  wann 
ich  bin  tod.  Ich  will  hin  zu  geen.  was  ift  das  Pithia?  was 
fagft  du?  wider  wen  werdent  die  beifpil?  Pith.  Fragft  du? 
Du  aller  tumefter  ***  du  haft  difen 


§  Ach  der  gott  treüw.  Hie  rüfft  die  magt  an  die  treüw  der  goter. 
als  ob  in  dife  fach  der  menfchlich  rat  nit  nutzber  fei.  und  auß  er- 
dichter betrügnuß  erfchrecket  fie  den  kriecht,  und  redt  das  .alles  das 
der  knecbt  nit  anders  waift  dann  das  fie  in  nit  da  wiffen  foU.  Aber 
fie  waift  in  wol.  Und  redt  dife  wort  dar  umb.  und  man  foU  dife 
wort  alle  mit  forchtfamenf  und  erfchrockemf  angeficht  anffprecben. 
und  die  magt  thüt  mer  verkünden  die  arbaitfelligkait  deß  Jünglings, 
dann  wider  in  zezürnen  Aber  wider  den  Parmeno  zürnt  fie  der  in 
darhinder  bracht  hat.  §  Es  erbarmbt  mich.  Dife  ding  ret  die  magt 
alle  gleich  als  mit  ir  felbs.  als  ob  fie  nit  wiffen  hab  das  der  Par- 
meno da  ftee.  |  §  Fragftu?  du  aller  etc.  Dife  reden  alle  find  in  ge- 
berde lind  antlitz  der  magt  erfchrockenlich  geftellet.  doch  nach  ge- 
wonhait  der  weiber  und  liftigklich  fpricht  fie.  Du  haft  den  Jüngling 
verderbt  den  du  für  ain  verfchniten  knecht  zu  uns  gefüert  haft.  Da 
maint  fie  der  knecht  foll  mer  erfchrecken  ab  der  pein  fo  dem  Jüng- 
ling durch  fein  zuthün  widerfar.  dann  ob  fi  in  ftraffet  und  zürnet  das 
er  wider  die  Thais  getün  und  gehandelt  hett. 


*  [A]  lücke  durch  zwei  zeilen 
**  erbarmmet 
***  sie 
t  sie 


—    174     -  - 

Jüngling  verderbt,  den  du  für  ainen  verfchnitten  knecht  zu  78 
gefüert  haft.  fo  du  dich  iieiffeft  uns  wort  zegeben.  Par. 
was  allfo?  oder  was  ift  gefchehen?  Sag  an.  Pith.  Ich  wils 
fagen.  Dife  junckfrauwen  die  der  Thais  zu  gäbe  gegeben  ift. 
waift  du?  fie  ain  Bürgerin  von  hinnen,  und  iren  bruder  | 
vaft  edel  fein.  Par.  Ich  waiß  es  nit.  Pith.  Und  fi  ift  auch 
allfo  erfunden.  Die  leiben  hat  difer  arm  gefchwecht  als  difer 
aller  frefenlicheft  bruder  folichs  gefchehen  fein  erfaren  hat. 
Par.  was  hat  er  doch  geton?  Pith.  Er  hat  in  erftlich  mit 
eilender  weife  armer  maß  zefamen  gebunden.  Par.  Hem  ze- 
famen  gebunden?     Pitb.    Und  als  in  auch 


§  Waift  du  fi  ain  burgerin.  Diß  alles  fpricht  fi  im  zu  mererm 
fchrecken  fo  fi  die  Junckfrawen  lobet.  §  Ich  waiß  nit.  Der  knecht 
kund  nit  lognen.  fo  wolt  er  auch  nit  bekennen.  Und  darumb  fpricht 
er  fchirmbs  weife.     Ich  waiß  es  nit. 


§  Und  fi  ift  auch  allfo  erfunden.  Ainn  groffen  gra^ufen  bringt  das 
dem  knecht.  fo  die  magt  nit  mit  im  zürnt,  funder  im  die  fach  fo 
fchwer  angibt.  Und  fi  tut  als  ob  er  fie  erbarmme  *.  Und  wirt  alles 
in  das  ende  von  dem  Poeten  betrachtet  das  der  alt  in  das  hauß  ge- 
pracht.    Unnd  die  hochtzeit  heftetet  werde. 


Sic 


—     175    — 

79  r«  dannocht  die  Thais  batt,  das  er  follichs  nit  thete.  Par.  was 
fagft  du  ?  Pith.  Yetzo  tröwet  er  im  vaft.  Im  als  dann  fol- 
lichs tun  wollen,  das  den  eeprechern  gebüert.  das  ich  nie 
mer  zetun  gefehen  hab,  noch  wolt.  Par.  Aus  was  konhait* 
getar  er  ain  folliche  getat  thon  ?  Pith.  warumb  allfo  fo  gros? 
Par.  Ift  dir  dann  das  nit  das  aller  groffeft?  wellicher  menfch 
hat  ye  gefehen.  jemand  für  ain  eeprecher  in  ainer  bulerin 
haus  an  getaft  werden.  Pith.  Ich  waiß  nit.  Par.  Doch  Pi- 
thia  das  ir  des  nit  unwiffend  feiend.  Ich  fag  und  verkünd 
euch  den  felben  unfers  herren  fun  fein.     Pith. 


§  Das  den  eeprechern  gebürt.  Zu  den  zeitten  was  allda  der  fitt 
das  man  den  eprechern  die  humen  **  aus  fchnit.  den  felben  graufen 
macht  die  magt  dem  knecht.  von  des  Jünglings  wegen.  Und  fie  redt 
es  durch  ain  gleichnuß.     als  ob  fie  es  vor  fcham  nit  fagen  torft. 


SIC 

'  sie 


—     176    — 

Hern,  ich  bitt  dich?  ift  es  der?  Par.  Das  die  Thais  icht  79 v« 
aincherlai  gewaltz  wider  in  gefchehen  laß.  Aber  doch  zwar 
warumb  gee  ich  nit  felbs  hin  ein.  Pith.  Lug  Parmeno,  was 
du  thüeft,  das  du  nit  dem  felben  nutzber  feieft.  und  du  ver- 
derbeft,  wann  fi  mainend  das,  was  gefchehen  ift,  aus  dir  ent- 
fprungen  fein.  Par.  was  foll  ich  armer  dann  thun?  oder 
anfahen  ?  Aber  nimb  war,  ich  fich  den  alten  widerkomenden 
von  dem  dorff?*  Soll  ich  ims  fagen  oder  nit?  Hercle,  Ich 
will  ims  fagen.  wie  wol  ich  waiß,  mir  ain  groffes  übell  be- 
raitet  fein.     Aber  es  ift  notturfft,  das  er  difem  zehilff  komen 


[keine  gloffe] 


SIC 


—    177     — 

0    werd.     Pith.    Du  verfteeft  es.    Ich  ge  da  hin  hin  ein.    Du  foit 
dem  verkünnden  alle  hanndlung,  als  es  gefchehen  fei  etc. 


[keine  gloffe] 


Teren  z.  12 


—     178     — 

Der  fechft  tail  des  fünfften  underfchaids.  Als  Laches  aus  dem  dorff 
in  die  ftatt  gegangen  kam.  begegnet  im  Parmeno  und  fagt  im  den 
handel  von  Phedria  und  Cherea.  Deß  erfchrack  er  fer.  und  eilens 
was  er  in  willen  in  Thais  haus  frefenlichen  zerumpeln. 


Bild: 
Straße.    Von  links  parmeno,  gegenüber  laches. 


—    179    — 

La. 

[V]On*  meinem  nechften  gow  entpfach  ich  ditz  gemach,  das 
mich  weder  deß  velds  noch  der  ftatt  haffung  yendert  berüert. 
An  wellichem  ende  fich  der  urdrutz  erheben  will  fo  verwandel 
ich  die  ftatt  Aber  ift  nit  der  unfer  parmeno  ?  Zwar  er  ifts. 
wes  warteft  du  hie  parmeno ,  vor  der  thür  Thaidis  ?  Par. 
wer  ift  der  menfch?  Hem.  Ich  fro  mich  dich  gefund  hie 
her  komen  fein.     La.    wes  warteft  du?     Par.    Ich  bin 


§  Von  meinem  nechften  gow.  Hie  fo  der  alt  man  bei  gütter  rü  und 
fich  yetzo  kainer  kümernuß  verfehen  ift.  fo  kumbt  im  dife  unver- 
fehen  betrübnuß  von  feinen  fünen  zehanden.  Darbei  wirt  gemercket 
wie  gar  fchnell  das  gelück  fich  verwandeln  und  ain  rüwig  gemüt  zu 
betrübnuß  bringen**  mag.  wann  fo  das  gemüt  zu  unfal  nit  berait  ift. 
So  ift  die  arbait  deß  fchwerer  den  widerfal  zeleiden.  Darumb  bringt 
yetzo  das  züfallent  gach  gefchrai  dem  alten  man  des  mer  befchwer- 
nuß.  Und  er  fpricbt.  Ift  nit  das  unfer  Parmeno.  wann  er  mocbt  in 
von  verren  fo  bald  nit  erkennen,  als  ain  alt  man  dem  die  äugen  von 
alter  verdunckelt  und  trugenlich  waren.  §  Wer  ift  der  men|fch  etc. 
Wie  woi  der  knecht  ain  wiffen  het  das  es  fein  herr  was  nach  dem  er 
in  von  verren  her  het  fehen  gan.  noch  dann  aus  forchten  und 
fchrecken  wift  er  nit  was  er  fagen  folt.  Und  thet  als  ob  er  in  nit 
fehe  und  fprach.  Wer  ift  der  menfch.  Oder  fprachs  villeicht  darumb 
wie  wol  er  in  von  verren  gefehen.  da  was  im  aber  fo  ernft  auff  ze- 
mercken  wie  es  in  dem  hauß  gieng  das  er  den  herren  überfehen. 
Oder  aber  darumb  das  er  die  auß  züg  fo  er  im  für  gefetzt  hett  dem 
alten  vor  zefagen  nit  reden  torft. 


*  [V]  durch  zwei  zeilen 
**  briugen 


12* 


—     180     — 

tod.  Mir  hafftet  die  zung  vor  forclit.  La.  Hern,  was  ifts  ?  81^ 
warumb  czitterft*  du?  Geet  es  icht  gnug  wol?  Sag  mirs. 
Par.  Herr  erftlich  will  ich  das  du  die  lach  als  es  ift  achteft. 
was  des  dings  halb  verbracht  das  ift  nit  von  meiner  fchuld 
gefchehen.  La.  was  ifts?  Par.  Für  war  du  haft  recht  ge- 
fragt, es  hat  fich  gebürt.  mich  die  fach  vor  zeerzeln. 
Phedria  hat  ain  verfchnitten  knecht  gekaufft  den  er  der  zu 
gäbe  gebe.  La.  wellicher?  Par.  Der  thais.  La.  Kaufft? 
Hercle  ich  bin  tod.  wie  theüer?  Par.  Umb  zwaintzig  pfund. 
La.  Es  ift  gefchehen.  Par.  Dar  zu  fo  hat  Cherea  hie  ain 
Saittenfpilerin  lieb. 


§  Mir  hafftet  die  zung  Der  knecht  was  fo  hart  erfchrochen  das  er 
die  fach  nit  ordenHch  fagen  kund,  funder  yraerdar  das  hinder  her 
für  kort  als  ainer  der  liegen  wil  und  fchuldig  ift.  und  het  fich  doch 
gern  felbs  dar  aus  getzogen.  durch  foliche  wechffel  wort  er  den  alten 
allfo  erfchrecket  das  er  wenen  wolt  die  fach  wer  noch  groffer. 


—     181     - 

lo  La.  Hern,  was?  hat  er  lieb?  oder  waift  er  yetzo  was 
frauwen  feien  ?  oder  kumbt  durch  liftigkait  ain  übel  auß 
dem  anderen.  Par.  Herr  du  folt  mich  nit  verdencken.  Durch 
mein  anweifung  tut  er  das  nit.  La.  Hör  auff  von  dir  zefagen. 
ich  will  dich  du  galgentrager,  ob  ich  leb.  Aber  entricht  am 
erften  das  was  es  ift.  Par.  Er  ift  für  den  felben  verfchnitten 
knecht  der  Thais  zu  gefüert.  La.  Für  den  verfchnittnen 
knecht  icht?  Par.  AUfo  ifts.  dar  nach  habend  fie  in  für 
ainen  eeprecher  da  innen  an  gefallen ,  und  in  yetzo  be- 
zwungen. La.  Ich  bin  tod.  Par.  Merk  die  kekhait  der  bu- 
lerin.     La. 


Hern,  hat  er  lieb.  Dife  reden  f ollen  alle  allfo  gefagt  werden,  das 
fie  ain  forcht  ainer  groffen  unwirfchhait  an  zaigend.  §  Oder  kumbt 
durch  liftigkait.  Dife  wort  fprieht  der  allt  durch  fchaidenlich.  und 
wirSt  die  augeu  in  den  knecht.  dar  umb  der  knecht  fo  er  verftet  das 
der  herr  die  fach  mercket.  fo  will  er  fleh  entfchuldigen  und  fprieht 
Herr  du  folt  mich  nit  verdencken.  oder  allfo  anfehen.  dann  durch 
mein  anweifung  thüt  er  das  nit.  §  Ich  will  dich  du  galgentrager  etc. 
Ain  yede  tobhait  ift  aintweders  in  der  Verwandlung  oder  in  dem  fchein 
der  wort,  darumb  aus  gaher  grimikait  fo  underfpricht  der  alt  fich 
felbs  das  er  nit  gar  auß  redt.  Und  ift  als  ob  er  wolt  fprechen.  Ift 
das  ich  leb  fo  will  ich  dich  wol  ftraffen.  Und  difen  *  reden  *  alle  fprieht 
der  alt  auß  grim|men**  müt.  §  Merck  die  keckhait  der  bülerin.  Sub- 
tillich  thüt  der  knecht  mit  difen  Worten  den  zorn  deß  alten  von  im 
und  von  dem  Cherea  abkorn.     und  über  die  bülerin  wenden. 


—     182     — 

Ift  nit  etwas  anders  Übels  oder   fchadens   überig    das    du   nit    82 
gefagt  haft?     Par.    Es   ü't  allain  das.     La.    Vertzeüch  ich  da 
hin  ein  zerumehi  *. 


§  Ift  nit  etwas  anders.  Billieh  fragt  der  alt  allfo.  wann  er  raerckt 
das  der  knecht  alle  ding  ungern  und  erfchrockenlich  fagt.  §  Vert- 
zeüch ich.  Der  alt  ift  in  folichen  fchreken  ein  geworffen.  das  |  wir 
nit  zweifeln  dann  das  er  yetzo  bald  die  hochtzeit  befteten  und  feinem 
fun  auß  groffen  forchten  fein  leben  damit  befriden  wolt.  ob  im  joch 
der  heürat**  nit  gemeß  wäre. 


SIC 

^  heürait 


—     183     — 

L'o    Der  fibent  tail  deß  fünfften  underfchaids.   Redt  Parmeno  mit  im  felbs 
auff  der*  gaffen. 


Bild: 
Straße.    Im    mittelgrund   parmeno,   von    rechts   nach   links   gehend. 


deir 


—    184    — 

Par.  83 1^ 

[E]S*  ift  nit  z  weif  eis  dann  das  auß  difer  fach,  fei  ain  groffes 
übel.  Yedocli  ift  es  aber  notturfft  gewefen  das  zethun.  Dar- 
umb  freu  ich  mich,  inen  durch  mich  etwas  bofes  künfftig 
fein,  wann  der  alt  was  yetzo  lang  fachen  ainnich  urfach 
darumb  er  etwas  mercklichs  tet.    Yetzo  hat  er  es  funden.  etc. 


[W]Ie**  wol  die  untat  alle  durch  den  parmeno  angefangen  und  zu  ge- 
richt.  und  er  yetzo  durch  die  magt  in  groffe  forcht  und  fchrecken 
fpotweife  ein  gefürt  ift  das  er  nit  anders  waift  dann  das  im  von 
feinem  herren  ain  groffe  ftraflF  verbanden  fei.  noch  freüwt  er  fleh 
das  er  mainet  der  bülerin  und  irer  magt  foll  von  dem  alten  ain  groffe 
fmach  widerfaren.  fo  fi  im  den  fun  als  der  knecht  went  der  maffen 
peinigen  laffend. 


*  [E]  durch  zwei  zeilen 
**  [W]  durch  zwei  zeilen 


—     185    — 

Der  acht  tail  des  fünfften  underfchaids.  Gat  die  Pithias  aus  dem  haus 
Ihaidis  lachend  den  Parmeno  zu  verfpotten.  Umb  das  fie  in  betrogen 
hat.  Das  es  dem  *  alten  Laches  auff  erlogne  wort  in  Thais  haus  er- 
ichreckt  hett. 


Bild 


Straße.    Links,  nach  links  hinten  gehend  parmeno.    Rechts  pithias, 
aus  dem  haus  kommend. 


sie 


—     186    — 

Pith.  84  v« 

[M]Ir  *  ift  bei  poll  yetzo  lang  her  nimer  iclitzit  begegnet,  das 
ich  zegefchehen  lieber  haben  wolt  dann  das  yetzo  der  alt 
hin  ein  zu  uns  irrig  komen  ift  mir  allain  ift  es  ain  gefpott 
gewefen  als  die  fo  weft  was  er  fürchten  tet.  Par.  was  ift 
aber  das?  Pith.  Darumb  fo  gee  ich  yetzo  heraus,  das  ich 
den  Parmeno  an  reden  werde,  aber  wa  ift  er.  bit  ich? 
Par.  Sucht  die  icht  mich?  Pith.  Aber  nimb  war,  ich  fich 
in.  ich  will  hin  zu  geen.  Par.  was  ifts?  du  ungefchickte. 
was  wilt  du  dir?  warumb  lacheft?  beharreft  allfo?  Pith. 
Ha  ha  he.  Ich  bin  tod,  ich  arme.  Ich  bin  yetzo  vermüedet 
durch  lachen  von  dir.     Par.   warumb 


§  Mir  ift  bei  poll.  Pithias  die  magt  geet  aus  dem  haus,  als  ob  fie 
deß  knechts  Parmeno  fpotten  woll  als  fie  fchetzt.  Aber  nach  mainung 
deß  Poeten  muß  fie  heraus  geen  das  fie  dem  volck  fag  was  der  alt  in 
dem  hauß  tue.  da  mit  man  der  fabel  underricht  werde,  und  darumb 
wirfc  ein  gefürt  ain  lachende  perfon  die  den  Parmeno  füchen  thüe.  und 
als  fie  in  anficht  vor  groffem  gelabter**  kaum  reden  kan  §  Hin  ein 
zu  uns.  Nit  irrig  deß  gangs  oder  wegs  funder  deß  gemüts.  §  Was 
ift  aber  das  etc.  Der  Parmeno  verwunderet  fich  warumb  die  magt 
lachet,  und  fpricht  Was  lacheft.  beharreft  icht  allfo.  Aus  den 
Worten  ertzaiget  er  wie  vil  die  gail  magt  lachet. 


*  [M]  lücke  durch  zwei  zeilen 
**  sie 


—     187     — 

iiSro  allfo?  Pith.  Fragftu?  Ich  hab  bei  poll  nie  kainen  torochtern 
menfchen  gefehen  noch  fehen  wird  Ach  es  mag  nit  gnug 
gefagt  werden,  was  fchertzes  du  da  innen  gemacht  haft.  und 
ich  hab  auch  am  erften  geglaubet  dich  ainen  liftigen  und 
vernünfftigen  menfchen  fein.  Par.  was?  Pith.  Mufteft  du 
icht  zehand  gelauben,  die  ding  die  ich  dir  gefagt  han?  Oder 
hat  dich  nit  gerauwen  oder  benüegt  der  miffetat  die  der 
Jüngling  (durch  dich  anheber)  geton  hett?  Du  zaigeft  dann 
auch  dar  zu  den  armen,  feinem  vatter?  wann  was  mainft 
du  das  im  als  dann  zemut  gewefen  fei,  da  in  fein  vatter  mit 
difem  klaid  angetan  fein,     gefehen  hat? 


§  Was  fcherzeft  du  etc.  Sie  maint  aus  verirrung  und  groffer  forcht 
des  allten  der  da  wond  das  fein  fun  beftrickt  und  belaidigt  war  in 
der  bülerin  haus.  Und  dife  reden  alle  find  allfo  zefagen  das  die  wort 
der  magt  ymerdar  mit  gelachter  under  geftoffen  werden.  Darumb  fo 
fie  dem  knecht  dar  vor  fo  ain  ungloblich  fchimpflich  ding  gefagt  das 
er  es  von  ftund  an  gelaubt.  und  fich  felbs  und  feinen  alten  herren 
allfo  in  forg  und  angft  ein  geworffen  hat.  §  Da  zaigeft  dann  auch 
darzü  den  armen.  Die  magt  wirfft  im  für  zwai  übel,  ains  das  er  dem 
jungen  übel  geraten,  das  ander  das  er  dem  vatter  die  handlung  ge- 
faget  hat. 


—     188    — 

Par.  was  ifts?  Pith.  Yetzo  waiffc  du  dich  verdorben  fein.  85 vo 
Par.  Hem.  was  haft  gefagt,  du  aller  bofefte?  oder  leügft 
du?  Noch  lacheft  du.  Oder  hat  es  dich  bedeücht  allfo  ain 
hofliche  fchalckhait.  uns  zeverfpotten?  Pith.  über  hoflich. 
Par.  Ja  ob  du  es  ungerochen  wirft  haben.  Pith.  Gar  war. 
Par.  Hercle.  ich  wills  vergelten.  Pith.  Ich  glaubs.  Aber  - 
das  ift  teglich  Parmeno,  das  du  vaft  troweft.  Du  wirfts  yetzo 
betzalen.  Der  du  difen  torochten  Jüngling  mit  mifftaten  un- 
adelft  und  den  felben  zaigeft,  oder  dar  gibft.  Ir  yetweder 
werdent  die  beifpil  wider  dich  prauchen.     Par. 


§  Mit  mifftaten  unadelft  *  Dife  red  bedeutet  mit  einander  zwo  fach, 
das  ift.  du  haft  gemacht  das  er  miffton  hat.  und  haft  in  dar  zu 
gegen  dem  vatter  verratten.  §  Ir  ietweder  werdent  |  die  beifpil  etc. 
Das  find  neüwe  und  billiche  ftraffung.  dann  die  gefchichten  werdent 
gehaiffen  beifpil  oder  exempei.  die  andern  leüten  zeunderweifung 
komend.     oder  zewarnung.     da  mit  das  fie  die  mifftat  fliehen. 


*  vnaddelft 


ir» 


—     189    — 

Ich  bin  kain  menfch.     Pith.    Dife    ere  und    gezier    wirt    dir 

umb  die  reiben  gab.     Ich  gee  da  hin.  Par.    Ich   armer   bin 

lelber  heüt  durch  mein  dargebung,   als  ain    waffermaus   ver- 
dorben. 


§  Dif«  ere.  Die  magt  mainet  die  ere  die  mau  denen  pfligt  zegeben  die 
lolich  ding  zuriehteut.    und  auffrur  machent. 


§  Als  am  waffemaus  Die  aigenfchafft  der  waffermaus  M  das  fie 
heller  /ulend  oder  grei|neud  dann  die  andern  meüß.  oder  mer  rum- 
lend  10  fie  die  frafeln  ding  nagend.  Anff  die  felben  ftimm  man  dann 
achtet  und  fie  ertötet. 


—     190     — 

Der  nünd  tail   des  fünfften  underfcliaids.     Gnato   redt   mit  Trafo    ge-     86 v 
fcheidigklich.     Und  zeletft  erfehen    fie    den    Cherea   in    dem   hemling 
klaid  aus  Thais  hauß  fpringen. 


Bild: 

Straße.    Vorn  links  Trafo,   gegenüber  Gnato  ;  hinten  rechts  Cherea 
im  schellengewand. 


—     191     ~ 

Gna. 

[W]Ie*  nun?     Mit    wellicher    Hoffnung,    oder    mit  was  rates 

geen  wir  hieher.     was  fachft  du    an    trafo?     Tra.    Icli    icht? 

das  ich  micli  der  Thais  gantz  ergeben,  und  thüe  was  fi  mich 

haiffen  werd.     Gna.     was    ifts  ?     Tra.     wie?      minnder    dann 

Hercules 

* 

§  Wie  nun?  Mit  wellicher  hoffnung.  Gedenck  das  der  zütütler  der 
yetzo  dife  wort  fpricht  der  ift  der  vor  gegen  dem  Ritter  fprach  von 
der  Thais  ytzo  lang  hat  fi  dich  lieb  etc.  Und  aber  fprach  er.  ytzo 
wirt  fie  von  ir  felbs  komen  dich  bittend.  Und  aus  dem  wirftu  fehen 
was  außgangs**  die  fchmaichunglhab.  wann  derfelb  knecht  was  dem 
ritter  ain  |  merer  der  hochften  vertzweiflung.  Und  merck  das  der  felb 
Gnato  fich  allweg  ungern  von  dem  tifch  bringen  ließ,  als  aus  dem 
hie  vor  erfcheint  da  der  ritter  in  den  ftreit  geen  wollt  das  im  Gnato 
ungern  nachfolget.  Darumb  fpricht  der  ritter  an  dem  felben  end.  Solt 
ich  dife  fo  mercklichen  fchmach  etc.  Und  der  knecht  fpricht  hie  wol. 
mit  wellicher  hoffnung.  und  mit  was  rates.  Als  ainer  der  alle  ding 
erfaren  het.  und  weder  der  gaben  genäm  noch  von  forchten  zeer- 
fchreken  was.  Ab  dem  hoffnafcher  verfteet  man  was  der  ritter  han- 
delt, aber  er  wirt  darumb  eingefürt  den  ritter  zefragen  das  das  volck 
hören***  mit  was  rates  er  zu  der  Thais  komen  werd.  Die  hochft  miß- 
hoffnung  ift  bei  dem  ritter  in  der  verfonung  feins  bülen.  das  erfchei- 
net  auß  dem  das  er  fich  nit  verhofft  das  fi  in  zu  verfonung  auff  nerae 
er  leid  dann  gedultigklich  das  fi  den  Phedria  lieb  behalt,  und  er 
auch  hin  zu  auff  genomen.  Da  mit  das  ende  der  fabel  nit  traurig 
werd.  §  Das  ich  mich.  Was  volgt  nach  einfürung  deß  kriegs  und 
underweifung  des  ftreits  anders  dann  ergebung  der  die  überwunden 
find.  §  Wie  minder.  Der  Poet  ertzaigt  die  gewonhait  in  der  die  un- 
weifen  die  urfach  irer  mifftat  und  die  beifpil  herfür  zihendf.  als  er 
oben  von  dem  künig  Pirrho  gefagt  hat.  Oniphale  ff  was  ain  künigin 
von  Lidia  die  den  Herculem  der  ir  dienet  auch  zu  woU  arbait  bet- 
zwang, als  fi  den  fpindelkorb  die  kunckel  und  die  weiblichen  Übungen 
mit  den  gefchoffen  und  fper.  auch  mit  deß  Leo  tecke  verwandeln 
thet.  Und  die  mainung  in  dem  text  ift  allfo.  als  ob  er  fprach.  Solt 
ich  minder  dienen  der  Thais  dann  Hercules  hat  gedienet  Oniphale  ff. 
und  er  ift  doch  der  aller  manlicheft  gewefen.     vil    mer   kort   mir   der 

Thais  zedienen. 

♦ 

*  [W]  durch  zwei  zeilen 

**  außangs 


*** 


SIC 


t  sie 
tt  sie 


—     192     — 

hat  gedienet  Oniphale*.     Gna.    Das  beifpil  gefeit  mir.     wolt    87  v< 
gott  das  ich  folt  fehen  dir  dein  haubt  mit  ainem  feidintüechlin** 
geftraichelt  ***  werden.     Aber  es  habend   die  thür  von  ir  ge- 
küret.    Tra.    Ich  bin  tod.     was  Übels  ift  aber  das ,   den   hab 
ich  nie  gefehen.    wariimb  fpringt  er  auch  allfo  eilend  herfür. 


§  Was  Übels  ift  aber  das.  Ditz  fpricht  der  trafo.  als  der  Cherea  in 
deß  verfchnittnen  knecbts  klaider.  aber  doch  mit  männlicher  ge- 
dürftigkait  herfür  fprang.  und  den  ritter  als  mit  ains  ]  neüwen  ge- 
rn ainers  angeficht  erfchrecken  thet.  §  Den  hab  ich  nie  gefehen. 
Darumb  verwundert  fich  der  ritter  ab  dem  Cherea.  fo  er  in  vor  nie 
gefehen  hett. 


"^  Sic 

**  tüechln 

***  sie 


—     193    - 

Der  zehend  tail  des  füniften  underfchaids.  Cherea  fagt  Parmeno  wie 
all  fach  fo  glücklich  ergangen  feien  in  groffen  froden  Des  werden 
Grnato  und  Trafo  fer  betrübt.  Und  gefchehen  foUich  reden  an  der 
gaffen. 


Bild: 
Straße.    Links  vorn  grüßt   parmeno  den  von  rechts  in  feinem  rechten 
gewand   kommenden  Cherea.   Im  mittelgrund  rechts  Trafo  mit  Gnato. 


T  e  r  e  n  z. 


13 


—     194    — 

Che. 
[0]  *  Ir  leüt.  und  welicher  lebet  heüt  glückfamer  dann  icli  ? 
hercle.  niemand  überal.  wann  die  gott  habend  an  mir  vol- 
ligklich  allen  iren  gewalt  ertzaiget,  dem  fo  fchnell  fo  vil 
gmachfamin  widerfaren  find.  Par.  warumb  ift  der  fo  fro- 
lich.  Che.  0  mein  Parmeno.  0  aller  meiner  wolluft  er- 
finder,  anfaher  und  Vollender,  waift  du  icht  in  wellichen 
freüden  ich  bin?  waiftu  mein  Paniphilam**  ain  burgerin  er- 
funden fein?  Par.  Ich  habs  gehört.  Che.  waift  du  fie  mir 
vermehelt  fein.  Par.  Es  ift  (als  mich  die  got  lieb  haben) 
wol  gehandelt.  Gna.  Horft  du  icht  was  der  fagt?  Che. 
Darzu  fo  freu  ich  mich  das  meinem  bruder  Phedria  alle  fein 
liebe  in  friden  ift.     Ain  huß  ift  es  fi  hat  fich  mein- 


§  0  ir  leüt.  Hie  ift  cherea  inbrünftig  vor  freüden.  als  die  Jüngling 
in  glückhafften  fachen  gewon  find.  Und  ift  nit  wunder  ob  er  fich 
tobent  freut  von  der  hochtzeit  wegen,  weil  er  vor  hart  frolocket 
allain  darumb  das  er  bei  der  Jnnckfrawen  gelegen  was. 

§  Warumb  ift  der  frolich.  Darumb  das  der  ritter  und  das  gemain 
Volk  bericht  werdent  was  in  dem  haus  gefchehen  fei.  fo  ift  erfunden 
ain  perfon.  das  ift  der  knecht  Parmeno  dem  der  Cherea  die  gefchicht 
eröffnet. 


§  Horft  icht  was  der  fagt.     Dife  red  fpricht  Gnato  mit  verwandeltem 
und  betrüebtem  angefleht. 


[0]  lücke  durch  zwei  zeilen 

"^  sie 


-     195     — 

)i'**  em  vatter  in  befchirmung  befolhen.  und  hatt  uns  ir  treüw  ge- 
geben. Par.  Darumb  ift  Thais  gantz  deins  bruders?  Che. 
Gar  war.  Par.  Yetzo  ift  das  ain  anders  darumb  wir  uns 
freüwen.  wann  der  ritter  wirt  hin  aus  getriben.  Che.  So  ver- 
flieg du  wa  ymmer  mein  bruder  ift,  das  er  erftlich  follichs 
hören  werde.  Par.  Ich  will  da  haimant  befehen.  Tra.  0 
Gnato  zweifelft  icht,  das  ich  nit  yetzo  ewigklich  vergangen 
fei?  Gna.  On  zweifei  ich  fchetz  es  Che.  was  foU  ich  am 
erften  betrachten,  weder  foll  ich  am  maiften  loben  den,  der 
mir  den  rat  gegeben  hat  das  ich  es  tete?  Oder  mich  felbs 
der  fo  keck  was  an  zefahen? 


§  Yetzo  ift  das  ain  anders.  Der  knecht  Parmeno  mainfc  fie  follen  fich 
nit  allain  freüwen  darumb  das  die  fach  alle  in  rü  gefetzt,  funder 
auch  dem  ritter  zeneid.  das  dem  ritter  die  Thais  entwert  fei.  dann 
im  wirt  yetzo  nit  ftat  geben  das  er  der  Thais  dienen  müg.  funder 
hat  fie  fich  in  deß  alten  Laches  püicht  ergeben  das  fie  von  feinem 
fun  Phedria  lieb  gehabt,  und  von  dem  alten  befchirmet  werde.  §  Was 
foll  ich  am  erften  betrachten.  Wiewol  der  Jüngling  vor  groffen 
freüden  tobet.  Noch  dann  bedencket  er  fich  das  er  denen  durch  die 
er  in  folch  freüd  gebracht  ift  danck  fagen  foll.  und  vergift  nit  gott 
zebitten  das  er  im  die  güthait  lanckwirig  behalt. 


13* 


—     196    — 

Oder  foU  ich  loben  das  gelück,  die  ain  regirerin  ift  gewesen, 
die  fo  vil  groffer  fachen  bequemlich  in  ainen  tag  befchloffen 
hat?  Oder  die  frolichhait  und  miltigkait  meins  vatters?  0 
Juppiter  behalt  (bitt  ich)  uns  dife  guthait. 


[keine  gloffe] 


—    197    — 

Oro  Der  ailft  tau  deß  fünfften  underfchaids.  Phedria  het  verwundern  als 
er  vom  Parmeno  gebort  hett.  das  alle  ding  fo  wol  ergangen  warend 
und  redten  davon  frolich  Cherea  und  er.  Aber  Trafo  was  traurig  und 
rüfft  Gnato  an  weg  zeMchen,  Der  felb  Gnato  verriebt  in  mit  Pbedria 
und  Cberea.     Und  wurden  ains. 


Bild: 

Straße.    Links  Trafo.    Gnato  gebt  von  ibm  nacb  recbts  auf  Cherea 

und  pliedria  zu. 


—     198    — 

Phe. 
[0]*  Ir  gott  eüwer  treüw  Unglaublich  find  die  ding,  fo  Par- 
meno  yetzo  gefagt  hatt.  Aber  wa  ift  mein  bruder.  Che. 
Berait  ift  er  engegen.  Phe.  Ich  freu  mich.  Che.  Ich  glaubs 
gnug.  bruder  Es  ift  nichts  wirdigers,  das  lieb  gehabt  foll 
werden,  dann  dife  dein  Thais  AUfo  ift  fi  unfers  hauß  ge- 
finds  aller  ain  günnerin.  Phe.  Hüi.  Lobeft  du  mir  fie.  Tra. 
Ich  bin  tod.  ye  minder  hoffnung  ift,  ye  mer  ich  lieb  hab. 
Gnato  ich  bitt  dich,  in  dir  ift  die  hoffnung.  Gna.  was  wilt 
du  das  ich  thun  folle?  Tra.  Verbring  das  mit  gebett,  das 
ich  doch  umb  ainen  Ion  an- 


§  0  ir  gott.  Vor  groffen  freüden  und  in  froloken  fo  phedria  ab  den 
ungloblichen  meren  fo  der  knecht  gefagt  entpfangen  het  thüt  er  die 
treüw  und  gütigkait  der  gofct  betrachten  und  ermeffen.  §  Ich  glaubs 
genüg.  Die  oder  folich  wort  fpricht  man  zu  den  guten  freunden  die 
fich  mit  den  andern  freüent  in  glücklichen  fachen,  er  fpricht  aber 
darumb  ich  glaubs  fo  er  fein  bruder**  ift  wann  es  fpricht  fuft  mancher 
er  freu  fich  ab  ains  andern  glück  fo  er  in  haimlich  darumb  neidet. 
§  Hüi  lobft  du  mir  die  Als  ob  er  fprach  du  bedarffft  mir  die  nit 
loben  fie  liebt  mir  fuft  gnüg.  §  Ye  minder  hoffnung  Das  ift  die  aller 
unfanffteft  brunft  do  ainer  on  hoffnung  lieb  hat.  Die  weifen  werdent 
am  maiften  aus  der  hoffnung  getrungen  zu.  der  liebe.  Aber  die  thoren 
allain  |  von  der  geftalt.  §  Verbring  das  mit  gebett.  Der  rifcter  het 
kain  hoffnung  mer  dann  nun  bitten,  als  ain  gefangner,  und  gelt 
auß  zegeben.  als  ain  reicher.  Darumb  wünfcht  er  nichtzit  anders 
dann  das  fich  die  fachen  allfo  begeben  das  er  zu  der  Thais  durch 
gebet  und  gelt  komen  mocht.  Und  man  foll  dife  wort  gefchweifflich 
und  fenlich  fprechen. 


*  [0]  lücke  durch  zwei  z eilen 
**  sie 


—    199     — 

hangen  werd  bei  der  tliais  an  ettlichem  tail.  Grna.  Es  ift 
fchwer.  Tra.  Ift  das  es  dir  gefeilt,  fo  ift  es  ring.  Ich  hab 
dich  erkennet,  ift  das  du  es  verbringeft,  fo  beger  von  mir 
wellicherlai  gab  oder  Ions  du  wilt,  das  wirft  du  nach  deinem 
willen  haben.  Gna.  Allfo  icht?  Tra.  Es  wirt  alfo.  Gna. 
Ift  das  ich  das  verbring,  fo  begere  ich  das  mir  dein  hauß  in 
deinem  bei  und  abwefen  ungeladen  offen  das  mir  da  allweg 
ain  ftat  feie.  Tra.  Ich  gib  dir  mein  treüw,  das  ich  allfo 
thun  wird.  Gna.  So  will  ich  mich  rüftenn.  Phe.  wen  hör 
ich  hie  ?  o  trafo.  Tra.  Seit  gegrüft.  Phe.  Du  waift  vil- 
leicht  nit  die  gefchichten,  fo  hie  find.  Tra.  Ich  waiß  es. 
Phe.    warumb  fich  ich  dich  dann 


§  An  etlichem  tail.  Er  begert  nun  der  aller  minften  güthait.  und 
fpricht  nit  ain  gleichen  tail.  funder  als  ain  vertzweifelter  an  etlichem 
tail.  §  Es  ift  fchwer.  Das  fol  man  mit  geberd  mit  der  rede  und 
nbnuß  bef tetigen. 


§  So  will  ich  mich  ruften.  Diß  fpricht  der  hofffchalck  nit  darumb 
das  es  fo  fchwer  zetbün  ift.  funder  das  im  der  lone  cleß  unverdriß- 
licher  verfolge.  §  Du  waift  villeicht.  Diß  alles  redt  der  Jüngling  aus 
trowung  übermütigklich. 


—     200     — 

an  den  orten?  Tra.  Ich  hab  euch  vertrauwet.  Phe.  waift  91  \ 
du  icht  was  du  vertrauwet  haft.  Ritter  ich  verkünd  dir  ift 
das  ich  dich  hie  nach  yendert  an  difer  gaffen  erfich.  fo  ift 
nichtz  das  du  mir  mügeft  fagen,  ich  hon  ain  anndern  gefucht, 
ich  hab  den  weg  hieher  gehabt.  Du  bift  verdorben.  Gna. 
Ey  es  zimbt  fich  nit  allfo.  Phe.  Es  ift  geredt.  Gna.  Ich 
erkenn  eüwr  gefchlecht  nit  fo  hoffertig  Phe.  Es  wirt  allfo. 
Gna.  Hörend  vor  ain  wenig,  fo  ich  das  gefagt  hab ,  ift  das 
es  euch  dann  gefeilt  fo  thüt  es.  Phe.  wir  wollen  es  hören. 
Gna.  Trafo  entweich  du  ain  wenig  hin  dan.  erftlich  fo  will 
ich,  das  ir  baid  mir  das  gentzlich  gelaubent,  was  ich  hier  inn 
verbring,     das  ich  daffelb  am 


§  Ich  hab  euch  vertrauwet.  Das  fpricht  er  von  forchten  und  torlich, 
wann  niemand  fol  feinen  gemainern  und  feinden  vertrauwen.  §  Ritter 
ich  verkünd  dir.  Dife  reden  fpricht  Phedria  alle  fchmachlich.  und 
will  in  nit  an  der  gaffen,  ich  will  gefchweigen  in  der  Thais  haus 
leiden  umb  kain  fach  noch  außzüg.* 


SIC 


-     201     — 

maiften  von  meintwegen  thu,  doch  fo  euch  daffelb  zenntzt  * 
kombt,  ob  ir  das  nit  tuet  das  ift  ain  unweißhait.  Phe.  was 
ift  das?  Gna.  Ich  fchetz  den  ritter  für  ainen  gemainer  auff 
zenemmen  fein.  Phe.  Hern,  auff  zenemen  ?  Gna.  Bedenck  ** 
nun  bei  hercle  Phedria,  und  du  lebft  geren  mit  ir.  lebft 
auch  gern  wol,  und  das  du  aus  gibft,  das  ift  wenig,  und  ift 
not  das  die  Thais  vil  einneme  da  mit  fi  deiner  liebe  under- 
würffig  fein  müg  on  deinen  unkoften  zu  difen  dingen  allen 
niemant  fo  bequemlich  noch  mar  zedienen  nütz  fein  mag. 
Erftlich  hat  ers  das  er  aus  gebe,  und  niemand  gibt  miltigk- 
licher.     er  ift  ain  thor.     ain  tummer*** 


§  Doch  fo  euch  das  zenutz  kombt.  Vil  fchmaichred  fagt  der  hoffchalk 
als  ob  es  nit  dem  ritter  funder  im  und  den  zwaien  brüdern  zegüt 
komen  foU  wa  der  ritter  zügelaffen  werde,  und  mit  folichen  lider- 
lichen  reden  wirt  des  menfchen  gemüt  ee  erwaicht  dann  ob  es  offen- 
lich  und  konlich  an  fi  begeret  §  Niemant  gibt  miltig  f  Der  hoflecker 
faget  in  vor  das  der  ritter  rych  fy  und  gern  aus  geb.  und  das  fi  der 
gaben  bedürflfent.  dann  er  waift  wol  das  gaben  manig  hert  hertz  er- 
waichen.  er  gibt  auch  dem  ritter  mancherlai  unlieplicher  namen  dar 
mit  man  der  frauwenff  vor  im  nit  bedorf  forchten.  Mit  dem  fff  allen 
maint  er  fi  zebewegen  zu  feinem  fürgeben,  dann  er  waift  wol  das  die 
frawen  die  reichen  muten  büler  vor  allen  andern  gern  hond.  Aber 
das  ift  den  unkeüfchen  weibern  ungenera  wa  ainer  die  andern  lafter 
die  der  knecht  hie  erzelt  an  im  hat.  und  mit  |  dem  werck  nit  richtig 
ift.  er  fei  wie  reich  er  woU.  Darumb  fagt  es  der  knecht  von  im  das 
in  der  Jüngling  des  ee  zülaß  und  in  nit  forcht.  Und  man  foll  die 
wort  von  mer  lafters  wegen  mit  etlicher  unwirfchait  des  antlitz  ver- 
künden. 


** 


*** 


eher  Gedenck 
sie 


f  sie 

tt  frawuee 

ttt  de 


—     202     — 

treger.  er  fcbnarclifc  nacht  und  tag,  du  bedarffft  in  auch  nit  92 1 
forchten,  das  in  das  weib  icht  lieb  hab.  leichtiklich  treibft 
du  in  aus  wann  du  wilt.  Phe.  was  thu  wir?  Gna.  Dar  zu 
ift  das  das  ich  auch  für  merklich  fchetz  gantz  niemand 
enpfahet.  difen  menfchen  bas  noch  lennger.  Phe.  On  zwei- 
fei. Es  ift  difes  menfchen  in  ettlich  weife  nottürfftig.  Che. 
Daffelb  main  ich  auch.  Gna.  Ir  tut  reht.  auch  bit  ich  euch 
ainß  das  ir  mich  in  eüwer  rott  nemend.  Ich  weltze  yetzo 
gnug  lang  difen  felfen.  Phe.  Wir  nemend*.  Che.  Und  gern. 
Gna.  Du  phedria  und  du  cherea  fo  will  ich  euch  darumb 
den  zeeffen  zetrincken  und  zeverfpotten  geben.  Che.  Es  ge- 
feilt uns.  Phe.  Er  ift  es  wirdig.  Gna.  Trafo  gee  her  zu 
wann  du  wilt 


§  Ich  woltze  yetzo  etc.  Merck  wie  fittlich  der  hofnafcher  fich  enthelt 
in  der  Jüngling  fchmaichung  durch  leftrung  des  ritters.  Wann  ditz 
fprichwort  ift  von  den  die .  mit  unmercklicher  arbait  befwerd  find. 
Gnato  welzet  den  felfen  als  der  Sifiphns  der  felb  fififus  welzet  oder 
treibt  ain  felfen  in  der  hell  ftetz  nmb.  und  verdint**  nimer  kain  end 
feiner  arbait.  darumb  das  er  die  diebftal  Jupiters  feinem  vater  be- 
kennet da  der  Jupiter  lieb  gehabt  hat  Eginam  die  tochter  Exopi. 


*  nenend 
**  sie 


i 


—     203 


iro  Tra.  Ich  bitt  dich,  was  tuen  wir  ?  Gna.  was  ?  die  habent 
dich  nit  bekennt,  aber  nach  dem  ich  dein  fitten  ertzaigt  und 
dich  gelobet  To  hab  ichs  nach  deinen  werken  und  tugenden 
erworben.  Tra.  wol  haft  du  getan,  ich  hab  groffen  danck. 
Ich  bin  auch  yendert  nie  gewefen  das  mich  nit  alle  menfchen 
faft  lieb  betten.  Gna.  Hab  ich  euch  icht  gefagt  das  in  im 
die  auffprechenlichait  von  Athenis  fei.  Phe.  Es  ift  nichtzit 
aufgelaffen.  Gna.  So  geet  da  hin.  Seit  gefund  und  freut 
euch.     Ich  Caliopius  habs  ertzelt. 


§  So  hab  ichs  nach  deinen  wercken.  Wol  redt  der  hofnafcher  aber 
verborgenlich.  dann  als  der  ritter  ain  narr  was.  allfo  erwarb  im 
Gnato  das  fie  all  ab  im  äffen  trunken  und  fpotteten.  §  So  geet  da 
bin.  Wa  haift  fi  der  Gnato  hingeen.  Zu  der  Thais  oder  zürn  nacht- 
mal des  riters  Ich  glaub  es  gefchecb  als  er  in  verhaiffen  hab  Als 
ob  er  fpräch.  Geet  bin  effen  zu  dem  ritter.  oder  zu  der  Thais,  wann 
alle  ding  find  nach  dem  nachtmal  gefchehen.  allfo  das  das  nachtmal 
von  deß  krigs  wegen  nit  gar  verbracht  ward.  Und  |  darnach  nit  vil 
zeits  ichtzit  aus  zerichten  vor  äugen  was.  Und  als  Caliopius  diß  Co- 
medi  mit  dem  volck  ertzelt  gehebt  hat  er  in  gefunthait  gewünfchet. 
Und  fie  mit  freüden  haiffen  ab  fchaiden. 


Dife  Comedia  hat  Hanns  Nythart  |  zu  Ulm  laffen  trucken  den  Cünrad 
Dinckmüt.  |  Nach  Crifts  gebürt*.     M.CCCC.LXXXVI.  Jar. 


[93  v^'  leer] 


—     205     — 


Glossar  und  register. 


Im  folgenden  ist  versucht,  spräche  und  Wortschatz  des  denkmals 
in  alphabetischer  anordnung  darzustellen.  Auch  namen  sind  aufge- 
führt, nur  nicht  die  der  personen,  welche  im  stück  selbst  auftreten,  ausser 
wo  die  form  des  namens  anlass  dazu  gibt.  Cursiv  sind  die  Worte  des  la- 
teinischen Originals  (text  und  glosse)  gegeben,  in  „ — "  die  bedeutung 
in  modernem  deutsch  oder  in  latein.  Wo  die  deutsche  Orthographie  des 
denkmals  schwankt,  ist  die  dem  nhd.  angemessene  form  gesetzt:  fleiss, 
nicht  Üyss,  sohl-  usw.,  nicht  sl- ;  statt  u  immer  ü,  aber  u  und  ü  geschieden ; 
ss,  nicht  ß.  Die  lateinische  Orthographie  ist  die  gemeinhin  übliche,  wie 
sie  wohl  auch  in  dem  von  Neidhart  benutzten  original  zu    finden   war. 


-a   an   imperativ    angehängt:  bisa 

„sei"  40,  losa  „höre"  41,  sicha 

„sieh"  121.  167. 
ab  c.  dat.,  causal  37  usw. 
aber  ,, abermals"  63.  72. 
abgeschniten  red  sXXBv])t.c,  162. 
abher  fallen  73. 
abkorn  avertere  181. 
absetzen  praeripere  32. 
Achimenides   Archimenides  61. 
achsel  humerus  59. 
achten  arUtrari  180. 
achthalb  s.  pfunt. 
Acrisius  103. 

adehch  liberalis  83. 122;  militaris  71. 
ader  nervus  58. 

äfern  repetere  147;  s.  wider(umb). 
Affen  sail  seind  einfach,  doch  bin- 

dens  fast  109;  äffen  spil  77. 
ah   au   122;   ah   ist   ain   wort   be- 

trübts  gemütes  122. 
Aiax  69. 
aigen  serva  60. 
aignen  und  zuschreiben  76. 
ainf eltig  simplex  132. 
ainig  solus  31 ;  ainiger  bei  ir  ainigen 

„solus    cum    sola"    102;    ainnich 

ursach  „aliqua  causa"  184;  ainig 

„nur"  38. 


aintweders  ,, entweder"  41.  152.  161. 

ait  s.   sagen. 

ald  „oder"  26.  57. 

aller:  aller  frefenlichest  violentissi- 
mus  174;  eUiptisch:  du  aller 
omnium  145. 

all  weg  semper  72. 

als  demonstrativ:  als  leicht  potius 
162;  relativ:  als  vil  quantum  154, 
nit  so  vil  als  quam  71,  als  verr 
„soweit"  40,  als  bald  „sobald  als" 
33  usw. 

amaho  ist  ein  Hebender  underslag  92. 

amptleüt  73. 

an  dem  weg  in  via  164,  an  der 
gassen  193;  an  mich  mecum  89, 
erklärt  zu  mir  89;  anss  beth  in 
lectum  104. 

anfahen  incipere  176;  coeptare  191; 
anfacher  inceptor  194. 

anfallen  compr eilender e  181. 

anfechten,  ein  Mädchen  ,, um  wer- 
ben"  116. 

anfengklich  principio  146. 

angeben  indicare  152. 

angel:  den  a.  slicken  100. 

angesicht  fem.  facies  122;  aspedus 
192. 

angetan  indutus  187. . 

angreifen  „anfassen"  92. 


206     — 


anliaimsch  „zu  hause"  88. 

anhangen  Jiaerere  198. 

anheber  auctor  187. 

anlachen  arridere  154. 

anhgen:  was  leit  dir  an  116. 

anreden  convenire  186. 

anrichten  conciliare  160. 

anrürn    145. 

ansehen  aspicere  193;  spectare  181; 

ansichtig  werden   166. 
antasten  längere  67;  prendere  175. 
antlit   116;   antlüt   151.    154.    159; 

genet.  des  anthtz  201. 
antreffen  „betreffen"  65. 
antrunck  „angetrunken"   131. 
antwurten  tr ädere  60.   103. 
an  Weisung:     durch     mein     a.     me 

impulsore  181. 
anwenden,  ein  weib  aggredi  102. 
anziehen:  hoch  a.  „übel  nehmen" 

28. 
apparat    =    gioss    15. 
arbeit  „mühsal"  179;  sich  arbeiten 

nervös  intendere  58;  arbaitsellig- 

kait  miseria  173. 
argument  4. 

arg(k)wonen  suspicari  30.   118. 
Aristoteles,  aristotilici  49. 
arm  miser   174. 
Athenis    (aus,    von,    vor,    zu,    gen) 

4.   5.   6.  27.   54;  von  A.   atticus 

146.  203. 
auch   etiam  „noch  dazu"   121. 
auf(f),   uff:   uff  im   101. 
auf(f)enthalten    133;    retinere    162. 
[a]uff  erston  „entstehen"   101. 
[a]uff heben:  sein  uffh.  gegen  ir  33; 

uffhebung  exprodratio  34. 
auffher  gan  egredi  113. 
auffhin  plasten  s.  sehen, 
auf  lauf  strepitus  141. 
aufflosen  „horchen"  100. 
[ajufmercken  haben  103. 
auffnemen  „auffassen"  89. 
auf f rupf fen  „vorwerfen"  58. 
auffrur  turU  145.   173.   189. 
auffsatz  „üble  absieht"  89. 
[ajuffziehen  40. 
auf f zucken  arripere  100. 
äugen  s.  werffen. 

auss  sein  lassen  missum  facere  159. 
aussen  lassen  mitter e  170. 
aussgan :  gib  auss  oder  gang  auss  64. 
aussgraben  eff ödere  134. 


aussher  gan  exire  81.   121. 
ausshin  gan  (foras)  alire  118.   125. 
aus[s]lassen  praeter  promittere  203. 
aussrichten  „abfertigen"  87. 
ausschlagen  foras  quatere  65. 
aussprechenhchait  eloquentia  203. 
aussstelen  suhducere  144. 
ausstossen:  den  zorn  a.   121. 
[a]us  warten  odsequium  27. 
ausswendig  foris  171. 
ausszug  „ausrede"  179.  200. 

B.  P. 

Bachus  (Wachus)  132. 

baden:  part.  praet.  gebaden  105. 

bain:    von    aim    b.    als    die    hund 

nagen  30. 
baiten  opperiri  162. 
balder  136,  beider  ocius  167. 
paragoge  8. 
paragraphus  15. 
parenthesis  14. 
bas    mügender    hahitior    59;    hast 

maxime  34. 
lasium  80. 
baurenknecht  59;  paurnadern  91; 

peürisch  agrestis  80,  rusticus  89, 

pürisch  91. 
bech  pix  32;  s.   a.   bichen. 
beer:    Doch   mag   man   wolff   und 

beeren  zemen   100. 
befelhen,  bevelhen  committere  119, 

commendare  195. 
befriden  pacisci  182,  pacem  facere 

befroen:  ward  befrott  gaudelat  103. 
begaben  „beschenken"  69. 
begeben:  sich  b.  „sich  entschliessen" 

156. 
begegnen  c.  dat.  46. 
begreif  fen  ( — ^y — )  „packen,  fassen" 

24.  124,  repr eh  ender e  80. 
behafft  „festgehalten"  92. 
behalten  servare  146.  196. 
beharren  pergere  186. 
beheb  „dicht"  51. 
beheben  „fest  halten"  133. 
beichten  97. 

beilich:  bylich  „in  der  nähe"  o.  ä.  37. 
pein  poena  141. 
beispil  exemplum  173.  188;  glossiert 

mit  exempel  188. 


207     — 


b(e)issen  mordere  74;   Er  pilt  wol, 

aber  er  beist  nit  134. 
beiwesen:  bywesen  adesse  67. 
bekennen:    nicht   b.    ignorare   203. 
belaidigen  off  ender  e   187. 
bellen  s.  beissen. 
Mua  14:.  76. 

benüegen  187;  contentus  58. 
bequemlich    151;    opportunus    196. 

201;  fast  b.  optime  164. 
ber  s.  zemen. 
berait  praesto  198. 
perculeris,  percusseris  68. 
berichten:   einen  b.   instruere   194. 
Perseus   103. 
berüffen,  part.  praet,  berüfft,  adhi- 

lere  28;  berüff  mr  77. 
berüren  tangere  145. 
beschaidenlich  40. 
beschehen   „geschehen"    überall, 
bescherung  71. 
beschirmen  195,  defendere  151; 

-ung  clientela  195,  defensor  146. 
beschliessen  concludere  196.  106. 
beschweren:  beswerend  molestus  74. 
besehen  118,  revisere  170,  viser e  195, 

ich   besieh  proviso   71. 
besinnt:  wol  b.  animo  praesenti  138f. 
besorgen:  sich  b.  96. 
bestan  „eingestehen"  101. 
bestellen  parare  85. 
besteten    firmare    182;    bestetigen 
firmare    199;     bestetigung     con- 
jirmare  165,  süus  45. 
bestrickt  astrictus  187. 
besuchen  137,  experiri  143,  ewigere 

144. 
besunder   adj.    105,    s.    a.    sunder; 

„sondern",  partikel  19. 
betöben  97. 

betrogenlich  perplexe  151. 
betrü(e)ben  conturlare  160,  ex- 
cruciare  168;  betrübt  timidus 
113,  turlatus  194;  betrübnuss 
^Mf&ae  117,  b.  ist  erhebt  tur- 
hatum  est  116. 
bewaren  cavere  138;  syest  bewart 

mZe  37. 
bewegen:    In   der   bin   ich   bewegt 
in    ha{n)c    commotus    sum    100; 
bewegnuss  29. 
beweren  periculum  facere  84. 
bezwingen  (-tz-)  constringere   181. 
pfanne  patina  149. 


pfant  annulus  94. 

pfennig  s.   pfund;  pfenniglöser  cu- 

pedinarius  48. 
pferd  121. 
pflegen   119;   sich  in  eines  pf licht 

ergeben  195. 
pfund    (pfunt    pfennig):    fünff    pf. 
tres  minae  83;  achthalb  (7^)  pf. 
tres  m.  34;  zwaintzig  pf.   viginti 
m.    180;  fünff tzig  pf.  pf.  viginti 
m.  34. 
bichen  132;  s.  a.  bech. 
pilgerin  peregrina  26. 
billicher  quin  164. 
binden  vincire  131. 
bintz  59. 
Pirreo  (von,  in)  54.  94;  nom.  Pir- 

reum  54. 
Pir(r)hus  142.  191. 
bis  „sei"  23.  137.  158;  bisa  40. 
bis  daher  von  Morenland  usque  83. 
bitten  ohsecrare  119  (s.  glosse).  153  f 

158.   163. 
bit(t)zeln  mordere  78,  solUcitare  32. 
blasen  s.  büchsslin. 
Plato,  Platonici  49. 
Plautus  131. 

blüendes  alter  aetas  integra  83. 
plüm  m.  flos  60;  in  dem  plümmen 

der  Jugend  in  ipso  flore  162. 
Boecius  71. 
poet   186. 
Pol(l),  by  P.  oft. 
bollwerck  54. 
bone  faha  68,  s.  glosse. 
bös  ,, schlecht"  86,  malus  91;  boss- 
hafftig    scelestus    151.    154;    bos- 
fetig    scelestus    21;    böslistiglich 
dolo  malo  89;  bösswicht  carnifex 
121. 
brauchen  potiri  60,  edere  188. 
brautlauf f    (p-)   nuptiae   128.    157. 

160. 
brechen  erumpere  96. 
brechhafft  deest  90;  brechafftig  84. 
predigen  praedicare  64. 
brennen    urere   51,    s.    glosse.    77. 

82;  s.  a.   brinnen,  brunst. 
pretlin  pulpamentum  75. 
Priamus   69. 

bringen:  den  wein  in  mich  br.  131. 
brinnen  ardere  21;   s.    a.    brennen, 

brunst. 
prolog(us)  VII.  4, 


208     — 


prothesis  8. 

brunst     ardor     198;     s.     brennen, 

brinnen. 
büb(e)   45,   nebulo   128;   verdachte 

büberey  flagitium  68. 
büchsslin:   in  das  b.   blasen  „sich 

schminken"  60, 
bugglot  incurvus  62. 
büle  m.  gehebte  5.  75.  82,  amica 

87;  biilen  c.  acc.  28.  85;  bülerin 

meretrix  170,  -  in  plur.  181,  einer 

b.   hauss   domus  meretricia  175; 

bülgesell    13;    bülhertz    41.    97; 

bülsohafft  illecebrae  162. 
büss  remedium  77. 

C. 

(cz  s.  z.) 

Cal(l)iopius  203. 

camos  7. 

Caria  28. 

Ceres  132,  s.  glosse. 

christenleüt  49. 

Cicero  >;  s.  a.  Tulius. 

comedi(a)  7.   203. 

commessatum  77,  s.  glosse. 

D.  T. 

(th  ist  als  t  eingereiht.) 

tha  tha  at{t)at  137;  tha  ta  ist  ain 

wort  etwas  erschrockens  gemüts 

137. 
tagt  senex  12. 

tafel:  gemalte  t.  tabula  102.- 
da  haimand  s.  haimand. 
da  her  ziehen  huc  f  erger e  42. 
da  hin  gan  ahire  189. 
tail:    4   t.    der   comedi   8;   hert  t. 

durae  partes  64;  in  den  bosern  t. 

in  pejorem  partem  112. 
Dane  Danae  103. 
dank  plur.  gratiae  71. 
dann:  noch  dann  s.  noch;  dannocht 

81. 
dannen  „von  wo"  83. 
darein  ziehen  11. 
darff  c.  genet.   opus  est  112. 
dargeben  f.  zaigen; 
dargebnng  indicium  189. 
dar  under  „dazwischen"  162. 
darvon  lassen  desinere  161. 
darzü  legen  adjicere  71. 
das  s.  der. 


tasten  s.   sehen. 

tecke  tegmen  191. 

teding  41.  58;  torechter  t.  (gen.  pl.) 

vaniloquium  40. 
tegüch  in  diem  188. 
Thelamon:  Aiax  Thelamonis  69. 
der:  das  id  quod  35;  dess,  des,  desto 

179,    dester    62;    düw    die    dein 

„diese"  59;  derselbe  s.  selb. 
Therencius  3.  46.   137. 
despicare,  despicere  69. 
tetschlen  66. 
dieb:  Die  stat  macht  ain  d.   104; 

diebstal  fem.  furtu7n  147. 
dienen   apparatus   97;    ze   d.   nutz 

ex  usu  201. 
diern  ancilla  115;  dirn  =  Pithias 

92;  dirnhn  pl.  puellae  102. 
tigel  81. 

Dinckmüt,  Cünrad  VIII.  203. 
dinnen  intus  107. 
Discus  (-um)  106. 
disputatz  167. 
toben    195;    tobent    insane    194; 

tobhait  saevitia  181;  toben  ene- 

care  97,  s.  a.  be-;  tobig  97. 
tod:  ich  bin  t.  perii  107.  117.  139. 

164.    173.   186.   192.   198;   occidi 

56.  125.   153.   181;  todfarb  123. 
Donatus  VII.  84. 
tor  ignavus  141,  fatuus  201;  torin 

stulta   154;    torecht   40,    torocht 

12.  45.  48.  72.   76,   stultus  187, 

du  torochte  lelua  125,  torot  144; 

torlich  61.   78,  ineptus  58,  stultus 

137.   200. 
Dorax  Donax,  immer  -r-. 
dprff  rus  107.  112.  176,  villa  113. 
torste  s.   turren. 

traube:  vom  trauben  de  uva  131. 
trechen  „ziehen":  part.  praet.  ge- 

trochen  128. 
treffenlich  elegans  73. 
treg  tardus  202. 
trescher  68. 
treüw  geben  fidem  dare  199;  hatt 

ir  tr.  gegeben  dedit  se  195. 
Troia  103. 

trost  confidentia  157. 
trowen  „dräuen"  84,  trüwen  127; 

aus  tro^vung  minaciter  199;  tro- 

wort  minae  145. 
druckausstattung  VIII  ff. 
trugenlich  179. 


—    209    — 


truhe   103. 

trüknen  abstergere  142. 

irun,    trün   28,    sane   23,    glossiert 

by  trüen  23,  nempe  99,  sciUcet  72. 

122,  quin  148. 
truren  24. 
trutzig  audax   126;   trützlich   adv. 

82. 
Tulius  71;  s.  a.  Cicero, 
tumm  insulsus  201 ;  tumester  auda- 

cissime  173. 
tun:   tu   wir   148,   tue   egerit   186, 

thüest    agas    176;    fürchten    tet 

186,    suchen   tue    186   u.    sonst; 

meine  tun  quae  facio  71. 
tunckelblaich  colore  mustellino  123. 
thür  plur.  fores  192. 
durchschaidenlich  181. 
turren  „wagen":  tar  143;  törst(e) 

175,  ausim  164 ;  türstikait  audacia 

90.     S.  a.  geturren. 
türteldüblin  24. 


E, 


eben  „passend"  100.  101,  commodus 

87;   ebendienend  „zweckmässig" 

119. 
edel:  gut  e.  adeo  noMUs  38. 
ee:  ee  dann  ,,ehe,  leichter  als"  201. 
eeprecher  moechus  175. 
Egina  202. 
ehem  ehern  87. 
eher  spica  68.  69. 
eho  eho  132.  158. 
ei-  =  mhd.  ei-  s.  ai-. 
ey  eia  200. 
eUens  177. 
einbreisen     „einschnüren":     ynge- 

brisen  59. 
einfürung  des    kriegs    indictio  lelli 

191. 
eingang  upooixovoiJLta  128. 
einher:   ynher  ,, herein"   23;   inher 

slychen   66,    einher   sleichen   92; 

s.  a.  hoch, 
einhin:    ynhin   gan   67;    ga   einhin 

i  intro  128. 
einsetzen  restituere  135;  wider  yn- 

setzen  r.  31. 
ein  wendig  intus  138. 
einwerffen  conjicere  182.   187;  ein- 

würffig  wort  „interjektion"  119. 

T  er  e  n  z. 


einziehen,  yn(t)ziehen  inducere  „auf 
die  bühne  bringen"  44.  57.  71. 
80.  109;  eintzügig  vorred  prae- 
paratur  107. 

(e)inzwingen  „einzwängen"  59. 

eisen  „waffe"  138. 

eitel  „nur"  106,  ytel  78. 

Ellen:  Sichstu  Rutschen  eUen  gern, 
sie  dunckt  dich  der  helle  morgen- 
stern  99. 

empf-  s.  entpf-. 

emsslich  ,, emsig"  31. 

en-  „nicht":  das  nit  enist  51;  en- 
waiss  nescio  153. 

end:  an  demselben  e.  ,, ebenda"  191, 
an  disem  e.  68,  an  wellichem  ende 
uM  179,  in  das  ende  ,,zu  dem 
zweck"  174,  gand  an  das  end 
huc  redeunt  32. 

endungen:  liebe  (amor),  daneben 
liebi,  lieby,  alles  öfters;  bülerin 
plur.  181,  göttin  plur.  57,  usw.; 
ain  stum  mutus  74;  gantzer  Mus 
praed.-attrib.  23;  tetschlen  .  .  . 
fetscheln  66;  ich  argwonen  30. 
118  (argwone  118),  begegnen  46, 
sorgen  137,  truren  24;  beruf f 
wir  77,  gee  wir  81 ;  lass  wir  77, 
tu  wir  148;  ir  gelaubent  200, 
haissen  judete  83,  versorgen  cu- 
rate  87,  volgen  sequimini  87.  102, 
volgend  141.  149;  wolmügen  = 
-end  60.  123,  zittern  tremulus  62, 
zittert  62,   eilens  177. 

Eneas  103. 

enhen  en  31. 

en(t)gegen  sein  adesse  162.   198. 

enthalten  retinere  109.  143.  151; 
sich  e.  „sich  auf-,  erhalten"  202. 

entpfahen  accipere  141;  empfengk- 
lich  51.  83.  89. 

entrainen,  ein  mädchen  116. 

entrichten  expedire  181,  percellere 
68;  entrichtung  68. 

entsprungen  ortus  176. 

ent[t]ragen  auferre  118. 

entweichen  concedere  200. 

entweren  capere  141.  195. 

enuchus  s.  eunuchus. 

epenthesis  8. 

Epicurus,  Epicurici  49. 

Epirhotae  142. 

erber  honestus  29.   42.   122,  er  wer 
131;   flektiert   erberger  29. 
14 


—    210    — 


erbermd  76;  erbermklich  misere  74. 

erbieügt  fradus  145. 

erbülen  161. 

ere:  von  eren  geborn  honeste  naius 

139. 
erfinden    „finden"    160,    repperire 

170;  erf Inder  inventor  194. 
erfoUung  „ergänzung"  84. 
erfüllen  „ergänzen"    91,    complere 

20. 
ergan:  wol  e.  „gut  ausgehen"  197. 
ergeben:  sich  e.  sese  dare  89  f.;  er- 

gebung  deditio  191. 
ergetzen  21;  ergetzlichkait  73. 
ergeüdig  6,  ergüdig  gloriosus  71.  72. 

74.  134. 
ergreif fen  arripere  101. 
erhitzigen  ealescere  23. 
erkennen:    part.    praet,    erken(n)t 

124.  151,  hab  dich  erkennet  novi 

te  199;  erkant  „verständig"  84; 

erkan(n)tnuss  cognoscere  162,  cog- 

nitio  168;  erkenner  cognitor  146; 

erkennen:  wirt  hie  genomen  für 

beslaffen  28. 
erkunden   sciscitari   94,    s.    glosse; 

erkundet  haben  novisse  99. 
erlaubung  147. 
erleiden  perpeti  85. 
erlich  honestus  80  (gedr.  etlich).  128. 
ernst  serium  68. 
erobern:  den  krieg  e.  „gewinnen', 

143. 
erscheinen:  erschynen  apparere  58. 
erschellen  concutere  104. 
erschiessen  „glücken"  49. 
erschreien:  praet.  erschri  exclamat 

110. 
erschrocken  attonitus   173;   er- 

schrockenlich  173,  terrihiliter  146. 
ersechen  offendere  200. 
erst:  von  erst  primwn  30.  87.  100; 

am    ersten    primo    187;    erstlich 

primum  141,  principio  200. 
ersterben  emori  162. 
erstocken   135;   erstockt  sein   107; 

s.  a.  ver-. 
ertöten  189. 
ertrich  59.  74. 
erwerben  impetrare  203. 
erzaigen:    ertzaigen   ostendere  203; 

sich  e.  apparere  118. 
erzelen:  habs  ertzelt  recensui  230. 


erziehen  educere  135,  glosse  her- 
ziehen. 

esel  asinus  105;  e.  vail  hon  77. 

etwahin  quopiam  81;  ettwan  olim 
47,  etwan  quondam  103,  etwen 
nonnunquam  66;  etwar  „jemand", 
quis  63,  157;  etwer  mit  „mit 
etwas"  30. 

eügen  indicare  109. 

eunuchus  und  enuchus  durch  ein- 
ander; s.  a.  verschnitten,  hem- 
Hng. 

ewigklich  perpetuo  195. 

exempel  s.  beispil. 

exemplare  des  alten  drucks  X. 

Exiona  69. 

Exopus  202. 

F.  V. 

fabel  186. 

Fabri,  FeUx  V. 

fachen    comprehendere  154,    vahen 

150;  gefangen  vidus  198. 
falke:  in  der  falken  meüss  97. 
faUen  in  involare  in  159;  fallen  von 

„abkommen"  118. 
faren  c.  genet.  „achten  auf"  35. 
fass:   fas  nom.  pl.,  fassen  dat.  pl. 

25. 
vast  „sehr"  24.  117,  apprime  174, 

plurimum  203;  s.  a.  vest. 
fechten  gladio  uti  74. 
veld  ager  179. 
fels  saxum  202. 
Venus:    On  speiss  und  tranck  ist 

V.  kranck  132. 
verbieten  interminari  153. 
verbinden  25,  alligare  147. 
verborgenlich  dp-cpißoXov   203,    ver- 

borghch  117. 
verbringen  162,  perficere  198,  effi- 

cere   199,    facere   200;   verbracht 

fadum  180. 
verdeckt  72. 

verdencken  110,  spedare  181. 
verderben  trans.  perdere  174. 
verderben  in  trans.   176,  verdorben 

sein  periisse  188  f.  200. 
verdi[e]nen    ,, erzielen"    202;    ver- 
dienen subst.   meritum  81.   136. 
verdriessen  haben  73,  verdriss  eb. 
verdulden  31.   134. 


—     211     — 


verflochtne  red  parenthesis  142. 
verfü(e)gen  facere  145.  195. 
verfüren  „wegführen"  66. 
vergan  perire  40.  61.  68.  89;  ver- 
gangen   als    den    gaissen    saltz 

lecken  59. 
vergelten  r edder e  188. 
vergifft  fem.  78. 
verbanden  „bevorstehend"   184. 
verharren  pergere  151. 
verberen  despicare  68. 
verhoffen:  sich  v.  191. 
verirrung  error  187. 
verkören  convertere  103. 
verkünden   edicere    146.    175.    200, 

narrare  177;  verkünder  assertor 

146. 
verküwen  „verbeissen"  52. 
verH[e]ren  perdere  51.  14:;  admittere 

137,  der  Übersetzer  muss  amittere 

gelesen  haben, 
verlutzen  ,, herabsetzen"   62. 
vermalgen  49,  contaminare  97,  s.  96. 
vermehelt  desponsa  194. 
vermercken  81. 

vermischte  red  „doppelsinnige"  72. 
vermitten    bleiben    „unterbleiben" 

157. 
vermüedet  defessus  186. 
vermügen  valere  161. 
vermuten:  sich  v.  157. 
vernichten  127. 
vernünfftig  disertus  187. 
ferre    longinquüas   83;    von   ferren 

98.  179;  ferrer  81. 
verreden:  sich  v.   147. 
verrichten  197. 
versamlen  componere  141. 
versaumig  oMiviosus  152. 
verschambt  109;  nit  verschembt  = 

unschemig  155. 
verschhcken  vorare  171. 
verschliessen  condudere  119. 
verschmacht   in    contempsi   45;    es 

versehmacht  mich  injuriam  pa- 

tior   125;   verschmechen  unpers. 

32;  versmehung  contemptus  141. 
verschmeltzen  intrans.  51. 
vers(ch)nit(t)en  5ff. ;  s.  a.  hemling, 

eunuchus. 
versehen  explorare  105,    prospieere 

138;  versechlich  verisimüis  132. 
versorgen  curare  87. 
verspotten  deridere  202. 


verstau  „erkennen"  68.  101;  ver- 
steest  es  sapis  177;  verstanden 
intelligens  44;  verstentlich  68. 

verstetigt  41. 

verstockt  107;  s.  a.  er-. 

vertammen   „verstopfen"   25. 

vertempffen  44.  48,   abligurire  45. 

vertrauwen:  hab  vertrauwet  ^retus 
200. 

vertreiben  69. 

veruntrüwen  „untreue  begehen" 
115. 

verwandeln  commutare  179,  mutare 
191.  194;  Verwandlung  commina- 
tio  181,  der  Übersetzer  las  com- 
mutatio. 

verzagt:  vertzag  137;  vertzaghait 
101. 

verziehen  trans.  „hinausziehen"  35. 
63,  deducere  59;  intrans.  cessare 
50,  morari  81,  mauere  89. 

verzucken  20.  84,  commovere  135, 
conciere  145. 

verzügenhch  63. 

verzweifelt  desperans  199. 

verzwuntzen  90. 

vest  continens  43;  adv.  „sehr"  43, 
sonst  vast;  festigen  109. 

fetscheln  66. 

figur  figura  146. 

finden:  part.  praet.  funden  37.  58. 
184,  gefunden  38 ;  fund  s.  scharpff . 

vingerlin  digitus  134;  fingerzaigen 
92. 

virgel  ,, Interpunktion"  14. 

Virgilius  103. 

Flad,  Karl  V. 

flam  masc.   101. 

fle(c)hen  olsecrare  19.  99;  grösser 
als  bitten  99,  daher  durch  bitten 
ersetzt  119,  flechnen  19,  flohen  19. 

flechtig  123. 

flecket  123. 

f leiss :  mit  f  1.  sedulo  66 ;  sich  f leissen 
studere  160.  174;  flys(s)lich  ma- 
iure  40,  diligenter  63,  studere  59, 
flysHch  bitten   olsecrare  24. 

fliegen  involare  116. 

fliehen:   hab  geflohen  157. 

f Hessen  „sch^vimmen"  103. 

flucht:  die  fl,  geben  fugam  facere 
143;    flüchtig    fugitivus    121. 

vogel  plur.   159;  vögeln  aucupium 
46;  Vogler  s.  wiUpreter. 
14- 


212     — 


volck  populus  186;  s.  a.  was. 

voll  weinss  temulentus  117,  völler 
weinss  131;  völligklich  plane  194; 
Vollender  perfector  194;  volgan 
„nach  willen  gehen"  102;  voU- 
reden  eloqui  105. 

vor(a)uss  so  „zumal  da"  84,  prae- 
sertim  cum  159,  quandoquidem 
67. 

f orcht  109,  Stupor  181 ;  zu  f.  bringen 
in  iimorem  conjicere  168;  for[ch]- 
tig  formidolosus  136;  forchtlich 
138;  forchtsam  136,  formidolosus 
136,  meticulosus  145,  pavidus 
173;    forchtsamlich    timide    139. 

f Order 'pnof  19,  loblicher  19;  forderer 
tail  partes  priores  31;  vorderst 
primus  100,  fordrost  primus  23. 

vorhin  31. 

vorred    oder    zettel    oly.oyo\ii(x.  76. 

vorstatt  54,  Promontorium  27. 

fotum  ,,fatum"  71. 

fraidig  ferox  76.  109.  134.  143; 
fraidigkait  134.  137. 

fraw  hera  154.  158.  161.  167; 
meretrix  181;  frawenpild  99;  ain 
frawentrieger  worden  fucum  fac- 
tum mutiere  104. 

freier  Jüngling  honus  adolescens  100; 
fryhait  masc.  parasitus  64;  frei- 
lich, frylich  quidem  51,  vero  56, 
71,  her  de  61,  ilicet  64,  certe  65, 
equidem  134. 

fremd  „seltsam"  78.  94;  fremklich 
aliter  62. 

fresserei  ingluvies  171. 

freuen:  sich  fr.  exultare  194,  plau- 
dere 203,  als  gaudere  verstanden  ? 

freund  amicus  31;  geborner  fründ 
opp.  gemachte  früntschafft  31; 
min  fründ  holds  capitulum  lepi- 
dissimum  91;  früntschafft  iene- 
ficium  160,  gratia  eh.,  familiaritas 
eb. 

frevel  adj.  67.  143,  „klein"  189, 
temer arius  66;  frefenlichen  177, 
zornigklich  und  frevenlich  terri- 
Uliter  128. 

frid:  in  friden  in  tranquillo  194,  mit 
deinem  frid  pace  tua  82;  fridsatz 
induciae  20. 

fröhchhait  festivitas  196;  frolocken 
laetari  194.  198. 

fruchtig  frugi  149. 


frümkait    proMtas    46;    frümklich 

prohe  141. 
füesse  caZces  53. 
füllery  44. 
für  andere  in  primis  76,  für  dich 

magis  quam  te  99. 
fürbetrechtig  84. 
fürbott  147. 
furderlich    67;    fürdern    proper are 

102,  promovere  167. 
fürgan  praeterire  112  f.,  fürgend  45. 

131;    fürgang  „vortritt"  44.  64. 
fürheben  „vorhalten"  67. 
fürher  prodi  121. 
fürkeren  antevertere  132. 
fürlauffen  praecurrere  87. 
fürmelden  ante  formare  54;  fürmel- 

dung  56. 
fürneme    „Vornehmheit"    74;    für- 

nemen:  mit  recht  f.  „vor  gericht 

ziehen"  147. 
fürs(ch)neiden  105. 
fürsehen  cavere  142.  145. 
fürsetzen    „vorziehen"    78,    propo- 

nere  141. 
fürsprech  advocatus  62.  63. 
fürtrachten     „vorausdenken"     77, 

olxovo{ita  78. 
fürtüch  „schürz"  141. 
für  war  vero  162. 
fürwerffen  insinuare  94. 
fürwort  „ausrede"  152. 
fürzaigen  ostendere  106. 


G. 


gab:   Es  ist  ain  staini  hertz,    das 

miet  und  g.  nit  erwaichet  103; 

gab  plur.  69. 
gäch     adj.     179,     gech     124,     geh 

repentinus  160;  gachen  62. 
gaü  petulans  186. 
gaiss  s.  vergangen, 
galgen  92.    117;   galgentrager  fur- 

cifer  145.  159.  181. 
gan:  gang  eat  46,  gee  wir  eamus  81, 

gang  wir  82;  lass  gan  sine  68. 
gantz  solidus  160,  gantzer  totus  23. 
gar  war  scilicet  195. 
gasse  platea  200;  das  gesslin  umhin 

lauffen  78. 
gauch  78.   109;  g.   oder  gögelman 

siultus  30. 


—    213 


ge-  vor  inf.:  möcht  gerechhen  167, 
kann  geschetzen  94,  will  ge- 
schweigen  200,  gesein  mocht  34, 
mag  das  nit  gesein  87,  wirt  ge- 
stillen 12;  ich  gestund  constiti  112. 

geben:  3.  sg.  ind.  praes.  geit  92; 
„zur  last  legen"  100. 

geberd  vultus  35.  199. 

gebett  preces  198,  rogare  153. 

gebrauchen:  sich  einer  g.  potiri 
107, 

gebrechen  deesse  106.  112;  gebrech- 
kafft  bXX&i^lc,  20,  „elliptisch" 
115;  gebresthafftig  „eU."  137. 

gebüt  imperat  102. 

gedechtig  „eingedenk"  131;  ge- 
dechtiklich   memoriter   167. 

geding:  mit  dem  g.  hac  lege  25. 

gedorstigkait  usw.  s.  geturren. 

gefallen  lulere  199. 

gefar:  wol  g.  „schönfarbig"  59. 

gefügel  47. 

gegen  c.  dat.  65,  „im  vergleich  mit" 
121,  gegen  dem  praeut  57;  gegen- 
wurff  conjedura  160;  gegenwür- 
tig  83,  gegenwertigkait  84  f. 

gehaim  fem.  28;  aller  seiner  g. 
consilia  72. 

gehaiss  pactum  144;  gehaissen  an- 
nuere  102. 

gehertz  ,, beherzt"  103,  ausurus  26. 

gehessig  odiosus  (objektiv)  61;  s.  a. 
has. 

gehören:  kört  191. 

geiti(g)kait  avaritia  81.  103;  geitzig 
avarus  170. 

gelauben  usw.,  geleich  usw.  s.  gl-. 

gell  „nebenbuhlerin"  o.  ä.  80. 

gelübt  promissum  58. 

gelück  usw.   s.  glück. 

gelüsten:  es  hat  mich  gelust  lHuit 
144. 

gemach  commodum  179;  gemähli- 
chen lentius  146;  gemachsamin 
pl.  commoda  194, 

gemain  „üblich"  102,  ,, gemeinver- 
ständlich" 116,  famüiaris  121, 
g.  Volk  populus  194;  gemainer 
rivalis  109.  192.  200  f.;  s.  a. 
gezeüg;  gemainsami  „Umgang" 
134. 

gemehelschafft  107. 

gemeld  pictura  102. 

gement  s.  wol. 


gemüet(e)  animus  149,  g.  setzen 
animum  inducere  86,  g.  stellen 
a.  adjicere  30,  mein  g.  anime  mi 
24,  s.  glosse;  gemüetter  adj. 
compar.  91. 

genäm  gratus  191. 

g(e)niess  quaestus  47  f.  134. 

gentzlich  vehementer  200. 

genug:  gnuglicher  satius  141. 

geradigkait  palaestrae  84. 

geraten  s.  übel. 

gerecht  dexter  15. 

ger(e)n  „gern":  cuper e  34,  g.  haben 
97. 

gescheid:  geschyd  illustris  64;  ge- 
scheidi(g)klich  190,  artificiosel59, 
callide  162,  astu  170. 

geschieht  factum  69,  die  geschichten 
so  hie  sind  quae  facta  hie  sient 
199;  „akt"  9  ff.;  von  g.  forte 
(fortuna)  29.  46.  75.  100  (s. 
glück). 

geschick  agmen  141;  geschicklich 
exercitate  147. 

geschoss  und  sper  sagittae  191. 

geschrifft   „druckschrift"    15. 

geschwaif flieh  und  senlich  198. 

gesellin  (pL):  gut  g.,  das  ist  auf 
teütsch  bülerin  80. 

gesicht  fem.   100. 

gestalt  forma  198,  in  derselben  g. 
in  eam  partem  160. 

gestanden  man  143. 

gestaten  „den  lauf  lassen"  128. 

gesund  salvus  179;  seit  g.  valete  203; 
gesunthait  wünschen  ,, abschied 
nehmen"  203. 

getaute  klaider  „mi-parti",  ,,auf 
beiden  Seiten  verschiedenfarbig" 
122. 

get(h)at  subst.  „tat"  161.  164.  170. 

getrauen  credere  72. 

geturren:  getar  3.  sg.  ind.  praes. 
107,  audet  118,  getarst  2.  sg. 
52,  dafür  getorst  53;  getorst 
praet.  28,  audere  109;  gedorstig- 
kait confidentia  155,  gedürstig - 
kait  conf.   192;  getorstlich  115. 

geübt  peritus  142. 

g(e)üden  „prahlen"  75.  85,  günden 
(1.  güden)  101;  güder  76;  geüd- 
wort  74. 

gevatterschafft:  Ain  g.  übern  zaun. 
die  ander  herwider  77. 


—    214 


gever  s.  on. 

gewalt  m.  115,  vis  109,  virius  142, 
potestas  194,  oberer  g.  audoritas 
69. 

gewissen:  ich  [bin]  in  guter  g. 
mihi  sum  conscia  38. 

gewon  „gewohnt"  194. 

gezeug:  seinen  getzeüg  in  gemainem 
weier  sencken  in  amoris  mere- 
tricii  partem  6. 

gezier  hahitus  ( ?  miss verstanden) 
189;  getzieret  compositus  171. 

gezwingnuss  59,  s.  a.  zw-. 

gichst  s.   jehen. 

gifftig  veneficus  116;  gifft  tragerin 
venefica  152  f. 

glauben:  ir  gelaubent  200;  ich  bin 
mir  selbe  ze  glaubig  nimis  me 
indulgeo  41,  gelöbig  122. 

gleich  „passend"  81,  gleicher  aequus 
69,  gleich  ilico  74;  geleichen  „ver- 
gleichen" 132;  geleichnuss  158; 
glei(ch)ssnen  68.  127,  simulare 
106. 

glimpff  oder  unglimpff  100,  glimpff 
schöpf fen  „entschuldigung  seh." 
103;  glimpffen  annuere,  consen- 
tire  101. 

glingg  „links"  15. 

glosa,  gloss(e)  VII.  15.  71 ;  glosieren 
75;  s.  a.  apparat. 

glück:  gelück  179,  von  geschieht 
gab  sich  das  gl.  forte  fortuna 
100;  glückhafft  fortunatus  53. 
66.  102,  inf.  56  (muss  /.  gelesen 
haben,  s.  glosse),  gl-e  sachen 
prosperae  res  194;  glücksam  for- 
tunatus 194;  glückrad  96. 

gm-  s.  gem-. 

gnad  gratia  98,  =  freüntschafft  eb. 

Gnatoner  49. 

gniess,  gnug  s.  gen-. 

gö:  ins  gö  rus  91,  göw  rus  179. 

göckelman  109,  gög-  37,  gögg- 
ridiculus  46  f.  73,  gauch  oder  g. 
stultus  30. 

got:  Das  dich  got  scheut  ut  te  di 
perdant  76;  pl.  göt  42.  44.  57.  71. 
74,  o  ir  göt  eüwer  treüw  di 
vestram  fidem  144;  göttin  pl.  57; 
gotz  dienst  res  divina  89. 

Göttinger  exemplar  V.   X. 

graben  exsculpere  127. 

gram 'sein  129.1 


grausen  subst.  175;  grüsehch  terri- 

Ulis  109. 
greinen  189. 
greulich  horrililis  158. 
grimikait  181. 
grissgramen  stomachari  61. 
grob  „extrem"  62,  durus  80,  rudis 

139,  grobe  wort  131. 
grossmechtikait  magnificentia  148. 
güldin  adj.  103. 
günnerin  fautrix  198;  günstig  sein 

favere  167. 
gürtel  fem.   69. 
güthait  20.  58.  136,  heneficium  31, 

bona  195  f. 


H. 


ha  ha  ha  ha  ha  he  87;  ha  ha  he  75. 
186. 

haben:  du  hasts  tenes  73;  part. 
praet.  gehebt  45.   122. 

hader  turla  109;  haderei  turha  135; 
hadern  134;  hedrig  134. 

hafften  haerere  180. 

hagel  calamitas  21,  glossiert  grando 
21. 

hailigen  dieb  sacrilegus  (s.  d.)  167  f., 
h.  diebin  s-a  153. 

hailsamkait  salus  171. 

haim  legen  „anheim  geben"  159; 
haimand  „heimat"  148.  157;  da 
haimand  151,  domi  157.  171, 
domum  195;  haimlich  52,  haime- 
lich  dam  60;  haimsen  und  an- 
nemen  adjungere  5. 

halsen  contreetatio  24. 

halten:  halt  „hält"  164;  sich  halten 
se  hadere  145.   168. 

hand:  zehanden  komen  179;  s.  a. 
zuhand. 

handel  169;  handeln  agere  144.  163, 
facere  194;  handlung  150,  res 
146.  177,  consilia  187;  handtraich 
mancipium  51. 

hangend  demissus  59.  62. 

härin:  mit  härin  sailen  hart  ge- 
strickt 109. 

hart  adv.  109.  154,  „kaum"  86; 
adj.   s.  hert. 

has  lepus  75;  wüschen  als  ein  hass 
auss  ainer  hegken  98. 


—     215 


has     „feindschaft"     69; 

odium    179;   hessig   exitiosus   82 

(Verwechslung  mit  odiosus?);  hes- 

lich  odiosus  136,  hesslich  laidig 

molestus  et  odiosus  40. 
hau  interj.   121. 
haubt  Caput  192,  mengerlai  sinn  in 

vil  heübten  99,  haubt  mindern  Ca- 
put diminuere  145;  haubtmann  73. 
hauffen  cmnulare  27. 
haussgesind    familia    198;    hauss- 

halten    148;     haussknecht    148; 

haussmutter  patrona  161;  hauss 

sun  herilis  filius  53. 
heben    detinere    52,    comprehendere 

138;  heber  und  leger  51. 
Hector  69. 
heben  papae  59,  ist  ain  wort  das 

etwas    verwunderns    bedeüt    59. 
hei  perii  65,  hau  137. 
helfant  elephantus  74. 
helffer  patronus  139;  s.  a.  hilff. 
hell  inferi  202. 
hem  hem  81.  83.  116.  123.  146.  153. 

174.  180.  201. 
hemhng  5.  120;  hemling  klaid  156. 

190. 
hen  90,  -ne  25.  32  f.,  hem  57. 
hennsslin:  in  h-s  weiss  „im  narren- 

kleid"  92. 
hercle  hercle   176,   by  h.  h.   41,   bi 

h.  trÜQ  h.  51,  durch  h.  h.  65. 
Hercules  191. 

herdan   bringen   alducere   30. 
herdstat   focus   148. 
hernemen  „futuere"  101. 
hert  adj.  „schwer"  86,  durus  146; 

adv.  s.  hart. 
hertz  s.  gab;  hertzigen  „ermutigen" 

102  f.  137. 
herwider  contra  11;  herwiderkomen 

reditio  121. 
herziehen  s.  erziehen, 
heürat  masc.   182. 
hilff:  zehilff  kommen  suhvenire  176; 

hilffhch  sein  prodesse  78;   s.   a. 

helffer. 
hin:  ich  bin  h.  perii  115. 
hinan  bringen   131. 
hin  dan  istuc  200. 
hinderkommen    circumveyiire    147 ; 

hinderwerffen    ohterere    35. 
hinein  faUen  irruere  143,  h.  rumein 

intro  rumpere  182. 


hinfüren  deducere  40,  (aijducere  67. 

hinlassen  dimittere  148. 

hinnemen  146. 

hintragen  auferre  110. 

hinumb  „hinüber"  88. 

hin  uss  wüschen  se  prorumpere 
foras  105. 

hinwerf fen  ejicere  41. 

hirt:  Irrt  der  h.,  die  schof  vergant 
104. 

hoch  yn  her  komen  41;  hoch  listig 
30,  s.  scharpff ;  hohe  wort  magni- 
fica  Verla  134;  den  höchsten 
Parmenonem  summum  50,  gloss. 
obrist;  hochtzeit  nuptiae  182; 
hochtzeitlich  festus  99. 

hof:  hofhch,  höfhch  97.  148,  aUso 
das  es  die  leüt  erfrö  und  den 
redenden  gefelhg  mach  75,  facete 
53.  75.  81.  98,  elegans  171, 
lepidus  188,  curiosus  97,  moraliter 
65,  h.  lecken  ligurire  171;  hof- 
lecker  44.  201,  hof  nascher  143. 
203,  parasitus  191,  hofschalck 
201,  parasitus  199. 

hoffertig  superius  200. 

hoffnung:  in  dir  ist  die  h.  in  te 
spes  est  198. 

hoho  eho  124. 

hold  haben  amare  30.  100;  aus 
holtschafft  amatorie  163. 

honig  neutr.  35. 

hörst  hörst  heus  heus  90. 

hübsch  87;  h.  ze  hören  operae 
pretium  delectationis  115;  hübsch- 
lich pulchre  141. 

hui,  hüi  hui  73.   146.   198. 

huit,  hüit  „heute"  38.  42.  57.  81. 

humen  „hoden"  175. 

hunhun  papae  52.  74,  hem  112. 

hürlin  scortum  75;  hür(r)isch  159, 
meretricius    144;     hurübel    40  f. 

husten  tussis  62. 

hüten  als  der  wolff  der  schaff  101. 

I. 

(s.    a.    ei.) 

icht,  it(t)  „irgend(was)"  23.  53.  109, 
itt  mer  quid  63,  itt  num  33,  num- 
nam  53,  -ne  25.  142.  181.  186. 
191.  203;  vgl.  nit;  ichtz  „irgend- 
(was)"  23,   quid  37.  50,  numquid 


—     216     — 


84,  süss  ichtz  quid  aliud  50;  untz 

37. 
yendert  usquam  203;  itlich  „jeder" 

62;  yetweder  uterque  188;  yetzo 

lang  jam  dudum  149. 
im  dat.  refl.  50.   101.   118. 
in  s.  mitten,  sunder. 
inbrünstig  fervens  194;  inbrünstigen 

„i.  machen"  24. 
indisch  74. 
inne(n)  werden  resciscere  69,  scire 

146;  innerHch  intimus  28;  einem 

hartinnhgen  „am  herzen  liegen" 

134. 
interpositio  14. 
interpunktion  X. 
irren  s.  hirt;  irrig  errans  186. 
it  s.  icht. 
ItaHa  103. 


ja  trün  scilicet  72,  ja  werlich  ma- 

xime  62. 
jehen  47;  gichst  ais  71.  117;  gicht 

ait  127. 
joch  41,   tandem  35,  immo  61,  jo 

vero     128;    ob  joch    „obgleich" 

182. 
Juppiter  103.  196.  202,  Jovem  104. 


K. 


kaine  quis  24,  kainer  quisquam  24. 

kalt  sein  frigere  90. 

katz:    So   die  k.    auss   kombt,   so 

raien  die  meüss  102. 
keck:  (so)  k.  sein  andere  161.  195; 

kekhait  audacia  181;  keklich  82. 
kegen  trahere  139. 
keichen  63,  kychen  gemere  62. 
kennen  ,, wissen"  40.    104,   novisse 

73;  kennsswol  notus  45.   157. 
keren:  die  schuld  auf  einen  k.  con- 

ferre  69. 
kestigen    61  f.,     cruciare    24.     69, 

macerare  36. 
keusch  161. 
kind:  von  k-s  wesen  5. 
kipel  turla  129;   kipeln  77,   turla 

129,  jurgium  77. 
kistlin  cistella  136. 
klain  „wenig"  151,  paululum  162; 


klains  nämlin  „deminutiv''  141; 

klainat  108.  120. 
klapern  garrire  67. 
klufft  specu  25. 
klüglich:  so  kl.  tanta  virtute  56. 
klumse  rima  25,  klunse  r.  26. 
knöpf f et  „knotig"  59. 
konhait  audacia  175,  könlich  201. 
kosen  „reden"   164. 
kosthch  83. 
kraft  vis  142. 

kranck  fem.  „krankheit"  42. 
Kriechen  103. 
krieg  92,  lis  76.  87,  litigium  134. 

147,  jurgium  110,  rixa  203,  plur. 

Utes  132;  s.  a.  einfürung;  krieg- 

wort  contentio  144. 
krüseln  horrere  23,  s.  glosse. 
kuchenknecht    für    141;    kuchen- 

pletzlin  peniculus  142. 
kümernuss  179. 
kunckel  colus  191. 
künden    „können"    44;    auff    dem 

saittenspiel  künnent  fidihus  scire 

29;  s.  a.  wol. 
künfftig  futurus  76.  173,  eventurus 

184. 
kunnstreich  solers  84. 
kuntzaichen  documentum  136.  166. 
I   kupeln  60,  kuppler  103. 
küren  crepare  192. 
kurtzweil  73. 
kuss:   3  arten  k.   80,    s.  a.   liebe; 

küsslich  80. 
küwen  66.  68. 


lachend  cachinnans  186;  lächterlich 

44;  lachtertäding  fuiilia  159. 
laden:  lüde  „lud"  109,  lüde  invitet 

109. 
laichen  „betrügen"  89,  f allere  69; 

s.  a.  liebe;  laicherei  66.  100. 
laiden   „verleiden"   51.    85;   laidig 

s.  has;  laidigen  verb.  40. 
laist:  über  ain  laist  geslagen  81. 
lang:  vor  lang  komen  multo  ante- 

venire  132;  lennger  prolixius  202; 

langst   jam   dudum   167;   lanck- 

wirig  195. 
lassen:  last  nit  pergirC  68;  lass  wir 

77;  imper.  lass  u.  la  25. 


—    217     — 


lasshait  143. 

laster  crimen    129,    ,„tadel"    201; 

lesterung  157. 
latin  84.  91. 

laufen:  luffen  currebant  49. 
laugnen  negare  152. 
iautenslaherin  plur.  80. 
l(a)uter  „deutlich"  9.  92.  109.  135, 

sincere  35 ;  compar.  lüttrer  4 ;  leü- 

tern  „klären"   112. 
lecken  s.  vergan. 
lecker  44.  81,  nelulo  143. 
lefftze  laUum  62. 
leger  s.  lieber, 
leibig  59. 

leichnam  (-y-)  corpus  73. 
leicht     „windig"     72;     leichtiklich 

facile  202;  lychtmütigkait  molU- 

ties  41. 
leirerin  PL  80. 
leo  leo  191. 
lernen  studere  135. 
leschen  107. 
lesen  s.  schwarlich. 
leüt:  ir  1.  populäres  194. 
Lidia  191. 
lidrin  truche  riscus  136,  gloss.  cista 

pelle  contecta. 
lieb:  mein  liebe  amabo  155;  liebe 

o,mor  27.  42,  lieby  21,  liebi  36; 

5    linien    der    1.:    Sehen,    reden, 

Mephch  straichen,  Küssen  thünd 

die   frawen   laichen    113;    lieben 

„lieb  machen"  25,  „heb  sein"  51. 

198;    liebhaben    amare    36.    202 

(obsc);  hebkallen44.  47.  49.  71  f., 

assentari  48.  86;  liebkaller  44.  71. 

74;  lieplich  puellariter  154. 
h(e)derUch  201,  facüe  20.  34. 
liegen  ,, lügen"   125;   Er  lügt,   das 

land  ist  vol  71. 
liesth  „binse"  59;  liestisch  junceus 

59. 
ligen:  auf  etwas  1.  ,, beharren''  118. 
linie:  in  der  letzten  linien  extrema 

linea  113;  s.  a.  liebe, 
list  m.  25 ;  hstig  venustus  80,  callidus 

187;  s.  a.  scharpff;  listikait  89, 

durch  1.  in  astu  (missverst.)  181, 
loblich  gloriosus  85. 
lock  plur.  capillus  159. 
Ion  pretium  198  f.,  lone  199. 
los  du  auscuUa  25,  los(a)  (du)  lieus 

tu  41.  51.  62.   76. 


lüfftlin  ventulus  104. 

lug  vide  68.  176;  lug,  das  fac  138. 

lungensüchtig  62. 

lustberkait  90;  lüstig  3;  lüsthch 
77,  lustlich  lihens  104;  s.  a.  ge- 
lüsten. 

lützel  12;  lützen  40,  lutzen  123. 


M. 


machen:    was    machst    dir    selber 

quid  UM  vis  98. 
mähelen  30,  mehelen  102. 
malam  in  rem  dbis  91. 
man:  was  tut  man  quid  agitur  80. 
manlich  109. 
marstaller  74. 
mase  „fleck"  123. 
mass:  in  m.  als  ob  69. 
masslaidy  satietas  73. 
maug  cognatus  31. 
maul  OS  105.   121.   146.   155,  opp. 

mund  62;  meülin  80. 
mauss  s.  katz. 
mechtig  potens  64.   137. 
mein:  du  meine  mea  tu  119. 
melden  „mitteilen"  97,  mentionem 

facere  77,  wider  m.  repetere  98. 
menger   „mancher"   33;   mengerlai 

112. 
mensch  neutr.  44,  mein  m.  mi  homo 

136,  ich  bin  kain  m.  nullus  sum 

189;    menschlin    homuncio    104; 

menschlich  s.  wunder, 
mer   „mehr":   nie  mer   ne   quidem 

119,  wie  mer  „sehr"  67. 
mer:     meren    „nachrichten"    198; 

s.  a.  was. 
mer  „meer":  mör  103;  merfischer 

cetarius  48;  mörrauber  90;  mer- 

wunder  monstrum  159. 
mercken     intelligere     138;     merck 

,,notabene"    im  glossar  überall; 

mercklich  170,  insignis  141.  184, 

primus  202. 
messer  69. 
methaplasmus  8. 
metzg  48;   metzgen   121;   metzger 

lanius  48. 
miet  64;  s.  a.  gab. 
milt  64.  201 ;  mutig  201 ;  miltigklich 

large  201;   miltigkait  ieneficium 

135,  facilitas  196. 


218     — 


minder:  nichtz  m.  nil  minus  91; 
minst  62. 

minnegestalt  62. 

missgünnen  invidere  167;  miss- 
hoff nung  desperatio  191;  miss(e)- 
tat  flagüium  187  f. ;  misstüPx  oder 
übel  ludus  103.  104;  misstünd 
56.  118. 

mit  ain  reden  colloqui  82;  mitaigne 
conserva  66;  mitb(a)u(w)er  5.  20. 
33,  rivalis  82;  mitdiern  conserva 
159;  mitgesell  aequalis  61;  mit- 
graber  rivalis  64.  82;  mithelfferin 
adjutrix  161;  mitnager  rivalis  5. 

.  50.  64.  92.  109,  aemulus  110,  m. 
ains  bains  36. 

mittel:  on  als  mittel  intempestive 
72;  als  in  mitten  simul  107. 

Morenland  Aethiopia  10.  83. 

morgenstern  s.  Ellen. 

morn  mane  (=  „cras")  62. 

mörser  68. 

müde  subst.  73. 

mügen:  ich  mag  nichtz  mer  „kann 
nicht  mehr"  115;  2.  sg.  ind.  praes. 
macht  41;  conj.  mage  „möge" 
45;  wol  mügen(d)  60.  123;  bas 
mügender  haUtior  59. 

mund  OS  („gesicht")  59;  opp.  maul 
62;  das  speckHn  durch  den  m. 
ziehen  72. 

müntz   77. 

müssig  otiosus  167. 

mut:  zemut  gewesen  animi  187. 

muttern  nom.  pl.  59,  mütem  gen. 
pl.  59. 


N. 


nach  ,,nahe"  98;  nechst  propinquus 

179,  am  nechsten  ,, soeben"  151; 

nahend  „beinahe"  59.  62,  propter 

66;  nachbürin  vicina  65;  nachher 

gan  sequi  127. 
nachtmal  cena  48.  203. 
Nachus  Acrisius  103. 
nagelneüw  novus  47. 
nämlich  mire  (?)  80;  nämlin  s.  klain. 
narr    73.     203;    narrenbüben    53; 

narrentäding  53;  narrenweiss  68. 
neid:    zeneid    „zum    possen"    195; 

nyden    invidere    74:     neidiglich 

82. 


Neidhart  V  ff.  203. 

nemen  captare,  tentare  131. 

neudruck  V.  XI. 

neüw  s.  nagelneüw,  sprüssling; 
nühch  modo  124. 

nichtz  46,  nichtz  minder  nil  minus 
91,  nichtzit  198,  nichtznit  nihil 
161;  nuntz  21.  38.  41.  45  f.  50, 
nüntz  40.  76. 

niderst  infimus  86. 

nie  s.  mer. 

n(i)endert  nusquam  52.  56. 

nit:  last  nit  pergin'  68;  vgl.  icht. 

noch  etiam  „noch  dazu"  188,  „den- 
noch" 184,  noch  dann  „dennoch" 
195. 

not:  tet  nöter  magis  sit  causa  29; 
nötUch  40.  57.  97;  notturfft 
necesse  176.  184,  opus  est  136; 
nottürfftig  opus  est  202. 

nüchtern  solrius  125.  131. 

nun  nunc  53. 

nun  „nur"  21.  32  (  ?).  33.  40.  44. 
69.  77.   198,  modo  52.  60. 

nuntz  s.  nichtz. 

nutz  73,  res  24,  commoda  67;  ze 
nutzt  komen  prodesse  201;  nütz 
irugi  106;  nutzber  sein  prodesse 
176. 


0. 


ob  si  168;  ob  joch  ,, obgleich"  182. 
ober  104;  oberer  gewalt  auctoritas 

69;   obrist    50,   s.    hoch;    obrost 

37. 
olsitus  45. 
öd  desertus  157. 
oder:  weder  —  oder  58.  144. 
offenbar  aperte  151. 
öhaim  cognatus  61. 
on  gever  forte  29;  s.  a.  geschieht, 
on  hon  at  at  131. 
Oniphale  st.   Omphale   191  f. 
öppersche  geberd  30. 
oratz:  red  oder  o.  14. 
ordennlich    laute    75,    gloss.:    wol 

geziert  und  mit  Worten  geblümt; 

ördenlich  104. 
ort  regio  200. 
Orthographie  X. 
osculum  80. 
Ovidius  71. 
oy  hei  oy   128. 


219    — 


P  s.  B. 


R. 


raien  „tanzen"  s.  katz. 

rain  mundus  171. 

raitzen  110. 

ran  graciUs  59. 

rat   consüium   157.    191;   ratslagen 

consilium  112;  wie  kund  rat  sein 

quidni  esset  14r. 
rauber  54.  136,  praedo  141. 
rauchloch    103,    impluvium    104. 
rechen  ulcisci  138;  gerechhen  167; 

rechnen  „rächen"  129. 
recht:  mir  ist  r.  „ich  bin  bei  sinnen" 

131;    r.    ipse    154;    ich    habs    r. 

rede  63;  von  ziemlichen  rechten 

107;  für  r.  ziehen  in  jus  ducere 

138;    dem  rechten    ,,Juri"    147; 

rechtag  Judicium  63;  s.  a.  richten, 
red  oder  oratz  14;  reden  s.  liebe, 

sehen;  redlich  severus  42. 
reflexiv  s.  im. 
regirerin  guhernatrix  196. 
reüwen:  part.  prät.  gerauwen  187. 
richten  adornare  121;  richter  prae- 
tor 146;  richtung  „entscheidung" 

78;  s.   a.  recht, 
rigel  pessulus  106,  vedis  141. 
ring  „gering,  leicht"  24.  104.  199, 

facile  31 ;  ringkHch  facile  49 ;  ringe 

„leichtigkeit"   48;   ringfertigkaib 

49. 
ringer  ludator  131. 
ritter  miles,  immer  so;  s.  a.  Schöb- 

hn;  ritterschafft  stratagemata  142. 
Rodis  5.  26  f. ;  Rodius  Rhodius  75. 

87. 
Rom  103. 

rott  grex  202;  rottenhafft  123. 
rü  securitas  167;  in  rü  setzen  195. 
rüffen:  part.  praet.  gerüfft  62. 
rum(p)len    178.     189,    perstrepere 

105. 
rupffen    reprehendere    84,     crimen 

ostendere  96. 
rüren  „treffen"  86,  tangere  75,  gloss. : 

ze  spot  bringen  mit  stichwörtHn, 

145. 
rüsten:   sich  r.   accingi  199. 
Rutsch:    Sichstu    Rutschen    Ellen 

gern,  sie  dunckt  dich  der  helle 

morgenstern  59. 


S. 


sach    „Ursache"    200;    secher    „ur- 

sächer"  69. 
sacrilegus,  das  ist  ainer,  der  heilige 

ding  stilt,  doch  wird  es  für  ain 

schalck   genomen   75;    vgl.    hai- 

ligendieb. 
sag  ,,was  man  sagt"  42.  109;  sagt 

ait  30,  s.  glosse. 
sail  s.  härin. 
saittenspil  s.  künnent,  singen;  sait- 

tenspüerin  fidicina  80.   180. 
saltz  lecken  s.  vergan. 
Saturnus    103. 

sauber:  mit  zimhchen  schönen  säu- 
bern Worten  75. 
saugmutter  nutrix  146,  seüg-  167; 

seügamme  n.  162.  167,  sögamme 

11. 
s(a)usen   189. 
schaf   s.   hirt,   hüten. 
Schaffner  94. 
schaiden:    part.    praet.    geschaiden 

87. 
schalck  sacrilegus  (s.  d.)  75,  scelus 

171;  schalckhafft  scelerosus  115, 

scelestus  126;  schalckhait   scelus 

188. 
schallen  s.  schertz. 
schamper  58,  impurus  29,  impudens 

75,  foedus  173;  schanntlich  lepi- 

dus    117,    schentlich    125.    129; 

schandwort  injuriae  20 ;  sehenden 

76;  s.   a.   schemlich, 
schar     exercitus     148;     scharhalter 

legionarius  141. 
scharpff  24.  33,  scharpf  und  hoch 

listiger  fund  alta  et  acuta  inventio 

30;  acriter  145. 
schawmaister    ,, sachverständiger" 

123. 
schein  der  wort  apparatus  verhorura 

181. 
Schelm  37.  40. 
scheltung  jurgium  141. 
schemlich     impudens     105;     s.     a. 

schamper. 
schencki  donum  26. 
schertz    66,     ludi    187,    seh.    und 

schallen  ludus  jocusque  56;  schert- 

zen   alludere  75;   schertzlich   78. 

105. 
schetzen  censere  41.    201,    conjicere 


220    — 


94,  putare  148,  opinari  153.  195, 
seh.  zu  comparare  ad  122. 

schickligkait  „gute  gelegenbeit" 
102.  115,  olxovo^ta  65. 

schilchen  limis  spedare  105. 

schimpff  jocus  35.  68,  jocularia  159, 
ludus  103,  in  seh.  reden  jocari  66; 
s.  a.  spilen;  schimpf Heh  ridiculus 
148;  sehimpffrede  jocularia  160; 
schimpf täding  jocularüer  164. 

sehirmbsweise  defensionis  loco  174; 
sehirmer  defensor  139. 

s(eh)laipffen  69. 

schl(a)ueh  44. 

s(ch)lecht  ,, einfach,  nur"   34. 

s(eh)leeklin  48.  57.  77. 

s(ch)legregen  imber  103. 

s(eh)licken:   den  angel  sl.   100. 

s(eh)ling  funda  143. 

schlupfen  lalascere  35. 

schmachait  contumelia  159.  161 ; 
smachlich  109,  schmäehhch  con- 
tumeliose  200;  schmechtwort  105. 

s(ch)maichen  24.  28;  sehmaich(l)er 
131,  parasitus  49;  smaichherr  47; 
smaichrede  145;  s(ch)maichwort 
24.  81,  Uandimentum  50. 

schmucken :  geschmückt  vindus 
59. 

schnarchen  steuere  202. 

sehne:  auff  sehne  gebunden  „ver- 
gängHch"  96. 

schnebeln  s.  sehen. 

s(eh)nell  alacris  57. 

schnöd  „gering"  64  f.  104.  125.  143. 
148.  157,  foedus  123,  snöd  inanis 
141,  sehnödes  gelt  83;  schnöde 
subst.  83;  sehnödikait  vanitas 
141. 

Schöblin,  ritter  11.  109. 

schön  honestus  84,  lepide  75,  facies 
99,  s.  a.  sauber;  seh.  nüchtern 
pulchre  soirius  131;  schöni  subst. 
82,   schöne  85. 

schoss  fem.   gremiur)i  103. 

schrencken  131. 

schuldigen  accusare  21. 

schütten  ,, schütteln"  23. 

schwär:  schwäre  ding  ohjedae  diffi- 
cultates  86;  swer  molestus  85, 
insuavis  134;  schwarlich  lesen 
„mit  betonung"  36;  swermütig 
magno  pondere  29. 

schwechen  vüiare,  oft. 


schweigen:  ich  will  geschweigen 
200. 

s(ch)wengern  103. 

sehen  intueri  103;  Sehen,  reden, 
freünthch  tasten,  nach  dem  schne- 
beln auff  hin  plasten  66;  sich(a) 
vide  121,  ecce  71.  167;  sechstus 
si  videris  100. 

segnen  ,, abschied  nehmen"  37. 

seidin  tüeehlin  sandalium  192. 

sein:  inf.  gesein  34.  87. 

selb:  dasselb  id  ipsum  164. 

selig  machen  heare  52;  gute  seHkait 
pl.   lonae  felicitates  61. 

seltzam(-en)  „selten"  33,  „selt- 
sam" 94. 

sencken  s.   gezeüg. 

senfft  mollis  66,  mollüer  65;  senfft- 
mütig  92,  senfftmütigklich  hlande 
154. 

senlich  198;  s.  a.  geschwaiffhch. 

setzen  constüuere  94,  sich  s.  accum- 
lere  89,  restitare  121 ;  s.  a.  gemüt. 

siglieh:  zaiget  sich  s.  triumphal  71, 
gloss.  überfrölich;  signust  pal- 
marium  170. 

singen  auff  dem  saittenspil  „fidibus 
canere"  80. 

sin(n):  s.  haben  sperare  90;  im  s. 
reden  71;  mengerlai  s.  in  vil 
heübten  99;  sinnig  sanus  98,  s. 
Unsinnen;  sinnarm  stolidus  73. 

Sisiphus  202. 

sitt  m.  175,  Sitten  mores  203;  sit(t)- 
lieh  68,  „wie  sichs  gehört"  7, 
„behutsam"  67,  opp.  gech  124, 
paulatim  202. 

so  vil  tantundem  60. 

sollen:  eonj.  soll  184. 

Senium  Sunium  27.   90. 

sorgen  vereri  115,  metuere  137;  sorg- 
fältig „in  sorge"  32.  89. 

specklin  s.   mund. 

speien  exspuere  73. 

sper  s.   geschoss. 

sperren  oldare  106. 

spica  69. 

spilen  eines  sehimpffs  ludere  ludum 
103. 

spindelkorb  calathus  191. 

spitz  cornu  141;  spitzweis  „über- 
klug" 48.  63. 

spot  ridiculum  78;  s.  a.  rüren; 
spottung  irrisio  164. 


221     — 


Sprung  transitus  72. 

sprüssling:  junger  spr.  6,  nüwer 
spr.  eyhebus  56. 

Staffel  pl.  lineae  66,  staffeln  67. 

staini  s.  gab. 

stam:  von  dem  stamen  103. 

stameln  124. 

stan:  ich  stand  50;  stat  42,  s.  urtail; 
ich  gestund  constüi  112;  gestan- 
den bin  restiterim  57;  s.  a.  ge- 
standen. 

starck  fortis  148. 

stat  „ort"  51.  77,  locus  44.  145.  179. 
199,  weil  und  st.  ,,zeit  u.  ort" 
42.  101,  stat  geben  ,, gestatten" 
195,  die  st.  macht  ain  dieb  104; 
St.  urls  179. 

stät  ,, Staat",  zustand  44. 

Statur  (=    ?)  105. 

stechende  wort  28;  stichwörtlin  s. 
rüren. 

Steinhöwel  VI. 

stellen:  part.  praet.  gestellet  173; 
s.  a.  gemüt. 

stet  sein  se  olfirmare  41;  stettig 
(pferd)  121;  stettigklich  vicissim 
148. 

stillen  137,  restinguere  21. 

stock  67. 

stoltzlich  146. 

straff  increpatio  164;  straffen  59, 
invehi  46,  conigere  132,  reprehen- 
dere  132;  straffung  „tadel"  159, 
pl.  tormenta  188;  straff  bar  flagi- 
tium  68;  straff  wort  corripientis 
25. 

straichen  s.  sehen;  straichlen  com- 
müigare  192. 

Strassburger  Terenz  VI.  VIII. 

Strato  74. 

strecken  intendere  58. 

streit  „kämpf"  71,  pugna(e)  85. 
163,  lis  191 ;  fügt  an  str.  pugil  est 
59;  underweisung  des  Streits  in- 
structio  pugnae  191. 

strick  100;  gestrickt  s.  härin. 

strüben  74. 

stum  mutus  14:. 

stumeln  und  stutzen  131. 

stupffen  74.  103;  stupffwort  74. 

Stuttgarter  exemplar  V.   X. 

stutz  hrevis  106,  gloss.  nit  langsam; 
stutzen  s.  stumeln. 

suavium  80. 


subtillich  subtiUter  158.  164,  oratorie 

181. 
suchen:  sein  s.  ,, treiben"  83;    was 

s.  184. 
sunder  29.  84.  105;  s.  a.  besunder. 
süss  ,, sonst"  85. 

T  s.  D. 


U. 


übel  malum  89,  scelus  115,  s.  a. 
misstün;  ü.  geraten  male  concilia- 
tus  121 ;  übelreden  maledicere  145; 
Übeltat  103,  facinus  119. 

üben  agere  142,  movere  167;  geübt 
peritus  142;  übnuss  asseveratio 
199;  Übung  161.  167,  gestus  159, 
cultus  191. 

über-  nimium  188;  niemand  überal 
nemo  quisquarnlQ-i;  -hrndenastrin- 
gere  25;  -fast  maximo  apere  91; 
-flüssigkait  170,  humor  onerosus 
73;  -geschydigen  ludere  dolis  69; 
-gross  ingens  71;  -hoflich  188; 
-komen  31,  nancisci  98;  -lengt 
prolixüas  63;  -lieb  haben  5,  ama- 
torem  esse  maximum  119;  -mütigk- 
lich  superle  199;  -schön  pulcher 
62,  perpulcher  82,  -vast  80,  plu- 
rimum  81;  -winden  vincere  131, 
„überzeugen"  125.  128;  -wol 
optime  25;  übrig  73,  non  necessa- 
rius  62. 

uff  s.  auff. 

Ulm  V  ff.  203. 

umb  das  185;  umfüren  75,  ludificare 
128;  umblügen  94,  circumspec- 
tare  54;  umbred  63;  umbsunst 
impune  171,  umsuss  73,  nit  u. 
non  temer e  54 ;  umbtreiben  ludere 
50,  deludere  78;  umbwort  63. 

un-:  -adeln  noMUtare  (ironie  weg- 
gefallen) 188;  -begerend  ultro  19; 
lass  mich  unbekümert  molesta  ne 
sies  90;  -billich  injuria  76,  -eben 
incommode  61.  112;  -erber  in- 
honestus  98,  -erlich  125,  -ersam 
inhonestus  171;  -erkannt  57, 
ignotus  152;  -frum  44,  impurus 
45;  -fürbetrachtet  29,  -für(be)- 
trechtig  imprudens  29.  66;  -ge- 
achtet imprudens  112;  -gebartet 
ephehus  152;  -gebetten  ultro  148; 


222 


-gefarlich  110;  -gefell  9.  61; 
-gehört  38;  -geladen  invocatus 
199;  -gemach  incommodum  62; 
in  ungemachtem  fride  pace  in- 
feda  19;  -genem  201 ;  -geni(e)t(et) 
„unerfahren"  57.  89.  91.  132. 
135,  ignavus  45.  118;  -geniete 
subst.  116;  -gern  invitus  182; 
-gerochen  impune  188 ;  -geschickt 
ineptus  42.  141.  186;  -gestalt 
inhonestus  65,  deformis  148,  subst. 
123;  -g(e)stümi  ineptia  134;  -ge- 
stümigklich  81,  -  -kait  148;  un- 
getig  sein  stomachari  122;  -getrüw 
impius  115;  -geübet  imperitus 
161;  ungewaltig  ayges  willen 
non  suae  potestatis  19;  -gleich 
123;  -glimpff  100  f.;  -glöblich 
incredihüis  187;  -glück  malum 
142;  -gütigkeit  stomachus  86; 
-hilfhch  139;  -hoüich  80:  -kant- 
lich 94 ;  -keusch  201 ;  -kost  sump- 
tus  201;  -kund  118,  -künden  132; 
-lieplich  201;  -mercklich  inextri- 
calilis  202;  -milt  161;  -müghch 
104;  -mutig  laborantis  animi  112; 
-Ordnung  71;  -rainigkait  foeditas 
141,  sordes  171;  -rechtlich  147; 
-sanfft  insanus  198;  -schemig  155, 
impudens  146.  155.  158,  -  -lieh 
164;  -seghch  infandus  119;  -selig 
infelix  46.  153;  -sinnen  insanire 
20.  98,  -sinnig  109;  -tat  184; 
-tötlich  immortalis  4:4:;  -verdient 
indignus  173;  -verdrisslich  ultro 
199;  -vernünfftig  74;  -versniten 
102;  -verwandelt  154;  -weis  igna- 
vus 191,  -weisshait  inscitia  201; 
-wirsch(h)ait  201,  indignatio  181, 
-  -lieh  142;  -zimlich  indignus  126. 
159. 

und  doch  ,,da  doch"  62. 

under-:  -geschidet  discretus  80; 
-red  „dialog"  136,  einem  under- 
reden  praefestinare  72;  -richten 
docere  186;  -schaid  ,,akt"  9  ff., 
fem.  interest  123;  -slag  „inter- 
jektion"  92;  -sprechen  „unter- 
brechen" 181,  dTcooiiüUYjatg  36; 
-stossen  supponere  167;  inter- 
rumpere  187;  -tenig  85;  -treger 
internuncius  53;  under  wegen 
inter  vias  112;  -Weisung  s.  streit; 
-würffig  suppeditare  201. 


unhun  papae  42. 

untz  dum  63. 

untz  s.  ichtz. 

uppigkait,  gloss.  26. 

urbring  23. 

urdrutz     satietas     179;     urdrützig 

taedet  56. 
urlang  „sehr  lang"  59. 
ursach  occasio  106,  ratio  160,  zwo 

ursach  causas  57. 
urtaU  fem.  100,  sententia  41;  die  u. 

stat  stat  sententia  42. 
urwachen  insomnia. 

V  s.  F. 

W. 

wa  uhi  198,  wa  und  wo  56,  wa 
wahin  uhi  uhi  56. 

wag  tormentum  127. 

waibeln  „schwanken"  131. 

waichen  „erweichen"  32,  lahefactare 
89;  waichmütig  109. 

waidenlichen  46. 

wainen  trans.  lacrimare  153. 

wann  „ausser"  91,  nach  ,, ander" 
23,  nach  compar.  23  u.  oft. 

wann  ,,denn",  „weil"  61.  63,  nam 
40.  187. 

wannen  unde  124. 

war:  nimb  war  eccum  186. 

war:  gar  w.  scilicet  195;  werlich  61, 
vero  72,  certe  113,  ja  w.  maxime  62. 

Warnung  monitor  145. 

wart(t)en  opperiri  162,  praestolari 
179. 

was  dings  quid  rei  117,  w.  mans 
qualis  137,  w.  menschen  quis 
homo  122,  w.  mers  quae  fahula 
123,  w.  volcks  cuja  60;  was  wilt 
du  dir  quid  tihi  vis  186. 

wassermaus  sorex  189;  wassersüch- 
tig veternosus  123. 

wechsselliebe  4;  wechsselwort  180. 

wedel  flahellum  104  f. ;  von  weyen 
105. 

weder  „was  von  beiden"  195; 
weder  —  oder  58.  144. 

weg  modus  126,  w.  suchen  197; 
zuwegen  bringen  133,  repperire 
33  f. ;  wegschaid  diverticulum  112. 

weger  „besser"  69. 

wegnuss  68,  ratio  101. 


—     223     — 


weichen:  wychen  concedere  35. 

weier;  mitbauwer  (s.  d.)  seines 
wyers  5;  s.  a.  gezeüg. 

weil:  wyl  und  stat  42. 

weisshait :  wysshait  sal  72;  wie  weiss- 
lichist  das  quanti  est  sapere  144. 

Weih  „welscher"  69. 

weltzen  volvere  202. 

wenn  quando  (fragend)  124. 

wenwol  ,,ich  glaube"  (?)  109. 

werck  „tatsache"  89,  one  w.  „we- 
senlos" 85,  pl.  officium  131, 
„opus  veneris"  201. 

werden:  wird  fio  41,  wirt  erit  200, 
einem  werden  dari  116,  w.  mit 
inf.  28:  ward  biten  coepii  oh- 
secrare  49. 

werffen:  in  schaden  w.  142,  die 
äugen  in  einen  w.  181, 

wesen  86. 

wess  „warum"  81. 

weyen  s.  wedel. 

wicht  nebulo  50. 

wider:  -äffern  164,  -äffrung  151; 
-betrachtung  recogitatio  157; 
-driess  134;  -fal  „Umschlag"  179; 
-gelt  33.  81.  86,  vicissitudo  51, 
ulcisci  128,  w.  begeren  pretium 
repetere  135,  -gelten  gratiam  re- 
ferre  69;  -legung  „Vergeltung" 
144;  sich  widern  tendere  110; 
wider  sein  ohstare  85;  -spenigkait 
92;  -sprechen  mit  acc.  124;  -tail 
aemulus  40,  -umb  äffren  „nach- 
äffen" 151;  -wärtig  „entgegen- 
gesetzt" 23.  56,  adver sus  ,,feind- 
Hch"  61,  slpwvi/cwg  118;  -  -kait 
„gegensatz"  62. 

wie  mer  s.  mer;  wie  du  ain  man 
syest  qui  vir  sies  57. 

willfagen  33.  36.  109.  129,  consentire 
34,  morem  gerere  36. 

wdl(l)preter  auceps  48;  gloss.:  ist 
gemainer  wann  vogler  und  be- 
greifft  mer  in  im,  und  haist  wil- 
preter,  nit  wildperter,  als  die 
spitzwysen  suchen. 

windlin  ventulus  105. 

wirdig  dignus  198. 

Wirtschaft  convivium  75.  109  f. 

wissen:  3.  sg.  ind.  praes.  waist  158; 
wissend  sciens  113;  praet.  west 
27.  84.  186,  wist  32.  60;  part. 
praet.  gewist  26. 


witzig  sein  sapere  129. 

wo  s.  wa. 

wol  prole  138,  salve  180;  w.  besinnt 
animo  praesenti  138  f.;  w.  gefar 
„schönfarbig"  59;  w.  kündend 
129;  woUust  m.  45.  96.  110,  sua- 
vium  80,  voluptas  194;  w.  mügend 
59  f.  123;  w.  gement  „gut  ausge- 
rüstet" 136;  w.  safftig  succi 
plenus  60;  -tüer  80. 

wolff  s.  hüten,  zemen. 

wollarbait  lanificium  191. 

wort:  hohe  w.  magnifica  verla  134; 
w.  geben  verla  dare  154.  174, 
gloss.  gute  und  freüntliche  w. 
131;  s.  a.  schein,  stechend;  wört- 
len  querela  115. 

wunder  mirum  42.  72.  126;  mensch- 
lich w.  monstrum  hominis  124; 
wundergross  72;  wundern  intr. 
35.  42;  wunderhch  82. 

Wunderlich,  Hermann  V. 

wundmase  cicatrix  85. 

würcken:  etwas  w.  opus  facere  41. 

würgen  jugulare  14:. 

würster  fartor  48. 

wüschen  emergere  98,  s.  glosse, 
involare  116;  hinussw.  se  pro- 
rumpere  foras  105. 

wüten:  dess  w.  hujus  rabies  57. 

Wyle,  Niclas  von  VII. 


Z. 


zag  57,  pavidus  138;  gantzer  zag 
134;  zögi  „feigheit"  109. 

zaichen  Signum  147. 

zaigen  oder  dar  geben  indicare  188. 

ze  s.   zu. 

zech  convivium  15;  zechgeseU  con- 
viva  73. 

zeherHn  lacrimula  20. 

zeihen:  ziehen  68. 

zeit:  zu  zelten  interdum  66;  zeitig 
60;  zeitlich  mature  170. 

zeUin  cellula  58. 

zemen:  Doch  mag  man  wolff  und 
beeren  z.   100. 

zerbrechen:  zebrochen  und  zesamen 
gelegte  wortt  48 ;  zergencklich  96 ; 
zerklieben:  zekloben  fas  25;  zer- 
krümben  distorquere  121;  zer- 
rauffen     conscindere     116;     zer- 


—     224     — 


stossen  cudere  68;  zerstrobelt  115, 
horridus  45. 

Zettel  olxovo|JLia  76  f.  87. 

Ziegel  tegula  104. 

ziehen:  3.  sg.  ind.  praes.  zeicht  126; 
in  sich  ziehen  in  se  transmovere 
72;  sich  z.  zu  ,,sich  beziehen  auf" 
89,  se  referre  ad  125. 

zieren  ornare  40. 

zilen  constituere  38. 

zimen  157,  decere  200,  licere  113; 
zimlich  107.  121.  164,  mirus  103, 
s.  a.  sauber;  zimhgkait  113. 

zittern(d)   tremulus  62,   zittert  eb. 

zöngerte  123. 

zörnigkHch  84. 

zu:  züaignen  adscribere  76;  züfaUent 
179;  zehand  154,  ilico  187;  züher 
tryben  adigere  41;  zu  hin  gan 
adire  81.  116;  züknecht  ,,neben- 
buhler"  5;  zekommen  yroventus 


160;  zukommend  96;  zükunft 
adventus  49,  s.  glosse;  zulegen 
addere  21,  die  braut  zum  bräu- 
tigam  z.  102;  sich  züHeben 
se  accommodare  158;  zumessen 
ascrilere  160;  zureden  dicere  76; 
zurichten  conficere  170;  zesamen 
binden  colUgare  174;  zesamen 
gelegt  s.  zerbrechen;  züschetzen 
135;  zusetzen  insidiae  91;  zü- 
tüteln  44.  47.  71  f.,  zütütler  44. 
71.  191,  parasitus  6.  42,  adulaior 
72;  züzelen  „zuschreiben"  84. 

züchtigküch  modeste  102. 

zwar  vero  146,  certo  153,  certe  179. 

zwe  mal  74;  zweintzig  80. 

zweifei :  es  ist  nit  zweifeis  duhium 
non  est  184. 

zwengen  59;  zwingnuss  59,  s.  a. 
ge-:  zwungen  ,, erzwungen"  59; 
zwungelich  35. 


1^ 


F 


Publicationen  des  litterarischen  Vereins  in  Stuttgart. 


l.  verwaitungsjahr  (1839  bis  1842). 

1.  Closeners  straüburgische  chronik.  Le- 
ben Georgs  von  Ehingen.     Mneas  Syl- 

2.  vius.  Kulands  handlnngsbuch.  Codex 
hirsaugiensis. 

3.  4.  Fabriß  evagatorium,  band  I.  II. 
(im  4.  verw.jahr  nacligeliefert) 

6.  Die  "Weingartner  liederhandschrift. 
Italiänische  lieder  des  holienstaufischen 
hofes  in  Sicilien. 

6.  Briefe  der  prinzessin  Elisabetli  Char- 
lotte von  Orleans,  erste  Sammlung 

2.  verwaitungsjahr  (1843  u.   1844). 

7.  Leos  von  Eozmital  reise.  Die  livlän- 
dische  reimchronik. 

8.  Chronik  des  Bamon  Muntaner. 

9.  Bruchstück  über  den  kreuzzug  Fried- 
richs I.  Ein  buch  von  guter  speise. 
Die  Heidelberger  liederhandschrift. 

1 0.  Urkunden  zur  geschichte  Maximilians  I. 

11.  Staatspapiere  über  kaiser  Karl  V. 

3.  verwaitungsjahr  (1845  u.  1846). 

12.  Das  Ambraser   liederbuch. 

13.  Li  romans  d'Alixandre. 

14.  Urkunden  zur  geschichte  des  schwä- 
bischen bundes,  band  I. 

15.  Eesendes  cancioneiro,  band  I. 

4.  verwaitungsjahr  (1847  u.  1848). 

16.  Carmina  burana.  Albert  von  Beham 
und  regesten  Innocenz  IV. 

17.  Eesendes  cancioneiro,  band  II. 

4.  Fabris  evagatorium,  band   III. 

5.  verwaitungsjahr  (1849  u.  1850). 

18.  Konrads  von  Weinsberg  einnahmen- 
und  ausgabenregister. 

19.  Das  habsburg.-österr.  urbarbuch. 

20.  Hadamars  von  Laber  jagd. 
2J.  Meister  Altswert. 

22.  Meinauer  naturlehre. 

23.  Der  ring  von  Heinrich  Wittenweiler. 

24.  Philipps  von  Vigneule  gedenkbuch. 

6.  verwaitungsjahr  (1851). 

25.  Ludolf,  de  intinere  terrae  sanctse.  88, 

26.  Eesendes  cancioneiro,  band  III. 

27.  Die  kröne  von  H.  von  dem  Türlin.  89. 

28.  Fastnachtsspiele  aus  dem  15.  Jahrhun- 
dert, band  I.  g« 

7.  verwaitungsjahr  (1852  u.  1853).       9l 

29.  30.  Fastnachtsspiele  aus  dem  15.  Jahr- 
hundert, band  II.  III. 

31.  Urkunden  zur  geschichte  des  schwä- 
bischen bundes,   band  IL 

32.  K.  Stolles  thüring.-erfurt.   chronik. 

8.    verwaitungsjahr  (1854). 

33.  34.  Grimmeishausens  Simplicissimus, 
band  I.  II. 

36.  Erzählungen  aus  altdeutschen  hand- 
schriften. 

9.  verwaitungsjahr  (1855). 

36.  Die  Schauspiele  des  herzogs  Heinrich 
Julius  von  Braunschweig. 

37.  Johanns  von  Morsheim  spiegel  des 
Kgiments. 

38.  Hugos  von  Langenstein  Martina. 

10.  verwaitungsjahr  (1856). 

39.  Denkmäler  der  provenz.  litteratur. 

40.  Amadis,  erstes  buch. 

41.  N.  Frischlins  deutsche  dichtungen. 

42.  Zeitbuch  Eikes  von  Eepgow. 

11.  verwaitungsjahr  (1857). 

43.  F.  Zorns  W^ormser  chronik. 

44.  Der  trojanische  krieg  von  Konrad 
von  Würzburg. 

45.  Karl  Meinet. 

12.  verwaitungsjahr  (1858  u.  1859). 

46.  Nachlese  zu  den  fastnachtsspielen. 

47.  Federmanns  und  Stadens  reisen  in 
Südamerica. 

48.  Dalimils  chronik  von  Böhmen. 

49.  Kebhuns  dramen 

50.  Wilwolts  von  Schaumburg    eben. 

51.  Steinhöwels  Decameron. 

13.  verwaitungsjahr  (1860). 

52.  Dieterichs  erste  ausfahrt. 


53.  Mitteldeutsche  gedichte. 

54.  Die  gedichte  Jehans  von  Condet. 

55.  Huyge  van  Bourdeus. 

56.  Das  buch  der  beispiele  der  alten  weisen. 

57.  Translationen  von  N.  v.  Wyle. 

14.  verwaitungsjahr  (1861). 

58.  Scherzgedichte  von  Lauremberg. 

59.  Tagebuch  des  grafen  W.  v.  Waldeck, 

60.  Meleranz  von  dem  Pleier. 

61.  Krafts  reisen  und  gef  an  genschaft. 

62.  Spangenbergs  musica. 

63.  Nürnberger  polizeiordnungen. 

15.  verwaitungsjahr  (1862). 

64.  Tucliers  baumeisterbuch  v.  Nürnberg. 

65.  66.    Grimmeishausens  Simplicissimus. 
band  III.  IV. 

67.  Renaus  de  Montauban. 

68.  Meisterlieder  aus  der  Kolmarer  hand- 
schrift. 

16.  verwaitungsjahr  (1863). 

69.  Sanct  Meinrads  leben  und  sterben. 

70.  Des  teufeis  netz. 

71.  Mynsinger    von    den    falken ,    pferden 
und  hunden. 

72.  Der  veter  buoch. 

73.  Flemings  lateinische  gedichte. 

74.  Eeimchronik    über  herzog  Ulrich    von 
Württemberg. 

17.  verwaitungsjahr  (1864). 

75.  Barlaam    und    Josaphat    von    Gui    do 
Cambrai. 

76.  77.   Ayrers  dramen,  band  I.  II. 

18.  verwaitungsjahr  (1865). 

78.  79.  80.  Ayrers  dramen,  band  III.  IV.  V. 

19.  verwaitungsjahr  (1866). 

81.  Buchenbachs  Sendung    nach  England, 

82.  83.  Flemings  deutsche  gedichte. 

84.  Oheims  chronik  von  Eeichenau. 

85.  Paulis  schimpf  und  ernst. 

^     20.  verwaitungsjahr  (1867). 

86.  Kiechels  reisen. 

87.  Das  deutsche   heldenbuch. 

88.  Briefe    der    herzogin    Elisabeth    Char- 
lotte von  Orleans,  zweite  Sammlung. 

89.  Spechtsharts  flores  miisicse. 

21.  verwaitungsjahr  (1868). 

Leben  der  h.  Elisabeth. 

92,  Zimmerische    chronik,   band  I.  II, 

22.  verwaitungsjahr  (1869). 

93.  94.  Zimmerische  chronik,  band  III.  IV, 
95.  Kirchhofs  Wendunmuth  band  I. 

23.  verwaitungsjahr  (1870). 

96|99.  Kirchhofs  Wendunmuth,  band  II/V. 

24.  verwaitungsjahr  (1871). 

100.  101.  Deutsche  historienbibeln,bd  I.  II. 
102—106.  Hans  Sachs,  band  I.— V. 

25.  verwaitungsjahr  (1872), 

107.  Briefe  der  herzogin  Elisabeth  Char- 
lotte von  Orleans,  dritte  Sammlung. 

108.  Der    nonne    von    Engelthal   büchlein 
von  der  genaden  überlast. 

109.  Eeinfrit  von  Braunschweig. 

26.  verwaitungsjahr  (1873). 

110.  Hans  Sachs,  band  VI. 

111.  Die  ersten  deutschen  zeitungen. 

112.  Historia  del  cavallero  Cifar. 

113.  Logaus  Sinngedichte. 

27.  verwaitungsjahr  (1874). 

114.  Verhandl.  über    Thomas  v.  Absberg. 

115.  Hans  Sachs,  band  VII. 

116.  Durmars  li  G;_alois. 

117.  Steinhöwels  Äsop. 

28.  verwaitungsjahr  (1875). 

118.  Tüngers  facetise. 

119.  Dichtungen  des  16.  Jahrhunderts. 

120.  Jehan  de  Journi. 

121.  Hans  Sachs,  band  VIII. 

122.  Elisabeth  Charlotte,  vierte  Sammlung. 

29.  verwaitungsjahr  (1876). 

123.  Bertholds  von  Holle  Demantin. 

124.  Briefwechsel  zwischen    herzog    Chri- 
stof von  Württemberg  und  Vergerius. 

125.  Hans  Sachs,  band  IX. 


126, 
127, 
128. 
129, 


131, 
132, 
133. 
134, 
135. 


136, 
137, 
138. 
139. 


140. 
141. 
142. 
143, 
144. 
145. 

146. 
147. 
148. 
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150. 

151. 
152. 
153. 
154. 
155. 
166. 
157. 

158. 
159. 
160. 
161. 
162. 

163. 
164, 
165. 
16«. 
167. 


168, 
169, 
170. 
171, 


172. 
173. 
174. 
175. 

176. 

177. 
178. 
179. 

41. 

180. 
181. 
182. 
183. 

184 
185. 
186. 
187. 

43. 

188. 
189. 
190. 
191. 

192. 
193. 
194. 
195. 


30.  verwaltungsjabr  (1877). 

Reuchlins  briefwecheel. 

Des  dodes  danz. 

Muffels  beschreibung  von  Rom. 

Quellen   zur   geschichte    des   bauern- 

kriegs  in  Oberschwaben. 

Simon  Dach. 

31.  Verwaltungsjahr  (1878). 

Hans  Sachs,  band  X. 
Elisabeth  Charlotte,  fünfte  Sammlung. 
Anmerkungen  zum  Trojanerkrieg. 
Tuchers  haushaltbuch. 
Ernstingers  raisbuch. 

82.  verwaltungsjabr  (1879). 

Hans   Sachs  band  XI. 
Hermann  von  Sachsenheim. 
Gryphius,  lustspiele. 
Quellen   zur  gescbichte   des  bauern- 
kriegs  in  Eotenburg. 

33.  Verwaltungsjahr  (1880). 

Hans  Sachs,  band  XII. 

Mittheilungen  aus  dem  Eskurial. 

Nibelungenlied. 

Hugo  von  Montfort. 

Elisabeth   Charlotte,  sechste  sammig. 

Sleidans  reden. 

84.  verwaltungsjabr  (1881). 

Fausts  leben. 

Niederdeutsche  bauernkomödien. 
Fabelbücher  des  mittelalters. 
Hans  Sachs,  band  XIII. 
Heidelberger  passionspiel. 

35.  verwaltungsjabr  (1882). 

Villinger  chronik. 
Tristrant  .und  Isalde. 
Lutwins  Adam  und  Eva. 
Der  Basler  Alexander. 
Aschhausen,  reise  nach  Rom. 
Egerer  fronleichnamspiel. 
Elisabeth  Charlotte,  sieb.  Sammlung. 

36.  verwaltungsjabr  (1883). 

Richental,  concilschronik. 
Hans  Sachs,  band  XIV. 
J.  V.  Frankenstein,  Kreuziger. 
J.  V.  Wedel,  hausbuch. 
Gryphius,  trauerspiele. 

37.  verwaltungsjabr  (1884). 

liindeners  schwankbticher. 
Hugs  Villinger  chronik. 
A.  de  Viana. 

Schachgedicht  des  H.  von  Beringen. 
Schreiben  des  kurfürsten  Karl  Lud- 
wig von  der  Pfalz  und  der  seinen. 

38.  verwaltungsjabr  (1885). 

Reisebuch  der  Familie  Bieter. 
Li  romans  de  Claris  et  Laris. 
Dramen   von   Ackermann   und  Voith. 
Gryphius,  lyrische  gedichte. 

39.  verwaltungsjabr  (1886). 

H.  Schiltberprers  reisebuch. 
Hans  Sachs,  band  XV. 
Reinolt  von  Montelban. 
U.  Füeterers  prosaroman  von  Lanzelot. 

40.  verwaltungsjabr  (1887). 

Die    Indices    librorum   prohibitorum 

des  IC.  Jahrhunderts. 

Walter  Burley. 

Der  Roman  von  Escanor. 

Hans  Sachs,  band  XVI. 

verwaltungsjabr  (1888  u.  1889). 

Vita  beatae  vriginis  Mariae  rhythmica. 
Hans  Sachs,  band  XVIE. 
Gedichte  ron  H.  Kaufringer. 
AlexandervonUlrich  von  Eschenbach. 

42.  verwaltungsjabr  (1890). 

Schmidels  reise  nach  Südamerika. 
Deutsche  Volksbücher. 
Felicis  Fabri  tract.  de  civit.  ulmensi. 
Le  roman  de  Marques  de  Rome. 

verwaltungsjabr  (1891  u.  1892). 

Hans  Sachs,  band  XVIII. 
Morgant  der  Riese. 
Chronik  des  Johann  Oldecop. 
Hans  Sachs,  band  XIX. 

44.  verwaltungsjabr  (1893). 

Pauli  Waltheri  itinerarium. 
Hans  Sachs,  band  XX. 
Anseis  von  Karthago. 
Hans  Sachs,  band  XXI. 


45.  verwaltungsjabr  (1894). 

196.  Hermann  Schedels    brief Wechsel. 

197.  Valentin  Schumanns    Nachtbüchlein. 

198.  Brun  von  Schonebeck. 

199.  Weckherlins  gedichte,  band  I. 

46.  verwaltungsjabr  (1895). 

200.  Weckherlins  gedichte,  band  II. 

201.  Hans  Sachs,  band  XXII, 

202.  Oliver  von  Paderborn. 

203.  Predigten  des  h.  Bernhard. 

47.  verwaltungsjabr  (1896). 

204.  Paumgartner  briefwechsel. 

205.  Boccaccio-Steinhöwel,   De  claris  mu- 
lieribus. 

206.  Haimonskinder. 

207.  Hans  Sachs,  band  XXIII. 

48.  verwaltungsjabr  (1897). 

208.  Wetzel,  söhne  Giaffers. 

209.  Frey,    gartengesellschaft. 

210.  Gatineau,  leben  des  h.  Martin.    ■ 

211.  Spangenberg,  griech.  dramen  I. 

49.  verwaltungsjabr  (1898). 

212.  Spangenberg,  griech.  dramen  II. 

213.  Nürnberger  Meistersinger-protokolle  I 

214.  „  „  „II 

215.  Primus  Trubers  briefe. 

50.  verwaltungsjabr  (1899). 

216.  Sone  von  Nausay. 

217.  Montanus,  schwankbücher. 

218.  Gleim  und  Uz,  briefwechsel. 

51.  verwaltungsjabr  (1900  u.  1901 ) 

219.  Haller  u.  Gemmingen,    Briefwechse  1 

220.  Hans  Sachs,  band  XXIV. 

221.  Dreytwein,  Esslinger  Chronik. 

222.  Georg  Wickram,  band  I. 

52.  verwaltungsjabr  (1902). 

223.  Georg  Wickram,  band  II. 

224.  Hesler,  Evangelium  Nicodemi. 

225.  Hans  Sachs,  band  XXV. 

226.  Knebel,  Chronik  von  Kaisheim. 

53.  verwaltungsjabr  (1903). 

227.  Füetrer,    Merlin   und  Seifried  de   Ar- 
demont. 

228.  Elisabeth  Stuart,  Briefe. 

229.  Georg  Wickram,  band  III. 

230.  Georg  Wickram,  band  IV. 

54.  verwaltungsjabr  (1904). 

231.  Elisabeth  Charlotte,  Briefe. 

232.  Georg  Wickram,  band  V. 

233.  Makkabäer. 

234.  Erste  deutsche  Bibel,  band  I. 

55  verwaltungsjabr  (1905). 

235.  Das  Buch  Sidrach. 

236.  Georg  Wickram,  band  VI. 

237.  Georg  Wickram,  band  A^'II, 

238.  Erste  deutsche  Bibel,  band  II. 

56.  verwaltungsjabr  (1906). 

239.  Ortneit  und  Wolfdietrich. 

240.  Schöpflin,  brieflicher  verkehr. 

241.  Georg  Wickram,  band  VIII. 

242.  Gleim-Eamler,    briefwechsel,   band  I. 

57.  verwaltungsjabr  (1907). 

243.  Erste  deutsche  Bibel,  band  III.  IL 

244.  Gleim-Ramler,  briefwechsel,  band  II. 

245.  (xeorg  Rudolf  Weckherlin. 

246.  Erste  deutsche  Bibel,  band  IV. 

58.  verwaltungsjabr  (1908  u.  1909). 

247.  Hugo  von  Trimberg,band  I. 

248.  Hugo  von  Trimberg,  band  II. 

249.  Erste  deutsche  BibeJ,  band  V. 

250.  Hans  Sachs,  band  26  (schluss). 

59.  verwaltungsjabr  (1910). 

251.  Erste  deutsche  Bibel,  band  VI. 

252.  Hugo  von  Trimberg,  band  IH. 

253.  Christian  von  Schallenberg. 

254.  Erste  deutsche  Bibel,  band  VII. 

60.  verwaltungsjabr  (1911). 

255.  Pyramus  und  Thisbe. 

256.  Hugo  von  Trimberg,  band  IV. 

257.  Matthisson,  band  I. 

258.  Erste  deutsche  Bibel,  band  VIII. 

61.  verwaltungsjabr  (1912  u.  1913). 

259.  Erste  deutsche  Bibel,  band  IX, 

260.  Der  Laubacher  Barlaam. 

261.  Matthisson,  band  II. 

62.  verwaltungsjabr  (1914  u,  1915). 

262.  Spangenberg,  Anbind-  oderFangb riefe. 

263.  Columella  band  I. 

264.  Columella  band  II. 

265.  Terenz,  Eunuchus. 


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Connecticut 

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